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Zum Terror und Mord an vier Israelis… 1. September, 2010

Posted by Rika in israel.
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… schreibt Johannes Gerloff bei Israelnetz einen bemerkenswerten Kommentar, den ich  in voller Länge hierher kopiere.

Das Ende der Ruhe vor dem Sturm?

Überrascht hat der Anschlag von der Bani-Naim-Kreuzung zwischen Hebron und Beit Haggai niemanden. Die vergangenen Monate waren die ruhigsten, an die sich die Kinder Israels erinnern können. Die Politiker hatten sich nichts zu sagen. Erstmals seit den Abkommen von Oslo herrschte auf der politischen Bühne zwischen Israel und den Palästinensern absolute Windstille. Und deshalb schwiegen auch die Waffen.

2010 war das bislang terrorärmste Jahr für Israel im 21. Jahrhundert. In den Palästinensergebieten des Westjordanlandes lässt sich die Ruhe mit Händen greifen. Das Land verzeichnete in den vergangenen eineinhalb Jahren Wachstumsrekorde zwischen acht und elf Prozent.

Doch damit scheint es jetzt vorbei zu sein. In Washington trafen der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas mit ihren Verhandlungsteams ein – und lieferten damit den Verhandlungsgegnern einen konkreten Anlass für Bemühungen, die Gesprächsbereitschaft blutig zu durchkreuzen. Natürlich ist verständlich, dass Barack Obama sich endlich seinen Friedensnobelpreis verdienen muss. Und selbstverständlich ist es begrüßenswert, wenn Politiker miteinander reden und um eine Lösung des Jahrhundertkonflikts im Nahen Osten ringen. Aber warum mussten dafür die sechs Kinder der Familie Imes zu Waisen werden? Talya Imes war noch dazu im neunten Monat schwanger, als sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Jitzhak aus nächster Nähe kaltblütig erschossen wurde. Kochava Even Chaim hinterlässt einen Ehemann und eine achtjährige Tochter. Und der 24-jährige Avischai Schindler war jung verheiratet.

Guido Westerwelle verurteilte – gemeinsam mit vielen anderen Politikern aus Nahost und West – den Anschlag „auf das Schärfste“ – ohne auch nur ein Wort für die menschliche Tragödie zu verlieren. Die Opfer waren ja „nur“ Siedler. Auch die außerordentliche Grausamkeit der Täter blieb unerwähnt. Vier Menschen, darunter eine offensichtlich schwangere Frau, wurden kaltblütig aus nächster Nähe erschossen. Der Bundesaußenminister fürchtet lediglich um den „Weg der Verhandlungen und des Friedens“.

Ist das Heilige Land so weit vom Verstehenshorizont westlicher Politiker entfernt, dass man auch nach eineinhalb Jahrzehnten noch nicht in der Lage ist, zu begreifen, dass die Verhandlungswut der Politikergutmenschen den einfachen Leuten hier vor Ort auf beiden Seiten nichts als Leiden und Tod beschert hat? Die Jahre unmittelbar nach Abschluss der Verträge von Oslo erweisen sich im Rückblick als die blutigsten Jahre für die israelische Zivilbevölkerung seit der Entstehung ihres Staates. Warum kommt kein Denker im Westen auf die Idee, auf den Nahen Osten anzuwenden, was in Europa gar nicht so schlecht funktioniert hat: An erster Stelle für das Wohl der Menschen zu sorgen und derweil politische Fragen auf Eis zu legen?!

Haben wir in Europa die Frage von Grenzen und Land nicht unter den Tisch gefegt, um zuerst einmal eine lebenswerte Existenz für alle aufzubauen. Ist das wirklich so schlecht, dass um Deutschland herum so manche Grenzfrage ungelöst blieb? Sollten wir Deutschen den Palästinensern nicht sagen können, dass auch der Aufbau eines demilitarisierten Staates eine vielversprechende Zukunftsperspektive hat? Und warum kann Herr Westerwelle nur den Serben die Anerkennung des Kosovo nahelegen? Warum nicht auch seinen arabischen und moslemischen Freunden die längst überfällige, grundsätzliche und bedingungslose Anerkennung eines Rechts auf Existenz für den jüdischen Staat Israel?
Von: Johannes Gerloff (Jerusalem)

Hervorhebung von mir.

