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Von außen betrachtet… 8. Oktober, 2010

Posted by Rika in Allgemein.
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… genauer gesagt, von Israel aus beobachtet und kommentiert.

Vera Lengsfeld verweist bei der achse auf einen Beitrag Chaim Nolls  zur Sarrazin-Debatte:

Dieser Beitrag von Chaim Noll für die Jüdische Zeitung dürfte auch die Achse-Leser interessieren:

Die Angst zu sehen
Thilo Sarrazins Buch und seine Wirkungen

Es ist spannend zu sehen, wie jenseits der deutschen politischen Meinungsbildung ein Buch wahrgenommen und kommentiert wird. Chaim Noll unterliegt nicht bundesdeutscher Medienmacht und ist auch nicht der Kanzlerin und ihrer Partei oder anderen politischen Größen verpflichtet.

Gerade darum ist seine Stellungnahme so lesenswert! Einige Passagen in Auszügen:

Dem Deliquenten war nichts anderes vorzuwerfen, als dass er ein Buch veröffentlicht und Äußerungen gemacht hat, denen führende Politiker und tonangebende Medien nicht zustimmen. Das scheint heute ausreichend zur öffentlichen Abstrafung eines Menschen, zum Auschluss aus Arbeitsstelle und politischer Partei. Den Ton der Kampagne bestimmten höchste Macht- und Verantwortungsträger, voran die Bundeskanzlerin: Sarrazins Buch sei „nicht hilfreich“, wusste sie schon vor dessen Veröffentlichung, die darin vertretenen Thesen nannte sie „indiskutabel“. Sie hat inzwischen bekannt, das Buch nicht gelesen zu haben, dennoch richtete sie: „Solche schlichten Pauschalurteile sind dumm und nicht weiterführend.“ Überdies beschuldigte sie den Autor schädlicher Wirkungen: „Zur Lösung der Probleme trägt er gar nichts bei, er erschwert sie im Gegenteil. Er fällt Pauschalurteile, spaltet die Gesellschaft und macht eine ganze Bevölkerungsgruppe verächtlich.“

und weiter:

Ein naheliegender Grund, warum Sarrazin demonstrativ bestraft werden musste, ist die wachsende Abhängigkeit europäischer Staaten, darunter Deutschlands, von der Türkei.
Am 11.September, einen Tag, nachdem Sarrazin unter starkem Druck führender Politker aus dem Vorstand der Bundesbank ausschied, schmeichelten die europäischen Außenminister bei einem Treffen in Brüssel ihrem „strategischen Partner“ Türkei: „Die Türkei ist heute in der Welt einflussreicher als jeder EU-Mitgliedsstaat einzeln oder zusammen. Sie ist wirklich eine Weltgröße (global player) und wir müssen mit ihr gerade jetzt in der Außen- und Sicherheitspolitik zusammenarbeiten.“ Dabei verschweigt dieses Statement die wahren Gründe für Europas Appeasement-Politik, etwa die Abhängigkeit vom Erdöl aus Aserbaidshan, dessen Pipeline durch die Türkei führt und das im türkischen Ölhafen Ceyhan verschifft wird.

Dieser Aspekt spielt im gesamten Komplex „Nahhost“ meiner Meinung nach eine wesentliche Rolle, die Abhängigkeit von der Energie- und Geldwirtschaft… und es ist naheliegend, dass DAS nicht öffentlich gemacht wird!

Derlei Hintergründe wurden in Zusammenhang mit Sarazins Buch in deutschen Medien nicht erwähnt. Erst recht nicht von den Politikern. Angeblich geht es um „provokante“ Thesen, mit denen Sarrazin die in Deutschland lebenden Türken „verächtlich macht“. Worin bestehen nun im Einzelnen die Aussagen, mit denen Sarrazin nach Ansicht des Zentralrats der Juden „endgültig eine rote Linie“ überschritten hätte, folglich als SPD-Mitglied und hohen Beamten nicht länger tragbar sei? Offen gesagt, ich habe sie in Sarrazins Buch nicht gefunden. Nicht mit allem, was Sarrazin schreibt oder sagt, bin ich einverstanden. Manches ist mir zu strikt, vielleicht auch zu naiv. Doch darum geht es nicht. Es geht um die Frage, ob er irgendwo Aussagen getroffen hätte, die den hysterischen Aufschrei, die Unverhältnismäßigkeit der Reaktion rechtfertigen.

