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Götzenanbetung … 29. April, 2010

Posted by Rika in aus meinem kramladen, meine persönliche presseschau.
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… und ungestrafte Gotteslästerung!

Die sz macht es vor:


Gott gegen Gottes Sohn

Der Kampf wird wohl in einem „Tempel der Neuzeit“ ausgetragen,

denn von Fußball ist die Rede, besser gesagt von Fußballtrainern.

Wir haben uns ja inzwischen daran gewöhnen müssen, dass der „Fußballgott“ zum allwöchentlichen Getümmel in den Arenen gehört, aber in der oben genannten Kombination von ganz normalen Menschen zureden, das ist doch eine neue Dimension.

Mögen sie auch noch so genial sein, der Titel, den ihnen die sz verpasst, kommt ihnen nicht zu.

Hat der sz-mensch, der Herr Aumüller, der auf den schönen christlichen Namen jüdischen Ursprungs „Johannes“ hört,   das wohl bewusst so geschrieben, ich meine, sich der Provokation bewusst, die in der Kombination steckt?

Und hätte er, kleiner zeitgemäßer Hinweis, der durchaus auf Erfahrung beruht (siehe Schalke-Hymne), auch

„Allah gegen  Mohammed“  oder „Mohammed gegen Gabriel“   (der mit den Einflüsterungen)    geschrieben?  Hätte er das riskiert?  Wenn ja, wären vermutlich wieder viele, viele  der  Gläubigen auf die Barrikaden gegangen, hätten Fahnen gebrannt und wären Morddrohungen gegen dne Autor der netten Schlagzeile ergangen.

Aber „Gott gegen Gottes Sohn“  zu schreiben, bedeutet keinerlei Risiko, nicht einmal ein schlechtes Gewissen oder Unbehagen denen gegenüber, für die dieser Ausdruck das Höchste versinnbildlicht, das Menschen sich vorstellen  können.  Gott, „der Höchste“, wie man früher noch ehrfurchtsvoll sagte!

So trifft es eh nur die  dummen Frommen oder  „die Ungläubigen“ , wie die Fraktion des Propheten sagen würde…

Und in Sachen Christentum, Gott und  Jesus ist bekanntlich seit der Aufklärung alles erlaubt!

Alle Jahre wieder… 29. April, 2010

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
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so beginnt ein bekanntes Lied, das  –  inhaltlich und theologisch nicht ganz korrekt  –   darauf aufmerksam macht, dass demnächst das Weihnachtsfest zu feiern sei.

„Alle Jahre wieder“ ist deshalb so sehr mit Winter-Weihnachtszeit assoziiert,  dass es kaum einem  Menschen einfällt, auch den alljährlich stattfindenden Frühling mit einem „Alle – Jahre – wieder-Lied“  zu würdigen. Ich will auch kein Lied schreiben, sondern wie schon in den vergangenen Jahren ein paar Bilder vom Frühling im Gärtchen weiterreichen, denn:

Alle Jahre wieder grünt und blüht es im Gärtchen, dass es eine Freud‘ ist! Und damit spar ich mir dann auch den Bittgesang an den Mai, der kommen  und alles  grün machen soll, weil, es ist schon schön grün!

Die Nachbarn freut’s vielleicht nicht so sehr, aber in unserer Wiese – der Begriff „Rasen“ verbietet sich – blühen Gänseblümchen, Wiesenschaumkraut, Veilchen und vor allem ganz, ganz viele „Löwenzähne“…

Löwenzähne in der Wiese

Natürlich sind auch viele andere Frühlingsblüher aktiv!

Mag er kommen, der Mai! Ich bin bereit – alle Jahre wieder!

Das kriegt man in deutschen Zeitungen selten zu lesen: 27. April, 2010

Posted by Rika in israel, meine persönliche presseschau.
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Und deshalb stelle ich hier den Link zu einem bemerkenswerten Artikel ein, der sich mit den „Nebenwirkungen“ der Obama’schen „Atomwaffen, nein DANKE!-Politik“ befasst und, man höre und staune, ausnahmsweise einmal nicht ISRAEL für die Bedrohung des Weltfriedens verantwortlich macht!

Dass Barack Obama die Vision einer atomwaffenfreien Welt zu einer zentralen Leitlinie seiner Außenpolitik gemacht hat, wirkt auf manchen weltpolitischen Akteur wie eine Einladung, lange bewährte internationale Sicherheitsstrukturen in Frage zu stellen. Namentlich im Nahen Osten versuchen arabische Staaten und neuerdings auch die Türkei, vor allem aber das iranische Regime, die Gunst der Stunde zu nutzen, um Israels – uneingestandene – Atombewaffnung anzuprangern und sie als die eigentliche Quelle der Unsicherheit in der Region hinzustellen. Von Israelhassern in aller Welt wird diese Idee dankbar aufgegriffen.

…  und nun das große ABER:

Bei dieser Debatte handelt es sich jedoch um ein teils verlogenes, teils gezielt propagandistisch motiviertes Ablenkungsmanöver von den wirklichen Intentionen, die Teheran mit der Forcierung seines Atomprogramms verfolgt. Von den nuklearen Ambitionen des Irans sind die führenden arabischen Mächte in Wirklichkeit nämlich nicht weniger alarmiert als Israel selbst. … …
Die arabischen Führer wissen nur zu gut, dass Israel mit seinem atomaren Arsenal keine expansiven Absichten verfolgen kann. Denn selbst wenn der kaum denkbare Fall eintreten würde, dass in Jerusalem ein wahnsinniger israelischer Führer die Macht ergreifen würde, der ägyptisches, saudisches oder jordanisches Territorium erobern wollte, wüssten sich die arabischen Staaten durch ihre strategische Allianz mit den Vereinigten Staaten vor solchen Absichten effektiv geschützt. (In der Hinterhand steht zudem noch die Atommacht Russland.).

