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Terror in Deutschland… 23. November, 2010

Posted by Rika in aktuell, islam.
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Freitagabend, ziemlich spät, mein Mann und ich im Auto auf dem Heimweg nach dem Volleyballspiel.

Auf der Brücke plötzlich eine Verkehrskontrolle – denken wir -, doch als ich anhalte und das Fenster runterkurbel, steht ein Polizist mit einer MP im Anschlag neben meinem Auto, weitere Polizisten, ebenfalls bewaffnet,  in unmittelbarer Nähe. Ein Beamter kommt heran, bittet höflich um die Papiere, ich händige meinen KFZ-Schein, Personalausweis und Führerschein und die Papiere meines Mannes aus. Der Beamte geht zu einem Bulli und telefoniert.

Der Polizist mit der MP weicht nicht von unserer Seite. Ich fühle mich ausgesprochen unwohl …  habe ich doch  ziemliche  Ähnlichkeit mit einer der am meisten gesuchten Terroristinnen der Zeit … und stelle mir vor, der Polizist könne aus irgendeinem Grund die Nerven verlieren … ich wage nicht mich  zu rühren.

Es dauert einige Minuten, endlich erhalten wir unsere Papiere zurück und dürfen weiterfahren.

Einige Monate später am hellichten Tag.

Statt mit meinem  Käfer bin ich an diesem Tag mit dem Golf meines Mannes zur Schule gefahren. Der Schultag ist vorüber, ich bin auf dem Heimweg, zurück nach Göttingen. Kurz hinter Witzenhausen an einer strategisch günstigen Stelle eine Kontrolle, Polizisten mit Maschinenpistolen, etliche Polizeifahrzeuge… anhalten, Fenster öffnen, Beamter mit MP im Anschlag … die gleiche Szene wie einige Monate zuvor zur nächtlichen Zeit auf der Kasseler Fuldabrücke…

Meine Papiere sind in meiner Schultasche. Die Schultasche liegt im Kofferraum. Ich muss aussteigen, zwei Beamte nehmen mit ihren Waffen neben mir Aufstellung … ich empfinde die Situation als angespannt,  fühle  mich extrem unter Druck…  ich gehe langsam zur Heckklappe … öffne den Kofferraum … die ganze Zeit sind Waffen auf mich gerichtet … hole meine Schultasche heraus … öffne die Tasche …  finde die Papiere nicht sofort …  endlich doch … händige sie den Beamten aus …

Mir ist speiübel, die Knie zittern, meine Hände sind eiskalt…

Endlich erhalte ich meine Papiere zurück, die Beamten senken die Waffen, ich werde freundlich verabschiedet, darf nach Hause fahren…

Ich bin noch mehrere Male kontrolliert worden in diesen Zeiten der terroristischen Bedrohung.

An der Uni und im Freundeskreis diskutieren wir über die RAF, die Möglichkeiten und  Grenzen der Anwendung von Gewalt zur Durchsetzung politischer Ziele, die Reaktionen des Staates auf den Terror und den  „legitimen“ Widerstand gegen den Staat. Wir erleben die Auswirkungen des Radikalenerlasses und debattieren über Rasterfahndung und Verhältnismäßigkeit der Mittel…

Wir setzen uns intensiv mit dem politisch motivierten Terror der RAF, seiner theoretischen Basis und der begleitenden Szene an den Hochschulen auseinander  –  und doch ist der Terror selbst weit weg. Denn wir, die „einfachen Bürger“, sind nicht Ziel der gewaltsamen Aktionen und nicht im Fokus der Terroristen. Die wenden sich vor allem  gegen herausragende Persönlichkeit der Wirtschaft und des Staates mit dem Ziel, das gesellschaftliche System der Bundesrepublik Deutschland zu destabilisieren und die Machtstrukturen zu verändern.

Die Mehrheit der Bevölkerung verweigert sich den revolutionären Ideen und Idealen der RAF.  Die Revolution findet nicht statt.

Daran muss ich in diesen Tagen denken.

Der Innenminister hat von einer akuten Bedrohungslage in Deutschland gesprochen und vor   (islamischen) Terroraktionen  gewarnt.

Und diesmal kann der Terror  jeden und jede treffen.

