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Pause … 26. Juli, 2010

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
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Ich werde einige Tage nicht zu Hause sein und vermutlich keinen Internetzugang nutzen können, um in der Bloggerwelt lesend und schreibend aktiv zu sein …

Bis später, also   …    und eine gute Zeit!

Mitternachtsonne ...

Der lutherische Palästinenser aus dem „Heiligen Land“… 26. Juli, 2010

Posted by Rika in Allgemein.
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Das ist so eine Sache mit dem „Heiligen Land“.

Heiliges Land, Gottes Land, biblisches Land, jüdisches Land, Land der Verheißung…

Heiliges Land – ein Begriff, der den biblischen Bezug des „Landes“  beschreibt, auf dessen (Teil)Gebiet  der heutige Staat Israel liegt mit seinen vielen biblischen Stätten, jüdischen wie jesuanisch-christlichen mit seiner Hauptstadt Jerusalem, die schon Hauptstadt eines jüdsischen Staates war, als weder von Christen noch von Arabern  und schon gar nicht von Palästinensern die Rede war. In einem biblischen Bezug hat der Ausdruck in Predigten und Andachten auch durchaus seine Berechtigung.

Nun lebt die lutherische Kirche weltweit aber nicht in heiligen biblischen Ländern, sondern agiert, arbeitet, glaubt und lebt in Staaten, die als solche auch mit ihrem Staatennamen gekennzeichnet sind. Allenfalls macht man noch in Deutschland (und vielleicht auch anderswo) Unterscheidungen  hinsichtlich der innerstaatlichen „lutherischen“ Gebiete, sprich Landeskirchen.

Anders verhält es sich mit DEM   „Heiligen Land“. Das existiert, folgt man der kirchensprachlichen Begrifflichkeit, wohl  im staatenlosen Nirgendwo irgendwo im Nahen Osten, verfügt anscheinend  weder über staatliche Systeme noch über eine Hauptstadt, wenn man die Meldungen liest, die über den neuen Präsidenten des Lutherischen Weltbundes berichten.  Der wird als  „Palästinenser aus dem Heiligen Land“ vorgestellt, geboren in Jerusalem.

Als der neue Präsident geboren wurde, war er „noch“ ein christlicher Araber. Die „Heilige Stadt“ Jerusalem war zu dem Zeitpunkt  bis auf den neuen Teil weitgehend von Juden befreit und von Jordanien, verwaltet  – eigentlich müsste man sagen:  besetzt. Dank des unermüdlichen Eifers eines gewissen Herrn Arafat, selbsternannter Führer und streitbarer Terroristenchef, wurden alle Araber des „Heiligen Landes“ zu Palästinensern, was sie fortan gegenüber allen anderen Arabern der Region auszeichnete als  Staatsbürger eines nicht existierenden  Staates Palästina, den es ja, wie wir alle wissen, nie gegeben hat. Wohl aber die Bezeichnung „Palästina“ für das geografische Gebiet, das damals von den Briten als Mandat verwaltet wurde und auf dessen heutigem geografischen Gebiet die Staaten Jordanien und Israel  liegen.

„Lila von Rungholt“ macht in ihren Blogbeiträgen immer wieder darauf aufmerksam, dass vor der Gründung Israels alle Bewohner – Araber ebenso wie Juden –  kurz und knapp „Palästinenser“ waren, dem regionalen Mandatsgebiet entsprechend. Siehe z.B.  in diesem  Beitrag dieses Zitat:

Und Heimatland der Palästinenser? Schon, es kommt nur darauf an, wie man Palästinenser definiert. Die heutige Sprachregelung, mit der nur Araber als Palästinenser gelten, ist sehr modern – ja jünger als ich (und ich bin zwar kein spring chicken mehr, aber mit dem Alter, den zB das Wort „Jude“ oder „Judäa“ hat, kann ich trotzdem nicht konkurrieren!). Jeder regelmäßige Leser meines Blogs weiß, daß mein geschätzter Schwiegervater als Palestinian geboren wurde – nämlich als Palestinian Jew.

Heute allerdings ist die Bezeichnung „Palästinenser“  zu einem Kampfbegriff geworden und zugleich zu einem mitleidheischenden Synonym  für vermeintlich entrechtete und verfolgte Flüchtlinge, die seit der jüdischen Staatsgründung  einen nimmermüden Kampf gegen den großen Goliath führen und dabei nach Kräften von der Weltgemeinschaft finanziell und in vielen Ländern auch ideologisch unterstützt werden. Das auch hier die unermüdliche Propaganda der Pal-Araber zu einer Trübung des Geschichtsbewusstseins und zu Verdrehungen der Tatsachen geführt hat, der wohl meinende Friedenskrieger in schöner Regelmäßigkeit auf den Leim gehen, ist zwar eine traurige Tatsache, soll hier aber nicht näher erläutert werden.

„Das Heilige Land“ immerhin  gibt es  gleichwohl zu bereisen und zu besuchen. Man findet es – zum großen Teil  –  als  „Staat Israel“ mit der Hauptstadt Jerusalem,  was aber die Mehrheit der demokratischen Staaten dieser Welt nicht so gerne sieht und darum darauf besteht, Tel Aviv als Stadt der diplomatischen Vertretungen und damit als Pseudo-Hauptstadt Israels zu führen. (Man stelle sich vor, die Mehrheit der demokratischen Staaten dieser Welt würden Berlin nicht als Hauptstadt Deutschlands anerkennen und stattdessen am gemütlichen alten Bonn festhalten oder als Alternative Frankfurt am Main zur Hauptstadt erklären.  Oder man würde Rom als Zentrum der Christenheit, nun nicht mehr geeignet finden, gleichzeitig die Hauptstadt des italienischen Staates zu sein oder würde statt Wien lieber Klagenfurt zur Hauptstadt Österreichs machen. Ich weiß, das klingt ziemlich an den Haaren herbei gezogen, aber wieo um Himmels willen, soll es weniger an den Haaren herbeigezogen sein, Tel Aviv zur Hauptstadt Israels zu erklären, wo doch schon vor 1000en von Jahren Jerusalem die Hauptstadt des jüdischen Staates war… ?)

