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Als präsidiales Wunschdenken… 5. Oktober, 2010

Posted by Rika in islam.
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…  und Tagtraum „von der schönen neuen Welt“

hat sich inzwischen  die Rede unseres Bundespräsidenten entpuppt, die er anläßlich der Feier zur Wiedervereinigung Deutschlands in Bremen gehalten hat.

War am gleichen Tag und auch  an dem danach noch überschwenglich viel Lob für seine blumig-mutigen Worte zum Thema Integration zu hören und zu lesen gewesen, sieht die Meinungslage nach einem weiteren Tag des Nachdenkens über  die Rede und wohl auch des Nachlesens der präsidialen Worte, „der Islam gehört zu Deutschland“,  schon sehr viel differenzierter aus.

Die ehedem eigenen Parteigenossen melden sich ebenso zu Wort wie Künstler und  kirchliche Amts- und Würdenträger. Zwar gibt es einen Konsens darüber, dass Muslime zur bundesdeutschen Wirklichkeit gehören und sie natürlich auch Recht und Freiheit haben, ihren Glauben zu leben, aber die Einschränkung ist unüberhörbar: Die kulturelle Basis Deutschlands liege in den christlich-jüdischen Wurzeln und in der Philosophie der griechischen und römischen  Antike, der Islam jedoch müsse sich den politischen und kulturellen Gegebenheiten in Deutschland anpassen, klingt es noch etwas vorsichtig, aber dennoch deutlich in den heutigen Pressemeldungen an, z.B.in den Onlineausgaben von

spiegel,   haz,   focus,    welt, tagesspiegel, weltdebatte ,     evangelisch

Es scheint, als habe Herr Wulff wieder einmal mit dem  Übereifer des Guten dann doch des Guten zu viel getan. Der Präsident aller Deutschen, Christian Wulff, hat Sorge, die Minderheit der Muslime in Deutschland zu „beleidigen“. Er übersieht dabei jedoch vollkommen die Sorge einer großen Anzahl  der Deutschen „deutscher Herkunft“, im eigenen Land meinungspolitisch entmündigt  und kulturpolitisch islamkonform überrannt zu werden. Nein, ich bemühe jetzt nicht, wie Herr Wulff es in seiner Rede tat, die Floskel von er „Einwanderung nach Deutschland“, die irgendwie und irgendwann einmal  von allen gemacht worden sei, die jetzt „Deutsche“ sind… vermutlich dachte er dabei an die indogermanische Völkerwanderung und die spätere  „Wanderbewegung“ im Zuge der Insustrialisierung.    Die Flucht nach dem Zeiten Weltkrieg wird er wohl nicht gemeint haben können, „wanderten“ die meisten Flüchtlinge doch von Deutschland nach Deutschland…. auch wenn man das heute nicht so laut sagen darf… wg. rechtspopulistisch und so… ich rede von den Leuten hier in Deutschland, die sich als Deutsche begreifen und fühlen, die deutsch reden (oder bayrisch, ostfriesisch, sächsisch oder hessisch), die gerne hier leben und aus einem Urlaub in der Ferne gerne in dieses Land zurückkehren.

Man muss sich aber leider fragen, ob  Herr Präsident  denn gar nichts aus der Sarrazin-Debatte gelernt hat!  So umstritten das Buch Thilo Sarrazins in den Augen der meisten Politiker und Meinungsmacher auch sein mag, das riesige Interesse und  Echo zeigt  doch, dass ein Nerv des Volkes getroffen wurde, der, wenn auch vielfach sehr diffus, doch (auch) ganz entscheidend mit den Ängsten vor dem Fremdsein im eigenen Land, mit Migration und eben  auch mit dem Islam zu tun hat.

Nicht mehr christliches Abendland – mit den  in den  Jahrhunderten  errungenen Freiheiten wie:  Atheismus, „säkulares“ und  frömmstes  Christentum, Frauenrechte, Emanzipationsdebatten, Antibabypille, gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften, Freikörperkultur, Esoterik,  Meinungsfreiheit, Demonstrations- und Streikrecht,  linke und rechte Spinner in und außerhalb der Parteien -, sondern  der mögliche Rückfall in fremd anmutende archaisch wirkende Strukturen  scheint die Zukunft unserer Gesellschaft zu bestimmen, wie sie  sich in der öffentlichen Debatte um Kopftücher, Ehrenmorde, Zwangsverheiratungen und zunehmender Gewalt und die Ablehnung  Deutscher und Deutschlands  durch muslimische Migranten abzuzeichnen scheint.