„Die Opfer waren ja nur Siedler!“

Damit trifft Johannes Gerloff den entscheidenden Faktor:  Siedler haben in den Augen bedauerlich vieler Politker und aller Israelkritiker  kein Recht auf   „palästinensisches“ Land und somit ist das Verbrechen, das an ihnen verübt wurde, irgendwie doch selbstverschuldet, von Israel selbst zu verantworten.   man hängt es nicht hoch, macht öffentlich keinen Herrmann davon, und sieht darin lediglich einmal mehr die alleinige Zuständigkeit  der Israelis für die  schleppenden  „Friedensgespräche“, getreu dem  –    Mantra gleich wiederholten  –   Motto: Ohne Siedlungen keine Probleme für den Frieden, räumt die Siedlungen und der Friede ist sicher.

Wie falsch  diese Annahme  ist, zeigt die Räumung des Gazastreifens. Gut 5 Jahre ist das jetzt her und die Hamas verbucht die Räumung als Sieg, nutzt Gaza für stetige Angriffe auf Israel und lässt in keinster Weise die Bereitschaft erkennen, „Frieden mit Israel“  machen zu wollen.  Im Gegenteil. Stolz bestätigt sie, hinter dem Mord an den Israelis zu stehen.

Wie sehr das „Räumt-die-Siedlungen-Motto  zur palarabischen Propaganda genutzt wird, zeigen die letzten Jahre, die eine ständige Zunahme der  „kritischen Freunde Israels“ mit neuen, massiven antiisraelischen / antijüdischen Gepräge auch und gerade hier  in Deutschland erbracht hat.  Das Flottenspektakel schlug hohe Wellen in der Presse und auf der politischen Bühne,  die  Israelgegner traten  offen  mit deutlichem antisemitischen Gehabe und antiisraelischer Hetze auf.

Für den Mord an den Israelis findet Herr Westerwelle nur  dürre Worte und gibt seiner (kaum glaubwürdigen) Besorgnis um den „Friedensprozess“ Ausdruck.

Von den anderen Friedensbewegern hört man nicht einmal das.

ERGÄNZUNG:

Noch pointierter schreibt Ulrich Sahm in diesem lesenswerten Artikel, den ich soeben bei Achgut entdeckt habe:

Guido Gnadenlos

U.W. Sahm

Bundesaußenminister Guido Westerwelle hat pflichtgemäß den ersten tödlichen Terroranschlag auf Israelis seit fast zwei Jahren verurteilt: “Ich verurteile den gestrigen Anschlag im Westjordanland auf das Schärfste. Einziges Ziel dieses Anschlags ist es, den geplanten Beginn direkter Verhandlungen zu blockieren. Ich hoffe, dass alle Seiten die Kraft zu einer besonnenen Reaktion finden und sich nicht vom Weg der Verhandlungen und des Friedens abbringen lassen.“

Zu den diplomatischen Gepflogenheiten gehört eigentlich, den Angehörigen der Opfer eines Anschlags Beileid auszusprechen, auch wenn das nur wie eine hohle Floskel klingt. Doch selbst eine hochschwangere Frau unter den vier Toten und sieben Waisenkinder sind Westerwelle offenbar kein Mitgefühl wert. Man kann nur spekulieren, weshalb Westerwelle nicht einmal die Identität der Opfer des Anschlags erwähnt. Vielleicht weil es Juden, Israelis, oder gar „jüdische Siedler“ waren? …

bitte den ganzen Artikel lesen!

NACHTRAG:

Man hat es sich ja denken können:  Die „Siedler“ sind das Problem! Mit von Betroffenheit bebender Stimme verkündete Petra Gerster in „HEUTE“ vor einer Landkarte mit den rot markierten jüdischen Siedlungen des Westjordanlandes, dass hier das üble Hindernis läge auf dem Weg zum Frieden.

Und statt den Mord mir aller Schärfe zu verurteilen, zeigt das ZDF Siedler, die „Rache fordern“ und macht einmal mehr ziemlich unverblümt deutlich, wen es für die „Anti-Frieden-Aktivisten“ hält. Kein Wort zur terroristischen Hamas, man teilt lediglich mit, dass die Hamas hinter den Morden steht, aber kein Wort über die langfristigen Pläne der Hamas, die doch so klar in ihrer Charta zum Ausdruck gebracht wird. Der Sündenbock, das muss jedem Zuschauer klar sein nach diesem Filmbericht, ist Israel, sind die Siedler.

Etwas moderater die ARD-Berichterstattung über die Aufnahme der Gespräche in Washington, aber auch die ARD nennt in erster Linie die Siedlungen und nicht die Hamas und ihre Hintermänner und Helfershelfer als Stolperstein für den Frieden.

