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Punktsieg für die Hamas? 31. Mai, 2010

Posted by Rika in israel.
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Nein!

Und nochmals NEIN!

Seht genau hin!

Selbst wenn die Medien heute alle von einer verhängnisvollen Aktion der Israelis reden, vom Imageschaden, der entstanden ist, wenn die Regierungen Europas deutliche Worte der Verurteilung finden und eine lückenlose Aufklärung fordern, sollte doch nicht aus den Augen verloren werden, dass das gesamte Unternehmen eine gezielte Provokation und Propagandaaktion derjenigen war und ist, die den Staat Israel selbst angreifen, seine Legitimation hinterfragen, ja,  die Existenz eines jüdischen Staates im Nahen Osten selbst grundsätzlich in Abrede stellen.

Die Hamas und ihre Verbündeten, die sich selbst als „Friedensaktivisten“ an dem Coup beteiligten und selbstredend auch in Deutschland und nicht nur in grünen und linken Lagern zu finden sind, haben im Augenblick das Medieninteresse auf ihrer Seite. Zu verlockend ist es, Israel wieder einmal den schwarzen Peter zuzuschieben, es als den bösen Buben darzustellen, der den Weltfrieden stört. Das verkleistert offenbar vielen Menschen und leider auch den Journalisten und Politikern, die es besser wissen könnten, ja, müssten, nicht nur die Augen, sondern offensichtlich auch die Hirne. Wären sie sonst so schnell zu einseitigen Stellungnahmen und Verurteilungen bereit, angesichts der erklärten Ziele der Hamas, Israel von der Landkarte tilgen zu wollen?

Und hätte  die politische Klasse, die jetzt sich aufplusternd gegen Israel wendet, nicht die gleichen Vorahnungen haben können wie ich, Rika, dass nämlich der Flottenverband der Friedensaktivisten zu einem schweren Konflikt zwischen Israel und den Seefahrern führen würde?

Und hätte man sie, die Gutmenschen wie die Terroristen an Bord der Schiffe, nicht dringend, dringend auf politischem Weg davon abhalten müssen, ihren Feldzug gegen Israel fortzusetzen, jedenfalls in öffentlichen Statements gegen das Unterfangen?

Hätte man nicht Druck auf die Türkei und auf Griechenland ausüben müssen, sich nicht an der Aktion zu beteiligen, weil es doch allen völlig klar war, dass Israel die Seeblockade vor Gaza nicht lockern würde und auch nicht lockern kann wegen der unübersehbaren Gefahr der illegalen Waffenlieferungen für die terroristische Hamas?

Hat Frau Merkel in dieser  Sache irgendetwas unternommen oder auch nur ansatzweise die Organisatoren  kritisch hinterfragt?

Mitnichten, nichts war zu vernehmen, jedenfalls nicht öffentlich!

Die, die auf den Schiffen waren, wussten genau, worauf sie sich einlassen, oder ist irgendjemand so naiv zu glauben, dass die Aktivisten  an einem friedlichen Ausgang ihrer Friedensfahrt wirklich interessiert waren?

Denn wären sie es gewesen, wäre es ihnen wirklich um das Wohl der Bewohner Gazas gegangen, hätten sie dann nicht auf das israelische Angebot eingehen und ihre Ladung in Aschdod löschen lassen?

Sie alle wussten, dass sich Israel gegen die Blockadebrecher wehren würde.

Nein, sie alle wollten die Konfrontation!

Sie alle wollten Israel ganz, ganz alt aussehen lassen.

DAS ist ihnen gelungen.

DAS und die schlichte Tatsache, dass man den billig in Kauf genommenen Tod der „Kämpfer für den Frieden“ nicht ihnen, den Provokateuren in die Schuhe schieben würde, sondern Israel, dem bösen, zionistischen Gebilde, das mit allen Mitteln bekämpft werden darf, ohne dass man auch nur das leiseste Unrechtsbewusstsein in der eigenen Gutmenschenseele zur Kenntnis nehmen müsste.

