jump to navigation

Eberesche – gerupft… 30. September, 2010

Posted by Rika in neues vom gärtchen.
6 comments

Da steht sie nun, die ehedem so stattlich-schöne, Königin des Gärtchens, Augenweide und mein ganzer Stolz, die Eberesche und sieht aus wie ein gerupftes Huhn. Ich weiß nicht, ob es statthaft ist, Bäume mit Hühnern zu vergleichen und wer von beiden mehr Gründe hätte, beleidigt zu sein,  mir fiel nur einfach kein passender Vergleich ein…

Über meinen viel geliebten Baum habe ich ja schon mehrfach geschrieben, meistens zu dieser Jahreszeit. Diese Jahreszeit ist eindeutig die schönste für Ebereschenbäume- oder -büsche, wenn nämlich die Beeren leuchten, die Blätter langsam die Farbe wechseln und hungrige Amseln in Scharen  die leckeren Früchte stibitzen.

Diese Jahreszeit ist auch die geeignetste, Büsche und Bäume zu stutzen und in Form zu bringen.

In Form!

Eben!

Da der Liebste und ich deutlich dem Alter der Hochbetagten entgegengehen und uns auf wackeligen Leitern, an hohe Bäume gelehnt, nicht mehr so recht wohl fühlen, übernehmen die anwesenden Söhne des Hauses die Aufgabe des Stutzens und Kürzens.

Die Eberesche hatte einen Schnitt dringend nötig, war sie doch mit den Jahren hoch in den Himmel gewachsen, was den Proportionen eines Reihenhausgärtchens nicht mehr so wirklich entsprach. Schon vor zwei Jahren hatten die Söhne darum deutlich die Höhe verringert, dabei aber eine nicht zu übersehende Asymmetrie verursacht,

die beim diesjährigen Schnitt ausgeglichen werden sollte.  Und so machte sich der anwesende Sohn an die Arbeit…

schnitt hier ein wenig und sägte da,

die Nachbarin gab gute Ratschläge, der Liebste liebt das Kürzen und Absägen sowieso und ich war nicht zu Hause  –  ich habe das Grab meiner Eltern versorgt.

Als ich nach getaner Arbeit zu Hause eintraf, fiel mein Blick zuerst auf einen wahrhaft riesigen Berg von dicken und dünnen Ebereschenästen und -zweigen … richtete sich dann in die Höhe … eine überschaubare Höhe, eine geringe Höhe, eigentlich nur eine kleine, unwesentliche, baumbuschartige Erhebung im Gärtchen…

Es war ein großartiges emotionales Erlebnis!

Ein paar Tage später kletterte der Hausherr selbst nochmals auf die Leiter, um eine weitere geringfügige Kürzung vorzunehmen, ein Stumpfende ragte allzu seltsam in den Himmel…

Und so sieht sie nun aus, meine kleine Eberesche…

Ein gerupftes Huhn, eben!

Die Amseln wirken auch etwas verstört… ist doch das Angebot an Futterbeeren in diesem Jahr deutlich geringer als gewohnt….

PS

Auch wenn es in dem obigen Text etwas anders anklingen könnte, ich bin total froh, dass der Studentensohn die Baumschnittaktion sooo ausgeführt hat. So kann die Eberesche noch Jahre im Gärtchen bleiiben. Sie wird ganz sicher viele neue Äste und Zweige hervorbringen, sie wird blühen und viele Früchte bringen, aber eben nicht mehr immr weiter in den Himmel wachsen.

Glockengeläut… 30. September, 2010

Posted by Rika in aus meinem kramladen, meine persönliche presseschau.
1 comment so far

Wenn man, wie ich, in einem kleinen Städtchen aufgewachsen ist, das zudem in der abendländisch-christlichen Tradition verwurzelt war, dann gehört das Glockengeläut einfach zum Leben dazu. In meinen ersten Lebensjahren wohnte ich in etwas größerer Entfernung zum nächsten Kirchturm, entsprechend leise war das Geläut der Glocken zu vernehmen, dafür aber umso lauter das Dröhnen der Maschinen in den Fabriken, die auch des nachts nicht ruhten.

Ein Umzug an die Grenze zu den Niederlanden verschlug uns ins tief katholische Münsterland und die Wohnung lag in unmittelbarer Nähe einer Kirche mit einem – so schien es mir damals – gewaltigen Glockenturm, von dem nicht nur die Stunden verkündet wurden,  die halben und die viertel natürlich auch!!!,  sondern vor allem  zur Messe und den täglichen Gebetszeiten geläutet wurde,  natürlich auch in aller Herrgottsfrühe um Fünf! Es dauerte einige Tage und wir hatten uns an das morgendliche Gewecktwerden gewöhnt, schliefen wieder ein und wurden später erst gar nicht mehr wach. (Wir waren ja nicht katholisch… 😉  meine Mitschülerinnen besuchten manchmal schon vor Schulbeginn die erste Messe!)

Meine weiteren Stationen führten mich über diverse Städte mit diversen Kirchen und mehr oder weniger lauten Glocken in mein jetziges Dorf mit einer nur kleinen Kirche und einer eher leisen Glocke, die brav die Stunden zählt  – die halben, wie auch die viertel -, auch in der Nacht.

Ob in der großen Stadt vor den Toren meines Dorfes auch noch die Stunden per Glockenklang verkündet werden, weiß ich nicht so genau, aber an Sonntagen ist es schon ein wunderbarer Klang, wenn von den Kirchtürmen der Stadt zum Gottesdienst eingeladen wird – und das höre ich schon, weil meine Gemeinde in der großen Stadt liegt und von allen Seiten kurz vor Zehn die Glocken der umliegenden Kirchen   zu hören sind… Baptistengemeinden haben in aller Regel kein Glockengeläut.

Den Ruf eines Muezzins hörte ich zum ersten Mal in Israel, laut und durch einen Lautsprecher leicht verzerrt und schrill. In der Altstadt von Jerusalem ist er besonders durchdringend und überall zu vernehmen ….   Mir klang er wie ein Schlachtruf!  Während unserer diesjährigen Türkeireise war der Muezzinruf unser morgendlicher Wecker, schrill und für meine Ohren auch nicht schön, aber es gibt schlimmere Wecker! Als ich später  in einer Biographie las, wie sehr die Autorin die Poesie des Muezzinrufs  in deutschen Landen vermisst, konnte ich das nicht so recht nachvollziehen, sagte mir aber, dass es für nicht christlich sozialisierte Menschen wohl auch nicht nachvollziehbar ist, dass Glockengeläut ein angenehmes Gefühl von Vertrautheit  hervorrufen kann  – sofern man es überhaupt noch bewusst wahrnimmt – und dass man sich wohl mehr oder weniger mit den örtlichen Gegebenheiten abfinden und sich ihnen anpassen muss.