… und weiter die interessante und eigentlich schon längst bekannte Tatsache:

Das Territorium Israels ist etwa so groß wie das Hessens. Mit seiner Bevölkerung von knapp 7,5 Millionen Einwohnern (davon 20 Prozent Araber) kann Israel niemals zu einer expansiven Großmacht werden, selbst wenn es das wollte.

….. und auch dieses Argument ist hinreichend belegt, bekannt und gut begründet:

Seit seiner Staatsgründung 1948 hatte sich Israel bis 1973 vier Mal in kriegerischen Auseinandersetzungen gegen eine Übermacht arabischer Staaten verteidigen müssen. Mit seiner stillschweigenden Atombewaffnung aber hat es die Möglichkeit weiterer arabischer Angriffskriege nachhaltig ausgeschaltet. Davon profitierten nicht zuletzt die arabischen Regimes, fiel doch damit der Druck weg, zu immer neuen militärischen Anläufen zwecks Zerschlagung des „zionistischen Staats“ zu rüsten. Namentlich die Herrscherschichten in den arabischen Ölstaaten konnten sich so ganz der Mehrung ihres märchenhaften Reichtums widmen.

… eigentlich kann man auch dieser Aussage nichts mehr hinzufügen:

Jeder weiß, dass nicht Israels Rüstungsarsenal – und auch nicht seine Siedlungspolitik – das entscheidende Hindernis auf diesem Weg ist. Vielmehr ist die Gründung eines Palästinenserstaates so lange unmöglich, wie Gaza in der Hand der Hamas ist, die jede Einigung mit Israel ablehnt und die Herrschaft der alten Fatah-Riege in der Palästinensischen Autonomiebehörde militant in Frage stellt. Wie doppelzüngig deren Politik ist, zeigt unter anderem die Tatsache, dass sie Israel wegen der Absperrung des Gazastreifens geißelt, aber unter den Tisch fallen lässt, dass auch Ägypten die Grenze zu „Hamastan“ unerbittlich abgeriegelt hat.

… und so schließe ich mich auch dem Fazit des Artikels an,

Im Fall Israels und des Iran bedeutet dies: Über das israelische Atomarsenal soll und darf erst geredet werden, wenn alle Staaten in der Region das Existenzrecht Israels völkerrechtlich verbindlich anerkannt haben und die territoriale Sicherheit des jüdischen Staates international garantiert ist. Alles andere würde die Sicherheit in der Region nicht vergrößern, sondern diverse Akteure in Versuchung führen, erneut über die Möglichkeit einer kriegerischer Aggression gegen Israel nachzudenken.Die iranische Atomrüstung hingegen stellt eine sicherheitspolitische Bedrohung ersten Ranges für die gesamte Region dar. Sie muss im Interesse aller unverzüglich gestoppt werden.

…den vollständig zu lesen ich hiermit ausdrücklich empfehle!

„So wahr mir Gott helfe“… 27. April, 2010

Posted by Rika in Allgemein.
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„So wahr mir Gott helfe“ – die Eidesformel mit diesem Zusatz zu sprechen, das bringen nicht alle Amtsinhaber fertig.

Und was heißt das, wenn es nicht einfach nur eine „Geste“ ist, eine  Geste der Versönung vielleicht nach den Tagen der Irritation …  oder ein Zugeständnis an das C im Parteinamen und ein bisschen Anbiedern möglicherweise auch an die vor allem katholischen Christen im Land?

So wahr mir Gott helfe!

Heißt es nicht, Gott auch im politischen Leben Raum zu geben, sein Wirken anzunehmen, es entfalten lassen, seinem Beistand vertrauen?  Gott als die (einzige) Instanz anzuerkennen, die helfen kann und will und wird? Die eigenen Begrenzungen und Unzulänglichkeiten wahrnehmen und  die Notwendigkeit aussprechen, Hilfe von einer Macht in Anspruch nehmen zu wollen, die eben nicht nur in den Kirchen gepredigt wird und „in den Himmeln“ beheimatet ist?

Gott unter den Menschen, so wahr, dass er mir hilft und auch ihr:

Die neue Sozialministerin in Niedersachsen ist vom Parlament gewählt und anschließend vereidigt worden.

Die CDU-Politikerin Aygül Özkan ist als niedersächsische Sozialministerin vereidigt worden. Sie ist damit Deutschlands erste muslimische Ministerin. Frau Özkan schloss ihren Amtseid mit der Formel „So wahr mir Gott helfe“. Mit ihr wurden Johanna Wanka als Wissenschaftsministerin, Astrid Grotelüschen als Landwirtschaftsministerin und Bernd Althusmann als Kultusminister vereidigt. Zuvor hatte der Landtag die vier Ernennungen mit allen Stimmen von CDU und FDP abgesegnet.

(Und es nicht die Heimatzeitung  haz, die ja ganz dicht am Geschehen ist, der ich diese Information entnehme, es ist faz.net)

(Kleiner Nachklapp:   Die HAZ hat schreibt bisher (15.43h!)  lediglich, dass vier neue Minister vom Parlament gewählt sind und vereidigt werden sollen!!!  Aber wir leben hier halt in der Provinz und der Landtag ist nur ganz zufällig in Hannover und sowieso nimmt man Politik und die Politker hier nicht ganz so wichtig…)

Der Völkermord an den Armeniern … 22. April, 2010

Posted by Rika in aus meinem kramladen, meine persönliche presseschau.
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„muss von den Historikern bewiesen werden“ bevor man in einer deutschen Kleinstadt darüber öffentlich reden darf.

