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Passt doch – oder? 11. Februar, 2010

Posted by Rika in islam, israel.
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Schon lange geht es mir im Kopf herum –

die Überlegung nämlich, wie viele der öffentlichen Vertreter des (offiziellen) Christentums selbiges langsam und stetig, aber mit wachsendem Erfolg zu Grabe tragen …   ganz einfach indem sie öffentlich die  Meinung vertreten, die Bibel sei als Märchenbuch eher geeignet, denn als Offenbarung Gottes, man müsse demzufolge auch nicht glauben oder  soooo nicht glauben, wie und was dort geschrieben sei, alles sei doch eher metaphorisch zu betrachten oder der archaischen Kultur der alten Hebräer geschuldet, Jesus sei zwar ein leuchtendes Vorbild aber doch eben nur eine fiktive Person, die, falls sie denn doch mal existiert haben sollte,  zwar vermutlich schon am Kreuz gestorben sei, aber eher doch wohl nur dem Geist nach, quasi als Idee auferstanden sei. Den Begriff der Sünde könne man modernen Menschen nicht mehr zumuten und der Hinweis auf die ewige Verdammnis sei als Drohung vor allem ein Herrschaftsinstrument des Mittelalters usw., usw., usw.

Heute las ich beim Schmökern in der Blogroll einen Artikel, der sich eines holländischen Geistlichen annimmt, der von der Kanzel herab verküdet, es gebe keinen Gott und demzufolge wäre auch der Glaube an Gott höchst überflüssig. Der Autor stellt die Frage „was müssen Geistliche glauben“ und schildert amüsant und nett zu lesen, dass es so etwas wie einen verbindlichen Glauben für Geistliche eigentlich nicht gibt und auch nicht geben muss.

Ich versuche mir vorzustellen, wie ein Mathematiker Mathematik betreibt ohne von der Grundannahme auszugehen, dass 2 + 2 = 4 ist. (Vielleicht gibt es das ja auch und ich als mathematisch unbegabte Normalbürgerin habe das nur nicht mitbekommen und in Wirklichkeit geht Mathe so, wie es sich schon Pippi Langstrumpf vorstellte…?)

Die Theologen werden vermutlich sagen, dass Glaube nur sehr bedingt etwas mit Theologie zu tun habe – oder müsste ich es eher umgekehrt sagen: Theologie hat nur wenig mit Glaube zu tun. Das könnte ich sogar noch irgendwie nachvollziehen, wenn man davon ausgeht, dass Theologie Wissenschaft ist und Glaube die persönliche Angelegenheit eines Menschen in Bezug auf eine „höhere Größe“, von der wir hier im christlichen / jüdischen  Abendland gewohnt sind, sie als „Gott“ zu bezeichnen, Muslime benennen  das „Allah“  und in anderen Religionen mögen wieder andere Namen üblich sein.

Dennoch bleibt natürlich die Frage, ob es Sinn macht, dass ein Pfarrer einer Kirche, der öffentlich erklärt, es gebe keinen Gott,  nach wie vor als   „Geistlicher“  „arbeiten“ soll.  Steht doch der Ausdruck „Geistlicher“ in einem engen Zusammenhang mit der biblischen Aussage über den „Heiligen Geist“.   Wes Geistes Kind ist ein Geistlicher, der nichts mehr mit dem Heiligen Geist zu tun haben will?   Na gut, man könnte sagen, er predigt im „Geist der Aufklärung“. Und die hat uns ja allemal nur Gutes und Positives gebracht.   Ihm, dem Geist der Aufklärung, verdanken wir auch die Gabe der Toleranz    „dem Anderen“    gegenüber.   Und so dürfte es  auch den aufgeklärten Christen im Sinne von Toleranz und Meinungsvielfalt  gar nicht schwer fallen, dem Geist – bzw.  den Aussagen –  des Korans entsprechend zu sagen, Jesus sei mitnichten Gottes Sohn, sondern  „nur“  ein Prophet, ein großer Prophet immerhin, wen das trösten mag…

Und dann findet man sicher auch gar nichts dabei, wenn die Palästinenser Jesus zu einem Palästinenser umwidmen und Maria zur Palästinenserin, wie unlängst in palästinensischen Landen geschehen.  Ein jüdischer Jesus und eine jüdische Maria würde ja bedeuten, dass man anerkennt, dass schon vor 2000 Jahren Juden in dem Landstrich wohnten, den doch seit jeher und immer schon – aber spätestens seit Arafat –   Palästinenser besiedelten.

Damit würde man auch an eine deutsche Tradition anknüpfen, denn mit Juden wollten ja auch schon viele Deutsche im allgemeinen und die „Deutschen Christen“ im besonderen nichts zu tun haben und folgerichtig arbeiteten  deutsch-christliche „Theologen“  darum  an einer Bibel, in der weder Juden noch jüdische Namen, Begriffe und Ortsbezeichnungen  vorkamen oder  benannt wurden. Ein Wunder, dass sie Gott noch Gott nannten und nicht Wotan!

Am Ende werden  „Christen“ in Deutschland ganz  im Sinne von „wer Gott ist bestimme ich schon selbst – und im übrigen glauben wir doch alle an den selben Gott“    zu einem völlig beliebigen Gott oder Allah beten, (wenn sie überhaupt noch beten und nicht lieber gleich auf dieses fromme Ritual verzichten und sich stattdessen lieber mit Tarro, Horoskop, Ying-Yang, indianischen Weisheitsritualen  und dem Gott gleichen Priester-König  Dalai Lama beschäftigen),  Jesus für einen guten Menschen halten, die Bibel für ein Buch für fromme Spinner und ansonsten im Licht und Geist der Aufklärung Grundgesetz konform und mit Begeisterung jedem das Recht auf Religionsausübung gewähren und deshalb lediglich nur  die frommen Evangelikalen und christlichen Fundamentalisten vom Verfassungsschutz observieren und zur Not  in Schutzhaft nehmen lassen, weil, die könnten gefährlich werden… wie  ja heute schon mahnend und warnend  von überzeugten Zeitgenossen zu hören ist.

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Kommentare»

1. antifo - 12. Februar, 2010

Die etablierten Staatskirchen kann man überhaupt nicht mehr ernst nehmen. Ich bin daher Ende letzten Jahres auch ausgetreten aus der EKD; nach langem Zögern. Auslöser war die Art, wie mit zweifellos berechtigter Kritik umgegangen wird: Hier die Kritik, die ich angemeldet habe. Sogar an die Synode der EKLB hatte ich geschrieben. Keine Reaktion. Es gab niemanden, der auch nur offene Ohren für das Problem gehabt hätte!

Deshalb kommt für mich nurmehr die Orthodoxie in Frage.

IC XC + NIKA


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