Ich will nicht davon reden, dass der Gazastreifen auch von Ägypten aus unerreichbar ist, nicht davon, dass täglich aus dem Gazastreifen Raketen auf Südisrael geschossen werden, nicht davon, dass nur dank der Aufmerksamkeit israelischer Sicherheitskräfte Woche für Woche mögliche Attentate verhindert werden, nicht davon, dass die Hamas vom Iran mit Waffen bestens versorgt wird (dürch das gut ausgebaute Tunnelsystem, für das es nie an Baumaterial fehlt!), nicht davon, dass die Hisbollah im Libanon gewaltig aufrüstet.

Ich will auch nicht davon reden, dass die Bewohner Gazas mit Milliarden Euros und Dollars subventioniert und dadurch dem vielbeschworenen Genozid immer wieder entkommen, auch nicht davon, dass Lebensmittel und Hilfsgüter Woche für Woche die Grenze zum Gazastreifen von Israel aus passieren, nicht davon, dass humanitäre Hilfe von israelischen Ärzten und Krankenhäusern geleistet wird und Woche für Woche Patienten aus Gaza in Israel versorgt werden.

Geschenkt.

Davon will ich nicht reden.

Ich will auf ein paar „Nebensächlichkeiten“ aufmerksam machen, die den Friedliebenden immer leicht entgehen …

…  so  eine kleine Notiz weiterreichen, die ich neulich bei Israelnetz fand:

Hinsichtlich eines möglichen Waffenstillstandes mit Israel wies der Salafiten-Führer darauf hin, dass „Palästina ein Erbe des Islam ist“. Damit gehöre es allen Muslimen und nicht nur den Palästinensern. Daher habe auch kein Palästinenser das Recht, im Namen „Palästinas“ zu sprechen. „Jeder der eine Waffenruhe mit Israel hält, bevor die heiligen Stätten befreit wurden, die Besatzung beendet wurde und die Gefangenen freigelassen wurden, ist ein Beschützer des Feindes und unterstützt die Israelis und die Christen.“

Das buchen vermutlich viele unter „Hunde die bellen, beißen nicht“ ab, will man weder wahr haben noch ernst nehmen, lass sie reden, was geht es uns an!

…  genauso wenig reden Friedensaktivisten über diesen Tatbestand:

GAZA (inn) – Maskierte Unbekannte haben am Sonntag ein Sommerlager für Kinder des UN-Hilfswerkes für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) angegriffen. In einem Brief bezeichneten sie das Ferienlager als unmoralisch und drohten damit, UN-Mitarbeiter zu ermorden, falls die Vereinten Nationen ihre Aktivitäten für die Kinder nicht einstellten.

Wie UNRWA-Leiter John Ging laut der Tageszeitung „Jerusalem Post“ mitteilte, fesselten die Angreifer einen Wächter am Eingang des Lagers. Dann zündeten sie Zelte an und verwüsteten Sanitäreinrichtungen. Dem Wärter übergaben sie einen an die UN adressierten Umschlag. Dieser enthielt drei Patronen und ein Schreiben, in dem sie damit drohten, Ging und andere UN-Mitarbeiter zu ermorden, falls die UN ihre Sommerlager nicht einstellten.

Das passt nicht ins Bild der Not mildern wollenden  Friedenstruppe, palästinensische Kinder könnten ein Sommerlager besuchen, so katastrophal ist die Lage in Gaza!!! Aber natürlich werden die Friedensschiffer Verständnis dafür haben, dass man palästinensische Kinder nicht der westlichen Dekadenz aussetzen kann und sie darum besser ein Trainingscamp der Hamas besuchen …

… die Doppelzüngigkeit der Westjordanlandregierung, vertreten durch den ehrenwerten Herrn Abbas will auch nicht so ganz zur friedlichen Seefahrt passen, jammert Herr Abbas doch über diese Situation:

„Wir, das palästinensische Volk, sind wie ein entführtes Flugzeug. Die Entscheidungsbefugnis ist nicht in unseren Händen, sondern vielmehr in den Händen der Iraner. Aus diesem Grund ist die Einheit des palästinensischen Volkes entführt, so, wie auch ein Flugzeug entführt ist“, sagte Abbas laut der Tageszeitung „Jediot Aharonot“.