Muss man aber wohl nicht überall!

In einer kleinen Stadt haben  Zugereiste eine Eingabe gegen das Glockenläuten gemacht. Nun stört die Glocke weder den nächtlichen Schlaf, noch das Heimatgefühl der Zugewanderten.

Hier kann man die Geschichte nachlesen, die ich bei achgut entdeckt habe.

Wie heißt es doch in Schillers Lied von der Glocke so trefflich:


Gefährlich ist’s, den Leu zu wecken,
Verderblich ist des Tigers Zahn,
Jedoch der schrecklichste der Schrecken,
Das ist der Mensch in seinem Wahn.

Dem ist nicht viel hinzuzufügen….

Es wäre vielleicht nicht so schlecht, „Die Glocke“ zum verbindlich-verbindenden Kulturgut zu erheben… man muss sie ja nicht unbedingt auswendig lernen… aber lesen, lesen sollte man sie!

… „eine gewisse Akzeptanz der Islamisten… 27. September, 2010

Posted by Rika in islam, israel, meine persönliche presseschau.
Tags: , ,
add a comment

… als Mitspieler ist Voraussetzung für ihre politische Eindämmung.“

Schon klar.

Wir haben verstanden!

Das ist die unumgängliche Einsicht in die realen Verhältnisse und das Fazit eines Artikels, der sich unter dem Titel: „Hamas lässt sich nicht ignorieren“ mit den Nahost-Verhandlungen beschäftigt.

.

Eine gewisse Akzeptanz der Vergewaltiger ist Voraussetzung für ihre sexuelle Enthaltsamkeit.“

Klingt doch irgendwie   –  logisch,   oder?

Dem, der so einen Satz in einem öffentlichen Qualitätsmedium äußerte, würde man umgehend bescheinigen, nicht mehr alle Tassen im Schrank oder einen an der Waffel zu haben.

Geht es aber um den „Friedensprozess“,  darf man ungestraft eine „gewisse Akzeptanz für Islamisten“ einfordern, ohne befürchten zu müssen, auch nur ansatzweise für nicht mehr zurechnungsfähig erklärt zu werden.  Außerdem bietet sich die „gewisse Akzeptanz“ ganz hervorragend dafür an, dass das Scheitern der Verhandlungen   „den Siedlern“   angelastet werden kann, denn deren „Provokation“ ist offensichtlich!  „Islamisten“ haben  dagegen keinerlei Schuldzuweisung oder Verantwortung für das mögliche Scheitern zu befürchten.   Aber vielleicht die Befürworter  der „gewissen Akzeptanz  der Islamisten“ , beinhaltet doch die „gewisse Akzeptanz“ die  stillschweigende Duldung und damit die ebenso stillschweigende Zustimmung zu:

der Charta der Hamas

und der nicht weniger israelfeindlichen Fatah

den Drohungen Ahmadinedschads,

den Ankündigungen Nasrallahs,

den islamischen Hasspredigern weltweit,

dem   Chor fanatischer Anhänger der Religion des Friedens, die die Auflösung des Staates Israel fordern, übrigens nicht nur in rein muslimischen Ländern, sondern auch  bei uns in deutschen Landen.

Wir sollten endlich der „gewissen Akzeptanz für Islamisten“ eine deutliche Absage erteilen und zu einer Null-Toleranz-Politk  gegenüber islamistischen Gruppierungen, Parteien und Staaten überall auf der Welt kommen – nicht nur im Interesse eines Friedens in Nahost und im Interesse Israels, sondern ganz entschieden auch in unserem eigenen Interesse!

Das Aufgeben der „gewissen Akzeptanz für Islamisten“ müsste  in Bezug auf die finanzielle  Gaza-Hamas-Fatah-Unterstützung mit der absoluten Streichung der geldlichen Mittel für Islamisten einhergehen  … und würde damit vermutlich deutlich mehr Wirkung erzielen als jede „gewisse Akzeptanz“….

Mein Navi… 26. September, 2010

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
Tags:
add a comment

Hier soll nicht die Rede sein von den eingebauten oder nachgerüsteten  Wegweisern im Auto, die mit freundlicher Stimme die Richtung vorgeben und bei Nichtbeachtung immer wieder beharrlich „Bitte wenden!“ anmahnen. So ein Ding hätte ich zwar gerne für die Besuche meiner Kinder in den großen Städten, in denen man so einen Lotsen durch das Gewirr von Einbahnstraßen und Schleichwegen gut gebrauchen könnte, aber mein Liebster will kein Navigationsgerät, ihm genügt der Blick auf die Karte (meistens ist es mein Blick, weil ich sozusagen Navigatorfunktionen übernehme(n muss)), der ergänzt wird durch die  (meine!) vorherige Abfrage beim Suchmaschinchen.   Inzwischen habe ich eine stattliche Anzahl von Wegbeschreibung von A nach irgendwo. Dass  eine Fahrt noch nie im Nirgendwo geendet ist, allenfalls hin und wieder zeitliche Verzögerungen durch unvorhergesehene Baustellen oder mein berüchtigtes Rechts-Links-Syndrom  mit sich brachte,  verhindert wohl auch  langfristig  die Anschaffung eines Navis,  und selbst  mit den Irrungen verbundene  auch schon mal  …   ähämmm … zwischenzeitliche Ehetiefs sind kein Grund für ein  Navi, meint mein Mann!  (Die „ehelichen Tiefs“ sind ja zum Glück nur  zu vernachlässigende Randerscheinungen    und halten darüberhinaus  die Kommunikation doch recht lebendig, zumindest im Auto …  😉  )

Ich meine vielmehr  einen sehr speziellen Navi.

Vor einigen Wochen hatte ich ein interessantes Gespräch mit einem meiner Studentensöhne. Er musste und wollte im Rahmen seines Theo-Studiums seine erste Predigt halten. Die Perikope hatte ihm einen Text aus dem Römerbrief beschert: Römer 8, 14 – 17

„Denn so viele durch den Geist Gottes geleitet werden, die sind Söhne Gottes. Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, wieder zur Furcht, sondern einen Geist der Sohnschaft habt ihr empfangen, in dem wir rufen, Abba, Vater! Der Geist selbst bezeugt [zusammen] mit unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind. Wenn aber Kinder, so auch Erben, Erben Gottes und Miterben Christ, wenn wir wirklich mitleiden, damit wir auch mitverherrlicht werden.“  (Elberfelder Übersetzung)

Es gibt gewiss einfachere Bibelstellen für eine erste Predigt als ausgerechnet diese, aber der Student wollte nicht kneifen und predigte  „nach der Perikope“.  Leider konnte ich nicht an seiner „Premiere“ teilnehmen, er hatte mir aber den Text seiner Predigt zugemailt und wir führten ein interessantes und langes Gespräch.

