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Der Weihnachtsbaum… 27. Dezember, 2010

Posted by Rika in aus meinem kramladen, familie.
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… hat in diesem Jahr keinerlei Diskussionen, wohl aber ein paar Kommentare  der Art: „Wenn ich so einen Baum gekauft hätte…“ ausgelöst.

Irgendwie hatten wir den richtigen Zeitpunkt zum Kauf des perfekten Baumes verpasst.

Ein perfekter Baum ist hoch gewachsen mit einem kerzengeraden Stamm und zahlreichen, wohl ausgerichteten, kerzentauglichen Zweigen, die sich zur Baumspitze hin verjüngen und so angeordnet sind, dass mindestens 20 Kerzen gefahrlos gleichzeitig brennen können. Der perfekte Baum hat weder schon vor dem Transport geknickte Zweige, noch die Tendenz, bereits beim Aufstellen das Rieseln des Schnees durch seine Nadeln nachzuempfinden. Der perfekte Baum verbreitet Weihnachstsbaumduft im ganzen Haus und ist von Natur aus so schön, dass sich eigentlich der Schmuck erübrigt. Der perfekte Baum löst weder Ehekrisen noch Nervenzusammenbrüche aus, er ist ein Sinnbild für Harmonie und Glückseligkeit.

Leider gibt es den perfekten Baum äußerst selten und leider hatten WIR noch nie das Vergnügen diesem Wunderbaum zu begegnen, geschweige denn, ihn auch zu erstehen und in unserem bescheidenen Wohnzimmer zu beherbergen.

Das führte demzufolge in den vergangenen Jahren zu zahlreichen Diskussionen, Anfragen, ehelichen Verstimmungen und bei mir zu mittelschweren bis schweren Nervenzusammenbrüchen.

In diesem Jahr war alles anders.

Wie gesagt, wir hatten den perfekten Termin für den perfekten Baum verpasst. Und als ich mich mit meinem jüngsten Sohn am vorvorletzten Tag des hiesigen Weihnachtsbaummarktes auf die Suche nach dem, wenn schon nicht perfekten, so doch wenigstens zweitschönsten Baum machte, mussten wir feststellen, dass die Klassifizierung in „schön, schöner am schönsten“ schon lange vorbei war. Es gab nur noch nicht zu klassifizierende Weihnachtsbäume, die unserem Ideal von einem möglichst perfekten Baum in keinster Weise entsprachen, ja,  nicht mal in die Kategorie  „wenigstens annehmbar“ fielen. Dumm, wirklich ganz dumm gelaufen oder um es mit Gorbatschow zu sagen: „Wer zu spät kommt, hat echt das Nachsehen!“

Doch was sollten wir tun?

Wollten wir am Heiligen Abend nicht vor der blanken Festerscheibe sitzen (unsere Weihnachtsbaum steht IMMER vor dem Fenster), mussten wir einfach den einen der ca 13 hässlichen vorhanden Bäume nehmen, der noch am ehesten weihnachtsbaumtauglich schien.

Das Bäumchen wurde eingetütet, bezahlt, auf den Schlitten gebunden, nach Hause transportiert und dort erst einmal im Fahrradhäuschen zwischengelagert. Vorsorglich hatten wir der versammelten Familie schon berichtet, dass es in diesem Jahr leider wieder nichts mit dem perfekten Baum geworden war, in der Hoffnung, dass der befürchtete Spott ausbleiben würde.

Doch als am Donnerstag das Bäumchen ins Haus geholt und in einem dieser modernen, sich selbst regulierenden Weihnachtsbaumständer einen sicheren, wenn auch nicht geraden Stand gefunden hatte, ließ ein klitzekleiner, leiser Spott nicht lange auf sich warten. Und er hatte ja recht, der Spötter. Denn das Bäumchen hätte nie und nimmer, niemals, niemals  Gnade vor meinen Augen gefunden, wenn der liebste Gatte ihn beim Weihnachtsbaumbauern unseres Dorfes erstanden (nicht als Notkauf, selbstverständlich!!!) und nach Hause gebracht hätte. Nun, ja, mit dem Spott konnte ich dann doch gut leben, denn all die anderen betrüblichen Begleiterscheinungen früherer Weihnachtsbaumdebatten blieben einfach aus. Kein Nervenzusammenbruch (den hätte ich ja beinahe  schon beim Kauf erlitten als ich die Auswahl an „perfekten“ Weihnachtsbäumen erblickte…), keine Diskussionen, keine ehelichen Stimmungsschwankungen, nichts dergleichen!

Stattdessen Einigkeit und Harmonie pur: „Kein schöner Baum, kein großer Baum!  Wir werden ihn auf eine Kiste stellen und mit Liebe schmücken!“

Das übernahmen die beiden Söhne, die schon im Hause weilten!

Es beginnt mit der Arbeit an den Kerzenhaltern, denn die  sind zwar sehr schön, aber leider völlig unpraktisch…

…  weil sie für herkömmliche Christbaumkerzen absolut ungeeignet (weil zu weit) und passende Kerzen nicht so leicht erhältlich  sind. Das stellte sich aber erst nach dem Kauf (vor etlichen Jahren) heraus. Sie müssen daher jedes Jahr wieder neu präpariert werden.

Nach verschiedenen Versuchen, Kerzen wackelfrei in den Haltern zu befestigen, haben wir im Laufe der Zeit die folgende Methode entwickelt: Die Kerzen werden unten mit Alufolie umwickelt und so in die Halter gesteckt. Meistens lassen sich 5 – 6 mal neue Kerzen einstecken, bevor der „Folienadapter“ erneuert werden muss…

Das ist leider eine etwas zeitraubende Arbeit.

Danach beginnt das eigentliche Schmücken…

 

Und als er dann so dastand, unser Weihnachtsbaum, leicht gebeugt, ein wenig zerzaust und mit einigen hängenden Zweiglein, doch  mit duftenden Bienenwachskerzen festlich besteckt, mit Stroh- und Holzsternen, roten Kugeln und einigen Figürchen (für den Enkel) behangen und von einem großen Strohstern gekrönt, kam doch das richtige Weihnachtsbaumgefühl auf.

 

Oh, Tannenbaum, oh, Tannenbaum…

Und er duftet, duftet nach Tannen, Wald und Sommer, Weihnachten und Kindheitserinnerungen…

 

 

 

So machen wir das jetzt immer, habe ich mir gedacht.

Kein Stress mehr mit der Suche nach dem perfekten Baum… den gibt es ohnehin nur in meiner seligen Weihnachtsbaumsehnsucht…

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Kommentare»

1. theatine - 22. Dezember, 2011

Sehr schön, liebe Rika! Dickes Lob für diesen Post! Ein wunderschöner Baum und ein wunderschönes Bild mit den zwei Söhnen drauf!;-) DAS hat mir den Aufschwung gegeben, mich erneut in die Weihnachtsvorbereitungen zu stürzen, wenn auch noch unzählig viele Geschenk (ideen!puh!) fehlen! 🙂 DANKE!


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