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Wer malt den schönsten Propheten 11. Mai, 2010

Posted by Rika in aus meinem kramladen, islam.
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Habe ich Angst – und wenn ja, vor wem oder was?

Flüchte ich mich in Ausreden?

Und könnte ich  mein Zögern  „Achtung vor den Andersgläubigen“ nennen?  Oder konkret auch,  Achtung vor mir bekannten Muslimen, deren Gefühle ich nicht verletzen will? Und würde es ihre religiösen Gefühle verletzen oder doch mehr ihre Gefühle von Vertrauen und Freundlichkeit mir gegenüber?

Das geht mir auch durch den Kopf während ich überlege, ob ich es wagen soll, eine Kampagne anzuzetteln, die die Blogger, die sich mit den diversen Aspekten des großen Themas „Islam“ beschäftigen, dazu aufruft, den „schönsten“  Propheten zu malen. Und noch während ich das schreibe stockt der eilige Fingerfluss auf der Tastatur. Warum schreibe  ich nicht gleich „Mohammed“?  Bin ich schon infiziert mit dem Virus der Bedenkenträgerei? Was wäre wenn und darf man das und kann man das machen und was könnte mir, Rika, ganz persönlich passieren, wenn ich so einen Aufruf in die Welt setze?

Was aber ist meine eigentliche Motivation?

Angeregt – das ist sicher – wurde ich aktuell durch eine Nachricht bei weltonline, die besagt, dass der schwedische Künstler Lars Viks bei einer Attacke  während einer Vorlesung angegriffen und verletzt wurde. Lars Viks hatte vor Jahren in einer Karrikatur Mohammed als Hund dargestellt und erhält seit der Zeit Morddrohungen.

Ganz ähnlich ergeht es einem anderen bekannten Zeichner, der es gewagt hat, ein Phantasiebild des  großen Propheten mit Bombenturban zu zeigen.

Es ist sicher nicht die feine englische Art, eine historische Person als Hund darzustellen.   Und Bombenturbane sind wenig schmeichelhaft,   allerdings ist ihre Darstellung  ein nicht unbegründeter  Hinweis auf die blutige Spur des Terrors, die einige fanatische  Anhänger des Propheten zu ziehen belieben.

Andererseits ist es heutzutage auch ganz schick, christliche Persönlichkeiten zu karikieren, christliche Symbole zu verhohnepipeln oder   „zweckentfremdet“   zu missbrauchen,  indem man beispielsweise die  Kreuzigungsszene mit einem Frosch oder  Schwein nachstellt.   Gern wird  Jesus wahlweise als Frauen- oder Männerliebling kolpotiert und ansonsten sich herzlich wenig um Hölle, Tod und Teufel gekümmert.

Gibt es einen hör- und sichtbaren Sturm der Entrüstung der  Christen, werden Morddrohungen ausgesprochen und sogar in die Tat umgesetzt? Und würde man nicht, gäbe es tatsächlich eine Welle der Empörung, diese wieder als Zeichen fundamentalistischer Verbohrtheit und Borniertheit öffentlich geißeln?

Ganz anders, aber nicht weniger schockierend im Ergebnis,  ist die Plakataktion, die ein „Freund des palästinensischen Volkes“   am Hohen Dom zu Köln veranstaltet: das eindeutig antisemitische Motiv eines ein Plästinenser-Kind verspeisenden Juden wird selbst von der Staatsanwaltschaft der Stadt Köln als politische Aktion und Zeichen der Solidarität mit dem Freiheitskampf besagter Palästinenser gegen Israel angesehen und erfüllt darum nicht den Straftatbestand antisemitischer Volksverhetzung.

Gibt es einen hör- und sichtbaren Sturm der Entrüstung der Juden, werden Morddrohungen ausgesprochen und sogar in die Tat umgesetzt und müssen die Kölner „Freiheit-für Palästina-Kämpfer“ um ihr Leben fürchten oder werden sie unter Polizeischutz gestellt?

Ist es nicht vielmehr so, dass jüdische Einrichtungen immer noch oder schon wieder von der Polizei geschützt werden MÜSSEN – und nicht mehr „NUR“ der neuen Nazis wegen?

Und ich? Was mache ich?

Verteidige ich die Freiheit der Kunst oder der Meinungsmache oder der Gedanken oder der Religion oder meine ganz private Freiheit, das zu sagen, zu schreiben und zu malen, was ich will?

Oder will ich mein Mütchen kühlen zu Lasten anderer, zeigen, wie toll und unerschrocken ich bin und das ich mich einsetze für meine Überzeugungen und die Werte, die mir wichtig sind? Bin ich inzwischen vollkommen ins Lager der Islamophoben gewechselt – und will es nur nicht wahrhaben?