Die, die sich dieser „türkischen“  Argumentation beugen, sind Mitglieder des Mindener „Integrationsausschusses“, die ursprünglich eine öffentliche Veranstaltung anschieben wollten, die der Versöhnung dienen sollte.

Karen Krüger  berichtet in einem Artikel der FAZ über das Vorhaben, seinen Ursprung und seine Umsetzung. Ich werde einige Passagen davon  hier einstellen, durch die blaue Schriftfarbe als Zitate kenntlich gemacht:

„Keine vier Wochen ist es her, da postierte sich ein Grüppchen türkischstämmiger Demonstranten vor der Redaktion des „Mindener Tageblatts“, um mit türkischer Flagge und Plakaten mit dem Konterfei des türkischen Staatsgründers Atatürk gegen die angeblich einseitige Berichterstattung der Zeitung zu demonstrieren. Der Auslöser: Ein Leserbrief über die Aufarbeitung des Völkermordes an den Armeniern in den Jahren 1915 bis 1917. Offenbar beeindruckt von der Belagerung druckte das „Mindener Tageblatt“ daraufhin einen Artikel, der versöhnlich gemeint war und das gegenüber der Redaktion vorgebrachte Anliegen der Demonstranten, genannt „Mindener Vorschlag“, beschreibt: „Wie in einem Gerichtsprozess“ solle von Türken und Armeniern der Sachverhalt der damaligen Ereignisse geprüft und bewertet werden.“

Vor knapp zwei Wochen berichtete die ARD zur später Stunde in einer filmischen Dokumentation   „Aghet“ über den Völkermord an den Armeniern, der nach türkischer Darstellung keiner war.

Türkische Migranten schließen sich in der Regel der offiziellen Lesart an – auch hier in Deutschland – oder schweigen zum Thema.   Wie konfliktbeladen das Thema für türkische Mitbürger ist, zeigt der Mindener Vorgang:

Man (türkische Migranten) antwortet nicht nur mit einem Leserbrief auf einen Leserbrief, dessen Inhalt einem nicht gefällt, man zettelt gleich eine „Demonstration“ gegen die Zeitung an.

Und was macht die Zeitung? Sie reagiert! Aber nicht etwa mit einer deutlichen Klarstellung der historisch belegbaren Fakten und weist den Protest entsprechend entschieden zurück, nein, sie macht einen „Vorschlag“ zur Prüfung des Sachverhaltes, was doch konkret nichts anderes bedeutet als freundliches Entgegenkommen für die Demonstranten und bereits im Ansatz gezeigte Distanzierung von den Armeniern.  An dem Sachverhalt  des Genozids an den Armeniern gibt es seitens der Zeitung eigentlich nichts zu prüfen. Der ist historisch belegt durch glaubwürdige Zeugenaussagen. Zu prüfen gibt es allenfalls die  Verneinungsstrategie und die Verschleierungs-und Beschönigungstaktik seitens der türkischen Regierung und die ebenfalls seltsam anmutende „ruhige Zurückhaltung“ seitens der deutschen Regierung, die es bisher ja auch unterließ, allzu deutlich im Beisein der „türkischen Freunde“  von Völkermord an den Armeniern zu sprechen, obwohl sie dank der Akten, wie sie auch  dem Film Aghet zugrunde liegen, doch bestens informiert ist und eigentlich gar keine Unklarheiten bestehen sollten!

Das Anliegen der Zeitung, zwischen den Parteien zu vermitteln, war zwar ehrenhaft, aber schon vom Ansatz her methodisch falsch.

Es passt aber auch ins Bild, dass die türkische Zeitung Hürriyet den Mindener Vorgang aufgreift – wie Frau Kramer berichtet:

„Auch die Europaausgabe der türkischen Zeitung „Hürriyet“ reagierte – die Demonstranten hatten sie gleich mitgebracht -, nämlich mit einem Text, der sich als Aufruf liest, nach dem Beispiel des „Mindener Vorschlags“ eine europaweite Lobby gegen die Aufarbeitung des Völkermords zu gründen. Darin wird einer der Demonstranten zitiert: „Die türkische Geschichte ist rein. Wir müssen in Europa eine Einheit bilden. Der Kampf hat begonnen. Die Archive sind geöffnet. Wenn sie die Wahrheit erfahren wollen, sollen sie kommen und lesen und nicht vor einer Konfrontation weglaufen. Der Türke hat in seiner Geschichte nichts gemacht, wofür er sich schämen müsste.““


Dass die türkische Geschichte „rein“ ist, wollte uns ja während der Bildungsreise im März auch unser Reiseleiter mit einer anschaulichen Parabel versichern.

Frau Kramer berichtet eindrucksvoll, wie es den Mindener türkischen Migranten gelang, im Sinne dieser „Reinheitslehre“ einen auf Versöhnung zielenden Abend umzufunktionieren:

„Fast zweihundert mehrheitlich türkischstämmige Zuhörer lauschten dem Hauptredner, besagtem Ali Söylemezoglu, Autor eines Buches, das die 1,5 Millionen getöteten Armenier als bedauernswertes, doch kriegsbedingtes Unglück darstellt. Einen Völkermord hat es ihm zufolge nie gegeben. Einleitend sprach Söylemezoglu, wie Teilnehmer berichten, von der „schwierigen Geschichte“ zwischen Armeniern und Türken, später habe es geheißen, schwierig seien die Armenier selbst und ihr vorurteilsbeladener Umgang mit den Türken. Und auch die Dolchstoßlegende wurde aufgetischt: Die Armenier hätten die Türkei vernichten wollen und versuchten nun, ihre eigene Schuld am massenhaften Tod den Türken anzuhängen.“

Das Hin und Her zwischen Türken, Armeniern, Mindener Tageblatt und Integrationsrat gleicht schließlich einem unwürdigen Possenspiel, das Frau Kramer so beschreibt:

„Minden sollte nicht in die Geschichte eingehen als ein Ort, an dem Geschichtsrevisionisten auf offene Tore und Türen stoßen“, sagte Madlen Vartian dieser Zeitung. Statt dessen bemühen sich Mitglieder des Integrationsrates seit Wochen um eine Anschlussveranstaltung für den Abend im Dezember, bei der diesmal der Völkermord und nicht dessen Leugnung im Mittelpunkt stehen soll.