… auch diese Lage ist verzweifelt und dort könnten die Seefahrer mit ihren Schiffen vielleicht wirklich echte Not lindern:

GAZA / ABU DHABI (inn) – Etwa 200 Palästinenser aus dem Gazastreifen sitzen auf einer iranischen Insel fest. Die Behörden haben ihnen die Einreise in die Vereinigten Arabischen Emirate verweigert, obwohl viele der Palästinenser bei einer Firma in dem Staatenbündnis am Persischen Golf angestellt sind.  …

In den Emiraten dürfen Palästinenser keinen Grundbesitz besitzen. Sie haben begrenzten Zugang zu staatlichen Schulen und zur Gesundheitsversorgung. Die Gestrandeten aus dem Gazastreifen haben an Präsident Mahmud Abbas und an den Premier im Westjordanland, Salam Fajjad, appelliert. Sie haben sie aufgefordert, sich einzuschalten und ihnen die Rückkehr zu ermöglichen. Die Botschaft in Abu Dhabi habe ihnen nicht helfen können.

Die arabischen Brüder im reichen, ach, so sehr reichen Land der Ölscheichs wollen die arabischen Brüder  aus dem Mutterland des palästinensischen Terrors einfach nicht aufnehmen. Könnte da nicht die Türkei hilfreich einspringen, statt Schiffe in Richtung Gaza als Blockadebrecher auf den Weg zu schicken?

Natürlich könnte ich die Liste dieser kleinen Randnotizen beliebig lang fortsetzen, aber wer will das schon alles lesen!?

Was diese Auflistung soll?

Sie soll zeigen, dass selbst einfach gestrickte Menschen wie ich es bin, die Möglichkeit haben, Informationen zu erfassen, die noch andere Interpretationen zulassen als das ewig gleiche Lied,  Israel sei DAS Hindernis für den Frieden in der Welt und speziell im Nahen Osten.

Es mag nach einem Punktsieg für die Hamas aussehen – für diese Runde! Ich bin kein Fan von Boxkämpfen, weiß aber immerhin, dass ein Kampf über alle Runden geht, sofern nicht einer der beiden zuvor k.o. geht oder es zum technischen k.o. kommt.

Ich will nicht hoffen, dass es über die ganz Distanz geht – schon aus Gründen der Lebensqualität für die vom Terror schikanierten und vom Iran bedrohten Bewohner des Staates Israel und seiner arabisch-palästinensischen Nachbarn.

Ich hoffe darauf, dass die Vernunft über die Unvernunft aller friedensaktiven Terrorversteher siegt!

(Und vielleicht gelingt es Israel, eine bessere PR-Abteilung zu etablieren, es gibt doch nicht nur senitimentale Gründe Israel zu lieben, sondern viele tolle Errungenschaften, die die Welt bereichern, ohne dass die Welt das bisher groß zur Kenntnis nimmt!)

NACHTRAG:

Nach allen Informationen, die ich online gelesen habe, kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass es vor allem türkische Aktivisten waren, die gewaltsam gegen die israelischen Marinesoldaten vorgegangen sind und damit den gewalttätigen Ausgang des Konflikts und die lzu beklagenden Toten zu verantworten haben.

Betrachtet man die Entwicklung der türkischen Politik der letzten Monate, kann man den Gedanken doch nicht ganz beiseite schieben, dass die Gaza-Attacke eine von der türkischen Regierung stillschweigend mitgetragene Aktion war, um nun auch ganz offiziell gegen Israel radikal Stellung zu beziehen und es nicht nur bei einem verbalen Schlagabtausch zu belassen.