Und was ist  ein höherer Wert, die Eigenheiten einer Religion zu achten oder für die Freiheit einzutreten, ausnahmslos  jede Religion auf den Prüfstand zu stellen, einschließlich ihrer wichtigsten Protagonisten und das auch mit manchmal äußerst provokanten Mitteln der Kunst, der Satire, des Films oder einfach nur durch eine gut recherchierte Story in der Zeitung?

Im Nachdenken darüber fiel mir  die Aktion ein, mit der  vor allem junge Christen mehr Achtsamkeit im Umgang mit Problemen, Fragen oder Schwierigkeiten einüben wollten, gerade im Hinblick auf die Grundlagen christlichen Glaubens:   WwJd –  What would Jesus do?

Und auch:

„Du sollst dir kein Bildnis machen“

Es ist das Gebot, das uns davor schützen soll, uns unsere eigenen Bilder  und  Vorstellungen von Gott zu machen und ihn auf diese unsere Vorstellungen festzulegen. Aber auch die im Judentum  immer noch geübte Praxis , keinerlei bildliche Darstellungen Gottes anzufertigen, geht auf das Gebot zurück.

Auch die meisten der freikirchlichen Gemeinden halten sich  an das „du sollst dir kein Bildnis machen“, man wird z.B.  in Baptistengemeinden keine Heiligenbilder  – wie in der katholischen Kirche üblich –  oder Darstellungen Gottes oder Jesu finden. (Allerdings finden sich z.B. oftmals in  Kinderbibeln oder zusammenfassenden Erzählungen  biblischer Geschichten auch bildliche Darstellungen von Jesus und von vielen “ biblischen Persönlichkeiten“, bspw. Abraham, Isaak und Jakob, Mose und Aaron, David und Jonathan, Ruth, Jona [der mit dem Fisch], um nur einige zu nennen  und aus dem Neuen Testament Darstellungen der Jünger und Apostel, der Maria oder des blinden Bartimäus z.B.)

Aus dieser  Tradition heraus  und verbunden mit einer gottesfürchtigen Haltung kann ich  Muslime sogar verstehen, die das Bilderverbot ernst nehmen,  aber dass sie es so vehement verteidigen, dass sie dafür zum Mord aufrufen und auch einen Mord begehen würden, das sprengt jeglichen Rahmen von Verständnis oder Zugeständnis.  Der Zorn und die Gewalt, mit der sie gegen diejenigen vorgehen, die sich nicht an das Verbot halten,  hat meiner Ansicht nach wenig oder  nichts mit Gottes Geboten,  Gottesfurcht oder Gottesverehrung zu tun.

Und schon gar nicht, wenn es sich um das Bildnis eines Menschen handelt, denn nichts anderes war Mohammed. Mensch! Es war nicht  Gott, nicht Gott gleich, nicht einmal ein Engel. Und glaubt man den Überlieferungen, war er auch ein ziemlich übler Zeitgenosse und gewalttätiger Mensch.   Warum sollte man so einen ganz normalen Menschen im Zeitalter der Bilder und Filme nicht symbolisch darstellen, malen oder zeichnen, werden doch im Islam auch andere „großartige“  wie  normale Menschen auf Fotos verewigt und veröffentlicht:  Mullahs, Scheichs, Präsidenten – solche, die sich dafür halten, wie der verstorbenen Chef der PLO, der wenig ehrenwerte Arafat  und auch solche von aussgesprochenen Terrorstaaten   -,     Kinder in Kampfanzügen der Hamas und so große Persönlichkeiten wie der Hisbollah-FÜHRER Nasrallah oder der Präsident des Iran, Mr. Ahamadinedschad.

WwJd?   What would Jesus do?

Er würde vermutlich nicht zu einem Mohammed-Malwettbewerb aufrufen. Er würde vielleicht, wie er es so häufig gemacht hat, sich Zeit nehmen und mit den Leuten reden, ihnen erklären, dass das Bilderverbot seine Berechtigung hat, aber es nicht angeht, das Verbot mit Hilfe von Mord und Morddrohungen durchzusetzen.

Das Neue Testament berichtet in einer Geschichte von einem besonderen Bildnis.   Das Bildnis zierte die (staatlichen) Münzen der damaligen Zeit und Jesus wurde gefragt, ob man mit so einer Münze die Tempelsteuer entrichten könnte. Wir können davon ausgehen, dass die Münze den Kopf des regierenden römischen Herrschers zeigte und  ganz sicher  war es für ihn, Jesus, wie für alle  Juden seiner Zeit, undenkbar, ausgerechnet  mit so  einer  Münze im Tempel von Jerusalem die übliche Tempelsteuer zu entrichten.

„Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist und Gott, was Gottes ist!“  so übersetzte Luther einst die berühmten Worte Jesu an diejenigen, die ihn gefragt hatten.  (Nachzulesen im Matthäus-Evangelium, Kap. 22,15 -22)

Ich maße mir nicht an, Jesu damalige Worte auf die Gegenwart zu münzen oder ihm Aussagen in den Mund zu legen, die er so nicht getroffen hat.

Aber ich könnte  – durch den biblischen Bericht angeregt  –  an die Adresse der Muslime gerichtet sagen:  In euren Moscheen könnt ihr es so halten, wie es das Verbot besagt und ihr könnt auch eure Kinder dazu anhalten, das Bilderverbot zu befolgen.  Aber im christlich geprägten Europa gelten (vor allem außerhalb der Moscheen)  die Gesetze des Staates in dem ihr lebt. Und in einem nichtmuslimischen Staat ist die Meinungs-, Kunst- und Pressefreiheit ein hohes Gut, das auch ihr zu achten habt, selbst wenn es eure religiösen Vorstellungen berührt.

Niemand zwingt euch, das Bilderverbot zu missachten, aber zwingt niemanden der Andersgläubigen  unter euer Gesetz des Korans!     Das gilt auch für alle, die über Inhalte des Koran frei und öffentlich diskutieren wollen und es gilt auch für Filmschaffende und Künstler, Schriftsteller und Karikaturisten und sogar für Leute, die  sich einfach nur  die Freiheit nehmen wollen, ein Bild zu kritzeln …

Zu einem  Malwettbewerb werde ich nicht aufrufen, weil ich die Gefühle muslimischer Menschen achten will.

Aber ich will die Freiheit verteidigen, einen Malwettbewerb ausrufen zu können !

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Kommentare»

1. Rika - 22. Mai, 2010

Kann man sich „SO“ eine Demonstration gegen die Religion des Friedens und „SO“ einen Umgang mit ihren wichtigsten Symbolen vorstellen?
http://www.pi-news.net/2010/05/video-pruegelnonne-und-peniskruzifix-in-muenchen/#more-137194

2. Aufruf zur Antikriegsdemonstration zum Qudstag am Samstag, den 4. September 2010 - 29. August, 2010

Aufruf zur Antikriegsdemonstration zum Qudstag
am Samstag, den 4. September 2010

Treffpunkt: 14.30 Uhr am Adenauerplatz
Wegstrecke ab 15.00 Uhr: über Kudamm, Joachimstaler Strasse, Kantstrasse bis Savigny-Platz (Abschlusskundgebung)

Der Weltkrieg ist voll im Gange, was nun?

den neuen Teil des dritten Weltkrieges gegen den Iran verhindern und die laufenden Teilkriege beenden!
Terror und Gewalt stoppen, Vertrauen und Frieden verbreiten!
Hass und Feindschaft bekämpfen, Vernunft sprechen lassen!
Die kriegstreibenden Politiker/innen abwählen. Die Demokratie retten!
Vor allem Millionen Menschenleben retten!

Die Antikriegsdemonstration am Qudstag ist der Marsch für den Frieden. Die „Herren der Welt“ suchen anscheinend, nach alten Rezepten aus denm 20. Jahrhundert, den Ausweg aus der selbstverschuldeten Krise in dem Krieg. Die Vernunft sagt uns, dass die Wirtschaft dem Wohlstand und das Militär der Sicherheit für die Menschen dienen soll. Aber wenige tausend unter uns 6,5 Miliarden Menschen verfügen unberechtigter Weise über den größten Teil der materiellen Macht.
Seien es Politiker, Staatsmänner u. Staatsfrauen oder die Mächtigen der Wirtschaft. Sie scheinen fest entschlossen, schrittweise einen dritten Weltkrieg mit Millionen von Toten und weiteren verheerenden Folgen zu führen.
Ein Krieg, der schon 2001 begann und ettapenweise fortgeführt wird. Afghanistan, Irak, Libanon, Palästina, Pakistan, Jemen, Sudan und nun Iran.
Was für ein Zufall, dass alle Teilkriege vom Westen, also von den „freiheitlich demokratischen“ Staaten und ihrem Vorposten in der islamischen Welt, nämlich von Israel, ausgehen. Wiederum rein zufällig wird Krieg gegen die islamischen Länder geführt! Sind wir schon bei der Inszinierung der „Clash of civilizations“?
Oder befinden wir uns bereits mitten in den neuen, modernen Kreuzzügen? Dabei ist eins sicher: der erste Verlierer des dritten Weltkrieges ist die Demokratie, die dem blutigen Wahnsinn der Mächtigen geopfert wird.
Wir dürfen unser eigenes Schicksal und das der gesamten Menschheit nicht den bösen Kriegstreibern überlassen!
Aus diesem Grunde appelieren wir an alle Buergerinnen, sofern sie noch bei gesundem Menschenverstand sind und nicht von den Medien verzaubert wurden,
an der diesjährigen Qudsdemonstrationen in Berlin teilzunehmen

