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weit – weit – weg…. 7. Februar, 2011

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
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… von allen Problemen dieser Welt!

Eine Woche Auszeit mit  Liebstem und Lieblingstochter in den winterwundersamen Bergen Südtirols …  bei strahlendem Sonnenschein … tiefblauem Himmel … herrlichem Schnee und fantastisch präparierten Pisten!

Leider konnten die übrigen Familienmitglieder nicht mit von der Partie sein – Studium und Arbeitsstellen ließen das nicht zu – und es war für uns Drei ein überaus seltsames Gefühl, so „allein“  unterwegs zu sein, waren wir in all den vielen Jahren doch immer als Familie und meistens mit weiteren Verwandten und Freunden zum Skifahren in Südtirol gewesen…

Die Anreise,  wie immer zu nächtlicher Zeit beginnend, verlief weitgehend störungs- und auch staufrei, wenngleich wir  das kuriose Erlebnis hatten, eine lange dreiviertel Stunde lang im Stau innerhalb einer Tankstelle warten  zu müssen – jemand war losgefahren, ohne zu bezahlen und darum war die Tanksäule  sehr lange gesperrt! Wir standen an vierter oder fünfter Stelle hinter dem Dieb in einer langen Schlange und konnten weder vor noch zurück und auch nicht seitlich ausweichen.

Zum Glück konnten wir uns in München bei der liebsten Nichte und ihrer Familie bei Weißwürsten, Bretzeln und Weißbier ohne Alkohol von der strapazierenden Warterei und Fahrerei erholen, bevor es weiter über den Brenner ins Winterurlaubsquartier ging! Ein herzliches Dankeschön an Silke und Mike für die wunderbare Verpflegung und die erholsame Rast!   Und Busserl für die lieben Kleinen!

Wie immer in den letzten 20 Jahren war der Pichlerhof unser Quartier am Fuße des Kronplatzes.

Die herzliche Gastfreundschaft der Familie, das ausgezeichnete Essen und die angenehme Atmosphäre des Hauses lassen uns immer wieder kommen, auch wenn nicht alle Zimmer  dem neuesten Standard entsprechen und wir schon mal mit einem „alten Zimmer“ vorliebnehmen müssen!

Auf geht’s!

Wenn man „nur“ mit drei Leuten unterwegs ist, braucht man keine Skibox auf dem Auto, alle notwendigen Dingen finden im Kofferraum Platz:

(Neben dem üblichen Reisegepäck während der Anreise) drei mal  Ski und Stöcke natürlich, drei Paar Skischuhe (ich trage immer noch meine alten, wunderbar bequemen Salomons   und werde mir auch in 100 Jahren keine neuen Schuhe kaufen, hoffentlich halten die alten Dinger noch so lange 😉  – zumindest solange, wie mich meine Füße tragen und das Skilaufen noch Spaß macht!), der Rucksack und neuerdings auch für uns „Alte“ der Helm. (Das war für mich etwas gewöhnungsbedürftig, weil ich bei solch herrlichem Wetter, wie wir es diesmal durchgehend hatten, immer nur mit einem Stirnband gefahren bin, um die Haare aus dem Gesicht zu halten und der Helm doch ganz schön warm ist und ich solche Wärme am Kopf eigentlich gar nicht mag!!!!)

Der „Kronplatz„,  familienintern immer nur zärtlich  „die Glatze“ genannt, ist unser Skiberg schlechthin.

Dort kennen wir jede Piste, jeden Winkel und (fast) jede Hütte! „Fast“, weil wir bis vor drei Jahren so gut wie ausschließlich bei „Toni“ Rast gemacht haben. Bei Sonnenschein saßen wir auf dem Balkon, mit Blick hinüber zum „Peres“ und weiter in die Bergwelt bis zur Marmolada, und bei Kälte und schlechtem Wetter war die  gemütliche Gaststube  heimelige Zuflucht. Zu unser aller Kummer hat „Toni“ vor drei Jahren seine Hütte für immer geschlossen und verkauft. Sie steht zwar noch dort  an der „Furkel“, aber Gästen und Skifahrern steht sie nicht mehr offen. Seitdem fühlen wir uns ein bisschen „heimatlos“ und suchen noch immer nach einer neuen „unsere Hütte“!