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Kommentare»

1. lalibertine - 31. Mai, 2010

Sehr gut. Wir sind wenige, aber gerade deswegen müssen wir uns ran halten. Man darf auch nicht vergessen: Al-Dura, Jenin, das „Bombardement“ des Strandes von Gaza…ein paar Leute bleiben zufällig bei einem Blogeintrag wie diesem hängen, recherchieren dann selbst ein bisschen und merken dann, was Sache ist. So sind jedesmal wieder ein paar mehr zu uns gestoßen.So wird es auch diesmal sein.

2. „Ein brutaler Überfall auf See“ « abseits vom mainstream – heplev - 31. Mai, 2010

[…] – Blog der israelischen Botschaft in Berlin – Sonderbericht: Flotillengefecht entfacht antiisraelische Welle – Update: Letzte Meldungen: So lief der Kampf auf der ‘Mavi Marmara’ ab… – Aufgebrachte Narrenschiffe – Punktsieg für die Hamas? […]

3. apokryphe - 1. Juni, 2010

Schlimm, wie alles verdreht wird.

Nun müssen mir eingefleischte Antisemiten nur noch erklären, wie sich Israel in eine so plumpe Moral-Falle hat locken lassen können, wenn doch (nach Meinung der Antisemiten) Israel so allmächtig und allwissend sein soll.

Israel steckt in der gleichen Moral-Falle, wie alle anderen westlichen Staaten. Mist.

4. Rika - 2. Juni, 2010

Einen ausgezeichneten Beitrag habe ich gerade hier gelesen.
http://eppinger.wordpress.com/2010/06/02/israel-in-der-doppelmuhle/
Thomas Eppinger beschreibt „Israel in der Doppelmühle“ und sagt u.a., Zitat:
„Eine zentrale Rolle bei der Organisation der „Solidaritätsflotte“ kommt der türkischen, radikalislamistischen IHH zu, die neben ihren Hilfsaktivitäten die Hamas und Teile des globalen Dschihad unterstützt. Das größte Schiff, die Mavi Marmara, fährt unter türkischer Flagge. Bei der Einweihungszeremonie in Istanbul feiern unter anderen ein Führer der jordanischen Muslimbruderschaft, Hamam Said, und zwei Top-Terroristen der Hamas, Sahar Albirawi und Mahmad Tzoalha. An Bord werden islamistische Schlachtgesänge gesungen, berichtet Al-Jazeera einen Tag vor der Konfrontation mit der IDF: „Oh Juden, die Armee Mohammeds wird über euch kommen!“ Im selben Bericht erklärt eine Aktivistin prophetisch, warum die Mission in jedem Fall ein Erfolg werden wird: „Zurzeit sehen wir zweierlei glücklichem Ausgang entgegen: Märtyrertum oder Landung in Gaza.““

und weiter:
„Das ist das wahre Dilemma Israels. Wehrt es sich nicht, wird es von seinen Gegnern überrannt und vernichtet. Wehrt es sich, wird es von der ganzen Welt verurteilt. In Wahrheit hatte die Solidaritätsflotte das Spiel schon gewonnen, als sie in See gestochen ist. „Wer sich nicht wehrt lebt verkehrt“ gilt eben nicht für Juden. Genau das ist im Grunde unser aller Schuld.“

Wehren wir uns, die wir es können!

5. apokryphe - 2. Juni, 2010
6. Rika - 4. Juni, 2010
7. Redford - 6. Juni, 2010

Die Pali-Propaganda wirkt und hinterlässt überall Spuren. Online und offline. Im Netz in den Blogs, auf den Straßen in Form von „israelkritischen“, nein, eigentlich antijüdischen Demos. Dort treffen sich Linke, Antideutsche und natürlich hier lebende Moslems, um gemeinsam ihrem Judenhass zu fröhnen. Widerlich. Habe dazu auch etwas in meinem Blog geschrieben.


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