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Der Mossad schwächelt… 18. Februar, 2010

Posted by Rika in israel.
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Muss man doch so sehen  –   oder ?  –  wenn nur kurz nach dem Tod eines führenden Hamas-Terroristen in Dubai der Mossad verdächtigt wird, seine Finger im Spiel gehabt zu haben. Ich mein‘ ja nur, was ist das für ein Geheimdienst, dessen (geheime)  Aktionen glasklar erkennbar sind, nix geheim – und überhaupt, wer macht denn sowas?

Denn glaubt man den diversen Mutmaßungen über den  Tod des  Herrn Mahbuh,  der nämlich  in Dubai einen Mordanschlag nicht überlebte, soll der Mossad hinter der Aktion stecken.  Die israelischen Agenten gingen jedoch so ungeschickt  bei dieser Unternehmung vor, dass man ihnen schnellstens auf die Schliche kam – jedenfalls wird das gemutmaßt.   Mit den Pässen von Einwanderern aus Europa soll es ihnen gelungen sein, nach Dubai einzureisen.  Die „Heimatländer“  der Passinhaber sind empört und verlangen Aufklärung, wobei es laut Herrn Leithäuser von faz.net  für die Briten schon eine Tatsache und nicht mehr nur eine vage Annahme zu sein  scheint, dass die Israelis die Mordbuben sind. Der Mossad schweigt und auch die israelische Regierung mag sich zu der Sache nicht äußern.  So jedenfalls kann man es den Medien entnehmen,  der Spiegel redet gar von einer „diplomatischen Krise“ , die dem Staat Israel drohe. Endlich, mag da manch ein „Freund“  Israels sagen,  hat Israel wieder die „normale Presse“, Israel der Bösewicht in der Krise. Alles wie immer. Es war ja auch seit den Atomwaffenvorwürfen von neulich schon  lange verdächtig still um Israel.

Frau Beer macht sich ihre ganz eigenen Gedanken zu den Mord-Vorwürfen und verweist auf Ulrich Sahm und seine Argumente, warum der Mossad eigentlich nicht an der Aktion in dieser Weise beteiligt sein kann  …. es sei denn, er schwächelte!

Möglich ist aber auch, dass selbst der Mossad zu den immer beliebter werdenden Methoden des „outsourcing“ greift. Diese Überlegung liest man heute bei Israelnetz. Dazu fällt mir ein, wie es den Bewohnern eines hannöverschen Pflegeheims erging nachdem die Küche ausgesourcst worden war: Das Essen kam von einer Großküche – einem Caterer, wie es Neumoderndeutsch heißt –  und war miserabel!

Wie dem auch sei, der Mossad schwächelt, mutmaße ich fachlich völlig unbeleckt und auch sonst ganz unvoreingenommen   oder andere kochen ihr Süppchen auf seine Kosten …

….

Nachschlag:

Die Dubai-Affäre, schreibt der Spiegel, belastet das deutsche Verhältnis zu Israel und Herr Westerwelle ist gar nicht gut zu sprechen auf die Israelis und verlangt schnelle Aufklärung!

„Die von Westerwelle diplomatisch verpackte Botschaft wurde Israel bereits direkt überbracht. Am Nachmittag bestellte das Auswärtige Amt den israelischen Gesandten ein. Im Namen der Bundesregierung verlangte der Nahost-Beauftragte Andreas Michaelis eine Prüfung, „ob der israelischen Seite Informationen über die Umstände des Todes“ des Hamas-Mannes vorliegen. Wenn dem so sei, wünsche sich die Regierung eine „Übermittlung dieser Informationen“.“

Schreibt der Spiegel.  Herr Westerwelle als Kontrollorgan der israelischen Regierung wünscht eine Übermittlung! Und auch die Opposition drückt ihre tiefe Besorgnis aus:

„Selbst wenn die Bundesregierung den Fall aus Rücksicht auf das Verhältnis zu Israel vorsichtig behandeln will, könnte die Affäre die Koalition noch eine Weile beschäftigen. Denn die Opposition im Bundestag ist tief beunruhigt – und drängt auf zügige Aufklärung in den zuständigen Ausschüssen.“

Seltsamerweise hat es das deutsche Verhältnis zur  PA (palästinensische Autonomiebehörde)   noch niemals belastet, wenn ein israelischer Bürger erwiesenermaßen  durch einen Hamas-Aktivisten  getötet wurde …

