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Irgendwie irre… 11. Dezember, 2010

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
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Ein Mensch kauft vor gut zweieinhalb Jahren ein Haus auf dem Lande.

Er ist nett und die Nachbarn freuen sich. Jedoch der Mensch ist nicht ganz glücklich in seinem neuen Dasein, stören ihn doch Büsche und Bäume am Zaun des Nachbarn.

Der Mensch drängt auf das Kürzen, sogar auf das Entfernen der Büsche und Bäume

…  und die Nachbarn fangen an, sich zu wundern über Ton, Forderungen und Umgang… machen freundlich klar, den Baum ohnehin bald fällen zu wollen und erklären, warum das „bald“ etwa gut eineinhalb  Jahre dauern wird.

Der Mensch will aber jetzt, gleich, am besten sofort.

„Nein“ sagen die Nachbarn, „später“.

Nun mag der  Mensch auch das Häuschen nicht länger an „seiner“ Grenze dulden.

Das Häuschen soll verschoben werden  und  am besten sofort!

„Warum?“ fragen die Nachbarn, es stand doch schon da, als der Mensch Haus und Grund  in Augenschein nahm um beides zu kaufen.  Das Häuschen lässt sich nicht einfach  verschieben ohne die Anlage des Gärtchens empfindlich zu beeinträchtigen.

„Das wollen wir nicht!“ sagen also die Nachbarn.

Der Mensch zieht vor Schiedsmann und  Gericht  –   gegen die Büsche, das Häuschen und den Baum.

Schriftstücke wandern hin und her.

So geht es eine Weile.

Dann kommt das Gericht  und besieht sich die Lage, verspricht ein Urteil …

„bald“  …

Es dauert ein wenig.

Die Nachbarn kürzen Büsche und Baum um des Lichts und des lieben Friedens willen…

Der Mensch beschließt, dass auch der Zaun im Wege steht und erweitert die Klage.

Schriftstücke wandern hin und her.

Es dauert ein Weilchen…

Dann kommt das Gericht  und begutachtet die Lage.

Und fällt ein Urteil:

Baum, Büsche und Zaun dürfen bleiben wie und wo sie sind, das Häuschen muss seinen Standort um ein paar Zentimeter verändern und soll eine Dachrinne erhalten, damit der ablaufende Regen nicht das Grundstück des Menschen beschädigt.

„Einverstanden!“ sagen die Nachbarn.

Der Mensch sieht das anders und legt Berufung ein.

Der Zaun MUSS WEG!

Aber das wissen die Nachbarn noch nicht  als sie durch den freundlichen Nachbarn zur Linken – rechtzeitig zum diesjährigen Nikolaustag  – eine unerwartete und überraschende Mitteilung  erhalten noch bevor sie die Berufungsklage in den Händen halten:

Der Mensch bietet seit ein paar Tagen sein Haus auf einer bekannten Internet-Immobilienseite  zum Verkauf an – mit detailierten Erklärungen, Abbildungen und unter seinem vollen Namen.

Aber die Berufungsklage bleibt!

Schließlich muss dem Recht Geltung verschafft werden, koste es, was es wolle.

Irgendwie irre.

Der Mensch tut mir leid…

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Kommentare»

1. Jutta - 15. Dezember, 2010

Naja,
wenigstens seid ihr diesen Nachbarn nun bald los….

Schöne Weihnachten und ein gutes Neues Jahr!
Jutta

2. Noga - 15. Dezember, 2010

Das klingt einfach nur irrational. Hoffentlich wird es mit den neuen Nachbarn besser. Schöne Feiertage.

3. Rika - 15. Dezember, 2010

Die Schwierigkeit und Tragik liegt unter anderem auch darin, dass „der Mensch“, also unser Nachbar, der Sohn der Eigentümer des ersten Hauses in der Reihe ist und somit die konfliktuöse Situation mit dem Verkauf des Hauses keineswegs beendet sein wird…
Die Eltern, die so stolz auf ihren Sohn waren (und sicher noch sind) tun mir unendlich leid, obwohl sie einen nicht unwesentlichen Anteil an der Entwicklung hatten, sie waren es nämlich, die zuerst, und zwar schon bei der Ankündigung der Kaufabsicht und vor dem eigentlichen Abschluß des Kaufvertrages, und dann in der Folgezeit gemeinsam mit dem Sohn immer wieder heftigst gegen Baum und Büsche am Zaun interveniert hatten. Einmal stand der Vater mit der Kettensäge vor mir am Zaun und wollte gleich selbst zur Tat schreiten und dass, obwohl wir auch den Eltern mehrfach erklärt hatten, warum wir die Fichte noch bis 2010 stehen lassen wollten.

Es ist leider ganz, ganz vertrackt und bitter für die Eltern, die ja auch den Kontakt zu allen anderen Nachbarn vollkommen eingestellt haben…

4. Verhoben… « himmel und erde - 15. Januar, 2011

[…] Nachbar wird, so man den neuesten Gerüchten Glauben schenken darf, sein Haus nun doch nicht verkaufen.  Es hätte mich auch gewundert. Das passt nämlich so gar nicht zu dem Erscheinungsbild und […]

5. Rika - 3. März, 2011

Die Berufungsklage wurde abgewiesen!


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