Im Nachdenken über seine, wie ich finde,  gute Predigt – die ich hier aber nicht wiedergeben will, das würde einfach zu weit führen, außerdem hatte sie einen anderen Schwerpunkt als den, auf den ich hier hinaus will – und der ihr zugrunde liegenden Bibelstelle,  blieb ich immer wieder gleich bei dem ersten Vers hängen:

„Denn so viele durch den Geist Gottes geleitet werden“ …

Ich habe schon viele Predigten über den Heiligen Geist gehört und mich immer wieder damit beschäftigt wie die Leitung durch den Geist Gottes in meinem Leben geschehen ist und immer noch geschieht.  Es gibt viele Möglichkeiten der Auseinandersetzung und des Meditierens über „Gottes Geist, Heiliger Geist“.

Plötzlich kam mir der Vergleich mit einem höchst irdischen Instrument zur Wegbestimmung und Leitung in den Sinn, eben dem Navigationsgerät in einem Auto.

Ich stellte mir vor, dass ich durch die Taufe und das Empfangen des Heiligen Geistes mit einem inneren geistlichen Navi ausgerüstet worden bin, der mir sehr präzise die Richtung für mein Handeln und Leben vorgibt und mir immer wieder  das Ziel bewusst macht, zu dem hin ich unterwegs bin: Gottes Reich und Ewigkeit.

Doch wie im wahren Autofahrerleben, gibt es auch im geistlichen Leben die Möglichkeit, die Ratschläge des Navigationssystem außer Acht zu lassen, quasi zu ignorieren und zu fahren wie man lustig ist.  Und wie im richtigen Autofahrerleben gerät man dabei leicht auf holprige Nebenstrecken, in Sackgassen oder an Einbahnstraßen, in die man dummerweise in einem Moment der Unaufmerksamkeit (oder manchmal auch mit voller Absicht) entgegen der gebotenen Richtung eingefahren ist.  Dann meldet sich der Navi zu Wort: „Bitte wenden“  und / oder er macht einen neuen zielführenden Vorschlag: „In 50 m links abbiegen“  oder „Jetzt rechts abiegen“

Mein sehr spezieller „Navigator“ macht das auch immer, wenn es mich mal wieder in eine Gegend verschlagen hat, die mit der vorgegebenen „Himmelsrichtung“ nicht mehr in Einklang ist oder ich meinen eigenen Fährten gefolgt bin, die aber nicht wirklich zu meinen eigentlichen Ziel führen.

Und ich bin dankbar, dass sich die Stimme meines inneren Navigators nicht dauerhaft abstellen lässt – im Gegensatz zum Navi in einem Auto –  und auch dann immer wieder zu vernehmen ist, wenn ich gerade einem ganz anderen Programm folge.  Und toll ist auch, dass die Zielvorgabe schon fest programmiert ist und ich nicht durch einen Tippfehler oder eine falsche Postleitzahl das Leitsystem selber auf eine falsche Spur führen kann.  Und weil ich zu den Menschen gehören, die auch gern etwas „Richtiges“ in der Hand halten möchte, bin ich froh darüber, dass mein „Navi“ so gut mit meiner Bibel zusammenarbeitet und beide Systeme kompatibel sind.

Heute musste ich wieder an die Bibelstelle denken, deshalb dieser Eintrag über „meinen Navi“…

Als ich die bayrische Burka trug… 25. September, 2010

Posted by Rika in meine persönliche presseschau.
1 comment so far

… war ich noch ein  Kind   –  in meiner Erinnerung  im Alter zwischen 3 und 10 Jahren…

Meine Mutter hatte mir das traditionelle Kleidungsstück der  deutschen Frauen und Mädchen in mehrfachen Ausführungen  selbst geschneidert – wie sie übrigens alle meine damaligen Kleidchen, Röcke, Jacken, Hosen und sogar Mäntel für mich nähte. Die bayrische Burka war vor allem  im Sommer einfach ein MUSS, für kleine Mädchen und auch erwachsene Frauen trugen sie gerne, nicht nur in Bayern!  Hübsche Baumwollstoffe wurden für das Oberkleid verarbeitet, der Ausschnitt mit Spitzen versehen, silberne Knöpfe zierten das Oberteil. Eine zum Oberstoff passende Halbschürze und die weiße Bluse mit Puffärmel komplettierten das Gewand.  Ich mochte die Traditionskleidung sehr, lediglich die Puffärmel der Bluse gaben manchmal Anlass zur Klage, ich war nämlich ein ziemlich dünnes Kind damals und damit die Puffärmel auch hübsch und adrett an der richtigen Stelle des Oberarms saßen, hatte Mutter sie mit einem Gummiband versehen, das bei einigen Modellen ein wenig eng geraten war und demzufolge für Unbehagen sorgte.  Praktischerweise hatte ich auch immer mehrere passende Schürzen, ich war nämlich nicht nur ein sehr dünnes, sondern auch ein sehr spielfreudiges Kind und das sah man den Schürzen auch schnell an, das Kleid darunter blieb jedoch meistens sauber und so reichte es, einfach eine frische Schlürze umzubinden ….

Das ist leider das einzige Dokument, das ich auf die Schnelle von mir und der bayrischen Burka finden und einscannen konnte. Die Burka ist ein Sondermodell ohne Blusenteil und Puffärmel.  War meine Mutter nicht eine hübsche Frau? Angst vor Hunden? Nein!

Übrigens gibt es Bilder meiner Mutter und ihrer drei Schwestern aus den dreissiger Jahren, die die hübschen Mädchen auch schon in bayrischer Burka zeigen. Leider lassen sich die Bilder nicht ohne Probleme einscannen….  Bleibt noch anzumerken, dass die Heimatstadt meiner Mutter und ihrer Schwestern – meine Geburtsstadt – verglichen mit München hoch im Norden liegt an einem bedeutendem Nebenfluss der Ruhr. Das ist wichtig, weil die Autorin es für wichtig hält darauf hinzuweisen, dass man dieses Kleiungsstück nun auch „in Stuttgart“ trägt und sogar auf „Sylt“!    „Wieder!“ kann ich allenfalls noch gelten lassen!

