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Es sieht nicht gut aus für Mor Gabriel… 1. März, 2010

Posted by Rika in islam.
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Über die bedrohliche Lage für eines der ältesten christlichen  Klöster der Welt, das auf dem auf dem Gebiet der heutigen Türkei liegt, habe ich schon im vergangenen Jahr berichtet.

Muslimische Nachbarn des Klosters machen diesem den Besitz von Land streitig, behaupten gar, das Kloster sei auf dem Gelände einer ehemaligen Moschee errichtet worden, was man aber als normal denkender Mensch mühelos widerlegen kann, da die Gründung des Klosters zu einer Zeit erfolgte, als der Begründer des Islam      noch nicht einmal geboren  war (nach Wiki *ca. 570), geschweige denn seine kriegerischen Mordgesellen Missionare bis in das syrisch-aramäische Land geschickt hatte, in dem Mor Gabriel liegt.  Wobei es ja eine interessante Pikanterie ist, dass das Kloster außgerechnet den Namen des Erzengels trägt,  dem der  GröPhaZ seine angeblichen großartigen Einflüsterungen als letztgültige Enthüllungen göttlicher Weisheit zu verdanken hat.

Da es aber zu eben diesen Einflüsterungen gehört, zu „wissen“, dass der Islam Ursprung und Anfang und einziger und letzter Grund jeglicher  (göttlichen) Offenbarung ist und demzufolge auch VOR Judentum und Christentum bereits bestand, wird wohl auch das Kloster schon folgerichtig auf einer Moschee gebaut worden sein, die von den syrisch-aramäischen Christen ebenso folgerichtig im Jahr 397, dem Gründungsjahr des Klosters,   irgendwie abgerissen worden sein muss. Wie auch sonst?

Gegründet wurde das Kloster im Jahre 397 von Shmuel (Samuel) und seinem Schüler Samun (Simon). Seine Bedeutung wuchs schnell und im 6. Jahrhundert lebten hier bereits bis zu 1000 sowohl einheimische als auch koptische Mönche. Zwischen 615 bis 1049 befand sich hier der Bischofssitz des Tur Abdin. Einem der Bischöfe, Mor Gabriel (im Amt von 634 von 668), verdankt das Kloster seinen Namen. Im 7. Jahrhundert wurde es nach ihm benannt.

Das Kloster war ein wichtiges Zentrum für die syrischen Christen des Tur Abdin. Es unterhielt eine bedeutende Bibliothek, von der heute jedoch nichts mehr erhalten ist (einige Manuskripte werden jedoch unter anderem in der British Library verwahrt), und die Klosterschule spielte nicht nur eine wichtige Rolle für die theologische Ausbildung in der Region und der gesamten syrischen Kirche, sondern bildete auch viele hochrangige Kleriker und Wissenschaftler aus, unter anderem vier Patriarchen, einen Katholikos und 84 Bischöfe. Weithin bekannt wurde Mor Philoxenos von Mabug († 523), ein Gegner des Chalkedonismus. Ein Zitat von ihm beschreibt die damalige Bedeutung des Klosters: Wer siebenmal mit Ehre und Furcht das Kloster besucht, das vom Engel gegründet wurde, erwirbt denselben Verdienst, als ob er Jerusalem besuchen würde.

Die Anfang des 6. Jahrhunderts errichtete Kuppel des Klosters besteht aus radial geschichteten Ziegeln und ruht auf Mauern aus Quaderwerk und Mörtelkern. Der Kuppelinnendurchmesser beträgt 11,50 m.[1]

Das Kloster war bis 1915 eine selbständige Diözese. In diesem Jahr wurden während des Genozids an den christlichen Minderheiten alle Bewohner des Klosters auf Veranlassung der osmanischen Regierung durch muslimisch – kurdische Agas (Grossgrundbesitzer), die in paramilitärischen so genannten Hamidiye-Milizen organisiert waren, umgebracht.

… so nachzulesen bei Wiki

Folgt man dem Bericht in „evangelisch„, so hat sich die Lage Mor Gabriels hat seit dem vergangenen Jahr dramatisch verschlechtert und es sieht ganz danach aus, dass ein uraltes christliches Kloster über den Weg der Landenteignung seiner wirtschaftlichen Basis beraubt und damit auch selbst verschwinden wird.

Doch nicht nur die Lage des Klosters Mor Gabriel ist extrem schwierig, generell haben es Christen in der Türkei schwer:

Menschenrechtsorganisationen wie die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) beurteilen die Lage der türkischen Christen als kritisch

Ich wünschte mir sehr, dass alle, sie sich für den Beitritt der Türkei stark machen und /oder sich für den Bau von Moscheen samt Minaretten hier in Deutschland begeistern, die von kutrurellem Erbe und von kultureller Identität reden, wenn es um Muslime geht, sich gleichfalls einsetzen für den Erhalt eines alten, aber immer noch lebendigen christlichen Zeugnisses und christlich-kulturellen Erbes in der Türkei  – nicht als Museum, sondern als  –   seiner Bestimmung gemäß  –   christliches  Klosters!

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Ergänzung:

Wegschauen, abwarten, diplomatische Zurückhaltung üben, so oder so ähnlich werden wohl die Reaktionen des “öffentlichen Deutschlands” sein, wenn sich die Politik ähnlich verhält wie in der Frage des Völkermords an den Armeniern:
http://www.tagesspiegel.de/politik/Armenien-Tuerkei;art771,3044566

Den Hinweis auf dieses feige Verdrücken fand ich bei achgut.

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Kommentare»

1. Schmeichler mit gespaltener Zunge… « himmel und erde - 28. Februar, 2011

[…] kirchlichen Gemäuer ist unendlich schwierig (siehe aktuell die Entscheidung zum    Kloster Mor Gabriel !!!). Christen dürfen ihre Geistlichen in der Türkei nicht ausbilden, die Nachwuchsarbeit wird […]


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