Herr Wulff wäre gut beraten gewesen, diese Ängste zu thematisieren, sie ernst zu nehmen  und dafür zu werben, offen damit umzugehen, von Seiten der „Herkunftsdeutschen“  und vor allem  von Seiten der muslimischen Migranten.

Dazu gehört nach meinen Verständnis, dass man  nicht gleich die rechtspopulistische Vorwurfskeule schwingt oder Menschen in die Islalmophobenecke stellt, die Ängste und Meinungen über den Islam zum Ausdruck bringen, die nicht dem politisch erwünschten Mainstream entsprechen  und  die eben nicht Herrn Wulffs Traum von Multikulti träumen!

Und andererseits  wäre auch  schon viel gewonnen, wenn von Muslimen erkennbar die Bereitschaft ausgedrückt würde, den Islam ebenso grundgesetz- und deutschlandkonform zu praktizieren,  wie  die christlichen Kirchen und Gemeinschaften und die jüdischen Gemeinden schon seit vielen  Jahren ihre jeweiligen religiösen Traditionen leben und pflegen.  Für Muslime würde das eben auch  bedeuten, nicht  ständig Sonderrechte zu reklamieren und das Recht auf Beleidigtsein  in Anspruch zu nehmen und sich dabei auf Koran und Scharia zu berufen…

Die Debatte über  das „Eigene“ und das „Fremde“, über Verbindendes und Trennendes steht immer noch aus. Sie kann aber nicht geführt werden, wenn man einerseits von fröhlichem Multikulti redet, die Probleme aber ausblendet und   andererseits die Befindlichkeit „der Deutschen“ vollkommen ignoriert.   Und auch wenn, wie Herr Wulff sagte, „Einwanderung stattgefunden“ habe, den Terminus Einwanderungsland vermied er tunlichst, ist Deutschland eben kein klassisches Einwanderungsland, das sich über die Einwanderer definiert, wie es bspw. die USA tun.  Deutschland hat eine eigene kulturelle Tradition, zu der der Islam eben NICHT gehört – und wohl auch nicht gehören kann.

NACHTRAG

Dass auch andere Leute das so sehen, kann man dem Gästebuch des Bundespräsidenten entnehmen, aus dem ich folgende Zitate aufgreife:

Sehr geehrter Herr Bundespräsident,
der Islam als Religion kann in der Bundesrepublik selbstverständlich ausgeübt werden, wir haben nämlich im Grundgesetz verankerte Religionsfreiheit. Er „gehört“ aber nicht zu Deutschland, Zu unserer Kultur „gehören“ die christlich-jüdischen Religionen. Wir sind aber ein Land, in dem es dank der Aufklärung eine Sakularisierung gegeben hat, insofern „gehört“ die religiöse Überzeugung jedem Einzelnen aber nicht dem Staat.
So gesehen war Ihre Äußerung als Präsident unseres Staates, der Islam gehöre zu Deutschland, nicht richtig.

Sehr geehrter Herr Bundespräsident,

mit Ihrer Verbeugung vor dem Islam haben Sie zugleich 78 Millionen andere Bürger verunsichert.
Wie kann eine Religion, die immer noch Zwangsverheiratung, Frauenunterdrückung und Ehrenmorde toleriert jemals wesentlicher Teil der heutigen abendländischen Kultur werden?
Wissen Sie wirklich nicht, dass der Koran den Umgang mit „Ungläubigen“ und damit die Integration eigentlich verbietet?
Zum Glück sind die Fanatiker unter den Moslems nicht in der Mehrzahl. Aber das Verhalten vieler eingewanderter und eben leider auch hier geborener Moslems im täglichen Leben spricht eine deutliche Sprache. Schauen Sie doch einfach mal in die Schulen.
Das überschwängliche Lob der Islamverbände für Ihre Rede ist zugleich eine Ohrfeige für Christen, Juden, Jesiden, Buddhisten, Hindus und andere in Deutschland lebende „Ungläubige“.

Den Hinweis darauf habe ich bei achgut entdeckt, die im Gästebuch angegebenen Namen habe ich hier allerdings  entfernt.

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Kommentare»

1. Rika - 6. Oktober, 2010

http://www.tagesspiegel.de/meinung/andere-meinung/gehoeren-wir-unglaeubigen-auch-dazu/1950404.html

Unter dieser Adresse findet man einen erhellenden Kommentar… ja, ich fühle mich bestätigt!

2. yael1 - 8. Oktober, 2010

Ich will jetzt nicht auf alles eingehen, aber der Islam kann nicht so wie er ist, zu Dtl. gehören. Wenn dem so wäre, müssten wir dann unter anderem auch die Scharia akzeptieren. Dass das mit dem GG nicht vereinbar ist, weiß nun wohl jeder.


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