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Das kriegt man in deutschen Zeitungen selten zu lesen: 27. April, 2010

Posted by Rika in israel, meine persönliche presseschau.
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Und deshalb stelle ich hier den Link zu einem bemerkenswerten Artikel ein, der sich mit den „Nebenwirkungen“ der Obama’schen „Atomwaffen, nein DANKE!-Politik“ befasst und, man höre und staune, ausnahmsweise einmal nicht ISRAEL für die Bedrohung des Weltfriedens verantwortlich macht!

Dass Barack Obama die Vision einer atomwaffenfreien Welt zu einer zentralen Leitlinie seiner Außenpolitik gemacht hat, wirkt auf manchen weltpolitischen Akteur wie eine Einladung, lange bewährte internationale Sicherheitsstrukturen in Frage zu stellen. Namentlich im Nahen Osten versuchen arabische Staaten und neuerdings auch die Türkei, vor allem aber das iranische Regime, die Gunst der Stunde zu nutzen, um Israels – uneingestandene – Atombewaffnung anzuprangern und sie als die eigentliche Quelle der Unsicherheit in der Region hinzustellen. Von Israelhassern in aller Welt wird diese Idee dankbar aufgegriffen.

…  und nun das große ABER:

Bei dieser Debatte handelt es sich jedoch um ein teils verlogenes, teils gezielt propagandistisch motiviertes Ablenkungsmanöver von den wirklichen Intentionen, die Teheran mit der Forcierung seines Atomprogramms verfolgt. Von den nuklearen Ambitionen des Irans sind die führenden arabischen Mächte in Wirklichkeit nämlich nicht weniger alarmiert als Israel selbst. … …
Die arabischen Führer wissen nur zu gut, dass Israel mit seinem atomaren Arsenal keine expansiven Absichten verfolgen kann. Denn selbst wenn der kaum denkbare Fall eintreten würde, dass in Jerusalem ein wahnsinniger israelischer Führer die Macht ergreifen würde, der ägyptisches, saudisches oder jordanisches Territorium erobern wollte, wüssten sich die arabischen Staaten durch ihre strategische Allianz mit den Vereinigten Staaten vor solchen Absichten effektiv geschützt. (In der Hinterhand steht zudem noch die Atommacht Russland.).

… und weiter die interessante und eigentlich schon längst bekannte Tatsache:

Das Territorium Israels ist etwa so groß wie das Hessens. Mit seiner Bevölkerung von knapp 7,5 Millionen Einwohnern (davon 20 Prozent Araber) kann Israel niemals zu einer expansiven Großmacht werden, selbst wenn es das wollte.

….. und auch dieses Argument ist hinreichend belegt, bekannt und gut begründet:

Seit seiner Staatsgründung 1948 hatte sich Israel bis 1973 vier Mal in kriegerischen Auseinandersetzungen gegen eine Übermacht arabischer Staaten verteidigen müssen. Mit seiner stillschweigenden Atombewaffnung aber hat es die Möglichkeit weiterer arabischer Angriffskriege nachhaltig ausgeschaltet. Davon profitierten nicht zuletzt die arabischen Regimes, fiel doch damit der Druck weg, zu immer neuen militärischen Anläufen zwecks Zerschlagung des „zionistischen Staats“ zu rüsten. Namentlich die Herrscherschichten in den arabischen Ölstaaten konnten sich so ganz der Mehrung ihres märchenhaften Reichtums widmen.

… eigentlich kann man auch dieser Aussage nichts mehr hinzufügen:

Jeder weiß, dass nicht Israels Rüstungsarsenal – und auch nicht seine Siedlungspolitik – das entscheidende Hindernis auf diesem Weg ist. Vielmehr ist die Gründung eines Palästinenserstaates so lange unmöglich, wie Gaza in der Hand der Hamas ist, die jede Einigung mit Israel ablehnt und die Herrschaft der alten Fatah-Riege in der Palästinensischen Autonomiebehörde militant in Frage stellt. Wie doppelzüngig deren Politik ist, zeigt unter anderem die Tatsache, dass sie Israel wegen der Absperrung des Gazastreifens geißelt, aber unter den Tisch fallen lässt, dass auch Ägypten die Grenze zu „Hamastan“ unerbittlich abgeriegelt hat.

… und so schließe ich mich auch dem Fazit des Artikels an,

Im Fall Israels und des Iran bedeutet dies: Über das israelische Atomarsenal soll und darf erst geredet werden, wenn alle Staaten in der Region das Existenzrecht Israels völkerrechtlich verbindlich anerkannt haben und die territoriale Sicherheit des jüdischen Staates international garantiert ist. Alles andere würde die Sicherheit in der Region nicht vergrößern, sondern diverse Akteure in Versuchung führen, erneut über die Möglichkeit einer kriegerischer Aggression gegen Israel nachzudenken.Die iranische Atomrüstung hingegen stellt eine sicherheitspolitische Bedrohung ersten Ranges für die gesamte Region dar. Sie muss im Interesse aller unverzüglich gestoppt werden.

…den vollständig zu lesen ich hiermit ausdrücklich empfehle!