Es ist für uns alle vollkommen  selbstverständlich, dass jeder erste Skitag  nach einem  festen Ritual abläuft:

Mit der Gondel hinauf auf die Glatze!

„Aufsatteln“, will heißen, die Schuhe fest schließen, Jacke, Mütze (Helm), Brille, Handschuhe richten, in die Bindung und los!

Am Gipfelhaus links vorbei und auf den „Plateau-Hang“ einfahren… hart links halten …  hinüber zur „Spitzhorn“ gleiten und dann nur noch abwärts schwingen (und manchmal dabei singen  🙂  )  … hinauf gondeln … hinüber zum „Marchner“ queren und abfahren … und wieder hinauf  … und hinunter nach Olang…  bergauf gondeln auf die Glatze und den „Ruis“ hinab und rüber zum „Peres“ und weiter über „Coltoron“ und „Miara“ bis hinunter nach Vigil und gondelnd hinüber schweben auf die andere Seite und weiter  hinauf auf den „Klausberg“ … dort oben  (seit Tonis Weggang)   Mittagspause in der Sonne … und dann sehen wir weiter!

So haben wir es auch in diesem Jahr gehalten! Aber wie immer mal in den Jahren zuvor, haben wir auch diesmal andere Skigebiete und Pisten „erfahren“,

zum ersten Mal die „Seiser Alm„, die wir im Sommer wandernd erkundet hatten…

Weg von der Sesselstation „Florian“ –  im Hintergrund erkennbar – zur Plattkofelhütte

und uns neugierig gemacht hatte auf ihr Winterkleid!

Der erste Eindruck war überwältigend!

Von der Gondelstation Compatsch fuhren und lifteten wir zum Spitzbühl und fanden uns im Angesicht des Schlern wieder…

… auf dessen Rückseite Völs liegt, das unser Sommerdomizil war…

Über die Skischaukel ging es immer weiter Richtung  Sella und Lang- und Plattkofelmassiv… hier der Blick aus dem Sessel auf die gewaltigen Berge….

Ich musste daran denken, was  es mich im Sommer für eine Anstrengung gekostet hatte, die Plattkofelhütte zu erreichen …

Ich bin nämlich ein ausgesprochener Fan der „Winterberge“ und finde das Hinabfahren mit Skiern deutlich, deutlich angenehmer und weitaus weniger anstrengend als das Raufkraxeln auf  Berge, mögen sie auch noch so herrlich in der Sonne anzusehen sein 😉 , von schmerzenden Füßen und Konditionsproblemen mal ganz abgesehen…

Über die „Schlernhexen“ wird hier informiert – nochmals der Blick hinüber zum Plattkofel!

Der liebste Gatte und die Lieblingstochter mussten eine Aufstiegshilfe benutzen, die  es am Kronplatz schon seit Jahren nicht mehr gibt:

Mit dem guten alten „Tellerlift“ bergauf.

Wir finden es schade, dass das Tellerfahren am Kronplatz nicht mehr möglich ist, selbst wenn man – wie ich aus meiner Skilauffrühzeit – nicht nur romantische Erinnerungen   an Tellerliftfahrten in Liftspuren neben plätschernden Bächlein und duftenden Tannen über Schnee mit Steinen und  Eisplatten hat…. ähämmmm….

Die Seiser Alm besticht durch ihr grandioses Panorama und die Skischaukel mit den  breiten, gut ausgebauten Pisten, die aber meinem Empfinden nach lange nicht so anspruchsvoll sind wie die am Kronplatz!

