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„Die Mutter aller Krisen…“ 9. Dezember, 2010

Posted by Rika in aktuell, israel.
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… wie Clemens Wergin so herrlich schreibt,

ist, wie wir ja alle wissen, der „Nahostkonflikt“ und, darin eingebettet, vor allem die „Siedlungen“. Das jedenfalls konnte man in den letzten Jahren auf allen Schildern nahöstlicher Friedensdemonstranten wiederfinden, aus so berufenem Mund wie dem unseres Aussenministers vernehmen und vor allem aus Volkes Stimme laut tönend erfahren:

„Wenn die Siedler nicht mehr Siedlungen bauen und im Übrigen ganz aufhören auf ‚palästinensischem Boden‘  zu siedeln, wird Friede einkehren im Heiligen Land.“

„Baustopp“ hieß demzufolge DIE Friedensinitiative schlechthin, verkündet von Herrn Obama und seinen vieltausend willigen Friedensbringern weltweit. Was macht es da schon, dass die Hamas so ihre ganz eigenen Vorstellungen von „Frieden“ im heiligen muslimischen Land hat und den Ungläubigen nicht einen Quadratzentimeter des kostbaren islamischen Bodens überlassen möchte – wie alle Willigen unschwer aus der hier schon oft zitierten Charta der Hamas entnehmen konnten, können und auch in Zukunft können werden. Denn unverbrüchlich wie die Eiger Nordwand steht die Entschlossenheit der Muslimbrüder (aus der die Hamas hervorgegangen ist), Palästina den Palästinensern  „zurück“ zu geben. Denn auch das wissen alle, die  den Frieden mehr lieben als den Krieg und deshalb auf der Seite der „Islam-ist-Frieden-Bekenner“ stehen, dass das Heilige Land seit Urväterzeiten Abraham und seinen islamischen Nachkommen verheißen und gegeben wurde.

(Die Geschichte ließe sich allerdings in der Bibel gut nachforschen, wird aber wohl, außer von Juden, nur noch von einigen spinnerten Christen, vorzugsweise fundamentalistischen Evangelikalen überhaupt und in schöner Regelmäßigkeit gelesen und sogar für bare Münze genommen. Alle anderen Menschen orientieren sich lieber – wenn überhaupt an Heiligen Schriften – doch lieber am Koran, der die Dinge, wenn auch  etwas verändert, so doch RICHTIG darstellt und die Bibel zu einer Fälschung erklärt.  Ich bitte um Entschuldigung für dieses etwas ausufernde Abschweifen in religiöse Gefilde, die natürlich mit dem Nahostkonflikt eigentlich nichts zu tun haben, nicht wahr?)

Zurück also zu den Siedlern und ihren Siedlungen.

Herr Obama hat schweren Herzens einsehen müssen, dass man den israelisch-arabischen Konflikt nicht durch den Abzug der Bagger lösen kann (man kann halt doch nicht! Wäre ja auch irgendwie dann doch zu schön gewesen…),  zudem von einer völlig unvermuteten Seite Sand ins Getriebe der Baustelle geworfen wird in Form der Veröffentlichung der geheimsten Geheimdokumente durch Wikileaks. Ich bin kein Freund von Wikileaks, aber  wenn die Aktionen zu etwas gut sein sollten, dann in diesem Fall!  Ich bin (reichlich inkonsequent) geradezu begeistert von den Enthüllungen, machen diese doch deutlich, dass nicht die Siedler die Mutter aller Krisen sind (wären ja streng genommen auch sehr, sehr viele Mütter), sondern der Herr der Finsternis die größte Bedrohung für den Frieden – nicht nur im Nahen Osten – ist.  (Israelfreunde haben das schon immer gewusst, wurden aber wegen ihres großen „Spinner-Faktors“ an diesem Punkt nicht ernst genommen!)

Das Kräftemessen zwischen dem moderaten arabischen Lager und dem Iran ist die alles beherrschende Ordnungsstruktur in der Region. Der Nahost-Konflikt bildet nur eine kleine Ableitung dieser Verwerfung, weil der Iran die Hamas als Schachfigur benutzt und Israel sich in Sachen iranischer Bombe in einer Interessensgemeinschaft mit vielen arabischen Staaten befindet.

schreibt welt-online, kann es sich aber dennoch nicht verkneifen, ein bedrohlich anmutendes Bild der friedensunwilligen Siedler zur Untermalung des schönen Artikels zu bringen! Ein bisschen Buh gegen Juden muss halt sein …

Für die bundesdeutsche Wirtschaft, die ja weiter fröhlich ihre Geschäfte mit dem Iran betreibt, bedeuten die Wikileaks-Dokumente allerdings  gar kein so gutes Enthüllen. Die „Welt“ online enthält sich allerdings einer Stellungnahme dazu und meint lediglich, dass es schon irgendwie ganz gut wäre, wenn der Palästinenserkonflikt gelöst würde. Eine weitere Beschäftigung damit auf höchster (internationaler) politischer Ebene hält sie aber für Energieverschwendung.

Sollen es die Israelis doch selber richten, könnte man zwischen den Zeilen lesen, in denen nur ganz schlicht von „Friedenspartnern“ die Rede ist…

Zu einer Partnerschaft gehören meiner Meinung nach aber  zwei Seiten, doch solange die Charta der Hamas besteht, muss Israel wohl mit sich selbst darüber verhandeln, wie es Zukunft gestalten wird…

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