Aber ich schweife ab.

Was ich eigentlich sagen will, ist, dass es doch ziemlich merkwürdig ist, dass ausgerechnet die Kirchen so einen Eiertanz um den Begriff   „Staat Israel“ machen und statt dessen vom „Heiligen Land“  reden, wenn sie das moderne jüdische Staatswesen im Blick haben!  Als damals der Herr Huber eine Reise  ins „Heilige Land“ antrat und in der Pressemappe zwar „Libanon, Syrien, Jordanien und Ägypten als Staatennamen auf der Landkarte auftauchten,  nicht aber  „Israel“, begründete man das auf Nachfrage damit, der Raum auf der Karte sei für den langen Namen einfach nicht groß genug gewesen.  Ich wollte das damals sogar (gerne) glauben, weil ich mir einfach nicht vorstellen mochte, dass die große evangelische Kirche in Deutschland den jüdischen Staat so einfach klammheimlich verleugnet.

In der Berichterstattung über den neuen Präsidenten des LWB taucht aber wieder nur der Begriff „Heiliges Land“ auf, von Israel ist nicht die Rede:

Die LWB-Vollversammlung wählte den 59-Jährigen, der als Bischof für die palästinensischen Christen im Heiligen Land und in Jordanien zuständig ist, am Samstag in Stuttgart in das Amt. Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche in Deutschland gratulierten ihm zu seiner Wahl.

Man beachte die Wortwahl auch in diesem Bericht: Christen im Heiligen Land und in Jordanien!  (Hervorhebung von mir)  Wenn also heute   von dem Palästinenser aus dem „Heiligen Land“ die Rede ist und damit ein Bischof aus Jerusalem gemeint ist, dann stimmt mich das schon sehr, sehr nachdenklich!  Palästinenser JA, Israel NEIN! Man tut so, als gäbe es den Staat Israel gar nicht und als lebten in Israel keine Christen für die der Bischof zuständig wäre.

Vielleicht bin ich aber auch nur vollkommen desinformiert und für die Christen in Israel ist Herr Younan tatsächlich gar nicht zuständig, sondern irgendein anderer evangelisch-geistlicher Herr?

Das mag ja sein.

Aufklärung über den seltsamen Titel  gibt dieser Text, der u.a. darauf hinweist, dass die Bezeichnung „Jordanien und Heiliges Land“ bereits im 19. Jahrhundert kreiert wurde und offenbar bis heute beibehalten wird:

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Jordanien und im Heiligen Land (ELKJHL) wurde im 19. Jahrhundert von Deutschen gegründet. Younan wurde 1998 als Bischof in der Evangelisch-Lutherischen Erlöserkirche in Jerusalem eingeführt – als dritter palästinensischer Bischof der Kirche. Die ELKJHL gehört seit 1974 dem LWB an und hat rund 3.000 Mitglieder.

Immerhin gibt der Text einen Hinweis auf die historisch begründete Kirchenbezeichnung  – man lernt nie aus !

Eigentlich hätte ich es mir denken können, wird doch das (größte) evangelisch-lutherische  Kirchengebiet in Niedersachsen „Hannoversche Landeskirche“ genannt, vermutlich auch noch an die seligen Zeiten hannoverscher Könige anknüpfend und  andere Kirchengebiete in Deutschland tragen  schöne Namen wie  „Nordelbien“  oder „Hessen-Nassau“.

Aber hätte man nicht, angesichts des allgemein schlechten Informationsstandes des Nicht-, wie des Kirchenvolkes darauf hinweisen können, dass es sich eher um eine kircheninterne „Flurbezeichnung“,  denn um eine  „richtige“ Verortung des „Heiligen Landes“ handelt!

Natürlich muss der Bericht auch den  Flüchtlingstatus des Bischofs hervorheben:

Bischof Dr. Munib A. Younan wurde am 8. September 1950 in Jerusalem geboren. Sein Vater, Andria Younan aus Beersheba, und seine Mutter, Alice Qandalaft aus West Jerusalem, waren von 1948 an Flüchtlinge. Younan besitzt immer noch eine Ausweiskarte des Hilfswerks der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA), die seinen Flüchtlingsstatus belegt.

Das macht sich ganz einfach besser und fördert sicherlich viele Sympathien ….  nicht ohne auf das Aufbauen neuer Antipathien zu verzichten …

Bischof  Younan hat im vergangenen Jahr einen Aufruf unterzeichnet,

in dem die Besetzung der palästinensischen Gebiete als „Sünde gegen Gott und die Menschen“ bezeichnet wird.

Es stimmt mich immer wieder traurig und macht mich fassungslos, wenn Christen in so drastischer Weise einseitig die Position arabisch-palästinensischer Israelgegner vertreten. Und die Vorstellung nach zu vollziehen, dass sich Herr Younan mit dieser Unterzeichnung   „für den Frieden zwischen Israel und den Palästinensern“   einsetzt, wie an anderer Stelle versichert wird,  fällt mir ausgesprochen schwer.

Aus dieser  Quelle geht übrigens auch hervor, dass der Bischof tatsächlich  „nur“  für Christen in Jordanien, Jerusalem und Gemeinden in der Westbank zuständig ist, von Christen im übrigen  Israel selbst  ist nicht die Rede…

Ich hoffe und bete, dass meine Vorbehalte sich als  haltlos erweisen, meine Befürchtungen als unbegründet  und dass der Mann an der Spitze des großen evangelisch-lutherischen Weltbundes  sein Feindbild von Israel als „sündigem Besetzer palästinensischen Landes“ revidiert und so dazu beiträgt, dass ich gleichfalls  mein Feindbild von einem evangelisch-palästinensischen  Bischof, der gegen Israel kämpft, aufgeben  kann…

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NACHTRAG im August:

Im Internet fand ich einen Hinweis darauf, dass der Bischof seine Unterschrift unter das Kairos-Dokument  inzwischen  zurückgezogen habe.

