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Mein Senf nun auch noch dazu… 22. Januar, 2010

Posted by Rika in islam.
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Zur Kritik an der Kritik der Kritik nämlich!

Es könnte sein, dass ich mich ein bisschen verzählt habe  mit der Kritik, darum an den Finger abgzählt noch mal:

1 – Viele Menschen sind mit gewissen Ausprägungen und Erscheinungsformen einer „religiösen“   im engeren und  „ideologisch-praktisch-politischen“ Gemeinschaft im weiteren Sinn nicht ganz einverstanden und üben Kritik.

2 – Diese Kritik wird von anderen Menschen als nicht förderlich für die Gesellschaft zurückgewiesen, da sie (Kritik wie Kritiker)  im engeren Sinn als rassistisch-nationalistisch-faschistisch  und im weiteren Sinn als intolerant und einer offenen, freiheitlichen, liberalen,  demokratischen und den Menschenrechten verpflichteten   Gesellschaft als nicht würdig oder angemessen erscheint.

3 – Diese Kritik an der Kritik stößt etlichen Menschen sauer auf und wird besonders von einer Frau, die sich auskennt kritisch betrachtet.

Was mich betrifft, gehöre ich zu 1,  werde heimlich oder offen von 2 getadelt  und fühle mich in meinen Ansichten von 3 gestützt – wobei ich ausdrücklich betone, dass ich die Kritik an der Kritik der Kritik (als Christin)  aufmerksam gelesen habe…

Religionskritik ist in Europa nicht erst seit Luther und Lessing eine der Triebkräfte der Zivilgesellschaft, und ich lasse mir gerade als Muslimin von niemanden verbieten, meine Religion zu kritisieren.  …

Wir Muslime haben in diesem Land unter diesen Bedingungen eine große Chance, uns mit erfahrenen Streitern darüber auszutauschen, wie Religion und Freiheit in einer modernen Gesellschaft gelebt werden können. Und wir können es hier, im Gegensatz zur islamischen Welt, ohne Angst tun. Wir dürfen diese Chance nicht verpassen. Ja, es geht mir um die Reform des Islam und darum, dass sich Muslime von politischen Ideologien lösen, säkularisieren und sich auf die spirituelle Kraft der Religion besinnen.

In Deutschland leben über vier Millionen Bürger, denen man eine muslimische Identität zuschreibt, es gibt mehr als dreitausend Moscheen und Gebetsstätten und mehrere tausend Vorbeter und Funktionäre. Diese heterogene und völlig disparate Community hat erhebliche soziale, kulturelle, ökonomische und auch religiöse Probleme. Viele der größten Probleme erwachsen aus dem tradierten Menschen- und Weltbild, dem Dilemma einer Kollektivgesellschaft, die mit einer auf die Verantwortung des Individuum ausgerichteten Sozialordnung kollidiert; einer Kultur- und Modernitätsdifferenz also, die mit den Mitteln der herkömmlichen Migrationsforschung und der Integrationspolitik bisher nicht gelöst werden konnten, weil sie das „System Islam“ nicht anrührten.

Und mein Senf?

Ich denke, es wird allerhöchste Zeit, dass „man“ sich öffentlich mit dem Islam auseinandersetzt, auf der Basis von Koran und den Schriften des Islam. Es wird Zeit, dass das   „Wir glauben alle an den gleichen Gott“  auf die Tragfähigkeit dieser Aussage überprüft wird, anhand der theologischen Grundannahmen auf der Bais von Bibel und Koran.

Nicht um einen neuen Religionskrieg anzuzetteln, sondern um heraus zu arbeiten, worin sich Christentum und Islam grundsätzlich unterscheidet – Stichpunkt: Gottesbild, Menschenbild – in seiner jeweils  identitätsstiftenden Glaubensmaxime / Glaubensgrundlage.

Ich wünschte mir, dass zu diesen Fragen die führenden christlichen Theologen unseres Landes Stellung bezögen, aber sie halten sich seltsam bedeckt – eine mögliche Folgeerscheinung der Rede des Papstes in Regensburg?

Aber vielleicht ist der Islam als „Religion“ noch weniger diskutierbar, denn als politisch-ideologisches System.

NACHTRAG

Wie abstrus die Situation diesbezüglich in Deutschland ist, macht die Tatsache deutlich, dass der Bielefelder Professor für Soziologie und Gesellschaftstheorie, Heinz Gess,  der sich u.a. des Themas „Islam“ angenommen hat, nach einer „Beschwerde“ des „Präsidenten“ der „islamischen Religionsgemeinschaft“ von der Staatsanwaltschaft wegen Volksverhetzung ins Visier genommen wird.  Manfred berichtete bereits vor Tagen darüber, heute (23.01.)  weist Achgut darauf hin.

Nachtrag II zu Prof. Gess: Da hatte wohl jemand noch eine Rechnung offen …

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Kommentare»

1. Rika - 25. Januar, 2010

Diese Aussage
„Wir müssen wieder mehr über Religion diskutieren, statt in einen abstrakten Wald- und Wiesenatheismus zu verfallen. Eine Kritik des Islam darf nicht Fremdenhassern überlassen werden.“

gefunden über
http://www.wadinet.de/blog/?p=
ist mir ja so aus der Seele gesprochen…

2. Flash - 28. Januar, 2010

Liebe Rika, die Würfel sind doch längst gefallen, der Standpunkt zum Islam ist gefunden und wird voll ausgelebt: der Islam wird (de facto) stets als gut, wahr, schön und lobenswert dargestellt, das Christentum hingegen verachtet und entehrt.

Diese mehr als paradoxe Beurteilung und Realitätsverweigerung ist tief beunruhigend und gar nicht mehr rational erklärbar. Für mich deutet das auf eine „Verstockung“ des Denkens, eine Verfinsterung des Urteils unserer „Weltweisen“ durch Gott hin. Es ist daher müßig, hier noch auf Diskussion, offene Ergebnisse oder Würdigung von Fakten zu setzen. Die Verblendeten (die sich selber für weise und aufgeklärt halten) sind Fakten nicht mehr zugänglich. Sie sind sozusagen „dahingegeben“.


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