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Hier kommt „Hermann“… 21. Januar, 2011

Posted by Rika in aus küche und keller.
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Wie es sich für einen richtigen „Hermann“ gehört, reicht man ihn, wenn man ihn einmal bekommen hat, weiter an Freunde und Verwandte, liebe Menschen eben !

Über evangelisch „bekommen“,  reiche ich darum „Hermann“  im Ganzen weiter:

Hallo, ich heiße Hermann und bin für die nächsten 10 Tage dein neues Familienmitglied! Wenn du mich gut pflegst und fütterst werde ich dir einen leckeren Kuchen und Hermannskinder schenken!
Bitte bewahre mich in einem Glas oder in einer ausreichend großen Plastikschüssel mit Deckel auf (ich will ja noch wachsen!)
Kälte mag ich nicht – also sperre mich nie in den Kühlschrank. Am wohlsten fühle ich mich bei dir in der Küche.
Alles klar?
Und so ist mein Tagesablauf:

1. Tag Heute brauchst du dich nicht um mich zu kümmern, wir müssen uns erst aneinander gewöhnen.
2.-4. Tag Ich brauche ein bisschen Bewegung, also rühre mich bitte täglich gut um!
5. Tag Der Hunger zwickt mich!!!
Füttere mich bitte mit: 1 Tasse Milch, 1 Tasse Zucker, 1 Tasse Mehl. Ich mag es, wenn du kräftig umrührst!
Denk daran dass ich noch wachse und lasse mich wenn nötig in eine größere Schüssel umziehen!
6.-9. Tag Jetzt muss ich erst mal verdauen. Dazu brauch ich täglich einen Verdauungsspaziergang (d.h. gut umrühren!)
10. Tag Heute ist es soweit!!!
Füttere mich bitte genau wie am 5. Tag.
Dann darfst du 3 Hermannskinder von mir wegnehmen (3 Tassen) und an liebe Freunde weiterverschenken. (Du kannst natürlich auch ein Kind für dich behalten!)
Nach der anstrengenden Geburt meiner Kinder habe ich großen Hunger. Füttere mich bitte mit:
1 Tasse Zucker, Vanillezucker, 1 Prise Salz, 3 Eier, 2 Tassen Mehl, 2 Päckchen Backpulver und einer Tasse Öl.
Diese Fütterung geht ganz schnell mit einem Schneebesen! Wenn du es besonders gut mit mir meinst, kannst du mich noch mit verschiedenen Zutaten verwöhnen:
½ TL Zimt, Raspelschokolade, gehackte oder geriebene Nüsse, Rosinen oder sogar eine Tasse geraspelte Äpfel kannst du mir ganz nach deinem Geschmack unterrühren…
Nun musst du mich noch in die gefettete Form bringen (Kasten- oder Ringform) und danach mache ich es mir im ca. 160 °C warmen Backofen eine gute Stunde gemütlich!
Guten Appetit!!!!

Ein kleiner Tipp am Rande: Sollen am Ende nur 2 Hermänner übrigbleiben, empfiehlt es sich, die Fütterungsmenge anstelle mit normalen Tassen einfach mit Espressotassen abzumessen!!!

Ich hab mal gegoogelt, wie der Teig anzusetzen ist, wenn man keinen geschenkt bekommt:

Teigansatz:
100 g Weizenmehl
1 EL Zucker
1/2 Pck. Trockenbackhefe (knapp 2 gestr. TL)
150 ml lauwarmes Wasser

Teigansatz: Mehl in einer verschließbaren Schüssel (Inhalt: etwa 1, 5 l, keine Metallschüssel) mit Zucker und Hefe vermischen. Lauwarmes Wasser hinzufügen und mit einem Rührlöffel (aus Holz oder Kunststoff) zu einem glatten Teig verarbeiten. Die Schüssel mit dem Deckel verschließen. Den Teigansatz 2 Tage bei Zimmertemperatur stehen lassen, dabei ab und zu umrühren. Von nun an so weitermachen, als hätte man den Hermann-Teig geschenkt bekommen.

Und ob Aufbewahrung im Kühlschrank oder nicht – daran scheiden sich übrigens die Geister… Wenn die Küche zu warm ist, kann die Gärung des Teigs in eine Essigsäuregärung umschlagen (DAS riecht man dann…!) und im Kühlschrank verzögert sich der Gärprozess natürlich)

Soweit der komplett übernommene Text.

Toll finde ich, dass das Rezept für den „Ansatz“ gleich mitgeliefert wird, so kann man „Hermann“ getrost nach der Phase des begeisterten Backens und Essens einfach „verhungern“ lassen, sprich, statt einer weiteren Fütterung  s.o. einen zweiten kleineren „Hermann“ backen und genüsslich verspeisen. Das ist nämlich das Tückische an der Idee mit der Weitergabe und Fütterung, irgendwann ist man selbst des „Hermann“ überdrüssig, mag ihn einfach nicht mehr sehen und essen schon gar nicht. Aber auch alle Freunde  sind mit „Hermann“ versorgt, die ganze Nachbarschaft „hermannt“ und es gibt niemanden mehr, dem man die Köstlichkeit weiterreichen könnte. Köstlich ist „Hermann“ nämlich und durch die zahlreichen Variationsmöglichkeiten durch die Zugaben von Nüssen, Aromen usw. auch wirklich vielseitig begabt!

Dank des „Ansatz-Rezeptes“ kann man nun „Hermann“ für eine Weile einfach  vergessen, und später, wenn man wieder mag, erneut in die „Hermannorgie“ einsteigen und backen und backen und backen!

Viel Spaß mit „Hermann“, gutes Gelingen und guten Appetit!

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Kommentare»

1. julia - 22. Januar, 2011

Oh, ich wußte gar nicht, daß es den immer noch gibt-ich hatte in meiner Schulzeit einige Hermanns. Leider muß ich gestehen, daß die bei mir nie was geworden sind-ich war wohl nicht die Allerzuverlässigste beim Umrühren und Füttern.


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