Wer sich näher mit dem „Kairos-Palästina-Dokument“ auseinandersetzen möchte, kann den Text lesen und eine kritische Stellungnahme, die der   „Pfarrer für das Gespräch zwischen Christen und Juden der Evangelischen Landeskirche in Württemberg“, der evangelische Theologe Dr. Michael“ verfasst hat.


Charta Media Özkan’a… 23. Juli, 2010

Posted by Rika in meine persönliche presseschau.
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Die    „Magna Charta„,    so lernten wir in der Schule,  war eine  –   mit grundsätzlicher Bedeutung für das spätere englische und in der Folge auch amerikanische  Rechtswesen  –   schriftlich festgelegte Vereinbarung zwischen dem englischen König und dem Adel, in der dem Adel – und später auch den Bürgern –  weitgehende Rechte zugestanden wurden, eine schriftlich garantierte  „Form der Freiheit“  also  und zugleich eine Abkehr vom „Gottesgnadentum“ der englischen Krone. (Siehe dazu auch diese Erklärung)

Über die „Charta der Hamas mag ich hier gar keine Worte mehr verlieren, ich habe es schon oft genug gesagt, dass oberste Priorität dieses „Werkes“  die Vernichtung Israels ist und im weiteren Fortgang die „Befreieung der Welt von den Ungläubigen“, also ebenfalls eine, wenn auch sehr spezielle „Form der Freiheit“, die jeden Demokraten allerdings zum Widerstandskämpfer machen sollte….

Die „Charta Media Özkan’a“ nun, bietet ebenfalls eine sehr spezielle „Form der Freiheit“ an, bzw. fordert sie ein:

Die Freiheit von der Pressefreiheit nämlich in Form einer Selbstverpflichtung der Medien!   Zeitungen, Medien, politische Magazine, ja, selbst so ein Käseblättchen wie die Hildesheimer Nachrichten sollen sich verpflichten, über „Herausforderungen der Integration“ zu berichten und dabei für   den sensiblen Bereich  Migranten und Migration auch besondere Sorgfalt in Sprache und Form walten zu lassen.

Die Charta im Wortlaut:

Der Wortlaut der Charta:

„Der demografische Wandel verändert auch Niedersachsen: Wir werden weniger, älter und vielfältiger. Dadurch ergeben sich neue, veränderte Zielgruppen für die Medien in unserem Land. Bereits 16 Prozent der niedersächsischen Bevölkerung haben einen Migrationshintergrund. Das wirkt sich auch auf die Medienlandschaft aus. Die Vertreter der niedersächsischen Medien betonen die Aufgabe, den Integrationsprozess in Niedersachsen zu unterstützen. Sie übernehmen die damit verbundene Verantwortung und erklären:

– in ihrer Berichterstattung über Sachverhalte und Herausforderungen der Integration zu berichten und zu informieren,

– eine kultursensible Sprache anzuwenden,

– die interkulturelle Öffnung zu fördern, – die interkulturelle Kompetenz zu verstärken,

– Projekte hierfür zu initiieren und zu begleiten.

Hannover, den 16. August 2010“

entnommen dem Bericht in HAZ-online, der  auch den beträchtlichen Wirbel beschreibt, den Frau Özkan mit ihrer vermutlich nur gut gemeinten Initiative auslöst:

Niedersachsens neue Integrationsministerin Aygül Özkan (CDU) hat am Freitag in der Medienwelt erheblichen Wirbel ausgelöst: Die Ministerin will Journalisten eine „Mediencharta für Niedersachsen“ unterzeichnen lassen. …

Medienvertreter kritisierten die Pläne heftig. „Unverblümter hat seit langem kein Politiker mehr versucht, Zeitungen und elektronische Medien auf Kurs zu bringen“, sagte der Chefredakteur der Oldenburger „Nordwest-Zeitung“, Rolf Seelheim.

Nachdem Frau Özkan gut drei Monate lang so gut wie gar nicht öffentlich in Erscheinung getreten war – bei den „Hannoverschen Steinwürfen“   hat sie sich ja auffällig zurückgehalten –  taucht sie nun mit einem Paukenschlag aus dem  ansonsten politikarmen Sommerloch auf und  irritiert, verstört und verprellt Freund und Feind gleichermaßen. Vielleicht schwebte ihr ja so etwas wie ein Ehrenkodex der Pfadfinder vor, die sich ja auch zu allen möglichen guten Taten verpflichten und die bösen zu unterlassen geloben. Nur das Journalisten keine ehrenamtlich tätigen Wegweiser sind, mag ihr dabei entgangen sein. Natürlich wäre es eine feine Sache, wenn Journalisten jeden Tag oder zumindest jede Woche über eine gute migrantische Tat berichteten und die unangenehmen Dinge höflich außen vor ließen, die Welt wäre gleich viel netter in der Wahrnehmung der Leserinnen und Leser, der Radiohörerinnen und Hörer und des Fernsehpublikums. Doch so liegen die Dinge ja nun mal nicht und die Berichterstatter sind in aller Regel  heute keine Hofberichterstatter mehr, auch wenn man manchmal durchaus den Eindruck haben könnte, dass Journalisten sich zum Sprachrohr der Herrscherinnen und Herrscher machen – ob nun im Fußball und Sport, der Politik oder der Welt der Schönen und Reichen…

Die Sache mit der Pressefreiheit ist der Ministerin  wohl nicht so ganz geläufig.  Sie kann natürlich die Medienmeute bitten, sich im obigen Sinn zu verhalten, aber sie eine Verpflichtungserklärung, eine „Mediencharta“ unterzeichnen zu lassen, das ist nun eine ganz andere Sache.