3. Rika - 29. August, 2010

Ich will den Kommentar nicht löschen, sondern sehr entschieden GEGEN eine Teilnahme am Qudstag aufrufen, waren die Demonstrationen in der Vergangenheit doch unsägliche Demonstrationen vor allem gegen Israel bei denen zur Israels Vernichtung aufgerufen wurde.

Auch die diesjährige „Einladung“ zum Qudstag weist das übliche Schema auf, wie in diesem Satz deutlich wird:
„Was für ein Zufall, dass alle Teilkriege vom Westen, also von den „freiheitlich demokratischen“ Staaten und ihrem Vorposten in der islamischen Welt, nämlich von Israel, ausgehen.“

Es geht nicht um Frieden für die Welt oder für die Abschaffung aller Kriege bei der Al-Quds-Demonstration, wie es uns die Inititative weismachen will, es geht einzig und allein darum, Israel an den Pranger zu stellen.

DARUM MEINE AUFFORDERUNG:

BITTE FOLGT FOLGENDEM AUFRUF:

Wir – das sind verschiedene politisch und sozial engagierte Gruppen und Einzelpersonen – rufen deshalb auch in diesem Jahr zu einer Kundgebung gegen den antisemitischen und antidemokratischen „Al-Quds-Tag“ auf.

Demonstrieren Sie gemeinsam mit uns gegen jede Form von antisemitischer, antiisraelischer und antiwestlicher Propaganda, gegen die Menschenrechtsverletzungen in der Islamischen Republik im Iran und für Solidarität mit der iranischen Freiheitsbewegung und mit Israel.

Demonstrieren Sie gemeinsam mit uns gegen jede Form von antisemitischer,

antiisraelischer und antiwestlicher Propaganda, gegen die Menschenrechtsverletzungen in der Islamischen Republik im Iran und für Solidarität mit der iranischen Freiheitsbewegung und mit Israel.
“ (Hervorhebung von mir)

http://www.no-al-quds-tag.de/index.php?site=artikel1&id1=22

4. yael1 - 31. August, 2010

Es wird offen zur Gewalt seitens dieser Verbrecher aufgerufen:

Basiji droht zum Qudstag, mit Blutbad auf den Strassen Berlins

Ein Kommentator dieses Blogs, der sich als Basiji bezeichnet, kündigt am Qudstag, auf den Strassen Berlins einen Blutbad an. Sie möchten den Teilnehmern der Gegendemonstration auflauern und „professionell“ zuschlagen. Er kündigt an dass die Polizei nicht zur Hilfe eilen wird.

Hier das Original-Zitat mit Angabe der benutzten IP-Adresse:

Solfikar mit der IP-Adresse 94.170.135.211 schreibt am 30. August 2010 um 17:39:

„als zeichen unserer zuneigung werden wir am qods tag in berlin, einigen von ihnen auflauern aus angemessener entfernung folgen und dann zuschlagen wenn der richtig moment gekommen ist, wir werden das auch in youtube dokummentieren. es wird blutig aber so professionell, das es lange zeit keine zionistenproteste geben wird. es wird keine polizei um euch geben also keine hilfe kommen um eure seelen zu retten.„

Anhand der IP-Adresse konnte ich feststellen dass unser Mohammedaner der nach eigenen Angaben „sich nicht zur Weissglut treiben lässt“, aus London postet oder einen Proxy nutzt der dort steht. Für Ermittlungsbehörden sind auch „launische IPs“ keine Zauberei lieber Solfikar.

Scheint so als ob bald der englische Knast bald einen Neuzugang vermelden wird.

Liebe Leser: Bitte verbreitet den Link zu diesem Blogeintrag auf soviele Seiten wie möglich.
Update: Verfassungsschutz in Berlin, als auch in Baden-Württemberg und Bayern wurden benachrichtigt.

http://tangsir2569.wordpress.com/2010/08/30/basiji-droht-zum-qudstag-mit-blutbad-auf-den-strassen-berlins/#comment-1196


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