Der „Nahostexperte“ Michael Lüders traf bereits heute Mittag   in einem Interview des d-funk folgende Feststellungen:

Aber man muss sagen, dass alle Versuche in den letzten Jahren, hier einen Durchbruch zwischen Israelis und Palästinensern zu erzielen, gescheitert sind. Aus israelischer Sicht liegt das am palästinensischen Terror, aus Sicht der meisten übrigen Betrachter der Region liegt das vor allem daran, dass der anhaltende israelische Siedlungskolonialismus, namentlich in Ostjerusalem und im Westjordanland, keinen Raum mehr lässt für einen palästinensischen Staat.

Heinlein: Und wie ist es diesmal, Herr Lüders? Wie gut sind die Aussichten, dass diesmal tatsächlich etwas vorangeht zwischen Israelis und Palästinensern, denn der Zeitdruck, den Obama setzt mit dem einen Jahr, ist ja sehr, sehr hoch?

Lüders: Ja, in der Tat. Aber auch andere Präsidenten haben in der Vergangenheit immer wieder einen Zeitplan benannt, in der Regel in der Größenordnung von 12 bis 18 Monaten. Geschehen ist in der Regel dann nichts. Der Siedlungsbau wird weitergehen. Es bleibt immer weniger Land für einen palästinensischen Staat und ich glaube, dass sich die westliche Politik eines Tages die Augen reiben wird und feststellen wird, dass alle Versuche, eine Zweistaatenlösung zu finden, also einen palästinensischen Staat an der Seite Israels zu begründen, ins Leere laufen werden. Die Siedler kontrollieren jetzt schon mehr als 50 Prozent des Westjordanlandes. Es gibt keinen Raum mehr für einen palästinensischen Staat, ganz unabhängig von den Zerwürfnissen auf palästinensischer Seite zwischen Hamas und Fatah. Es gibt immer mehr Palästinenser, die sagen, vergessen wir den palästinensischen Staat, wir haben ein Interesse daran, uns einverleiben zu lassen von Israel. Es wird keinen Staat mehr für uns geben, wir tun besser daran zu fordern, dass wir Staatsbürger Israels werden, um dann auf der Grundlage „one man, one vote“ unsere politischen Vorstellungen in Israel durchzusetzen. Das wird man in Israel natürlich nicht wollen, denn dann werden die Juden im jüdischen Staat die Minderheit werden.

Heinlein: Abschied von der Zweistaatenlösung, das ist neu, Herr Lüders. Ist diese Erkenntnis denn tatsächlich schon angekommen in den USA, aber vielleicht auch auf palästinensischer Seite, bei Abbas?

Lüders: Auf der Ebene der politischen Akteure, seien es die Politiker in den USA, im Nahen Osten und Europa, hält man wie ein Mantra fest an der Zweistaatenlösung, aber immer mehr Beobachter erkennen natürlich, dass eine solche Lösung nicht mehr funktionieren kann mangels Masse. Aber diese Einsicht jetzt zu formulieren, das wäre ein hohes Risiko für die westliche Politik. Insofern hält man fest an einer Fiktion, es könnte eine Zweistaatenlösung geben. …

Hervorhebungen von mir.

Nein, das können die Juden nicht wollen, dass sie im eigenen Staat zur Minderheit werden! Und eigentlich hätte er hinzufügen MÜSSEN, das können auch die demokratischen Staaten dieser Welt nicht wollen, die EU und Deutschland schon gar nicht.

Aber das sagt der Nahostexperte natürlich nicht und leistet damit all denen Vorschub, die meinen, man solle den jüdischen Staat Israel zugunsten der großen palarbischen Lösung ganz einfach abschaffen. Damit hätte die Welt zahlreiche Probleme weniger, die man heute so großzügig an der Existenz Israels festmacht. Der Iran wäre zufrieden, die Syrer,  Ägypten und Libanon, der Vasallenstaat der Hisbollah, die Anhänger des Propheten allemal… Kein Israel, keine Probleme. Die Welt hätte ihren Frieden.

Aber so deutlich wird der Herr Lüders dann doch nicht …  Ob ihm eigentlich bewusst ist, welchen verheerenden Kräften er mit seiner Experten-Meinung Wasser auf die Mühlen leitet? Und tut er das möglicherweise in wohl kalkulierter Absicht?

Und was ist mit einer Rundfunkanstalt, die solche Aktivitäten unterstützt?

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Kommentare»

1. Omar - 2. September, 2010

Johannes Gerloff behauptet, die Waffen hätten geschwiegen. B’tselem verzeichnet in dieser „Schweigephase“ seit dem Gazakrieg Anfang 2009 100 palästinensische Opfer (und fünf israelische, übrigens!) [1].