Es ist eben nicht so, dass die bayrische Burka auf Bayern, Almen und Münchener Volksfeste festgelegt war.  Aber das konnte die junge Autorin aus eigener Anschauung ja nicht wissen und vermutlich hatte sie auch keine Möglichkeit, sich über bayrische Burkas im Internet zu informieren. Dort gibt es nämlich den Eintrag erst seit ihrer genial-reißerischen Überschrift für ihren wenig genialen Artikel. Früher hießen die Dinger „Dirndl„, wie  die Schreiberin der Glosse dann doch anmerkt und  die  gibt es schon seit Ewigkeiten, was man auch an den Einträgen im Suchmaschinchen ablesen kann. Die Dirndl bringen es auf ca 1700000 Einträgen, der Stand für die bayrische Fastganzkörperverhüllung dagegen aktuell nur auf schmale 14500, wobei man davon ausgehen kann, dass die Mehrheit der Einträge sich  wohl eher auf Burka beziehen.

Ein „amüsanter“  Artikel  … der vermutlich ein Beitrag zur bayrischen Supergaudi sein  und wohl unbedingt zur gegenwärtigen Diskussion um Volksbräuche und das Recht auf die freie Kleiderwahl  der Zugewanderten passen soll…

Und, ja,  ohne die trefflich gewählte Überschrift hätte ich den Beitrag vermutlich  gar nicht erst bemerkt…

Darf man – in Anlehnung an die Frage der Autorin im Text, ob man mit einem Dirndl alles machen kann – eigentlich so eine irreführende Überschrift wählen oder macht man damit die Burka und ihre Trägerinnen lächerlich und die sind dann wieder total beleidigt und auf dem Oktoberfest wird eine bayrische Fahne verbrannt…

Kollaborateure… 24. September, 2010

Posted by Rika in israel.
Tags: ,
add a comment

… werden, sofern sie mit Israel kollaborieren, hingerichtet. Nicht von den Israelis – das  entspräche allerdings eher dem Feindbild „Israel“ -, nein, von den „eigenen“ Leuten in Gaza und im Westjordanland.  Seltsamerweise finden diese Hinrichtungen kaum oder gar kein Echo in den deutschen Medien, die sonst über getötete Palästinenser berichten und Israel dafür verantwortlich machen und verurteilen.

Aber natürlich trägt Israel auch die Verantwortung für das Töten der Kollaborateure durch die „Widerstandskämpfer“ der Hamas und Fatah.  Das jedenfalls schreibt Sumaya Farhat-Naser in ihrem Buch „Disteln im Weinberg“.  Ab Seite 95 berichtet sie über  Ra, den Jungen, der von seinem Onkel „angeworben“ wird mit den Worten:

„Diese Verbrecher (gemeint sind in diesem Fall NICHT  die Israelis, sondern Palästinenser aus dem Dorf. Anmerk. von mir.) haben deinen Vater getötet, sie haben kein Herz. Wenn du Rache üben willst, so helfe ich dir. Hier, nimm dieses Handy,folge diesen zwei Personen, beobachte, wo sie hingehen, mit wem sie sich treffen, wie ihr Tagesablauf aussieht, und berichte es mir.“

Ra tut, was der Onkel ihm rät, wird aber bald darauf an einen anderen Mann verwiesen, der ihm in Zukunft die Aufträge zur „Beobachtung“ gibt. Aus dem Verhör-Video der Palästinenser , dem Frau Farhat-Nasers  Bericht über Ra zugrunde liegt, geht hervor, dass die Männer, die Ra beobachtete, von „den Israelis“ umgebracht wurden.

„Wieviel Menschen sind gestorben?“ fragt der Vernehmer. „Acht“ antwortet der Jugendliche. „Hast du sie getötet?“ wird gefragt.  Ra antwortet mit „Ja“.  „Welche Strafe verdienst du?“ „Ich verdiene den Tod.“ „Welchen Tod verdienst du?“ „Ich verdiene es, auf grausamste Weise getötet zu werden. Wie einen Hund soll man mich durch die Straßen schleifen.“   (Die wörtliche Rede zitiere ich wörtlich! Seite 98)

Ra wird schließlich erschossen.  Die Autorin kommentiert das Geschehen wie folgt:

„Ein Tabuthema wie dieses anzusprechen ist sehr gefährlich. Der israelische Geheimdienst will das Kollaborateurensystem für die Besatzung und Beherrschung aufrecht erhalten.“  Sie berichtet ferner, dass die meisten Kollaborateure zwischen 12 un 17 Jahren alt sind und „im Gefängnis rekrutiert [werden], wo sie extremem physischem und psychischem Druck ausgesetzt sind – durch Schläge, sexuellen Missbrauch und Androhunglanger Haftstrafen. …“ Seite 99 f

Ihre unterschwellige Botschaft lautet: Es ist die Besatzung, es sind somit die Israelis, die die Schuld für die Tötung der Kollaborateure tragen.  Das Töten selbst wird von ihr zwar zutiefst bedauert, aber nicht hinterfragt, nicht einmal im Ansatz. Genauso wenig übrigens wie die Tatsache, dass mit dem „Ausüben  Wollen der Rache“ der junge Ra von seinem Onkel zur Kollaboration verführt wird.

Das Buch, das die Friedensaktivistin als ihren Beitrag zum Kampf ihres Volkes begreift,  ist nur sehr schwer zu ertragen, reiht es doch  eine „israelische Gräueltat“  an die nächste.  Auch wenn die Autorin immer wieder beteuert, trotz ihrer Wut, ihres Zorns und ihrer Trauer  keinen Hass zulassen zu wollen, sind es aber genau diese Gefühle von Trauer,  Unverständnis, Wut und  Zorn, die sie mit subtiler Suggestivkraft im Leser hervorruft und weniger israelfreundlich gestimmte Menschen als ich könnten durchaus zu Verachtung oder gar Hass gegenüber Israel angespornt werden – ganz im Sinne der „Friedensarbeit“, für die Frau Farhat-Naser ausgezeichnet wurde…

Warum ich ausgerechnet heute darüber schreibe?

Weil die heutige Ausgabe von Israelnetz über die Todesstrafe für einen Kollaborateur berichtet:

Bei dem Verurteilten handelt es sich nach Angaben des PCHR um den 28-jährigen Omar Hmeidan Kaware aus Chan Junis. Er war bei einer Massenfestnahme von Kollaborateuren durch Hamas-Sicherheitskräfte verhaftet worden. Nun soll er durch ein Exekutionskommando hingerichtet werden.

Al-Ghusein bezeichnete die Festnahmen als „Sieg gegen Israel“: „Der Besatzung ist es misslungen, Gaza in einen Morast von Kollaboration und Verrat zu verwandeln.“ Alle Verdächtigen, die sich in Gewahrsam befänden, hätten ihre Verbrechen gestanden, fügte er laut der palästinensischen Nachrichtenagentur „Ma´an“ hinzu.