Ich weiß ja nicht, wer sie bei / zu dieser Initiative beraten oder überredet  hat, aber ganz sicher war es nicht die weiseste Entscheidung, die Verpflichtungserklärung  in der Art wie bei einem feierlichen Gelöbnis der neuen Rekruten anzugehen, aber das hatte sie offenbar vor, auch wenn nach dem ersten Sturm der Entrüstung ihre Pressesprecherin die Situation zu retten versuchte, indem sie die Absichtserklärung relativierte. Die HAZ schreibt dazu:

Die Sprecherin Özkans betonte, dem Ministerium gehe es um einen Erfahrungsaustausch mit den Medien. Die bereits an Chefredakteure und Verlagsleiter versendete Charta sei „lediglich ein Entwurf zur Diskussionsgrundlage“. Dagegen heißt es in der Einladung für einen Runden Tisch zu dem Thema am 16. August in Hannover: „Es ist vorgesehen, dass die anwesenden Medienvertreter die „Mediencharta“ öffentlichkeitswirksam unterzeichnen.“

Man muss sich nicht wundern, dass die Opposition mit Empörung reagiert – so eine Steilvorlage lässt sich wohl niemand entgehen:

Auch die Opposition reagierte empört auf die Ideen der Ministerin. „In Deutschland ist die Pressefreiheit ein hohes Gut und im Grundgesetz verankert“, sagte die Medienexpertin der SPD-Fraktion im Landtag, Daniela Behrens. Zeitungen, Rundfunk- und Fernsehsender hätten ein Recht auf die freie Ausübung ihrer Tätigkeit „Eine Mediencharta schränkt dieses Recht erheblich ein. Freie Medien sind nicht dazu da, Kampagnen von Landesregierungen zu unterstützen.“

Die Linke kritisierte, das Ziel der Charta sei zwar grundsätzlich richtig, der Weg aber falsch. „Die Ministerin verfolgt mit ihrem Anliegen richtige Ziele mit unsensiblen Methoden“, hieß es. Die Grünen kritisierten, die geplante Mediencharta sei ein „Instrument der Zensur“. „Die geplante Sprachregelung mag gut gemeint sein, aber die geplante gemeinsame Absichtserklärung zwischen Medien und Ministerium geht gar nicht“, sagte der Fraktionschef der Landtags-Grünen, Stefan Wenzel. Er forderte den Ministerpräsidenten und Özkan auf, das Projekt zu beerdigen.

Dass Herr McAllister „mit der Sache nicht befasst“ gewesen sei, ist auch nach zu vollziehen, war der neue Ministerpräsident doch mit wichtigeren Dingen als  dem Umgang der Medien mit sensiblen Migrationsthemen beschäftigt, es dürfte ihn jedoch nicht wirklich erfreuen, dass seine Ministerin auf diese Weise die Aufmerksamkeit auf Hannover und die Landesregierung lenkt… wo wir doch gerade durch Lena und den neuen BP so gut dastehen und der Fokus des Interesses so herrlich negativ auf Hamburg ruhte…

Nein, diese Aktion ist nicht geeignet, der Landesregierung und ihrem Chef Pluspunkte einzufahren.

Man muss sich vielmehr   fragen, ob Frau Özkan einfach nur naiv ist und ungeschickt taktiert hat oder ob sich hinter diesem neuerlichen Affront  nicht doch eine sehr geschickte Taktik verbirgt…  tarnen und täuschen und ganz lieb gucken!

Heute Nachmittag soll eine Erklärung zur Mediencharta durch die Ministerin erfolgen.

NACHTRAG:

Einen Hinweis auf die Erklärung der Ministerin konnte ich nicht finden.

Ich musste aber noch eine Weile über die Einleitung der „Mediencharta“ nachdenken: “ Der demografische Wandel verändert auch Niedersachsen. Wir werden weniger, älter und vielfältiger.“

„Wir“, damit sind offenbar die Bewohner des Landes Niedersachsen gemeint. Die werden weniger – das könnte die absolute Einwohnerzahl betreffen,  aber auch ein diskreter Hinweis darauf sein, dass die „Niedersachsen, sturmfest und erdverwachsen“ langsam, aber sicher aussterben. (Wobei ich mir hier die Bemerkung erlaube, dass ich auch keine gebürtige Niedersächsin bin, weder sturmfest noch erdverwachsen, sondern Westfälin, eine Zugereiste sozusagen eine Deutschmigrantin in Deutschland.)

Die weniger, weil  „aussterbenden Niedersachsen“ werden zuvor und naturgemäß älter. Somit wäre der Teil der Einleitung geklärt.

Bleibt vielfältiger.

Vermutlich sind damit weder meine Freundin, die  aus Essen zugewandert ist, noch die Freundin, die in Köln geboren wurde gemeint und auch nicht meine westfälische Herkunft.  Gebürtige Bayern, Hessen, Berliner und Neubrandenburger können wir ebenso ausschließen.

Die „Vielfalt“ der Niedersachsen war ja schon immer gegeben,  leben doch Ostfriesen in trauter Eintracht mit Oldenburgern,  Leute aus dem Weserbergland mit den aus dem Eichsfeld zusammen, rangeln Hannoveraner und Braunschweiger seit jeher um die Führungsrolle, kämpfen die Wendländer gegen das Atomendlager und pflegen die Lüneburger ihre Heide und die Nähe zu den Hamburgern. Darüberhinaus wurde in den ersten Jahren nach dem zweiten Weltkrieg die Vielfalt auf vielfältige Weise durch Menschen ergänzt und erweitert,  die aus den „deutschen Ostgebieten“, aus dem jetzigen Polen und der damaligen Sovjetunion mehr oder weniger freiwillig nach Niedersachsen einwanderten – übrigens ist auch das Land selbst erst in der jetzigen Form nach dem Krieg entstanden.  Doch an diese Zuwanderer scheint die Ministerin nicht gedacht zu haben als sie von „vielfältiger“ sprach.