Auch auf der Plose fühlt man sich Gipfeln und Himmel ganz nah…

Von Bruneck aus ist die Plose zeitlich gut zu erreichen, es ist ein relativ kleines Skigebiet, das wohl auch nur bei gutem Wetter wirklich schön ist, weil es so gut wie keine windgeschützten Pisten gibt. Dafür bietet die Plose aber eine atemberaubend schöne Rundumsicht und abwechselungsreiche Pisten…

Auf geht’s!

Sesselfahrt…

meine … seine … ihre … Ski –   ganz real  und im Schatten!

Auch das ist ein Vergnügen, das man am Kronplatz nicht mehr bei allen Pisten hat:

Sesseln!

Natürlich ist es ein Segen, wenn man bei stürmischem Wetter, Schneefall und eisigem Wind gemütlich in einer geschlossenen Gondel bergauf fahren kann, aber „Sesseln“ bei Windstille  im Sonnenschein ist einfach tausendmal schöner als in einer Gondel zu sitzen! (Außerdem ist es auch bequem, einfach ohne die Ski abschnallen zu müssen, wieder bergauf zu fahren. Wobei der Begriff „abschnallen“ heute eigentlich nicht mehr zeitgemäß ist, muss man doch gar keine Schnallen mehr lösen, wie es vor gut 40 Jahren, als ich mit dem Skifahren begann, doch noch üblich war.)

Sesseln im Sonnenschein – da geht nichts drüber!

Die wohlverdiente Mittagspause…

…  machten wir auf der Plosehütte, in der der liebste Gatte während seiner Wanderung von München über die Alpen bis Bozen (2008) bei einem heftigem Gewitter am Berg Unterschlupf gesucht und auch übernachtet hatte…

An dieser Stelle ist ein Einschub angebracht:

Nach mehr als 20 Jahren hat der Liebste  beschlossen, seinen alten, grün-weißen mit Himalajamotiven  gemusterten, einteiligen  Skianzug an den berühmten Nagel zu hängen … mit zwei weinenden Augen für ihn selbst (eine gewisse körperliche Veränderung ließ den Wechsel sinnhaft erscheinen!)  und einem weinenden Auge auch für uns, war ER, der Anzug 😉  doch ein weithin sichtbares Erkennungszeichen auf der Piste für uns, seine (gemeint ist der MANN!!!)  liebenden Begleiter!

Das wird uns auf immer fehlen, denn die neue dunkle Kluft ist derzeit IN und jeder dritte Mann fährt damit durch die Gegend. Wie soll man seinen Liebsten, Vater und Freund – außer am Fahrstil – jetzt noch von Weitem erkennen?

Da ist es nur ein schwacher Trost, dass der Liebste sich beharrlich weigert, seine ehedem so hochmodernen „K2“ in die Ecke zu stellen und gegen die heute soooo modernen „Carver“ einzutauschen! Ich hingegen mag ohne Carver gar nicht mehr auf die Piste gehen. Danke an Gerd, der mir seine immer freundlich überlässt. Meine ehemals ganz modernen „Blizzard quattro“ stehend schmollend im Keller … jedenfalls ist zu vermuten, dass sie ziemlich beleidigt sind… Ich wäre es, würde man mich einfach so ausmustern!

Nach der Pause noch einige Pistenkilometer zurückgelegt und dann hinunter zur Gondelstation!

Etwas weiter unten am Berg kommen Frühlingsgefühle auf…

…  nicht nur angesichts der (Oster)-Eierlieferanten bei der gemütlichen Hütte neben der Trametsch Piste kurz vor der „Talstation“ der Plosegondel, die aber keineswegs unten im Tal liegt, muss man doch von Brixen aus etliche Höhenmeter auf der kurvenreichen Straße zur Gondel zurücklegen – mit dem Auto selbstredend!

Der Ausflug zum Helm kann hier nicht dokumentiert werden!