Die veröffentlichten Angaben über mögliche Ziele und Zeiträume sind (bewusst?) höchst vage gehalten, man will keine unnötigen Ängst schüren, aber dennoch die Terrordrohung ins Bewusstsein der Bevölkerung heben. Polizisten zeigen Präsenz auf öffentlichen Plätzen und an strategisch wichtigen Einrichtungen. Wir sollen wachsam sein und gelassen, aufmerksam und ruhig, sollen uns der Gefährdung bewusst sein, aber uns durch die Bedrohung nicht einschüchtern lassen, denn das, so auch  die einhellige Meinung vieler Kommentatoren in den Medien, sei bereits als Erfolg der Terroristen zu verbuchen. Schon jetzt rühmen sich die Gotteskrieger, mit minimalem Einsatz „den Westen“ extrem geschädigt zu haben – zunächst „nur“ finanziell, durch den hohen Sicherheitsaufwand, der neuerdings betrieben werden muss…

Noch nehmen die meisten Bürger die Situation mit ähnlichem Gleichmut zur Kenntnis, wie den Terror in den Zeiten der RAF. Das kann und wird sich schnell ändern, wenn wirklich auch bei uns im schönen Deutschland die ersten Bomben Opfer fordern, wenn Selbstmordattentäter  den Weg ins Paradies antreten und andere mit in den Tod reißen… wie in Spanien, England, Indien, Israel…

Und auch diesmal geht es darum, eine Gesellschaft zu destabilisieren und eine Staats- und Gesellschaftsform anzugreifen, die in den Augen der Rechtgläubigen ein Gräuel ist.

Lassen wir uns nicht einschüchtern!

Eine Bemerkung liegt mir noch auf der Zunge:

Viele Muslime beklagen sich darüber, dass sie unter terroristischen Generalverdacht gestellt würden und  nehmen damit allzu gerne, wie es mir scheint, die Opferrolle ein… und fordern von den Regierenden Maßnahmen zu ihrer Verteidigung, ihrem Schutz …

Muslime  könnten aber  sehr viel für ihre gesellschaftliche Akzeptanz tun und dem Verdacht  durch ihre  muslimischen Verbände hier in Deutslchland sehr leicht entgegentreten, indem sie

– sich grundsätzlich von Terror distanzieren – auch von islamischen Terroraktionen der Hisbollah und Hamas -,

– in den Moscheen dazu aufrufen, den Heiligen Krieg gegen die Ungläubigen zu beenden,

– verdächtige muslimische Personen ansprechen und / oder der Polizei  melden,

– die islamischen Brüder weltweit zum Verzicht von Gewalt auffordern,

– darauf verzichten, dem islamischen Recht weltweit Geltung verschaffen zu wollen.

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Kommentare»

1. Markus - 23. November, 2010

„Dem Verdacht könnten Muslime durch ihre muslimischen Verbände hier in Deutslchland sehr leicht entgegentreten, indem sie
– sich grundsätzlich von Terror distanzieren – auch von islamischen Terroraktionen der Hisbollah und Hamas -,
– in den Moscheen dazu aufrufen, den Heiligen Krieg gegen die Ungläubigen zu beenden,
– verdächtige muslimische Personen ansprechen und / oder der Polizei melden,
– die islamischen Brüder weltweit zum Verzicht von Gewalt auffordern,
– darauf verzichten, dem islamischen Recht weltweit Geltung verschaffen zu wollen.“

BINGO!!

2. Rucki - 24. November, 2010

Sehr geehrte Blogbetreiberin,

sie sind, nach eigener Aussage, eine gläubige Christin!

Stellen sie sich jetzt mal vor ich würde von Ihnen verlangen, sich von Jesus Christus bzw. seinen entscheidenden Lehren zu distanzieren. Mit recht würden sie sagen: „Was bleibt dann noch von meinem Glauben übrig.“

Was bleibt vom islamischen Glauben übrig wenn er ihre Forderungen erfüllt und sich von Dschihad und Scharia distanziert. Wenig bis nichts.

Da liegt das Problem. Ich kann nur wieder auf das Buch „Das Dschihasystem“ von Manfred verweisen, gerade für Christen, um zu verstehen wie der Islam funktioniert und dass er sich fundamental vom Christentum (Judentum)unterscheidet.

3. Omar - 24. November, 2010

@Rucki: Mit Verlaub, aber Sie haben keine Ahnung.

Zum Punkt: Ich finde es interessant, wie nun Betroffenheit durch die Sicherheitskontrollen hier und in den USA von weißen Christen kommen, die jahrelang schwiegen, als dunkelhäutige Muslime schikaniert und beständig kontrolliert wurden. Nun heißt es aus den USA die Kontrollen an Flughäfen wären entwürdigend. Als Vorschlag kommt immer wieder mal (auch in Deutschland) doch bitte sehr nur die „Verdächtigen“ zu kontrollieren. Der Verdacht wird dabei natürlich der Nase nach gemacht – höchst rassistisch und etwa nach aktuellen Terrorstatistiken innerhalb Europas überhaupt nicht sinnig (islamistischer Terror spielt in diesen Statistiken kaum eine Rolle). Da wird die „Würde“ des Menschen stetig relativiert!