Wie das PCHR mitteilte, warten fünf Palästinenser auf die Vollstreckung ihrer Todesurteile wegen Kollaboration. Drei weitere wurden im Mai hingerichtet. Nach Auffassung der Menschenrechtsorganisation sind Kollaborateure „ein fester Bestandteil der israelischen Besatzung“. Deshalb müssten sie belangt werden. Doch jeder habe das Recht auf einen fairen Prozess.

Ich kann nicht beurteilen, inwieweit die Anschuldigungen, die Frau Farhat-Naser erhebt, gerechtfertigt sind.  Ich kann auch nicht beurteilen, inwiefern Israels Sicherheit von der Zusammenarbeit mit Palästinensern im Gazastreifen und Westjordanland maßgeblich abhängig ist.

Aber ich empfinde es als menschenverachtend und zynisch, wie die „Palästinensische Organisation für Menschenrechte“ mit diesem und wohl ähnlichen Todesurteilen umgeht. Nicht das Töten wird kritisiert, sondern die Tatsache, dass das Urteil „nicht der gesetzgebenden Gewalt zur Bewilligung vorgelegt worden sei“. Die eigenen Leute werden getötet, weil es dem Kampf gegen Israel dient. Es ist eine andere Variante der Gewalt und des Tötens, die/das grausam und blutig in den „Selbstmordattentaten“  gipfelt. Selten nur werden die arabisch-palästinensischen Terrorakte von deutschen Politikern und / oder  in den Meinung bildenden Medien scharf verurteilt.   Für die Friedensaktivisten in unserem Land   sind die Selbtmordattentate legitime Formen des Widerstandes. Frau Farhat-Naser hält wohl auch die Entführung „eines israelischen Soldaten“ von israelischem Gebiet in den Gazastreifen für einen „Widerstandskampf“, schreibt  sie doch  in ihrem Tage-Buch  „Disteln im Weinberg“ von Widerstandskämpfern, die die Entführung durchführten.     Den Namen des Soldaten,  Gilad Schalit,   kannte sie wohl beim Erstellen ihres  Tagebucheintrags vom 25. Juni noch nicht, aber sie verschweigt ihn auch  in dem Eintrag vom 28. Juni, den sie über die „israelische Militärakation Sommerregen“ schreibt, die auch prompt ihr Echo in den Medien  findet ! Über palästinensische Gewalt gegen Israel wird man  dagegen nur wenig in deutschen  Zeitungen und Magazinen erfahren und schon gar nicht ohne den erklärenden Hinweis auf die Notlage der Menschen in den „Besetzten Gebieten“.

Und palästinensische Gewalt gegen Palästinenser ist erst recht kein Thema für die Friedensbewegten in unserem Land. So wird man über das Todesurteil für den Kollaborateur vermutlich nicht aus unseren Zeitungen erfahren.

Herr A. aus I. klärt auf… 23. September, 2010

Posted by Rika in meine persönliche presseschau.
add a comment

Endlich!

Lange Zeit haben wir uns verzweifelt gefragt, wie es zu dem Verhängnis am 11. September 2001 kommen konnte – haben die Fluglotsen versagt? Gab es Versäumnisse bei den zuständigen Behörden?

Nun endlich klärte Herr A. aus I. die Welt auf:

Ahmadinedschad sprach am Donnerstag von Theorien, nach denen eigentlich die USA hinter den Anschlägen vom 11. September 2001 steckten. Einige hätten spekuliert, die Terrorakte seien auf diese Weise verübt worden, um zu versuchen, das Überleben des israelischen Staates zu sichern, sagte Ahmadinedschad in New York.

Eingeweihten Antizionisten war das ja eigentlich schon seit langem klar. Deshalb fördern sie ja auch das Regime im Iran durch ihre überaus guten Geschäftsbeziehungen. Dumm nur für die A-Sympatisanten und Geschäftemacher, dass es immer noch Menschen im Iran gibt, die Herrn A. und die Geschäfte mit ihm  so gar nicht gut finden:

Vor dem Sitz der Vereinten Nationen in New York demonstrierten rund 800 Menschen gegen die Teilnahme des Iraners an der Generaldebatte der UN-Vollversammlung. „Ahmadinedschad ist ein Terrorist“, riefen die mit Plakaten und iranischen Fahnen ausgerüsteten Demonstranten. „Es ist Zeit für die internationale Gemeinschaft, aufzuhören, mit Ahmadinedschad Geschäfte zu machen“, sagte Ali Safawi, Mitglied des Nationalen Widerstandsrats des Iran, in den sich zahlreiche im Exil agierende iranische Oppositionsgruppen zusammengeschlossen haben. Das iranische Volk müsse „endlich den demokratischen Wandel“ bekommen, den es verdiene.

Deutsche Unternehmen gehören übrigens zu den wichtigsten und erfolgreichsten Partnern des Mullah-Regimes – da kann Frau Merkel leider gar nichts machen… zumal Herr Obama sich die größte Mühe gibt … nun ja … Herrn A. zu einem Dialog zu bitten … auch wegen Israel!   Herr Westerwelle findet Hernn A.’s Äußerungen trotzdem „abwegig und verletzend“.

Natürlich werden die lukrativen Geschäfte mit dem Iran weiter gehen, Herr A. wird weiter gegen den nicht korrekt bezeichneten Staat im Nahen Osten und gegen den großen Satan ganz im Westen wettern …  und wir wissen nun endlich Bescheid über das WTC …

Ein Brief an Sigi… 23. September, 2010

Posted by Rika in aktuell.
Tags:
3 comments

Nein, nein, ich habe ihn leider nicht selbst verfasst, den Brief an Sigi, schon, weil ich nicht die biografischen Faktoren erfülle, aber unterschreiben würde ich den Brief an Sigi …

Hier kann man ihn lesen!