Doch anders als noch vor vier Monaten, als es um die Veranstaltung von Ali Söylemezoglu und Ümit Rahmi Tuncel ging, tut sich die Verwaltung der Stadt mit der Organisation des für den 30. April anberaumten Abends schwer. So schwer, dass man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, man wolle die Geschichte aussitzen – um sich die zu befürchtenden Proteste von türkischer Seite zu ersparen: Mal passte der Termin nicht, dann verabschiedete sich jemand in den Urlaub, bestellte Stühle wurden nicht geliefert, Einladungen zu spät versendet und Scheingefechte über den Titel der Veranstaltung geführt: Selbst innerhalb des Integrationsrats herrscht keine Einigkeit darüber, ob das Wort Völkermord in der Einladung stehen darf oder nicht. Denn ob es sich tatsächlich um einen solchen handele, müsse von Historikern schließlich erst bewiesen werden.“

Hervorhebung von mir.

Frau Kramer kommentiert die beiden letzten  Sätze  folgendermaßen:

„Klingelt es da nicht in den Ohren? Genau – es ist das Argument, mit dem auch offizielle Verlautbarungen der türkischen Regierung arbeiten. Und es wird auch gern von jenen Deutsch-Türken verwendet, deren Ziel die Leugnung des Genozids und dessen Nichtanerkennung ist, und die sich deshalb den Ergebnissen der internationalen Forschung verschließen.“

Ich bin gespannt, wie weit die Verleugnung deutscher Politikerinnen und Politker – und sei es nur auf der kommunalen Ebene – noch gehen wird, wie lange lassen wir es zu, dass ein offensichtlich gefälschtes Geschichtsbild auch hierzulande Verbreitung finden wird und unwidersprochen bleibt.

Wann wird sich auch die Bundesregierung endlich dazu durchringen, den Mord an den Armeniern als das zu bezeichnen, was er ist: Völkermord.

Bisher hielt sie sich damit vornehm zurück, Zitat:

„Die deutsche Bundesregierung antwortete am 25. Februar 2010: „Die Bundesregierung begrüßt alle Initiativen, die der weiteren Aufarbeitung der geschichtlichen Ereignisse von 1915/16 dienen. Eine Bewertung der Ergebnisse dieser Forschungen sollte Wissenschaftlerinnen/Wissenschaftlern vorbehalten bleiben. Dabei ist die Bundesregierung der Auffassung, dass die Aufarbeitung der tragischen Ereignisse von 1915/16 in erster Linie Sache der beiden betroffenen Länder Türkei und Armenien ist. Vor diesem Hintergrund zollt die Bundesregierung sowohl der türkischen als auch der armenischen Seite Respekt für die mutigen Schritte, die sie bereits zur Normalisierung ihrer bilateralen Beziehungen unternommen haben. Sie ermutigt beide Seiten in ihren Gesprächen regelmäßig, den laufenden Annäherungsprozess, der auch die Bildung einer Historikerkommission einschließt, beharrlich fortzusetzen.“[152][153]“

Ich empfinde es als ausgesprochen feige und unverantwortlich, zugunsten von wirtschaftlichen Vorteilen in und militärischen Bündnissen mit der Türkei keine Stellung zu beziehen und die eigenen Erkenntnisse über  „die tragischen Ereignisse“ den Ansichten der türkischen Verbände unterzuordnen.

Und ich bin sehr gespannt, wie die Stellungnahme unserer neuen Sozialministerin aussehen würde oder aussehen wird, ist sie doch ein Kind türkischer Migranten und seit neuestem zuständig für Migranten in Niedersachen … Minden liegt ja nur einen Steinwurf weit weg  –  in NRW  und es ist zu vermuten, dass sich Herr Rüttgers in Wahlkampfzeiten „wegen Terminschwierigkeiten“  mit so einer „Lappalie“   ganz sicher nicht befassen wird …  und  man will es sich ja ganz sicher auch nicht mit den vielen, vielen Wählern der „Reinheitslehre“  verderben…

Welch ein strahlender Held – und so mutig!! 20. April, 2010

Posted by Rika in meine persönliche presseschau.
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DAS hätte man dem smarten Christian Wulff doch gar nicht zugetraut, dass der sich „was traut“, den Eindruck muss man gewinnen, wenn man diesen Titel liest:

Wulffs geschickte Kabinettsumbildung

Ausgerechnet im Land der konservativen Niedersachsen-CDU wird eine Muslimin Ministerin. Ministerpräsident Wulff will zeigen, dass er sich etwas traut.

Der Mann, der sich was traut! Wow!

Dabei traut der sich noch ganz andere Sachen.

Zum Beispiel traut er sich, den Bildungsetat in Niedersachsen mal eben um 40 Millionen zu kürzen, VIERZIG MILLIONEN !!!