Die neue Vielfalt speist sich aus der Weltvölkergemeinschaft, wobei ich persönlich an die „boat people“ denken muss, die vor ca 30 Jahren in Niedersachsen eine neue Heimat fanden. Meine aus Köln stammende Freundin und ich sammelten damals Geld für die Cap Anamur und die armen Flüchtlinge, die aus Vietnam stammten und dem Kriegs- und Nachkriegschaos zu entrinnen suchten.  Ich kann mich aber nicht erinnern, dass die „boat people“ eine „kultursensible Sprache“ erforderlich machten.  Aber vielleicht war ich damals auch noch nicht für die „Herausforderung der Integration“ sensibilisiert und hatte überdies keine Ahnung von der Bedeutung „interkultureller Kompetenz“, wohl aber von internationaler Esskultur, gab es doch  damals  ein unglaublich tolles vietnamesisches Restaurant auf der Vahrenwalder  in Hannover   –  neben den vielen italienischen, spanischen, jugoslawischen bajuwarischen und griechischen Restaurants in der Stadt.

Das ist heute ja ganz anders.

Die Weltvölkergemeinschaft entsendet nicht mehr so viele Menschen aus dem fernen, dafür aber immer mehr aus dem nahen Osten   ins schöne Niedersachsen. Und ohne interkulturelle Kompetenz kann jeder  verantwortliche Bürger des Landes Niedersachsen  gleich einpacken. (Das gilt besonders für Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler ohne Migrationshintergrund,  Straßenbahnfahrer (ich meine die Fahrgäste!), Polizisten, Passanten,  junge und alte Leute von nebenan,   jüdische Tänzer bei Stadtteilfesten,  multikulturell tätige Sozialarbeiter  und überhaupt  und eigentlich ALLE.)

So ist es durchaus zu begrüßen, dass die Medien durch ihre kultursensible Berichterstattung die interkulturelle Kompetenz der geneigten Leser-, Zuschauer- und Hörerschaft hinsichtlich der Herausforderung der Integration stärken und die interkulturelle Öffnung fördern. Wobei ja ganz sicher nur gemeint sein kann, dass sich die wenigen, älteren interkulturell öffnen müssen, weil die vielfältigen sind ja bereits interkulturell, oder sehe ich das falsch?

Und so muss man doch irgendwie zugeben, dass sie sich das doch eigentlich fein ausgedacht hat, die interkulturelle deutsch-türkische Ministerin. Wir weniger und älter werdenden Niedersachsen erwerben mit Hilfe der kultursensiblen Medien interkulturelle Kompetenzen, damit die vielfältigen Niedersachsen uns besser integrieren können in ihre bunte Welt der interkulturellen Vielfalt.

Und das mit Kultur ey un Sprache, ey,   Alter, das machst du!  Echt ey,  easy,  kultursensibel, ey!

Schon gesehen? 23. Juli, 2010

Posted by Rika in islam.
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Noch nicht?

Dann „nachsehen“, hier!

Nein, das muss nicht sein… 22. Juli, 2010

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
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Ich war ja neulich schon reichlich nölig wegen der seltsamen Wettererscheinungen. Heute nun bin ich geneigt, Murphys Gesetz zu bemühen, um Pech und Pannen der letzten Tage  irgendwie „verstehen“ zu können.

Gut, das ist jetzt vielleicht etwas hoch gegriffen und wird irgendwelchen wissenschaftlichen Standards natürlich nicht gerecht, aber wie soll ich es anders beschreiben, wenn

–   in diesem Jahr die Jostabeeren so klein sind, dass ich, um 3 kg Beeren zu Marmelade zu verarbeiten, ca 4 Stunden brauche, um die winzigen Beeren von riesigen Blütenrückständen und harten grünen Stängelchen zu befreien? Die Marmelase schmeckt allerdings spitzenmäßig gut…

–   die Lackschicht auf den Türrahmen im ersten Stock sowohl gegen Muskelkraft wie auch gegen Chemiepower extrem resistent ist, ich sie aber dennoch restlos entfernen muss (WILL), um anschließend Rahmen und Türen neu zu streichen … Schleifarbeiten bei 40° sind einfach nur sche…  der Schwingschleifer, den ich dann endlich zu Hilfe nahm, hatte einen irren Verbrauch an Schleifblättern und hüllte trotzt Staubsaugeranschluß das Treppenhaus in einen undurchdringlich weißen Nebel …  bin auch immer noch nicht fertig und habe die restlichen Arbeiten auf den kühlen Herbst verschoben, so lange sehen die Türrahmen irgendwie blöd aus, muss ich aber ertragen oder siehe oben! Die Türen werde ich dann später – so zwischen Sommer und Herbst – in der Garage abschleifen, wenn es nicht zu warm und nicht zu kalt und nicht zu feucht ist, bzw. sein sollte…

–   wenn ich mir beim Beugen über die Rückenlehne des Sofas eine fürchterliche Rippenprellung hole, die die Nächte zum Alptraum und das Atmen schwer macht…

– wenn das Abflussrohr aus der Küche so verstopft ist, dass das Spülwasser der Spülmaschine, das üblicherweise sanft gurgelnd und ohne je gesehen zu werden in der Kanalisation verschwindet, plötzlich  eine trübe Brühe im Waschbecken bildet und nur durch beherztes Eingreifen verhindert wird, dass es die ganze Küche unter Wasser setzt…

–   wenn die Geburtstagsparty des Schwagers trotz ausdrücklicher Einladung ohne uns stattfindet, weil der Liebste glaubte, sie sei heute, der Geburtstag samt Feier aber schon gestern war, der Liebste aber auf der A7 im Stau zwischen Hamburg und Hannover stand mit der Lieblingstochter im Auto, die er mit megaviel Gepäck abgeholen musste/sollte/wollte – was eigentlich meine Absicht gewesen war, aber wg. Rippenprellung gänzlich unmöglich…  und die Schwägerin, die besorgt hier anrief, um zu hören wo wir denn blieben ziemlich irritiert war, als ich ihr sagte, wir würden doch am Donnerstag zur Feier kommen…