Mein Brief an die Partei mit der Aufforderung, den Thilo nicht auszuschliessen, sondern mit ihm zu reden und seine Argumente ernst zu nehmen, wurde zwar beantwortet – mit dem Hinweis auf eine Videoansprache der Genossin Andrea N. -, aber leider  mit dem Festhalten an den Ausschlußbemühungen…. wegen der Eugenik … was mich ehrlich gesagt doch etwas irritiert, ich habe nämlich  inzwischen das Buch gelesen und die Eugenik nimmt doch nur einen sehr bescheidenen Teil des gesamten Werkes ein und der Sigi meint ja inzwischen auch, dass, wer sich nicht integrieren will, das auch nicht muss und gerne in sein Heimatland zurückkehren kann.  Und überhaupt will er nun viel härter gegen Integrationsunwillige vorgehen…  Nur bei dem Thilo, da will er hart bleiben…

Vielleicht ist dem Brief von dem Walter an den Sigi ja mehr Erfolg beschieden. Es wäre der alten Tante und dem Thilo zu wünschen … und den ganzen  Genossen, die heimlich dem Thilo  zustimmen … die gibts nämlich, auch wenn die Andrea das nicht so gerne hat…

Feige oder weise…? 20. September, 2010

Posted by Rika in israel.
Tags: , , ,
1 comment so far

Gestern fand in meiner Gemeinde ein „Abend der Begegnung“ statt. Abende der Begegnung sind regelmäßige Veranstaltungen  bei denen wir über interessante Themen mit Gästen ins Gespräch kommen und auch unsere Baptistengemeinde in der Öffentlichkeit mehr bekannt machen wollen. Meistens wird ein Referent, eine Referentin eingeladen, es finden Lesungen statt oder Konzerte. Immer folgt nach dem „darbietenden Teil“ ein offenes Gespräch und / oder eine Diskussion über das Gehörte (Gesehene).

Gestern hatte der Arbeitskreis, der die Abende organisiert, eine bekannte „Palästinenserin“ eingeladen.

Ich hatte vor Jahren ihr Buch „Thymian und Steine“ gelesen – und es mir im Vorfeld der Veranstaltung erneut stichprobenartig zu Gemüte geführt. Das Buch berührt mich,  weckt sehr ambivalente Empfindungen in mir: Mitgefühl und Mitleid, aber auch Unverständnis und Abwehr, ja, sogar kaum zu zügelnden Widerspruchsgeist bis hin zu  Zorn. Einerseits lösen die romantisch verklärenden Bilder eines wild-schönen Landes und der melancholischen Erinnerungen ganze Wogen empathischer Anteilnahme aus, andererseits    macht mich die Einseitigkeit, der subjektive Faktor, die unverhohlenen Anklagen und Anschuldigungen wütend, werden doch –  mal unterschwellig, mal offen  –   die Schuldigen nur auf der einen Seite gesehen: Es sind die Israelis  – die „Fremden“ – wie Frau Farhat-Nurser in ihrer Einleitung sagt, die, die ihrer Meinung nach  nicht in „ihr“ palästinensisches Land gehören.   – Ich weiß, dass ich hier sehr verkürze! –  Und ich ärgere mich zusätzlich darüber, wie leicht es  ist, der Betroffenheitslyrik zu verfallen, und wie sehr es Frau Farhat-Naser darauf anlegt, mit  brilllanter Technik auf der Klaviatur der Propaganda ihren Lesern und Zuhörern den Verstand zu vernebeln  und sie einzulullen und blind zu machen für andere als „ihre“ Tatsachen und Argumente.

Gestern nun las Frau Farhat-Naser aus ihrem Buch „Verwurzelt im Land der Olivenbäume“  und ich hätte die Möglichkeit gehabt, die Autorin persönlich kennenzulernen und meine Vorbehalte (und Vorurteile) an der  (für mich) bis dahin „virtuellen“ Person abzugleichen mit dem realen Menschen und seiner Wirkung auf mich. Aber schon die im Internet lesbaren Hinweise auf ihr Buch ließen mich aufhorchen und ich fragte mich, wieso diese Frau sich immer noch als Friedensaktivistin „feiern“ lässt, wird doch in der öffentlichen Darstellung  ihrer „Friedensarbeit“ der Konflikt reduziert auf den „Schuldigen“ Israel (von den wenigen „positiven“ 😦  Ausnahmen der israelischen Linken abgesehen) und die für den Frieden kämpfenden „Palästinenser“.   Die Machtkämpfe innerhalb der palästinensischen Gesellschaft, die zunehmende Radikalisierung islamischen Lebens durch sukzessive Einführung Scharia konformer Gesetzte (durch die Hamas),  das Leiden der arabisch-palästinensischen Christen in einer islamischen Umgebung, die Christen ausgrenzt und benachteiligt,  die drakonischen Strafen für Palästinenser durch die palästinensischen Behörden bei dem Verdacht der Kollaboration mit dem Feind, das alles kommt nicht hinreichend zur Sprache.

Ein weiterer Blick ins Internet förderte diesen Brief zu Tage und raubte mir endgültig die Fassung! Wie kann ich jemanden, der  über Arafat – Israel das Folgende schreibt, als ernsthaft  Friedensbemühte begreifen?

…. Der gewählte Präsident sollte gelähmt werden und in diesem Zustand für alles Übel verantwortlich gemacht werden. Er wurde benutzt, damit die israelische Politik, Fakten am Boden schafft, die Mauer und damit die Landnahme manifestiert und die Verhandlungen blockiert. Sein Volk sollte ihn disqualifizieren und beseitigen, um mit ihm den eigenen Traum zu zerstören. Je mehr das beabsichtigt wurde, umso mehr erwachte die Solidarität und das Mitgefühl, umso mehr empfanden wir, dass der Beistand zu Arafat ein Teil unseres Kampfes für Selbstbestimmung ist. Wir allein entscheiden über! unsere politische Gegenwart und Zukunft, und wollen es durch demokratische Prozesse schaffen. Arafat sollte eingehen, womöglich durch seine eigenen Leute. Das wäre die Rache. Aber je mehr die israelische Führung das anstrebte, desto mehr gewann er an Beistand, und politisch gerieten wir in ein Dilemma. Die Sicherheitssysteme waren vom Militär zerstört, normales Regieren und Kontrollieren war nur begrenzt möglich. …

Und bei einer erst vor wenigen Tagen stattfindenden Lesung äußerte sie diese Ansichten :

Der Frieden, so verdeutlichte die Referentin im Laufe ihres gut einstündigen Vortrags, das ist für sie das „Nebeneinander und Miteinander“ von Israelis und Palästinensern: die Zweistaatenlösung. Doch dafür, klagte sie, sei die Zeit noch nicht reif: „Die Verhandlungen werden scheitern“, prognostiziert sie schonungslos, „weil es für den israelischen Ministerpräsidenten Nethanjahu zu früh ist.“ Israel brauche Land. Die Besatzungspolitik ziele auf die Einschränkung der Mobilität und als Folge der Produktivität der Palästinenser, so die Ansicht der palästinensischen Christin. „Unsere Situation ist schrecklich und wir sind traurig, wütend, zornig und viele verzweifeln.“

(Hervorhebung von mir)

Polemik pur und eine völlig unverhohlene eindeutige Schuldzuweisung. Kein Wort über die Hamas und kein Wort über die bekannte unnachgiebige Haltung selbst der als gemäßigt geltenden arabischen Brüder in Jordanien und Ägypten, von den Scharfmachern ganz zu schweigen … kein Hinweis auf Nasrallah, kein Hinweis auf den Iran!  Ich war vollkommen entsetzt!