Deine Forderungen an Muslime hören sich zwar ganz rational an, aber ich warte ja bis heute darauf, dass sich deutsche Christen von den Untaten ihrer Glaubensbrüder in Uganda, Nigeria und Indien, aber natürlich auch Irak, Afghanistan, Guantanamo, ja natürlich auch in Irland etc. pp. distanzieren. Wo sind denn da die Demonstrationen und die Aufrufe zum Ende der Kriege? Jürgen Todenhöfer hat es einmal sehr pointiert gesagt: Es ist der Westen, der seit mindestens 200 Jahren die Gewaltstatistik führt, nicht die muslimische Welt!

4. Rucki - 25. November, 2010

@Omar: Vielen Dank für ihr Kompliment, ihre nicht vorhandenen Argumente haben mich beeindruckt.

Sie sind das beste Beispiel für das Problem. Keinerlei Fähigkeit zur Selbstkritik, Schuld sind der Westen und die Christen, Moslems sind die armen Opfer.

Was den Terror angeht, es ist nun mal leider so, dass Terror meist einen islamischen Hintergrund hat, übrigens auch gegen ihre eigenen Glaubensbrüder.

Was Christenverfolgungen und Intoleranz gegen Andersgläubige angeht so erreichen muslimische Länder nebst Nord-Korea Spitzenwerte.

Nochwas Grundsätzliches zum Verständniss. Der Westen ist von seiner Zivilisation zwar vom Christentum geprägt, jedoch sind Staat und Religion (Glaube) im Gegensatz zu muslimischen Ländern getrennt. (Wird auch vom Neuen Testament gefordert). Wer argumentiert „Westen gleich Christen“ zeigt, dass er die westliche Zivilisation praktisch nicht verstanden hat.

5. Wolfram - 29. November, 2010

Rucki, wo im NT steht die Forderung nach der Trennung von Kirche und Staat?

Halten wir mal fest: Generalverdacht ist in Deutschland und den meisten freiheitlichen Ländern gesetzlich verboten.
Halten wir weiter mal fest: sämtliche Terroranschläge der letzten zehn Jahre in Europa und Nordamerika, die Al Qaida oder anderen islamistischen Terrororganisationen zugeschrieben werden, haben weitaus weniger Menschen getötet als die Militäreinsätze, die man nicht Krieg nennen darf, in Iraq und Afghanistan und ein paar anderen Stellen der Erde, die sich einzig durch diese Anschläge „rechtfertigen“. Halten wir außerdem fest, daß jedes Jahr auf Europas Straßen zehn mal so viele Menschen ums Leben kommen wie in den Twin Towers – aber das kratzt keine Sau.
Und wahrscheinlich ist das Risiko größer, von einem überforderten Polizisten erschossen zu werden, der seine MP nicht richtig handhabt, als in einem Terroranschlag umzukommen…

6. Rucki - 30. November, 2010

@Wolfram

Trennung Staat Kirche (Glaube) im NT:

Gebt dem Kaiser was des Kaisers ist und Gott was Gottes ist.
Die Obrigkeit trägt das Schwert nicht umsonst.
Lies selbst.

Die meisten Toten werden in Kriegen gezählt von denen hier in den Medien kaum berichtet wird.
Iran-Irak in den 1980er-jahren ging in die Millionen darunter viele Kinder.
Sudan seit 50 Jahren Krieg, Opfer meist Schwarze darunter viele Christen, Täter muslimische Reiterhorden.
Bürgerkrieg im Kongo. Hier mezzelt man sich scheinbar gegenseitig ab, weil man es so gewohnt ist.
Dass die meisten Terroranschläge der letzten 30 Jahre auf das Konto muslimischer Täter gehen ist kein Generalverdacht sondern Tatsache. Sie sind ja noch Stolz darauf.
Übrigens, dass mehr Menschen im Strassenverkehr sterben als ermordet werden, sollte nicht dazu führen, dass man Mörder nicht mehr ermittelt, zumal der Strassenverkehr dafür sorgt, dass du im Aldi oder sonstwo, genug kaufen kannst um satt zu werden und noch viel mehr. Die Waren wachsen dort nämlich nicht nach. Deine Argumente liegen auf linken Gesamtschulniveau. Glauben sie wirklich wenn der Westen Afghanistan verlässt und die Taliban übernehmen das Land, dann herrscht dort Frieden?

