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Aufmacher… 20. Januar, 2011

Posted by Rika in islam, israel, meine persönliche presseschau.
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„Israel hält die Türkei für verloren für den  Westen!“

übertitelt weltonline einen Artikel, der sich auf Wikileaks-Enthüllungen über das diplomatisch-politische Geschehen im Nahen Osten bezieht und sich mit der  arabisch-palästinensische Befindlichkeit hinsichtlich türkischer Gemeinsamkeiten mit und Unterstützung für die Hamas beschäftigt.

Warum man dann mit „Israel“ und der israelischen Sicht und Beurteilung der Lage aufmacht, weiss wohl nur der zuständige Redakteur. Man kann aber vermuten, dass das einfach mehr Aufmerksamkeit bringt als zu sagen:

Die Türkei unterstützt die Hamas und strebt eine Neuauflage osmanischen Einflusses und osmanischer Macht  im Nahen Osten an.

Der aber ansonsten lesenswerte Artikel deckt auf, wie sehr Erdogan zugunsten der Hamas seine Aussenpolitik neu justiert und damit auch den Schwerpunkt hinsichtlich der türkisch-arabischen Politik erheblich verändert. Aus den bei Wikileaks veröffentlichten Depeschen gehe hervor, so liest es sich bei weltonline, dass nicht nur die USA und Israel über diesen Prozess Sorge tragen:

auch die Palästinenserbehörde in Ramallah sorgt sich schon seit geraumer Zeit um die „stille Unterstützung der Hamas“ durch die Türkei, die der PLO-Beamte Maruf laut einer geheimen Depesche vom 3. Juni 2009 für „sehr gefährlich“ hält. Die Führung der türkischen Regierungspartei AKP habe ein „romantisches Verhältnis“ zur Hamas entwickelt. Diese türkische Annäherung an die radikale Hamas schwäche die Palästinenserregierung im Westjordanland.

Der palästinensische Botschafter in Ankara hält den Enthülllungen zufolge die „fragwürdigen NGO-Konferenzen zur Unterstützung Palästinas“, die von der Türkei in zunehmendem Maße abgehalten werden für „besonders allarmierend“!

Die Tatsache, dass durch die Konferenzen die Hamas gegenüber der palästinensischen Autonomiebehörde und Präsident Abbas eine regelrechte Aufwertung erfährt, scheint im Westen einiges Kopfzerbrechen zu verursachen.

Laut Depesche hat auch die US-Regierung mehrfach vergeblich „offiziell und inoffiziell“ moniert, dass die Konferenzen zur Sammlung von Spenden für die Hamas missbraucht würden. Eine Quelle der Amerikaner will von einem Führungsmitglied der Humanitarian Relief Foundation (IHH) zudem erfahren haben, dass der damalige außenpolitische Berater der türkischen Regierung und jetzige Außenminister Ahmet Davutoglu die IHH gebeten habe, eine Konferenzserie zu organisieren, damit er „einige der teilnehmenden kontroversen Figuren“ohne große Aufmerksamkeit treffen könne. Im Mai 2010, weniger als ein Jahr später, wird das türkische Schiff „Mavi Marmara“, mit Hilfsgütern und bewaffneten Schlägern beladen, im Mittelmeer auf dem Weg nach Gaza von israelischen Spezialeinheiten geentert. Bei der Kommandoaktion werden acht türkische Aktivisten getötet. Den angeblichen Hilfstransport hatte die IHH organisiert.

Vor diesem Hintergrund ist es umso unverständlicher, dass sich westliche Politiker und Regierungsvertreter  zu scharfen Verurteilungen der Kommandoaktion der israelischen Marine hinreissen ließen, konnte man doch ebensogut von einer gezielten Aktion der türkischen Regierung ausgehen, die ehemals  guten türkisch-israelischen Beziehungen auf diese Weise öffentlichkeitswirksam zu beenden.

Israelische Politiker, Diplomaten und Geheimsienstmitarbeiter  scheinen sich über den bereits weit fortgeschrittenen Prozess der Entfremdung keine Illusionen zu machen:

Eine Depesche vom 23. November 2009 ist im Ton besonders pessimistisch. Neben dem Sicherheitsberater der israelischen Regierung, Uzi Arad, und Dan Shapiro, einem Fachmann der US-Regierung für den Nahen Osten, nehmen an dem Gespräch auch Mitarbeiter des Geheimdienstes Mossad und ranghohe Offiziere teil. Arad entwirft ein düsteres Bild: Die Türkei bewege sich unter der Führung der AKP vom Westen weg und strebe eine „neoottomanische“ Politik an, eine weitere Islamisierung des Landes.

Es dürfte daher nicht nur amerikanische und israelische Politiker beunruhigen, wenn die türkische Regierung zwar offiziell immer noch den Beitritt zu EU fordert, den Schwerpunkt ihrer Politik aber längst hin zu einer Stärkung ihrer  Machtposition in Vorderasien in Verbindung mit dem Iran und der Unterstützung terroristischer Aktionen, die sich gegen Israel richten, verschoben hat. Dass sich dabei auch die innenpolitische Lage zugunsten eines stärker werdenen Islamismus bewegt, sollte auch alle diejenigen mit Besorgnis erfüllen, die immer noch ein ungebrochen naives Bild von der Türkei als sonnigem Urlaubsland mit europäischen Ambitionen hegen und fröhlich dem türkisch dominierten  Multikulti in Deutschland  huldigen.

Ich will nicht soweit gehen zu behaupten, dass die Multikulti-Freunde in Deutschland der alten „Achse Berlin-Ankara“ auch in einer weiteren fundamentalen Weise entsprechen, die in der beklemmenden Einschätzung eines hohen israelischen   Diplomaten zusammengefasst und von amerikanischer Seite nüchtern zustimmend kommentiert bei weltonline so wiedergegeben wird:

Noch deutlichere Worte findet der israelische Botschafter in Ankara, Gabi Levy. Erdogan sei ein „Fundamentalist“, der „uns mit religiösem Eifer“ hasse, zitiert die US-Botschaft ihn am 26. Oktober 2009. Nüchtern fügen die Amerikaner hinzu, ihre Kontakte „sowohl innerhalb als auch außerhalb der Regierung“ bestätigten die Einschätzung, dass der türkische Ministerpräsident Israel „vermutlich einfach hasse“.

Verwundern würde mich eine „solche  Gemeinsamkeit“  aber nicht, wobei ich betonen möchte, dass ich NICHT die Regierung der Bundesrepublik Deutschlands solcher zweifelhaften Kumpanei für fähig halte, wohl aber hier nicht näher bezeichnete Vertreter der „bunten Republik“, die vor allem in ihren komplementärfarbenen Parteien und Anhängern   zu finden sind ….

 

(Komplementärfarben)

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Kommentare»

1. donralfo - 20. Januar, 2011

interessanter artikel


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