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„Man frägt sich…“ 9. Januar, 2010

Posted by Rika in Allgemein.
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…   sagt man in meiner Familie – grammatikalisch nicht ganz korrekt -, wenn eine Situation seltsam oder gar absurd erscheint.

Ja, da frägt man sich, wenn man die Zeitung aufschlägt oder die Nachrichten in Rundfunk und Fernsehen  verfolgt und dabei die jämmerliche Selbstdarstellung der „großen“ (kommt nicht von großartig!)  Koalition aus CDU, CSU und FDP  staunend zur Kenntnis nimmt. Herr  Horst und Herr Guido sind grundsätzlich gegenteiliger Meinung – ob nun in Steuerfragen oder in Sachen Türkei – und Frau Kanzler ist seltsam still, geradezu abgeklärt ruhig.

Herr Guido erklärte jüngst, es sei ihm lieber, wegen eines „gehaltenen“ Wahlversprechens gerügt zu werden als wegen eines „gebrochenen“. Aber sind die Zeiten, in denen die FDP als „die“ Umfallerpartei schlechthin galt, nicht längst vorbei? Kaum einer erinnert sich doch heute noch an einst gebrochene Versprechen und nicht eingehaltene Zusagen – aber Herrn Guido bereiten die alten Vorkommnisse und die daraus resultierenden Vorurteile wohl immer noch schlaflose Nächte, so dass er,  allen wirtschaftspolitischen Tatbeständen zum Trotz und sogar gegen den bekundeten und von Einsicht in die  sachlichen  Notwendigkeiten zeugenden Willen des Wahlvolks,  an der geplanten und verabredeten Steuersenkung festhält, wie ein kleiner Junge, der mit dem Fuß aufstampft und trotzig sein „ich will aber“ in die Welt plärrt.

In Sachen Türkei und EU-Beitritt tönt es aus Bayern, dass sie (die CSU) sich „gegen den EU-Beitritt des großen Landes im Südosten stemmen werde“, so nachzulesen heute in der HAZ. Zum gleichen Zeitpunkt erklärt Herr Guido in Ankara seinen türkischen Gastgebern, „Berlin habe großes Interesse daran, die Beziehungen zur Türkei nicht zu beschädigen“ und weiter ,  „Deutschland habe nicht nur ein politisches, sondern auch ein ein wirtschaftliches Interesse daran, dass die Türkei nicht abdrifte, sondern sich reformiere. Es gebe mehr als 4000 deutsches Unternehmen in der Türkei.“

Wobei man sich natürlich frägt, wohin denn die Türkei driftete, wenn  denn nicht nach Westen…  den Mullahs in die Arme? Und obwohl unausgesprochen, klingt doch unüberhörbar einer gewisse Sorge um des Abdriften Richtung Mullahausen und seines koranischen Rechtsprinzips an. Und steht dabei nicht (ebenso unausgesprochen)   die Vermutung, dass in Mullahausen die Religion des Friedens nicht ganz so friedlich und mit den Menschenrechten vereinbar ist, wie wir das hier in Deutschland inzwischen gelernt und verinnerlicht haben: Islam ist Frieden!??  Aber das darf man höchsten „frägen“ nicht einmal fragen, geschweige denn sagen!

Und klar auch, dass  der Vorsitzende der Unternehmerpartei in erster Linie die Interessen der deutschen Wirtschaft im Blick hat und erst in zweiter Linie die gesamteuropäische Gemengelage berücksichtigen möchte.

Bleibt abzuwarten, ob er mit dem Iran genauso verfährt, gibt es doch viele deutsche Unternehmen, die aus  der Zusammenarbeit mit iranischen Geschäftspartner überaus glücklichen Profit ziehen. Da mag Herr Guido in Israel noch so sehr das Existenzrecht Israels beschwören, wenn es hart auf hart kommt, befindet er sich unversehens in der Zwickmühle gegebener Zusagen an Israel einerseits und der Verpflichtung gegenüber der deutschen Wirtschaft andererseits –  an irgendeiner Stelle wird er umfallen und damit das alte Vorurteil vom Umfallen der FDP neu beleben. Ich wundere mich ohnehin schon seit Wochen und Monaten, dass man seitens der Regierung so sehr zögerlich ist, wegen des Atomprogramms mit Herrn Ahmadinedschad und seinen islamofaschistischen Mullahs Tacheles zu reden oder wenigstens deutliche Worte der Solidarität mit der iranischen Opposition zu finden.

Man frägt sich eben …

Übrigens „fräge“ ich mich auch, ob all die lieben Mitbürger, die Herrn Guido und seiner Partei bei der letzten Bundestagswahl ihre Stimme gegeben haben, das heute oder in naher Zukunft jemals wieder tun würden …

Viele Fragen, die man sich frägt,  nur keine wirklichen Antworten.

Ich gehe aber  jetzt in meine Küche und bereite  das Essen für morgen vor,  denn    „Daisy“ ist im Anmarsch und man frägt sich, wie lange   angesichts der prognostizierten Schnee- und Sturmkatastrophe  Wasser, Strom und Gas verfügbar sind, da will man doch vorbereitet sein … Kerzen haben wir zum Glück reichlich, Holz für den Kaminofen auch  und Daisy bringt ja genügend Wasser in Schneeform vorbei …

Es weht und schneit schon ganz mächtig, da draußen…  schön! Endlich auch  mal in unserer trüben Regenecke ein Winter, der seinen Namen  verdient!

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Kommentare»

1. Michael - 3. Dezember, 2010

es heißt fragt und nicht frägt! Sonst müsstest du auch Frägen stellen

2. yael1 - 3. Dezember, 2010

Richtig, Michael, aber lesen muss man auch, denn Rika erläutert es:

„Man frägt sich – sagt man in meiner Familie – grammatikalisch nicht ganz korrekt -, wenn eine Situation seltsam oder gar absurd erscheint.“

3. Rika - 3. Dezember, 2010

Danke, Yael…
ja, ja, mir scheint, lesen ist eine Kunst für sich…


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