Der Autor führt weiter aus:

Das meiste, was er schreibt, ist längst im Gespräch, überall Gegenstand der Sorge, Gemeingut der Wahrnehmung deutscher Gegenwart. Die deprimierende Demographie Deutschlands ist allgemein bekannt. Auf meinen Lesereisen höre ich die Klagen von Lehrern über den Niedergang ihrer Schulen durch zunehmend analphabetische, aggresssive, nicht selten bewaffnete Schüler, meist mit muslimischem „Migrationshintergrund“ – auch das ist längst keine „provokante“ These mehr. No-Go-Areas für Nicht-Muslime in deutschen Städten – auch davon hatte man schon vor Sarrazins Buch gehört. Auffallend ist das molluskenhafte Verhalten der Medien. So teilte etwa die Online-Ausgabe der deutschen Illustrierten stern am 6.Juni mit: „Gläubige muslimische Jugendliche in Deutschland sind einer Studie zufolge deutlich gewaltbereiter als Migranten anderer Konfessionen.“ Um sich wenige Wochen später in scheinheiliger Empörung auf Sarrazin zu stürzen, wenn er das gleiche schreibt.

Chaim Noll findet in Thesen und Darlegung keine Provokationen bei Thilo Sarrazin, die geeignet seien, das Buch und seinenVerfasser so zu diskrimienieren,  wie es die „politische Klasse“ tut. Er kommt zu dem Schluß:

Der Sarrazin-Effekt erklärt sich zu einem erheblichen Teil aus der wachsenden Wahrheitsscheu der politischen Klasse. In der Endzeit der Sowjetunion nannte der Moskauer Schriftsteller Juri Trifonow die tödliche Krankheit der Nomenklatur, der herrschenden Schicht der sozialistischen Staaten, „die Angst zu sehen“. Sarrazins Buch und seine extrem unterschiedlichen Rezeptionen haben die tiefe Kluft gezeigt, die im heutigen Deutschland zwischen Bevölkerung und politischer Führung besteht. Auch Frau Merkel lebt in einer „Parallelgesellschaft“: in den abgeschirmten, gut bewachten Gehegen der politischen Klasse. Das wichtigste Privileg dieser Klasse ist nicht wie in ärmeren Ländern ihr größerer Reichtum – reich sind auch viele andere Deutsche –, sondern ihre größere Sicherheit. Eine Sicherheit, die an deutschen Schulen, in deutschen Städten längst abhanden gekommen ist.

Dem ist eigentlich nicht mehr viel hinzuzufügen…

Manchmal sieht man von außen eben sehr viel schärfer und genauer

—-

PASSEND DAZU auch dieser Beitrag bei achgut, dessen weiter führender Link  aber leider keine Textauszüge zulässt.

Beachtenswert der HINWEIS im gleichen Blogeintrag auf einen  Bericht im Tagespiegel, der eigentlich einen eigenen Beitrag wert wäre,  vielleicht komme ich ja noch zu einem ausführlichen Kommentar!

Das Interview mit dem Historiker Hans-Ulrich Wehler beginnt mit dessen Frageerwiderung so:

Was der Bundespräsident sagt, ist historisch falsch. Der Islam ist nicht Teil Deutschlands. Wir haben Teil an der westlich-abendländischen, christlich-jüdischen Kultur. Das hat der Präsident auch erwähnt, aber sein nächster Satz führt in die Irre. Der Islam ist über die Jahrhunderte hinweg immer ein Gegner dieses Europas gewesen. Der Islam ist kein Teil der Kultur oder des gesellschaftlichen Lebens in Deutschland geworden, egal ob sie das Recht, die Politik oder das Verfassungsdenken ansehen.

Bitte weiterlesen!!!

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