Darum blieb es dann doch bei dem…

Hätte!

Ich bin zu Hause geblieben.

Heute wurmt es mich – irgendwie , aber gestern fühlte sich  die Entscheidung richtig an. Im vergangenen Jahr, als der AK „Abend der Begegnung“ Frau Rohlfs zum Themenabend „Israel“ eingeladen hatte, habe ich mich mit nahezu allen Mitgliedern des Arbeitskreises angelegt, um den Auftritt der bekennenden „Friedensaktivistin“ und größten lebenden „kritischen Israelfreundin“ zu verhindern. Frau Rolfs wurde wieder ausgeladen, aber ich bin ziemlich sicher, dass das ohne den massiven Protest etlicher anderer hannoverscher Christen nicht passiert wäre, weil ich nämlich mein „Kritikerkonto“ nicht nur in Sachen Antisemitismus und Israelkritiker überzogen habe (und Kritik bei Christens ohnehin ein schwieriges Thema ist!!!) und man mich demzufolge gut und gerne in die Nörglerecke stellen und damit meine kritischen Anmerkungen zu Frau Farhat-Naser oder Frau Rohlfs getrost überhören kann.

Gestern schien es mir nicht möglich, in „meiner“ Gemeinde einem Vortrag zu folgen ohne mich im anschließenden Gespräch einzumischen und gleichzeitig wusste ich, dass mein Einmischen total kontraproduktiv gewesen wäre, weil ich eben nicht in wohlgesetzter Rede lediglich Fragen an oder Anmerkungen zu Frau Farhat-Naser gemacht hätte, sondern vermutlich (ich kenne mich gut genug) meine Emotionen nicht unter Kontrolle gehabt hätte und man leicht mein engagiertes Eintreten für Israel als „agressiv“ wahrgenommen und/oder missverstanden hätte.  Ich beherrsche leider nicht die Leichtigkeit der scharf gewürzten Rede, die inhaltlich überzeugt, trotz der Worte! Bei mir hört man vor allem  immer auch den „Ton“, der bekanntlich die Musik macht,  und „leise Töne“ wollen mir einfach nicht gelingen.   Ich bin von Natur aus mit einer kräftigen Stimme gesegnet und wenn ich über ein Thema diskutiere, das mir sehr am Herzen liegt, klingt meine Stimme auch sehr nachdrücklich … übrigens geht das anderen Mitgliedern meiner Herkunftsfamilie ganz ähnlich… 😉

So hielt ich es für weiser, zu Hause zu bleiben. Mein Mann bestärkte mich darin und meinte auch nach dem Abend, an dem er teilgenommen hatte, ich hätte gut daran getan.

Trotzdem fühle ich mich heute nicht wirklich gut … es tröstet mich ein wenig, dass Markus und ein paar andere Leute mit einer Flugblatt-Aktion die Sache Israels vertreten haben. Markus hatte mich gefragt, ob ich mitmachen würde und ich habe ihm aus den oben genannten Gründen abgesagt… leider!

AUSDRÜCKLICHER HINWEIS:

Markus hat inzwischen einen Bericht über die Flugblattaktion (und die Reaktion darauf 😦   ) und über Vortrag und Diskussion geschrieben. Grund für  eine Unterhaltung mit meinem Pastor, ist doch das Selbsverständnis unserer Gemeinde „christusorientiert, menschenfreundlich und weltoffen“ zu sein … und der Abend der Begegnung gedacht, mit den Menschen dieser Welt freundlich ins Gespräch zu kommen !

Die öffentliche Wirkung eines Buches… 18. September, 2010

Posted by Rika in aus meinem kramladen, islam.
Tags: ,
1 comment so far

….    mit gesellschaftskritischen Inhalten hängt im Wesentlichen weniger vom Inhalt des Buches ab, als vielmehr vom Bekanntheitsgrad seines Autors / seiner Autorin und dessen / deren Ansehen in der Gesellschaft.

Sicher, das ist nur eine Behauptung, die ich weder durch eine entsprechende öffentlich zugängliche Statistik, noch nur eigene Recherche belegen kann,  allenfalls das Medienecho auf zwei bereits erschienene Bücher und  das zu erwartende für das demnächst erscheinende Buch bringen mich zu dieser „Erkenntnis“.

Das „Deutschland schafft sich ab„-Buch hat bereits für erheblichen Wirbel gesorgt und muss hier nicht nochmals vorgestellt werden, es sei mir aber ein Hinweis auf einen Kommentar erlaubt, der sich mit der Wirkung des Sarrazin-Buches beschäftigt. Matthias Matussek hat ihn geschrieben, wunderbar zu lesen, meine ich! (Für Interessierte: Texte auf seiner Homepage)

Das Buch  „Es geht ums Überleben“, das in der vergangenen Woche Basis einer Lesung in einer Buchhandlung Hannovers war, hat es –  samt seiner Autorin –  lediglich zu einer kurzen Berichterstattung in der HAZ geschafft. Seine Autorin ist katholische Christin und Ordensfrau, die sich aufgrund eigener Erfahrungen kritisch mit dem Islam auseinandersetzt. In dem Bericht der HAZ heißt es unter anderem:

Es geht ums Überleben“ heißt ihr Buch (Herder Verlag, 16,95 Euro), in dem sie die Verfolgung irakischer Christen anprangert. Die 40-Jährige kann von Menschen berichten, die gefoltert wurden, um sie zum Islam zu bekehren. Von einer Frau, die mitansehen musste, wie Muslime ihren Mann und ihre sechs Kinder enthaupteten. „In Bagdad wurde eine Christin mit 72 Schüssen ermordet, weil sie keinen Schleier tragen wollte“, sagt sie. Zehntausende irakische Christen sind inzwischen geflohen. Mit entschlossenem Gesicht, am Habit die Bundesverdienstmedaille, sitzt Schwester Hatune zwischen Laptop und Beamer – ein Medienprofi, wie einst Mutter Teresa. Nur weitaus streitbarer. …

(Hervorhebung von mir)

und weiter:

Die andere Seite zeigt sie, wenn sie vor der Weltislamisierung warnt. Dann ist sie eher Heißsporn als Heilige, und sie scheut keine Verallgemeinerung. Nur zehn Prozent der Türken, schätzt sie, seien echte Demokraten. Ganz ohne Ironie erklärt sie, dass die Alphabetisierung die Lage im Orient nur verschärfe, weil Muslime dann den Koran mit seinen intoleranten Texten lesen könnten: „Ich habe nichts gegen Moslems, ich habe etwas gegen ihre Gesetze.“ Die Scharia bedrohe längst Europa: „Wer unsere Gesetze nicht annimmt, muss raus aus diesem Land“, fordert sie und erntet Zuspruch aus dem Publikum.

