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Kontrapunkt II 13. April, 2010

Posted by Rika in israel, judentum, meditatives.
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Wenn die Sirenen in Israel überall gleichzeitig heulen und das Leben still steht…

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Ruth schreibt sehr persönlich über den gestrigen Shoahgedenktag

Erinnern an 6 Millionen ermordete europäische Juden.

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Anklage gegen den Papst – 13. April, 2010

Posted by Rika in Allgemein.
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Was man zunächst für puren Aktionismus halten mochte, die    Forderung Richard Dawkins nämlich, den Papst wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor einem britischen Gericht anzuklagen, hat doch einen wesentlich ernsteren Charakter, wie der Bericht bei faz.net zeigt, der deutlich seriöser über Tatbestand und Hintergründe berichtet als der Artikel bei  SPON vor drei Tagen, den ich ja meiner Glosse „Steckt den Papst in den Knast“ zugrunde legte.

Ich werde einige Passagen des FAZ – Artikels von Patrick Bahners unkommentiert hier einstellen:

„…. wurde in London der juristische Versuch vorbereitet, den Nachfolger von Pius XII. während seines Besuches in Großbritannien im September festnehmen zu lassen. Am Sonntag teilten der Biologe Richard Dawkins und der Journalist Christopher Hitchens in der „Sunday Times“ mit, sie hätten den Rechtsanwalt Geoffrey Robertson mit der Ausarbeitung einer entsprechenden Eingabe an die englischen Strafverfolgungsbehörden beauftragt. Robertson hatte am Karfreitag im „Guardian“ einen Artikel mit der Überschrift „Setzt den Papst auf die Anklagebank!“ veröffentlicht.

Es scheint nahezuliegen, die Drohung von Dawkins und Hitchens als die neueste Scharade jener atheistischen Propaganda abzutun, die ihren Gegner auch mit karnevalistischen Knalleffekten verächtlich machen will. Aber die Beteiligung von Robertson, der Dawkins und Hitchens vielleicht erst auf ihre Idee gebracht hat, nötigt dazu, die Sache ernstzunehmen.

Robertson sieht in der Duldung und Förderung des Kindesmissbrauchs ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit gemäß dem heute geltenden Völkerrecht. Es könne nach dem Prinzip der universalen Jurisdiktion, der Zuständigkeit jedes Gerichts für schlimmste Verbrechen, auch von der britischen Justiz verfolgt werden.

In der schon von der Justiz der Vereinigten Staaten erörterten Frage, ob der Papst als Staatsoberhaupt vor Strafverfolgung geschützt sei, vertritt Robertson die These, der Vatikan, Beobachter, nicht Mitglied der Vereinten Nationen, sei gar kein Staat. Er geht nicht auf die Frage ein, ob eine analoge Anwendung des Staatenimmunitätsprinzips den Papst nicht schon als nichtstaatliches Völkerrechtssubjekt schütze.

Es ist ein bedeutendes Faktum in der Geschichte der Weltmeinung, dass einer der angesehensten Juristen Großbritanniens, einer der Schutzmächte der weltweiten rule of law, in der klassischen Zeitung des englischen Liberalismus die Forderung erhebt, dem Papst solle der Prozess gemacht werden, und ihn auf eine Stufe mit einem Diktator und Völkermörder stellt.

Die normative Konsequenz aus diesem Geschichtsbild ist, dass Robertson den Papst wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit anklagen will, also eine Kategorie von Delikten bemüht, die durch die Nürnberger Prozesse Eingang ins Völkerrecht gefunden hat. Um den Papst als Mittäter und Anstifter der Vergewaltigung von Kindern verurteilen zu können, muss man die hierarchische Struktur der Papstkirche als Kopie beziehungsweise Vorbild der totalitären Parteien deuten: Bei jedem Unrechtsakt ist eine allerhöchste Anordnung zu unterstellen.

Der Verfassungsrichter Udo di Fabio hat in einem Beitrag für diese Zeitung darauf aufmerksam gemacht, dass in der Erregung der Missbrauchsdebatte Tonfälle der finstersten kulturkämpferischen Vergangenheit wiederkehren. Die Kirche wird als globaler Kinderschänderring hingestellt, alle pastoralen und kriminologischen Fehleinschätzungen werden aus einer römischen Verschwörung zum Schutz der Ehre des Klerus erklärt. Um den Nachweis persönlicher Verantwortlichkeit geht es den Bezichtigern nicht. Richard Dawkins hat schon in seinem Bestseller gegen den „Gotteswahn“ die Religion überhaupt als Kindesmissbrauch denunziert.

Geoffrey Robertson hat ein Buch über den Prozess gegen Karl I. geschrieben. Als Tyrannen richteten die Engländer ihren König hin – und als vermeintlichen Papisten.

möglicherweise hatte man im Vatikan Robertsons Artikel gelesen. Er ist ein Akt der moralischen Aggression, vergleichbar der Absetzung Papst Gregors VII. durch Kaiser Heinrich IV. und dem Anschlag der Ritter König Heinrichs II. auf Erzbischof Thomas Becket im Dom von Canterbury.“

Es geht NICHT UM DIE OPFER!

NICHT UM AUFKLÄRUNG!

NICHT UM WIEDERGUTMACHUNG UND BESTRAFUNG!

Es geht GEGEN das „System Kirche“ und um eine Möglichkeit der Abrechnung mit dem Katholizismus.

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