– mein Zimmer ein einziges Chaos ist und ich wegen Rippenprellung nichts, gar nichts aufräumen kann … ähemmm hätte ich schon lange vor der Prellung tun müssen, regt mich aber jetzt doch sehr, sehr auf…

–  ich zudem das Näh- und Bügelzimmer im Keller heute trotz Rippenprellung  komplett räumen musste (mit Hilfe des Liebsten und der Tochter), weil das Abflussrohr aus der Küche eben dort hinter einer Verblendung, die natürlich auch zu entfernen war, entlang führt und der Installateur vielleicht noch heute oder vielleicht morgen oder vielleicht erst Hinterwoche kommt, um den Stau im Rohr zu beheben oder gleich ein neues Rohr  einsetzen wird … die Verstopfung ist nämlich definitiv im Rohr und nicht direkt am Abfluss unter dem Spülbecken… (Wir sollten ein neues Haus kaufen, wer weiß, was demnächst noch alles zu Bruch geht oder seinen Diesnst aufkündigt …    die Regenrinne ist auch schon ziemlich marode…)  … der Installateur ist allerdings sehr nett, sozusagen der einzige ein  Lichtblick, selbst wenn er erst Hinterwoche Zeit hat!

–  mein Internetzugang alle nasenlang seinen Geist aufgibt und ich stundenlang damit beschäftigt bin, ihn wieder zu beleben…

Frage: Führen Sie auch immer Steine in Taschen mit sich… 15. Juli, 2010

Posted by Rika in Allgemein.
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… Sie oder Ihre Angehörigen – Bruder, Vater, Mann, Freund, Sohn, Lebensgefährte, Schwester, Tochter, Freundin, Mutter?

Nein?

Ich auch nicht.

Deshalb verwundert es mich auch, dass der Autor des ergreifend verständnisvollen Berichts: „Ali, Tatiana und die Steinwürfe“ wiederum es so gar nicht seltsam findet, dass  „die Kinder“  die Steine, die sie auf die jüdischen Tänzer warfen, schon in ihren Taschen trugen

Tatiana Ilchenko, auch eine Tänzerin, hört, wie ein junger Mann „Juden raus“ in sein Megafon ruft, sie sieht, wie Kinder in ihre Taschen greifen, Steine herausziehen und Richtung Tänzer werfen. Sie ist erschrocken, entsetzt, da muss doch jemand eingreifen, denkt sie.

Da nimmt auch Ali einen Stein. Und wirft.

…. sondern vielmehr  den kleinen Ali stellvertretend für die „Kinder“ als weiteres Täter- Opfer der Sahlkamp-Fete stilisiert  …

Es ist eine Geschichte von Tätern und Opfern also – und ein Versuch, Antworten zu finden, drei Wochen, nachdem die Steinwürfe arabischstämmiger Jugendlicher auf jüdische Tänzer so viele in der Stadt aufgeschreckt haben und selbst Zeitungen in den USA und Israel darüber berichteten.

…   das jedenfalls ist mein Eindruck, den der Artikel wohl auch hinterlassen soll.Das harte und schwere Los der Migranten in Deutschland bringt es halt so mit sich,

Ein anderer Bruder von Ali ist 17 Jahre, der kräftige Oberkörper steckt in einem engen Muskelshirt. Wegen der Duldung dürfe er die Stadt nicht verlassen, nicht mal nach Langenhagen fahren. „Das ist wie im Knast.“ Ob er noch zur Schule geht? „Förderschulabschluss“, sagt er. Was er mal werden will? „Ich weiß es nicht.“ Bei der WM habe er jedenfalls immer den Gegnern von Deutschland die Daumen gedrückt. „Weil ich in diesem Land nie Spaß hatte.“

dass man gegen Juden Stimmung macht und Steine wirft…

Es gibt hier eine Menge solcher Geschichten, Geschichten von schwierigen Bedingungen, begrenzten Fähigkeiten und vom Scheitern, und wahrscheinlich haben sie eine Menge mit Ali und den Steinwürfen zu tun. Wer elf ist, sucht Vorbilder.

Alis Cousin darf dann auch noch mal das Statement wiederholen …

Mohammed, Alis Cousin, ist 15, er trägt eine Schirmmütze und beherrscht die Posen der Rapper. „Alle hier im Viertel hassen Juden“, sagt er. Warum? „Ist eben so.“

… das zur „Rechtfertigung“ erläuternd herangezogen wird:

In der sozialen Hierarchie muss es immer einen geben, der noch tiefer steht – und das sind hier, wo mehr als 80 Nationen in wenigen Blöcken zusammenwohnen, die Juden. Mohammed erzählt von der jüdischen Familie, die aus dem Viertel vertrieben wurde. Eines der Mädchen sei gezwungen worden, Sand zu essen. Sie erzählen das wie eine Anekdote, nicht wie etwas Skandalöses.

… Leider fühlt sich der Autor nicht bemüssigt, das nicht so stehen zu lassen.  Er hätte  zumindest den Lesern dieses Rührstücks sehr klar vermitteln müssen:

Es ist ein Skandal, wenn Menschen beschimpft und vertrieben werden, weil sie   J U D E N    sind!

Artikel wie dieser dienen der Verharmlosung des neu um sich greifenden Antisemitismus, weil sie ihn mit sozialer Ungerechtigkeit, mit Benachteiligung und mit Verständnis zu erklären suchen, statt aufzudecken, was sich tatsächlich hinter der Aussage verbirgt  : „Alle hier im Viertel hassen Juden. Ist einfach so.“

Es geht nicht darum, dass Benachteiligte andere Benachteiligte brauchen, denen es noch schlechter geht, um sich selbst besser zu fühlen, wie uns Thorsten Fuchs glauben machen will,  es geht um  Hass gegen JUDEN.

Das hatte der Sozialarbeiter im Sahlkamp nicht begriffen, der die „Du-Jude“ Schimpfwörter doch längst kannte und der Schreiber dieses „herzergreifenden“  Erklärungsversuchs der Steinewerfer vom Sahlkamp ganz offensichtlich auch nicht.