Das stand erst neulich in der Heimatzeitung.  Vor allen Dingen will man im KITA-Bereich und im Grundschulbereich sparen. DAS ist eine tolle Leistung und entspricht natürlich der Tatsache, dass Niedersachsen ein Agrarland ist und die d—sten Bauern die dicksten Kartoffeln … was braucht es da Schulen und Kindergärten. Hähnchenmastbetriebe und Schweineaufzuchtstationen tun es doch auch. Ja, da jubeln alle Niedersachsen, endlich spart man mal am richtigen Ende!

Ähh, da habe ich etwas verwechselt, das Geld wird ja nicht gespart, nur anders eingesetzt, für den Neubau des Landtags nämlich. Darüber jubeln alle Niedersachsen! Nein, stimmt auch nicht! Ein Volksbegehren soll die bereits beschlossene „Einsparung“ wieder rückgängig machen. Wir in Hannover wollen sowieso keinen neuen Glaspalast mit Säulen, passt nicht in die Stadt, nicht zum alten Leineschloss, nicht zu Hannover. Wir wollen unseren alten, unspektakulären und etwas in die Jahre gekommenen Oesterlen-Bau behalten.  Was sollen wir 40 Millionen für einen Neubau ausgeben, wenn das Plenum ohnehin so gut wie nie vollständig versammelt im neuen Hause tagen wird?  Obwohl, vielleicht kämen ja alle, wenn die Luft- und Lichtbedingungen besser wären…?

Jedenfalls ist es ungeheuer „mutig“ von unserem Landesvater, dass er in die Zukunft investiert. In die politische Zukunft nämlich. Angesichts der Tatsache, dass unter allen Migranten die Türken am schlechtesten ausgebildet sind und die meisten Hartz IV-Bezieher stellen, dass Frauen und Mädchen in dieser Migrantengruppe stärker unterdrückt werden, als in allen anderen Volksgruppen, die sich in Niedersachsen tummeln (konnte man erst gestern in der Heimatzeitung lesen und wenn ich einen Link*** dazu finde, stelle ich ihn auch ein!),  ist doch eine „türkisch-stämmige“ Ministerin ein Hoffnungsschimmer am Horizont, ein leuchtendes Vorbild für alle, die eigentlich lieber in der Türkei… nein, das ist jetzt nicht nett von mir…  Ist eine türkischstämmige Ministerin ein wahrer Motivationsimpuls für alle türkischen Mädchen, die leider nicht  in Kitas gehen können (da soll ja eingespart werden) und in der Grundschule nicht genug gefördert werden, um mal aufs Gymnasium zu wechseln und Jura studieren zu können.  Das wird die neue Ministerin sicher sehr freuen! Deshalb  ist die Berufung dieser Ministerin auch so ganz,  ganz mutig von Herrn Wulff!

Immerhin weiß die neue Ministerin, was man von ihr erwartet und was vor allem auf sie zukommt. Sie soll den mutigen  Wolf Wulff vor dem bösen Schünemann schützen, der hat nämlich was gegen Migranten und schiebt sie immer ab und das gefällt dem freundlichern Herrn Wulff gar nicht. Darum ist der Schünemann jetzt ein bisserl verstimmt, weil er nicht mehr für die Migranten zuständig ist und nur noch auf die innere Sicherheit achten darf.  Der mutige Wolf Herr Wulff mag sich nämlich nicht länger mitr Herrn Schünemann anlegen, das darf jetzt die neue Ministerin, mutig, gell?!!

Innenminister Uwe Schünemann muss das Thema Integration an das Sozialressort abgeben. Damit werde „ein Spannungfeld zwischen mir und dem Innenminister abgebaut“, sagte Wulff.

So steht es zart angedeutet in  HAZ-online Die Printausgabe schreibt etwas ausführlicher:

Auch Innenminister Uwe Schünemann wird wohl nicht nur Freude an der neuen Kollegin haben. Im Innenministerium ist man ohnehin nicht begeistert, dass Wulff den Verantwortungsbereich beschnitten hat….

Dadurch entstehe ein neues „Spannungsfeld“ im Kabinett, sagte Wulff gestern. Zugleich werde das Verhältnis zwischen ihm und Schünemann, das zuweilen angespannt ist, entschärft. Es hatte zum Beispiel unter Schünemanns rigider Flüchtlingspolitik gelitten. Und mit einer Muslimin im Kabinett hätte es wohl auch von vornherein nicht die anlasslosen Kontrollen von Moscheebesuchern gegeben, die zuletzt erheblich viel Ärger auf der Regierungsbank ausgelöst hatten.

Die Hervorhebung ist von mir,  ja, an diesem Punkt trappst die Nachtigal, ich höre sie ganz deutlich!

In Zeiten, in denen laut Islamkritiker-Kritikern wahrlich ganze Heerscharen von Wählern in die islamophobe Ecke gedrängt werden abwandern und in denen zunehmend und auch zunehmend  lauter öffentlich  darüber nachgedacht wird, wieviel Islamismus in Islam steckt und wieviel von beidem einer Gesellschaft zuträglich sind, ist es natürlich extrem mutig, mit einer schiitisch-muslimischen Frau ein wichtiges Ministeramt zu besetzen. Die Islamgegner könnten ja Farbbeutel gegen den Landtag werfen oder die Niedersachsenfahne verbrennen oder böse Karikaturen über den Ministerpräsidenten in Umlauf bringen…

Vermutlicht meint ja der Mensch von der Zeit-Presse ja deshalb:

Christian Wulff, Ministerpräsident und Stellvertreter Angela Merkels im CDU-Bundesvorsitz, dürfte die Wirkung in Berlin und im Rest der Republik mindestens genau so stark im Blick gehabt haben wie den Effekt in Wiesmoor oder Wolfenbüttel. Das Kabinett Wulff II ist eine Demonstration.

Die Hervorhebung ist von mir, damit auch jeder sehen kann, wie mutig der Wulff ist.