Als wir nämlich das obligatorische Gipfelfoto machen wollten, stellten wir fest, dass wir beide Kameras im Quartier gelassen hatten… Schade! Ist doch der Helm noch ein sehr ursprüngliches und uriges Skigebiet hoch in den Bergen und fast ganz ohne den fast überall sonst anzutreffenden Trubel, einschließlich ätzender Dröhnemusik …

Vom Helm geht es über einen romantisch schönen Waldweg, der in eine sehr steile schwarze Piste mündet, hinunter ins Tal und von dort mit dem Skibus einige wenige Kilometer weiter zur Rotwand. Dort, so scheint es, ist die Welt zu Ende… schaut man sich aber im Gelände um, erkennt man hier noch eine Piste und dort einen Lift. Auch eine Rodelbahn lädt zum Wintervergnügen ein – das haben wir allerdings nicht wahrgenommen, dafür aber auf der Terrasse einer kleinen Skihütte Gerstelsuppe und Kaiserschmarrn genossen.

Mit  dem Skibus geht es zurück  an die Gondelstation in Sexten und wieder auf den Helm… und auf der anderen Seite  auf den Skiern eine lange Abfahrt hinunter zum Parkplatz in Vierschach, wo unser Auto steht.

Viel zu schnell ist die Skiwoche um!

Natürlich gehört auch der letzte Tag dem Kronplatz und der ultimativ letzte Einkehrschwung vor der Talfahrt dem „Marchner“…

Die Sonne verschwindet hinter dem Berg, es wird kühl auf der Terrasse…

Das ist kein vom Williams verschuldetes Doppelbild! Nur eine kleine Spiegelei in der Windschutzscheibe!

All die vielen von den Daheimgebliebenen in Trink-Auftrag gegebenen „Willis“, Pflümlis, Schneewittchen, Glühweine und Jagertees konnten wir Drei nicht schaffen, obwohl wir uns redlich, aber natürlich  😉 wohlverteilt und den Pistenregeln konform, darum bemüht haben…

Nach der letzten Talabfahrt, die meine beiden Mitfahrer auf Skiern absolvierten (wie immer natürlich) und die ich in der Gondel mit Blick auf Reischach, Bruneck und das Pustertal genoss, lösten wir  ein weiteres Versprechen ein und hielten bei Glühwein und dröhnender Diskomusik eine kleine Weile das lärmend-launige  Après-Ski-Treiben unten an der Reischachgondel aus … der Nichtanwesenden gedenkend, die wir trotz aller Freude an Sonne, Schnee und Ski doch ziemlich vermisst haben!

An ruhigen Spätnachmittagen segeln die Paragleiter von der Glatze ins Tal  –   und werden von Diskomusik und staunenden Zuschauern empfangen…

That’s it!

„Beim Alpenglühen heimwärts wir ziehen, Berge, sie leuchten so rot…“

Das „Heimwärtsziehen“ führte uns – wie schon so oft in den letzten Jahren –  über Biberach. Bei Rita und Waldemar legten wir eine längere Pause ein, genossen  Speis und Trank und einen wunderbaren Abend mit ihnen und Manfred und fuhren erst am nächsten Tag nach einem kräftigen Frühstück zurück ins berg- und pistenlose Heimatland… Danke für die schönen Stunden und die liebevolle Gastfreundschaft!

„Wir kommen wieder…“

BESTIMMT!

So Gott will und wir leben…

Und mehr Informationen zum KRONPLATZ gibt es nebenan in meiner Blogroll unter „Lieblingsplätze“!

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Kommentare»

1. suavis28 - 8. Februar, 2011

ach mutti,

ein sehr schöner bericht und ich brauch es eigentlich nicht zu erwähnen, wie gern ich euch begleitet hätte.
aber die planungen für den nächsten urlaub mit großem tross sind ja bereits im gange 🙂
in diesem sinne,
alles liebe aus hamburg!


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