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Mein Navi… 26. September, 2010

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
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Hier soll nicht die Rede sein von den eingebauten oder nachgerüsteten  Wegweisern im Auto, die mit freundlicher Stimme die Richtung vorgeben und bei Nichtbeachtung immer wieder beharrlich „Bitte wenden!“ anmahnen. So ein Ding hätte ich zwar gerne für die Besuche meiner Kinder in den großen Städten, in denen man so einen Lotsen durch das Gewirr von Einbahnstraßen und Schleichwegen gut gebrauchen könnte, aber mein Liebster will kein Navigationsgerät, ihm genügt der Blick auf die Karte (meistens ist es mein Blick, weil ich sozusagen Navigatorfunktionen übernehme(n muss)), der ergänzt wird durch die  (meine!) vorherige Abfrage beim Suchmaschinchen.   Inzwischen habe ich eine stattliche Anzahl von Wegbeschreibung von A nach irgendwo. Dass  eine Fahrt noch nie im Nirgendwo geendet ist, allenfalls hin und wieder zeitliche Verzögerungen durch unvorhergesehene Baustellen oder mein berüchtigtes Rechts-Links-Syndrom  mit sich brachte,  verhindert wohl auch  langfristig  die Anschaffung eines Navis,  und selbst  mit den Irrungen verbundene  auch schon mal  …   ähämmm … zwischenzeitliche Ehetiefs sind kein Grund für ein  Navi, meint mein Mann!  (Die „ehelichen Tiefs“ sind ja zum Glück nur  zu vernachlässigende Randerscheinungen    und halten darüberhinaus  die Kommunikation doch recht lebendig, zumindest im Auto …  😉  )

Ich meine vielmehr  einen sehr speziellen Navi.

Vor einigen Wochen hatte ich ein interessantes Gespräch mit einem meiner Studentensöhne. Er musste und wollte im Rahmen seines Theo-Studiums seine erste Predigt halten. Die Perikope hatte ihm einen Text aus dem Römerbrief beschert: Römer 8, 14 – 17

„Denn so viele durch den Geist Gottes geleitet werden, die sind Söhne Gottes. Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, wieder zur Furcht, sondern einen Geist der Sohnschaft habt ihr empfangen, in dem wir rufen, Abba, Vater! Der Geist selbst bezeugt [zusammen] mit unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind. Wenn aber Kinder, so auch Erben, Erben Gottes und Miterben Christ, wenn wir wirklich mitleiden, damit wir auch mitverherrlicht werden.“  (Elberfelder Übersetzung)

Es gibt gewiss einfachere Bibelstellen für eine erste Predigt als ausgerechnet diese, aber der Student wollte nicht kneifen und predigte  „nach der Perikope“.  Leider konnte ich nicht an seiner „Premiere“ teilnehmen, er hatte mir aber den Text seiner Predigt zugemailt und wir führten ein interessantes und langes Gespräch.

Im Nachdenken über seine, wie ich finde,  gute Predigt – die ich hier aber nicht wiedergeben will, das würde einfach zu weit führen, außerdem hatte sie einen anderen Schwerpunkt als den, auf den ich hier hinaus will – und der ihr zugrunde liegenden Bibelstelle,  blieb ich immer wieder gleich bei dem ersten Vers hängen:

„Denn so viele durch den Geist Gottes geleitet werden“ …

Ich habe schon viele Predigten über den Heiligen Geist gehört und mich immer wieder damit beschäftigt wie die Leitung durch den Geist Gottes in meinem Leben geschehen ist und immer noch geschieht.  Es gibt viele Möglichkeiten der Auseinandersetzung und des Meditierens über „Gottes Geist, Heiliger Geist“.

Plötzlich kam mir der Vergleich mit einem höchst irdischen Instrument zur Wegbestimmung und Leitung in den Sinn, eben dem Navigationsgerät in einem Auto.

Ich stellte mir vor, dass ich durch die Taufe und das Empfangen des Heiligen Geistes mit einem inneren geistlichen Navi ausgerüstet worden bin, der mir sehr präzise die Richtung für mein Handeln und Leben vorgibt und mir immer wieder  das Ziel bewusst macht, zu dem hin ich unterwegs bin: Gottes Reich und Ewigkeit.

Doch wie im wahren Autofahrerleben, gibt es auch im geistlichen Leben die Möglichkeit, die Ratschläge des Navigationssystem außer Acht zu lassen, quasi zu ignorieren und zu fahren wie man lustig ist.  Und wie im richtigen Autofahrerleben gerät man dabei leicht auf holprige Nebenstrecken, in Sackgassen oder an Einbahnstraßen, in die man dummerweise in einem Moment der Unaufmerksamkeit (oder manchmal auch mit voller Absicht) entgegen der gebotenen Richtung eingefahren ist.  Dann meldet sich der Navi zu Wort: „Bitte wenden“  und / oder er macht einen neuen zielführenden Vorschlag: „In 50 m links abbiegen“  oder „Jetzt rechts abiegen“

Mein sehr spezieller „Navigator“ macht das auch immer, wenn es mich mal wieder in eine Gegend verschlagen hat, die mit der vorgegebenen „Himmelsrichtung“ nicht mehr in Einklang ist oder ich meinen eigenen Fährten gefolgt bin, die aber nicht wirklich zu meinen eigentlichen Ziel führen.

Und ich bin dankbar, dass sich die Stimme meines inneren Navigators nicht dauerhaft abstellen lässt – im Gegensatz zum Navi in einem Auto –  und auch dann immer wieder zu vernehmen ist, wenn ich gerade einem ganz anderen Programm folge.  Und toll ist auch, dass die Zielvorgabe schon fest programmiert ist und ich nicht durch einen Tippfehler oder eine falsche Postleitzahl das Leitsystem selber auf eine falsche Spur führen kann.  Und weil ich zu den Menschen gehören, die auch gern etwas „Richtiges“ in der Hand halten möchte, bin ich froh darüber, dass mein „Navi“ so gut mit meiner Bibel zusammenarbeitet und beide Systeme kompatibel sind.

Heute musste ich wieder an die Bibelstelle denken, deshalb dieser Eintrag über „meinen Navi“…

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