7. Wolfram - 1. Dezember, 2010

Nun – da sehe ich bestenfalls die augustinische Zwei-Regimenten-Lehre begründet, aber die Obrigkeit als von Gott eingesetzt (Rom.13): das stellt eindeutig die staatliche Macht zwar nicht in den Dienst der Glaubensautorität (die als solche aber auch eher ein römisch-katholisches Konstrukt als eine biblische Vorgabe ist), kann aber durchaus in dem Sinn gelesen werden, daß der Staat in Glaubensfragen hineinreden kann! Wir sollten doch sehr vorsichtig sein, moderne Konzepte in die Bibel hineinzudichten: die Trennung von Staat und Religion kann in der Bibel gar nicht gefordert werden, weil weder der Staat noch der Begriff „Religion“ damals überhaupt schon gedacht wurden.

Was du danach ausführst, ist unterste Schubladenpolemik. 99% der Säuglingstötungen werden von Frauen begangen, die jüngst geboren haben – der Rest ist unaufgeklärt… sollen deshalb alle jungen Mütter unter den Verdacht der Säuglingstötung gestellt werden?
Ungefähr gleich groß wie der Anteil der Kindsmörderinnen an den jungen Müttern ist aber der Anteil der Terroristen an der Milliarde Moslems, die auf der Erde rumlaufen.
Es geht auch nicht um „Mörder nicht mehr ermitteln“, sondern du willst ja einsperren, bevor überhaupt irgend etwas begangen wurde. Mithin müßte auch jeder Führerscheininhaber eingesperrt werden, denn er besitzt das Mittel und die Kenntnisse, um jemanden umzubringen.
Reichlich zynisch dazu deine Ansicht, daß offenbar volle Supermarktregale als Rechtfertigung für jährlich viereinhalbtausend Verkehrstote allein in Deutschland hinreichen. „Erst kommt das Fressen, und dann kommt die Moral“ – das hat allerdings ein Linker gesagt, nämlich Bert Brecht. Scheint bei dir so zu sein – und noch eins dazu: Erst kommt die Ideologie, dann das Geifern… und bis zum Selberdenken bist du nicht gediehen.

8. Rika - 1. Dezember, 2010

Wolfram,
geht es vielleicht auch ein bisschen höflicher?
Ich finde es schon eigenartig, dass du mit deinem Blog umgezogen bist, um dich vor „ungebetenen Gästen“ zu schützen:
@
„Da haben manche Leute einfach ihre ungewaschenen Nasen nicht reinzustecken. Und ehe ich die wieder auf Spuren setze, wo sie nichts zu suchen haben, weise ich lieber jemanden ab, der mit denen gar nix zu tun hat. Sicher ist sicher, und my blog is my castle.“
und dann über die Dörfer ziehst und fröhlich kommentierst…

@
Rucki,
mit Verlaub, die Höflichkeitsform gilt auch für dich!

9. Wolfram - 1. Dezember, 2010

Nun, Rika – weil ich mich vor Stalkern schütze, darf ich nicht mehr kommentieren? Wo ist da der Zusammenhang?

Und soweit ich das sehe, habe ich lediglich Rucki in dem gleichen Ton geantwortet, den er vorgelegt hat – in der Annahme, daß er die Sprache, die er spricht, auch versteht.
In meinem Kommentar n°5 meine ich die allgemeinen Höflichkeitsformen durchaus respektiert zu haben, und Rucki in n°6 wurde dann ausfällig.
Mit Verlaub, ich glaube, deine Kritik richtet sich an den Falschen – aber vielleicht ist „Rucki“ ja dein alter Freund, von dem du Grobheiten schon gewöhnt bist?

10. Rucki - 1. Dezember, 2010

Der letzte Satz in meinem Kommentar 6 war persönlich.
Entschuldigung an die Blogbetreiberin.
Ansonsten war alles sachlich!

Die Antwort von Kommentator Wolfram (7) in Punkto, Kritikfähigkeit und Argumentation überlasse ich gerne den Lesern dieses Blogs.

11. Rika - 1. Dezember, 2010

Wolfram,
@
„Mit Verlaub, ich glaube, deine Kritik richtet sich an den Falschen – aber vielleicht ist „Rucki“ ja dein alter Freund, von dem du Grobheiten schon gewöhnt bist?“

Ich bin entzückt!

12. Rucki - 1. Dezember, 2010

@Rika
Ich wusste auch nicht, dass wir uns kennen.
Man wird alt wie eine Kuh und lernt immer noch dazu.


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