Nun ja,  die Hamas-Aktivisten benutzen auch keine deutschen oder anderen europäischen Pässe  um von sich  abzulenken,  brauchten sie bislang ja auch nicht, jedenfalls nicht vor den erschwerten Einreisebedingungen durch die „Mauer“   …   dafür erfahren  die Palästinenser  seit dem „Mauerbau“  reichlich Unterstützung von ihren deutschen Freunden im Kampf gegen die „Mauer“, die die Selbstmordbomber daran hindert, mal eben so „rüber zu machen“…

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Kommentare»

1. yael1 - 19. Februar, 2010

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3850991,00.html

No screw-up in Dubai

Only thing that matters is that al-Mabhouh is dead and his assassins are safe

2. Rika - 20. Februar, 2010

No screw-up in Dubai, dafür viel Aufregung im guten alten Europa, irgendwie passt es doch zusammen.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,679223,00.html

Hat man jemals in den bedeutendsten deutschen Medien gelesen, dass eine Untersuchung eingefordert wird, wenn wieder einmal ein Selbstmordattentäter in Israel Menschen getötet hat? Schreibt man dann einen internationalen Haftbefehl gegen die Befehlshaber des Killerkommandos aus? Zitiert man den „Präsidenten der PA“ zum Rapport?
Widmen die Medien nicht unverhältnismäßig viel Aufmerksamkeit dem „Opfer“ al-Mabhuh, geben aber so gut wie keine Information über den Mörder al-Mabhuh?

Und was sagt uns die Wortwahl?

Al-Mabhuh wurde „ermordet“.
Bei Selbstmordmördern sprechen alle von einem Anschlag, dem auch andere „Menschen zum Opfer fielen“, aber kaum jemand wagt es von Mord zu sprechen.
Wer einem „Anschlag zum Opfer fällt“, scheint ein ähnliches Schicksal zu haben wie jemand, der von einer Lawine verschüttet wird oder in einer Flutkatastrophe sein Leben verliert. Er hat ganz einfach nur Pech gehabt.
Dass ein „Anschlag“ ein ganz gezielter Mord an vielen Menschen ist, wird durch die Wortwahl auf subtile Weise verschleiert.

Wäre es Bin Laden gewesen, den man in Dubai getötet hat, würde dann auch die Staatsanwaltschaft mobilisiert, ganz egal, welchen Pass der Täter hatte?
Und stellt man demnächst doch alle Soldaten an den Pranger und vor Gericht, die in Afghanistan auf der Suche nach Bin Laden in Gefechten andere Killer und Terroristen töten???

Versteht das noch jemand?

3. Rika - 24. Februar, 2010

Eine – wie immer – lesenswerte Auseinandersetzung mit dem Thema bei Lizas Welt:
http://www.lizaswelt.net/2010/02/eine-lanze-fur-den-mossad.html

Daraus zitiert:

„Die Europäer sind mal wieder in Höchstform: Jede weitere Stufe des gegen Israel gerichteten iranischen Atomwaffenprogramms wird umgehend mit einem neuen Verhandlungsangebot belohnt; die Ausschaltung eines antiisraelischen Terrorführers hingegen hat zur Folge, dass dem jüdischen Staat nachteilige politische Konsequenzen angekündigt werden. Als vor rund fünf Jahren der langjährige libanesische Ministerpräsident Rafik al-Hariri in Beirut von einer Bombe zerfetzt wurde, die aller Wahrscheinlichkeit nach auf das Konto der syrischen Regierung und syrischer Sicherheitskreise ging, gab es übrigens nicht einmal einen Bruchteil der jetzigen Empörung – obwohl die Detonation weitere 22 Menschen das Leben kostete.“

und auch:
„In einer Zeit, in der der Westen immer sanfter und höflicher wird, brauchen wir vielleicht die Israelis, die uns daran erinnern, dass die Welt nun mal nicht ist, wie wir sie gern hätten.“ Da diese Erinnerung jedoch vermutlich keine Folgen zeitigen wird, bleibt fürs Erste nur das Diktum von Dan Schueftan, dem geschäftsführenden Direktor des Forschungszentrums für nationale Sicherheit an der Universität Haifa und langjährigen Berater verschiedener israelischer Regierungen: „Wann immer man Zweifel hat, was richtig ist, sollte man die Europäer fragen. Und dann das Gegenteil tun.““


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