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1. yael1 - 29. April, 2010

N-TV – Freitag, 13. April 2007 – Israel aus der Karte gefallen
Die EKD bedauert

Ein Artikel von Ulrich W. Sahm zu einer Israelkarte ist bei der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) auf Kritik gestoßen. Wir haben den Bericht zur Landkarte daraufhin vorübergehend offline genommen, um die Fragen zu klären. Nach Rücksprache mit dem Pressesprecher der EKD, Christof Vetter, haben wir uns dann entschlossen, die in einer E-Mail an n-tv enthaltenen Argumente leicht gekürzt hier zu veröffentlichen. Vorab der von der EKD kritisierte Artikel:
„Auf einer Nahost-Landkarte, von EKD-Bischof Wolfgang Huber bei einer Pressekonferenz in Jerusalem an Journalisten ausgeteilt, sind Libanon, Syrien, Jordanien und ein Staat namens ‚Sinai‘ eingetragen. Ebenso gibt es da einen Gazastreifen, eine Westbank und ‚von Israel besetzte‘ Golanhöhen. Nur ein Staat mit Städten wie Tel Aviv, Rischon Lezion und Haifa, hat keinen eigenen Namen! Das entspricht offiziellen palästinensischen oder arabischen Landkarten auf denen auch nur die Umrisse eines namenlosen Staates erkennbar sind. Erstaunlicherweise bereisen die deutschen evangelischen Bischöfe zurzeit einen Staat, der nicht einmal auf der von ihnen selber verteilten Landkarte existiert: Israel.
Auf Anfrage sagte der überraschte Pressesprecher der EKD, Christof Vetter, ‚dass doch die Grenzen Israels in der Landkarte eingezeichnet‘ seien. Jedoch erneut danach befragt, wieso denn der Name des Staates Israel fehle, während die Namen der Nachbarländer mit fetten Buchstaben abgebildet seien, erklärte Vetter: ‚Möglicherweise ist der Name Israels bei Fotokopieren der Karte herausgefallen.‘ In jedem Fall so der Sprecher sei dieser Fehler nicht beabsichtigt gewesen.“

Kritik von der EKD

Am Freitagmorgen schrieb der Sprecher der EKD, Oberkirchenrat Christof Vetter, einen Brief an die Chefredaktion von n-tv:
„Erstaunt war ich heute Vormittag, als ich auf Ihrem Internetauftritt die Website ‚Israel aus der Karte gefallen‘ entdeckte. Mich beunruhigt, dass ein Nachrichtensender so tendenziös von der Reise des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) berichtet. Es stimmt, dass bei der Pressekonferenz in Jerusalem die genannte Karte verteilt wurde. In der Gesamtheit der bei der Pressekonferenz verteilten Unterlagen war die Karte unschwer als Israelkarte zu erkennen, da das Thema der Pressekonferenz ja die Ratsreise nach Israel und ins Heilige Land war. Dass auf einer Israelkarte – und nichts anderes zeigt die Karte – der Gegenstand nicht noch einmal genannt wird, ist auch bei anderen Staaten und Ländern in Karten üblich.
Dagegen ist die Behauptung, dass ich mich, ob der vorgetragenen Anfrage, überrascht gezeigt habe, eine in nichts begründete Wertung… Als die Frage nach der Karte mir gestellt wurde, sagte ich, dass ich mir die Karte zuerst vor Augen führen müsse, um antworten zu können. Daraus auf ‚Überraschung‘ zu schließen, scheint mir unbegründet.
Nicht berichtet wird auf der Website, dass der Ratsvorsitzende mehrmals in der Pressekonferenz betont hat, dass die evangelische Kirche allen Versuchen und Äußerungen, die das Existenzrecht Israels bestreiten, entschieden entgegen getreten ist und weiterhin entgegen treten werde. Mir stellt sich die Frage, ob dies bei n-tv auch wahrgenommen wird.
Insgesamt veröffentlichen Sie – und dies nicht zum ersten Mal – eine tendenziöse Berichterstattung über die Reise der EKD nach Israel. Mir drängt sich die Überlegung auf, ob auch die sonstige Berichterstattung von solchen Tendenzen geprägt ist? Der Bericht auf der genannten Website gibt auf jeden Fall die Wirklichkeit und die in Israel bei allen Gesprächen geäußerte Einstellung des Rates der EKD nicht einmal in Ansätzen wieder. Ich bitte Sie, dies von Ihrem Internet-Auftritt zu entfernen.
Mit freundlichen Grüßen
Christof Vetter
(Oberkirchenrat)

Erwiderung von Ulrich W. Sahm

„Nachdem bei der Israel-Fahrt der katholischen Bischöfe ein paar unvorsichtige Sprüche deren ganzen Besuch überschattet hatten, durfte wohl ein besonders umsichtiges Vorgehen der EKD erwartet werden. Umso erstaunter waren wir, nur wenige Tage vor deren Abreise einen Leitartikel auf der EKD-Website zufällig zu entdecken, der von angesehenen Theologen wie Hans Maaß und Ekkehard Stegemann als ‚böswillige Geschichtsklitterung‘ bezeichnet wurde. Mehrere befragte Theologen sahen darin das Volk der Juden als ‚Gottesmörder‘ darstellt.
Es gehört zu unserer Journalistenpflicht, derartiges zu vermelden und betrachten das nicht als ‚tendenziöse Berichterstattung‘. Allerdings war es ebenso unsere journalistische Pflicht, die Entschuldigung von Bischof Wolfgang Huber zu veröffentlichen. Gleiches gilt für die Landkarte ohne den Namen ‚Israel‘. Der EKD sollte bekannt sein, dass das Fehlen von ‚Israel‘ auf arabischen Landkarten, in palästinensischen Schulbüchern, auf Internetseiten der Weltbank und einst sogar auf Karten der Lufthansa regelmäßig zu weltweiten Schlagzeilen führt und keineswegs nur bei Israelis Empörung hervorruft.
Wir haben zu keinem Zeitpunkt der EKD unterstellt, dass sie das Existenzrecht Israels in Frage stelle. Gleichwohl stellt diese Landkarte eine Panne dar, die bei einer bedeutenden deutschen Kirche, noch dazu während eines Besuches in Israel, nicht hätte passieren dürfen.“


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