Die humanitäre Hilfe geht weiter… 13. Juli, 2010

Posted by Rika in israel, meine persönliche presseschau.
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Oh, ja,  das ist sehr beruhigend!

Das darbende arabisch-stämmige Volk im Gazastreifen ist nicht vergessen. Die Hilfe naht!

Ein Schiff wird kommen.

Beladen mit Hilfsgütern aller Art nimmt es von Libyen aus zügig Kurs auf die Küste.  Die HAZ schrieb zwar zunächst, dass damit die ägyptische gemeint sei, nur gemeint sein könne, denn es gehe ja um Hilfe und nicht schon wieder um Blockaden, die mit aller Macht gebrochen werden sollen wie unlängst  die von einem türkischen Schiff angeführte Armada so eindrucksvoll propagandistisch vorgeführt hat.  Aber heute war zu lesen, dass der „Kapitän des unter moldawischer Flagge fahrenden Frachters ‚Amal Thea‘, Ajasch Daradschi, […] Berichte zurück [wies], wonach das Schiff die Ladung auf der agyptischen Sinai-Halbinsel löschen werde.“    „Libysches Schiff hält Kurs“  HAZ, 13.7.2010, Seite 4

Es droht also doch eine Wiederholung der Vorgänge auf der Marvi-dingsda.

Lieschen Müller meint zwar, dass Marvi-dingsda eine gezielte  und geschickt eingefädelte taktische Aktion war und die Türkei das Flotten- Manöver vor allen Dingen brauchte  und systematisch nutzte, um den Schwenk in der Außenpolitik weg von Israel und hin zu den islamistischen Mullahs des Iran irgendwie plausibel zu machen. Die Rechnung ist ja auch prompt aufgegangen. Es war doch völlig klar, dass Israel die Seeblockade nicht aufheben und die Flotte nicht in Gaza anlanden lassen würde. Mit den entsprechenden Massnahmen zum Stop der in „friedlicher“  Absicht reisenden friedensaktiven Blockadebrechern musste doch jeder vernünftig denkende Mensch rechnen, zumal die israelische Regierung die Seefahrer zu keiner Zeit im Unklaren darüber gelassen hatte, die Anlandung in Gaza zu verhindern. Und das sollten die türkischen Initiatoren der Blockadeure nicht gewusst haben? Lachhaft.

Nun ist also wieder ein Schiff unterwegs nach Gaza.

Die Israelis werden das Schiff nicht nach Gaza lassen, Libyens Diktator wird seinen großen Auftritt haben und die ungläubig staunende freiwestliche Welt wird sicher nicht ein weiteres  Mal auf das dummdreiste Manöver hereinfallen, sondern ganz sicher Israel in den Rücken stärken fallen und dazu aufrufen, die seltsamen Seemanöver gegen angeblich hilfsbereiter Gaza-Freunde in Zukunft zu unterlassen. (An dieser Stelle kann sich jeder die ihm passende Lesart aussuchen. Viel Vergnügen beim Herausfinden der „optimalen Nachricht“!)

Die deutsche Fregatte (kreuzt sie noch im schönen Mittelmleer?), die den Waffenschmuggel an die Hisbollah unterbinden sollte, wird sich an dem Aufbringen der unter falscher Solidaritätsflagge segelnden Kriegstreiber aus Libyen beteiligen und so der Welt deutlich machen, dass der Westen uneingeschränkt solidarisch an der Seite Israels steht – schwimmt!

(Wenn das irgendwie  nach „Traumschiff“ klingt, sind das die Spätfolgen der WM, ich habe doch im Halbfinale  was ganz anderes  statt Fußball gesehen …. )

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Der mutmaßlich neueste Stand der Dinge am 14. 7. 16.10h, soweit ich das internetmäßig erfassen konnte:

(Gehört hatte ich es schon in den Nachrichten auf d-radio gegen 14.00h, fand aber keine Bestätigung im Netzt.)

Das Traumschiff nimmt Kurs auf Ägyptens Hafen Al Arisch …

Israel hat das Kräftemessen auf hoher See offenbar gewonnen. Der Frachter „Al Amal“ habe Fahrt aufgenommen und steuere nun den ägyptischen Hafen Al Arisch an, meldete das israelische Armeeradio. Sollte sich diese Meldung bestätigen, wäre das unter moldawischer Flagge fahrende Schiff den Aufforderungen der israelischen Marine nachgekommen. Bis zu acht Kriegsschiffe hielten sich in den vergangenen Stunden in der Nähe der „Al Amal“ auf.

Aber damit hat die lustige Seefahrt noch lange kein Ende, wie die ARD zuberichten weiß:

Falls die „Al Amal“ nun tatsächlich Ägypten statt Gaza ansteuert, wird Israels Marine aber voraussichtlich schon bald vor einer weiteren Bewährungsprobe stehen. Mehrere Organisationen haben für die nächsten Wochen und Monate Hilfsschiffe angekündigt – mit Kurs auf Gaza.

Darunter ist voraussichtlich auch ein Schiff der tapferen Edith aus der Eifel.  Den Hinweis auf die ungewöhnliche Friedensbringerin verdanke ich  achgut,  wie meistens gut im Bilde und bestens informiert und informierend!

Nörgelig… 13. Juli, 2010

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
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was habe ich (haben wir) geschwitzt in den letzten tagen –

so schlecht geschlafen in den schwül-heißen nachtstunden –

schon am frühen morgen  (zur erklärung: rentnermorgens gegen 9.00h) beim frühstück auf der terrasse sonnenschirm und markise aufgespannt und ausgefahren wg. zu viel licht und wärme –

drei mal am tag geduscht und trotzdem klebrig –

nein, das war nicht schön –

kraftlos das tagwerk verrichtet  (rentnertagwerk) –

gestern die unwetterwarnung …  der blick zum himmel … das gärtchen sturmfest gemacht … drei tropfen regen … etwas wind …  das war’s, jedenfalls   hier bei mir auf dem dorf  … dabei hatte ich mich so auf ein kräftiges gewitter und die damit erwartete abkühlung gefreut –

kein gewitter bei uns, aber (laut fernseh-berichterstattung) in der nachbarschaft und das ziemlich heftig –

und heute saß ich FRIEREND am frühstückstisch auf der terrasse!

echt!

kalt war’s … so ca 21°  … gar nicht schön –

und jetzt klebe ich schon wieder –

das wetter ist irgendwie seltsam, oder?