„Eine Demonstration“

Wofür denn, um himmelswillen? Dafür, dass der Ministerpräsident völlig inkompetente Leute endllich, endlich entlässt?  Dass er Leute von „außen“ holt, die möglicherweise besser sind als die, die bisher so taten, als würden sie sich für das Land und seine Bürger nach bestem Wissen und Gewissen einsetzen?  In den vergangenen Jahren hat Herr Wulff seine Regierungsmitglieder bei aufkeimendem öffentlichen Missfallen  einfach nur von A nach B und wieder zurück geschoben.  Bildung, Soziales, Umwelt, Landwirtschaft… bekanntlich können unsere Minister ja alles –  – –  dank ihres gut funktionierenden Ministeriums. Dort sitzen doch die wahren Helden, Könner, Experten…. nun ja…

Die „Demonstration“ an einem bekennenden muslimischen Kabinettsmitglied festmachen zu wollen, kann  doch nun wirklich nicht sein, das wäre einfach zu einfach … und irgendwie auch ein bisschen schräg … islamophob-phil?

Und zuletzt: Warum das Kabinett in Hannover dem Herrn Rüttgers gegenüber nicht so nett sein soll, leuchtet mir auch nicht unmittelbar ein, dazu muss man schon ein paar CDU-interne Verwickelungen und Windungen zu Rate ziehen… wer ist Muttis Liebling … Lieblingserbe… sie wird ja wohl nicht wie der Alte … 16 Jahre…?

Aaaber mutig, ach so mutig!

NACHTRAG:

Der Spiegel hat eine Feinheit entdeckt, die mir ganz und gar nicht aufgefallen war: Zum ersten Mal wird eine „Ostdeutsche“ Ministerin „im Westen“…

So etwas gab es noch nie – eine Ostdeutsche wird Ministerin in einem westdeutschen Bundesland. Johanna Wanka soll das Wissenschaftsressort in Niedersachsen leiten. Die Personalie ist ein Schritt zur Vollendung der inneren Einheit.

ob darin ein weiteres Indiz dafür zu sehen ist, dass sich Herr Wulff etwas „traut“?

Ist es nicht eher so normal wie  „ostdeutsche“ ErzieherInnen, MechanikerInnen, ArbeiterInnen usw. usw. „im Westen“?

Nein, Minister sind was ganz besonderes. Erzieher, Verkäufer, Arbeiter kann jeder.

Und dann noch ein Ossi-minister in der West-CDU ….  die trau’n sich was…!!!!

Wie war das mit Bundeskanzlerin?

Hatten wir schon und haben wir noch…

Komisch, diese Spiegel-Leute!

NACHTRAG II :

Da blicken die von der SZ schon besser durch und sehen das große Stimmvolkpotential, das sich mit einer „türkischen“ Ministerin für die CDU ergibt.

Doch das gewagte Manöver könnte sich auszahlen: Bei den liberal eingestellten Einheimischen kann sich die CDU damit als weltoffen präsentieren, bei den Zuwanderern kann sie sich als neue politische Heimat für Migranten darstellen. Sie zapft damit ein wachsendes Wählerpotential an: Gut vier Millionen Zugewanderte besitzen bereits den deutschen Pass, etwa 600000 von ihnen haben türkische Wurzeln – und jedes Jahr kommen fast 100000 Neudeutsche durch Einbürgerung hinzu. Die Berufung Özkans ist deshalb vor allem ein taktischer Schritt.

(Könnte doch auch für Herrn Rüttgers noch ein kleiner Rettungsanker werden, wenn ich es mir so recht überlege…)

Schön, dass dieser Wulff’sche Schachzug auch in der Türkei  Beachtung und Lob findet:

„Dankeschön Frau Merkel“ titelte das Massenblatt Hürriyet in seiner Deutschland-Ausgabe und ließ die CDU-Vorsitzende hochleben, weil ihre Partei die Deutsch-Türkin Aygül Özkan in Niedersachsen zur Ministerin gemacht hat.  …  …  Der Hürriyet-Bericht lässt sich deshalb auch als Warnung an die SPD lesen, ihrer Zuwanderungspolitik endlich ein Gesicht zu geben. Denn die zweite Schlagzeile zu Aygül Özkan lautet: „Unsere erste Ministerin“.

Das sieht Herr Erdogan vermutlich ganz ähnlich und auch das große Potential, das sich aus diesem „taktischen Schritt“ ergeben könnte…

———————————

*** Einen HAZ_Link habe ich nicht gefunden, aber der tut es sicher auch!

Wer war das? 20. April, 2010

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
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Es passiert Rätselhaftes im Gärtchen…

Kleiner Einschub:

Das Gärtchen ist frühlingshaft grün, narzissengelb, traubenhyazinthen-, veilchen-, bodendeckerblüten-, blausternchenblau und tulpenbunt. Die Sternmagnolie blüht, der Josterbeerenbusch hat viele, viele Blüten, fast alle Fische haben den strengen Winter überlebt – wir hatten lediglich zwei Opfer zu beklagen, soweit bisher be- und erkannt  –  und im Nistkasten an der Eberesche ist reger Nestbaubetrieb durch zwei hübsche kleine Blaumeisen.