Die UN listet allein in 2010 (bis Juli) 800 Verletzte im Westjordanland (die Mehrzahl bei Demonstrationen, aber nicht wenige bei „Siedleraktivitäten“ und Aktionen des israelischen Militärs [2], ja, die Ruhe lässt sich mit Händen greifen!). Seit Anfang des Jahres wurden auch mehr als 220 Gebäude in Ostjerusalem zerstört, um die dortigen Palästinenser weiter zu vertreiben. Im Gaza-Streifen wurden dazu noch 40 Menschen getötet und 170 verletzt (ebenfalls seit Anfang des Jahres). So viel also zum Schweigen der Waffen! UND über diese Opfer wurde noch nicht einmal wirklich berichtet. Sie spielen keine Rolle! Ekel!

[1]: http://bit.ly/aiyd8z
[2]: http://bit.ly/9ZiXJx

2. Rika - 2. September, 2010

Omar,
sicher werden Sie zugestehen, dass der Raketenbeschuss auf Israel nicht aufgehört hat und ganz sicher werden Sie auch sagen, dass der Kampf der Hamas gegen Israel nie aufhören wird. Das Ziel ist es, Israel als jüdischen Staat zu zerstören – mit welchen Mitteln auch immer.
Es ist das legitime Recht eines legitimen Staates sich gegen seine Feinde zur Wehr zu setzen.
Traurig ist, dass dabei immer wieder Menschen zu Schaden kommen.
Wir hören mit großer Besorgnis von Aktionen der Hamas gegen die Fatah und/oder gegen sogenannte gemäßigte Palästinenser. Auch bei diesen Gewaltaktionen werden viele Menschen getötet.
Machen Sie Frieden in den eigenen Reihen – und sorgen Sie für die Anerkennung des jüdischen Staates Israel. Das ist der einzige Weg zum Frieden!

3. yael1 - 2. September, 2010

Nun, über die permanenten Raketenbeschüsse wird nicht berichtet. Ekel! Ich kann gern die einzelnen Beschüsse der letzten Monate aufzählen, die in den Medien nie erwähnt werden.
Außerdem hinkt der Vergleich, denn diese Menschen wurden brutal und mit voller Absicht ermordet.
Und wann genau das immer wieder eintritt, weiß jeder. Gaza frei von der Hamas. Das Ziel müsst ihr erreichen.

„Wir hören mit großer Besorgnis von Aktionen der Hamas gegen die Fatah und/oder gegen sogenannte gemäßigte Palästinenser. Auch bei diesen Gewaltaktionen werden viele Menschen getötet.“

Die zählen nicht, denn es waren ja nicht die Isaelis. Mich kotzt diese Doppelmoral an!

4. yael1 - 2. September, 2010

Neuer Terroranschlag der Hamas im Westjordanland – zwei Israelis verletzt

Einen Tag nach dem terroristischen Schussangriff, bei dem am Dienstag nahe Hebron vier Israelis getötet wurden, haben Mitglieder der Hamas erneut einen Anschlag im Westjordanland verübt. Am Mittwochabend wurden zwei Israelis in der Gegend von Ramallah verletzt, als palästinensische Terroristen von einem überholenden Fahrzeug aus das Feuer auf ihr Auto eröffneten.

Bei den beiden Verletzten handelt es sich um Shira und Moshe Moran aus der Siedlung Ma’ale Efraim im Jordangraben. Es gelang ihnen, verletzt aus dem Wagen zu flüchten, bevor es einem der Terroristen gelingen konnte, sie zu töten.

Der militärische Arm der Hamas, die Izz a-Din al-Qassam-Brigaden, bekannte sich auch zu diesem Angriff.

Währenddessen suchen Sicherheitskräfte der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) weiter nach den Tätern vom Dienstag. PA-Ministerpräsident Salam Fayyad gab die Anweisung, alle nötigen Schritte einzuleiten, um die Fähigkeit der Hamas, weitere Anschläge zu verüben, einzudämmen.

In Washington verurteilten sowohl Palästinenser-Präsident Mahmoud Abbas als auch Israels Ministerpräsident Netanyahu den erneuten Anschlag auf den Friedensprozess: „Wir wollen kein weiteres Blutvergießen.“

(Yedioth Ahronot, 02.09.10)

5. Rika - 2. September, 2010

Yael,
hast du diese Bilder von den feiernden Palästinensern gesehen, wie sie schon ihre kleinen Kinder instrumentalisieren für den Kampf gegen Israel und mit ihnen über tote Juden jubeln?
Abscheulich!
Ekel!
Die ganze Berichterstattung ist eine einzige scheinheilige Propagandaveranstaltung für die Palaraber!
Traurig, aber leider wahr…


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