Still, so still… 8. Juli, 2010

Posted by Rika in aus meinem kramladen, Sport.
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war es gestern im Dorf…

Ich habe ja schon mehrfach erwähnt, dass ich spannende Sportereignisse nicht mehr live verfolge, weil ich eben die Spannung nicht mehr aushalte.

Also sah sich der Liebste gestern das Halbfinale Deutschland-Spanien allein unten im Wohnzimmer an und ich machte Gebrauch vom Zweitgerät, das oben „im Dach“ steht.   („Im Dach“ ist der familieninterne Ausdruck für die beiden Zimmer und den Saunabereich oben im ausgebauten  Dachgeschoss.) Es lief eine wunderbar sanft-seichte Schnulze, die mir weder Herzklopfen noch sonst irgendeine Aufregung verursachte … schöne Bilder, schöne Landschaft, schöne Menschen und alles wird gut!

Wegen der Hitze im Dach hatte ich die Fenster geöffnet …

… in Schnulze und Stricken vertieft (ich stricke seit gestern  😉  Eierwärmer artige Mützchen für Frühchen, die in einer der hannoverschen Kliniken geboren und dort umsorgt und umhegt werden, mehr dazu später!)  …merkte ich es zunächst gar nicht …  doch dann fiel es mir auf:

Keine Jubelrufe, kein Aufschreien, keine Tröten … nichts  gar nichts … kein Laut!

Sie haben also verloren und das Dorf trauert…

Heute in der HAZ ein großes Bild auf der Titelseite und der Aufdruck:    SCHADE!

Dem schließe ich mich inhaltlich voll an und finde es ausnahmsweise sogar mal gut, wie die haz berichtet und sich dabei jeglicher Häme und peinlicher Schuldzuweisung enthält … mal sehen, ob das so bleibt, gestern war das Spiel schließlich sehr kurz vor Redaktionsschluß zu Ende und der Redakteur vielleicht nicht nur traurig, sondern  auch ein bisschen müde …

Meistens versuchen   Sportreporter und  -journalisten  mit  verbalen Blutgrätschen  Höchstleistungen und Weltrekorde aufzustellen….

Der Text der Schande unserer Volksvertreter… 5. Juli, 2010

Posted by Rika in islam, israel.
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… findet sich HIER

Das ist die bis zur Lektorierung vorläufige Fassung der gemeinsamen Beschlussvorlage der im Bundestag vertretenen Parteien, über die EINMÜTIG – EINSTIMMIG und zustimmend abgestimmt wurde!

Ein Dokument der Schande!

Unterzeichnet von Dr. Kauder, Dr. Friedrich und Fraktion  (CDU/CSU), Dr. Steinmeier und Fraktion (SPD), Frau Homburger und Fraktion (FDP), Frau Künast, Herrn Trittin und Fraktion (Grüne)

Dass sie sich nicht schämen, diese Damen und Herren angesichts ihres  (will man es  aus Höflichkeit nicht „widerwärtig“ nennen, so muss man doch sagen)  unangemessen-realitätsfernem, bar jeder Vernunft und ohne politischen Sachverstand  erscheinenden  Tuns,  in welchem  sie sich mit diesem Text, der zwar auch einige  feigenblattartige, „ausgewogen“ erscheinende Passagen hat, von Israel distanzieren und der islamistischen Hamas in die Hände spielen – sehr zur Freude aller,

die hierzulande ein besonderes Verständnis für die Belange der Palästinenser aufbringen und

schon mal gerne „Juden raus“ rufen,

die Vergleiche anstellen zwischen Hitlers Nazi-Deutschland und der israelischen Politik unter Netanjahu,

die Gaza für ein KZ halten und die stetig wachsende Bevölkerung des Gazastreifens zu einem Genozid erklären,

die die Sicherheitsvorkehrungen gerne mit   „der Mauer“ und dem antiimperialistischen Schutzwall der DDR gleichsetzen,

die israelische Fahnen aus Fenstern entfernen lassen, weil sie den Volkszorn der Friedensreligionsanhänger befördern könnten und

israelische Fahnen auf Kundgebungen verbrennen und dabei „Tod den Juden“ brüllen,

die Steine auf jüdische Tänzer während eines „Festes der Nationen“ werfen,

die gerne jüngste Hamasaktivisten-Kinder  mit Dschihad-Kostümierung samt Sprengstoffgürtel bei „Friedenskundgebungen“ präsentieren,

die aber keinen Aufstand anzetteln, wenn israelische Zivilisten von eben jenen  vorbildernden Selbstmordattentätern in den Tod gerissen werden…

WEM sind unsere Volksvertreter  etwas   schuldig  und WAS schulden sie wem, dass sie sich geschlossen auf die Seite derjenigen stellen, die den Terror unterstützen und denen in die Hände arbeiten, die nach wie vor der Charta der Hamas nicht abgeschworen haben? Dass sie aus Torheit handelten  oder gar aus  antijüdischen und/oder antiisraelischen  Haltungen will ich einfach mal nicht annehmen … obwohl sich diese Vermutung mehr als nur aufdrängt.

……………………….

Einen (weiteren) Kommentar zu der Beschlussfassung gibt Ulrich Sahm, aus dessen Bericht ich auch den Hinweis auf den Text der Beschlussfassung übernommen habe.

Wie immer sehr lesenswert die Gedanken bei  Lizas Welt zum gleichen Thema!