Auch diesmal ist es ein Spatz, der mit seinem Spiegelbild hinten an der Mauer  heftig flirtet – jeden Morgen um die gleiche Zeit, und wir fragen uns schon, wann er denn endlich merkt, dass er sich selbst entgegenflattert und  den Hof macht. Der gleiche Spatz wie im letzten Jahr? Vermutlich ist er ein gefiederter Narziss der Neuzeit, der alljährlich im Frühjahr seine Schönheit bejubelt…

Was uns aber rätselhaft erscheint, ist folgender Tatbestand:

Wie berichtet hat eine süße kleine Maus einen Wettkampf mit der dicken Amsel um das beste Futter im schneekalten Winter ausgetragen und ganz offensichtlich Schnee und Eis und Kälte prima überlebt. Jedenfalls spaziert sie am helllichten Tag über die Terrasse, lässt sich auch von uns nicht stören und bereitet sich ganz offensichtlich darauf vor, demnächst in die Familienvergrößerungsphase einzutreten. Nun ist eine Maus auf der Terrasse (hinten in der Kompostecke treiben sich auch noch zwei, drei Mäuse rum!!!) gut zu verkraften, wenn es aber zur Verheiratung mit einer der Kompostmäuse kommt und dann wohlmöglich viele, viele kleine niedliche Mäuse die Terrasse zu ihrem Tummelplatz machen, ist das doch nicht mehr ganz so niedlich, zumal im Sommer die Tür sehr häufig offen steht und man mit der Mäuseinvasion IM Haus rechnen muss. (Im letzten Jahr habe wir eine besonders vorwitzige, hübsche Maus nur mit List und Tücke aus dem Wohnzimmer vertreiben können….!) Was also tun?

Der Familienrat, hauptsächlich bestehend aus mäuseliebender Tochter,  tierliebender Schwiegertochter und mir, beschloss, die kleine Süße auf keinen Fall zu töten, sondern mit einer „Lebendfalle“ zu fangen und im nahen Wald auszusetzen. Also kaufte der liebste Ehemann eine entsprechende Falle (viel teurer als die „normalen“ mit Tötungsmechanismus…), wählte sehr sorgfältig einen Standplatz aus,  damit nicht die eifrigen Meisen hinein gerieten, sicherte ihn mit schweren Steinen, damit die Falle nicht zufällig vom Wind ausgelöst werden könnte oder von einem „wer-auch-immer-Tierchen“.

Zwei Tage lang stand die Falle unbeweglich und unberührt.

Am dritten Morgen schaute ich von oben aus dem Fenster – die Falle war weg!

Da der liebste Ehemann schon sehr früh das Auto zur Werkstatt bringen musste, war ich ganz sicher, dass er die Falle mit der darin sitzenden Maus schon zum Feld- oder Waldrand gebracht hatte!

„Oh,  hast du die Maus schon weggebracht, wie sah sie denn aus?“ fragte ich anstelle eines freundlichen „Guten Morgen!“

„Ich dachte, du hättest die Falle weggenommen!“ war seine verblüffende Antwort.

„Nein, warum sollte ich?“

Eine ausführliche Begehung des Tatorts und eine erweiterte Suche im Gärtchen ergab keinerlei Hinweise auf die Maus in der Falle. Nichts! Gar nichts!!!

Wer also hat die Falle samt der Maus weggeschleppt?

Eine Katze? Wie sollte sie das anstellen, ohne eine Maulsperre zu kriegen? Ein vierbeiniges anderes Tier, das groß genug und stark genug ist, um mit Falle über die Mauer und/oder die Zäune zu gelangen? In den Nachbargärten fand sich die Falle nämlich auch nicht wieder.

Wir spekulieren, dass es ein Raubvogel gewesen sein muss. Obwohl, der muss ziemlich genau gesucht haben, um die Falle zu entdecken…

Eine vorsichtige Anfrage an den Liebsten, ob er möglicherweise in einem Moment der Unkonzentriertheit die Falle vielleicht an einen anderen Ort…  löste umgehend Empörung aus!

Nun machen wir uns Gedanken wie es Frau Maus ergangen sein mag: Ist sie an einem Herzinfarkt infolge der Stresssituation verstorben oder kläglich in der Falle verhungert oder hat der Dieb eine Möglichkeit gefunden, an das eigentliche Objekt der Begierde zu gelangen?

Wir machen uns heftige Vorwürfe, ehrlich!

Obwohl ja unser eigentliches Ziel erreicht und das Mäuschen nun an einem anderen Ort ist…

Nur eine Lebendfalle werden wir ganz bestimmt nicht mehr aufstellen, der Unsicherheitsfaktor ist zu groß!

Wir vertrauen in Zukunft auf die Katzen im Ort …

Eine Buchempfehlung wie eine Liebeserklärung… 14. April, 2010

Posted by Rika in israel, lesen.
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Es gibt so viele deprimierende Berichte über dieses kleine  faszinierende Land im Nahen Osten, dass man schon gar nicht mehr mitzählen kann.  Es gibt so wenige Berichte über dieses Land  in den etablierten deutschen TV-Anstalten, Zeitungen und Magazinen, die eine wie mich nicht mit ohnmächtiger Wut erfüllen!

In den meisten „Reportagen“ und „Dokumentationen“ wird so viel gelogen, verdreht, vertuscht, verheimlicht, verfälscht und mit Schuldzuweisungen gegen Staat und Bürger gearbeitet, dass man, wäre es Pinocchio, der das berichtet, auf seiner Nase bis zum Mond spazieren könnte.

Über eine Ausnahme, ja geradezu DIE Ausnahme“Erscheinung“ unter den vielen nichtssagenden und trotzdem verlogenen Berichterstattern liest man bei   Gudrun Eussner

Ulrich Sahm ist die Ausnahmeerscheinung. Er hat ein neues Buch geschrieben:

„ALLTAG IM GELOBTEN LAND“

Gudrun Eussner beginnt ihre überaus lesenswerte Rezension mit den Worten:

Am 21. April wird der Autor des Buches 60 Jahre, 40 davon lebt er in Israel.

Ein Zufall ist sein Lebensweg nicht.