Der Verfasser des HAZ-Berichtes kann sich dem Zuspruch des Publikums wohl nicht anschließen, meint er doch, der streitbaren Ordensfrau stünde ein sehr spezieller Preis zu:

Wenn irgendwann ein Thilo-Sarrazin-Preis für pauschale Islamkritik verliehen wird – sie wäre eine ideale Aspirantin.

Es ist interessant, dass er von „pauschaler Islamkritik“ redet, obwohl er zuvor ausdrücklich auf die eigenen Erfahrungen der Autorin als christlichem Flüchtling und als Tätige vor Ort in islamisch dominierten Gesellschaften hinweist. Was ist daran pauschal, wenn die Kritik sich sehr explizit zu Vorgängen äußert, die eine massive Verletzung der Menschenrechte im Namen Allahs darstellt.  Was ist daran pauschal, wenn von Morden an Christen im Namen des Propheten Mohammed und seines Koran die Rede ist? Was ist daran pauschal, wenn Menschen um ihr Leben fürchten müssen, weil sie der Religion des Friedens den Rücken kehren? Nein, das ist alles andere als pauschal, doch der Schreiber dieser schlichten Zeilen schließt  lieber Augen und Ohren vor den Gräueltaten, die im Namen des Islam überall auf der Welt begangen werden und erklärt bereitwillig,  die geäußerte Kritik sei pauschal – sarrazinisch, eben! Damit verunglimpft er gleich zwei Menschen, die sich, wenn auch vor unterschiedlichem Erfahrungshintergrund, nicht in gewohnter angepasster Weise zum Isalm äußern.

Und er lässt in seiner Schlussbemerkung offen, ob  Schwester Hatune in ihrer Auseinandersetzung mit dem Islam einen Kreuzzug führen oder verhindern wolle und versteigt sich gar zu der Äußerung, dass man denen, die man bekämpft, oft ein wenig ähnlich sehe…  wem aber sieht dann der Schreiber ähnlich?

Schade, dass Hatune Dogan nicht annähernd so bekannt und populär ist, wie die Autorin des Buches, das die wohl bekannteste Kämpferin für Frauenrechte  geschrieben hat, dann nämlich  würde sie und ihr Buch in einer großen Öffentlichkeit wahrgenommen.

Ich wünsche jedenfalls dem Buch einen riesengroßen Verkaufserfolg. Schwester Hatune wird das Geld für ihre Arbeit in den „Randbezierken“ unserer Welt sicher sehr gut nutzen können!

.

Dem Buch, das in der nächsten Woche erscheinen wird, werden jetzt schon erste Mahnungen mit auf den Weg gegeben. Alice Schwarzer hat es geschrieben. Auch sie beschäftigt sich mit dem Islam:

Schwarzer sieht die Grundwerte der westlichen Gesellschaft bedroht durch eine „falsch verstandene Toleranz“ gegenüber einer fundamentalistischen Minderheit, die mit Symbolen wie dem Kopftuch ihren Machtanspruch ausbaue. „Das Kopftuch ist seit dem Sieg Khomeinis im Iran 1979 weltweit die Flagge der Islamisten“ – also ein politisches Symbol und kein harmloses Stoffquadrat. Schwarzer sieht das Kopftuch in einer Linie mit der Scharia. Das „wahre Problem“ in Europa sei nicht der islamistische Terrorismus, sondern „die systematische Unterwanderung unseres Bildungswesens und Rechtssystems mit dem Ziel der ,Islamisierung‘ des Westens, im Klartext: die Einführung der Scharia mitten in Europa“.

Sie redet nicht allein über das Thema, lässt auch andere zu Wort kommen. Und sie scheut sich nicht, sehr deutlich ihre Ansichten über die Ausbreitungs islamistischen Herrschaftsanspruchs  in den westlichen Gesellschaften darzulegen:

In dem Vorwort ihres Buches zieht Schwarzer eine gewagte Parallele: „Die Islamisten haben nie ein Hehl aus ihren Absichten gemacht. So wenig wie einst die Nationalsozialisten.“ Weiter heißt es: „Auch in ,Mein Kampf‘ stand ja schon alles drin. Auch wir hätten es damals wissen können, ja müssen. Und auch die aufgeklärten Muslime haben lange, zu lange geschwiegen – aus Angst, des ,Verrats‘ an der eigenen Community bezichtigt zu werden.“ Menschen, die das Kopftuch als Ausdruck religiöser Freiheit verteidigen, wirft sie Verharmlosung vor.

Verwundert es irgendeinen in diesem Lande, dass, noch bevor sich die großen Medien des Buches angenommen haben, der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime in Deutschland von Pauschalisierung spricht und davor warnt, erneut Öl ins Feuer zu giessen und Brunnen zu vergiften?

Aiman Mazyek, Generalsekretär des Zentralrats der Muslime, bezichtigt Schwarzer prompt der Pauschalierung und fordert, „nicht Öl ins Feuer zu gießen, nicht den Brunnen zu vergiften, sondern wirklich etwas für die Integration zu tun“.

Ich bin gespannt, wie laut und wie heftig über Alices Schwarzers Buch diskutiert werden wird.

Die große Verschleierung“ ist dabei mehr als nur ein Hinweis auf die Kopf- oder Ganzkörperbedeckungen islamischer Frauen, es sollte uns vor allem ein Hinweis darauf sein, dass wir endlich die Verschleierungspolitik der uns Regierenden einerseits und die der „Taqiyyah“, der großen verschleiernden Täuschung der Anhänger des Propheten über die wahren Ziele des Islam  andererseits,   aufdecken…

….  auch wenn es uns in den Ruch und die Nähe von  Islamophobie, „Verschwörungstheoretikern“ und Rechtspopulisten bringt! Unverschleiert lebt es sich einfach eindeutig(er), offen(er), wahrhaftig(er) ….

NACHTRAG vom 20. 9. 2010

Siehe zum Thema „Verschleierung“, bzw. Unkenntlichmachung und Verharmlosung  des Islam in der öffentlichen Darstellung und Debatte den Aufsatz:  „An der Grenze von Täuschung zur Volksverdummung“ von Christoph Spielberger auf der „Achse des Guten„!