…  und beendet sie mit:

Herzlichen Glückwunsch zum 60. Geburtstag, Ulrich Sahm! (10)

Gudrun Eussner
14. April 2010

Den Glückwünschen schließe ich mich gerne an, nicht ohne einen Dank auszusprechen an die Rezensentin, die nicht nur Lust auf ein großartiges Buch macht!

Danke!

Kontrapunkt II 13. April, 2010

Posted by Rika in israel, judentum, meditatives.
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Wenn die Sirenen in Israel überall gleichzeitig heulen und das Leben still steht…

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Ruth schreibt sehr persönlich über den gestrigen Shoahgedenktag

Erinnern an 6 Millionen ermordete europäische Juden.

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Anklage gegen den Papst – 13. April, 2010

Posted by Rika in Allgemein.
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Was man zunächst für puren Aktionismus halten mochte, die    Forderung Richard Dawkins nämlich, den Papst wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor einem britischen Gericht anzuklagen, hat doch einen wesentlich ernsteren Charakter, wie der Bericht bei faz.net zeigt, der deutlich seriöser über Tatbestand und Hintergründe berichtet als der Artikel bei  SPON vor drei Tagen, den ich ja meiner Glosse „Steckt den Papst in den Knast“ zugrunde legte.

Ich werde einige Passagen des FAZ – Artikels von Patrick Bahners unkommentiert hier einstellen:

„…. wurde in London der juristische Versuch vorbereitet, den Nachfolger von Pius XII. während seines Besuches in Großbritannien im September festnehmen zu lassen. Am Sonntag teilten der Biologe Richard Dawkins und der Journalist Christopher Hitchens in der „Sunday Times“ mit, sie hätten den Rechtsanwalt Geoffrey Robertson mit der Ausarbeitung einer entsprechenden Eingabe an die englischen Strafverfolgungsbehörden beauftragt. Robertson hatte am Karfreitag im „Guardian“ einen Artikel mit der Überschrift „Setzt den Papst auf die Anklagebank!“ veröffentlicht.

Es scheint nahezuliegen, die Drohung von Dawkins und Hitchens als die neueste Scharade jener atheistischen Propaganda abzutun, die ihren Gegner auch mit karnevalistischen Knalleffekten verächtlich machen will. Aber die Beteiligung von Robertson, der Dawkins und Hitchens vielleicht erst auf ihre Idee gebracht hat, nötigt dazu, die Sache ernstzunehmen.

Robertson sieht in der Duldung und Förderung des Kindesmissbrauchs ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit gemäß dem heute geltenden Völkerrecht. Es könne nach dem Prinzip der universalen Jurisdiktion, der Zuständigkeit jedes Gerichts für schlimmste Verbrechen, auch von der britischen Justiz verfolgt werden.

In der schon von der Justiz der Vereinigten Staaten erörterten Frage, ob der Papst als Staatsoberhaupt vor Strafverfolgung geschützt sei, vertritt Robertson die These, der Vatikan, Beobachter, nicht Mitglied der Vereinten Nationen, sei gar kein Staat. Er geht nicht auf die Frage ein, ob eine analoge Anwendung des Staatenimmunitätsprinzips den Papst nicht schon als nichtstaatliches Völkerrechtssubjekt schütze.

Es ist ein bedeutendes Faktum in der Geschichte der Weltmeinung, dass einer der angesehensten Juristen Großbritanniens, einer der Schutzmächte der weltweiten rule of law, in der klassischen Zeitung des englischen Liberalismus die Forderung erhebt, dem Papst solle der Prozess gemacht werden, und ihn auf eine Stufe mit einem Diktator und Völkermörder stellt.

Die normative Konsequenz aus diesem Geschichtsbild ist, dass Robertson den Papst wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit anklagen will, also eine Kategorie von Delikten bemüht, die durch die Nürnberger Prozesse Eingang ins Völkerrecht gefunden hat. Um den Papst als Mittäter und Anstifter der Vergewaltigung von Kindern verurteilen zu können, muss man die hierarchische Struktur der Papstkirche als Kopie beziehungsweise Vorbild der totalitären Parteien deuten: Bei jedem Unrechtsakt ist eine allerhöchste Anordnung zu unterstellen.

Der Verfassungsrichter Udo di Fabio hat in einem Beitrag für diese Zeitung darauf aufmerksam gemacht, dass in der Erregung der Missbrauchsdebatte Tonfälle der finstersten kulturkämpferischen Vergangenheit wiederkehren. Die Kirche wird als globaler Kinderschänderring hingestellt, alle pastoralen und kriminologischen Fehleinschätzungen werden aus einer römischen Verschwörung zum Schutz der Ehre des Klerus erklärt. Um den Nachweis persönlicher Verantwortlichkeit geht es den Bezichtigern nicht. Richard Dawkins hat schon in seinem Bestseller gegen den „Gotteswahn“ die Religion überhaupt als Kindesmissbrauch denunziert.

Geoffrey Robertson hat ein Buch über den Prozess gegen Karl I. geschrieben. Als Tyrannen richteten die Engländer ihren König hin – und als vermeintlichen Papisten.

möglicherweise hatte man im Vatikan Robertsons Artikel gelesen. Er ist ein Akt der moralischen Aggression, vergleichbar der Absetzung Papst Gregors VII. durch Kaiser Heinrich IV. und dem Anschlag der Ritter König Heinrichs II. auf Erzbischof Thomas Becket im Dom von Canterbury.“

Es geht NICHT UM DIE OPFER!

NICHT UM AUFKLÄRUNG!

NICHT UM WIEDERGUTMACHUNG UND BESTRAFUNG!

Es geht GEGEN das „System Kirche“ und um eine Möglichkeit der Abrechnung mit dem Katholizismus.