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Wie sehr sind die moralisch-ethischen Maßstäbe verrutscht… 13. Februar, 2011

Posted by Rika in meine persönliche presseschau.
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…wenn eine Person für ihr  „nur“  konsequentes Handeln nach einer Fehlleistung einen Preis für Zivilcourage bekommt?

Was, so frage ich mich entgeistert, hat das, was Frau Kässmann ganz folgerichtig tat, mit Zivilcourage zu tun?

In erster Linie hat sie sich (und auch  das Amt, das sie zu verantworten hatte) doch selbst aus der Schusslinie gebracht – so liest sich meiner Ansicht nach jedenfalls ihre Rücktrittserklärung! Sie wäre angreifbar gewesen, ihre Stellungnahmen zu moralischen, ethischen, politischen  Fragen wären immer auch mit ihrem Fehltritt  assoziiert worden, so befürchtete sie es damals vor knapp einem Jahr!

Sie hat die Flucht nach vorn angetreten  – und es ist ihr damit nicht einmal schlecht ergangen.

Und das nennt man heute „Zivilcourage“!

Ich verstehe die Welt nicht mehr!

Sicher, sie hat sich „vorbildlich“ benommen, mit ihrem Rücktritt nach dem Fehltritt. Aber ist das, nämlich Konsequenzen hinzunehmen oder anzunehmen oder zu übernehmen,  nicht das Ziel jeder Erziehung?

„Wenn du das oder das machst oder dies oder jenes nicht machst“, so erklärt die Mutter, der Vater, oder der Lehrer in der Schule, „wird das diese oder jene Folgen haben!“ Auf dieser Basis beruht doch unser gesamtes ethisches, moralisches und auch rechtliches Handeln:

Ich bin für das was ich tue verantwortlich mit allen sich aus meinem Handeln ergebenden Konsequenzen!

Das ist die pure Selbstverständlichkeit. Nichts weiter.

Dass jetzt aber,  wegen der – leider –  bei Personen des öffentlichen Lebens  immer häufiger anzutreffenden Ignoranz dieser Selbstverständlichkeit gegenüber, so ein Gewese um jemanden  gemacht wird, der sich „nur“ den eigentlichen Regeln gegenüber richtig verhält, führt doch  diese  Selbstverständlichkeit als Basis  gesellschaftlichen Zusammenlebens zunehmend mehr  ad absurdum!

Wie können Eltern ihren heranwachsenden Kindern noch erklären, dass sie für ihr Tun zuständig sind und die Folgen ihrer Taten eben auch zu verantworten haben, wenn das neuerdings  unter „Zivilcourage“ eingeordnet wird?

Wie soll man zukünftig in Schulen und im öffentlichem Leben Selbstverständlichkeiten erwarten oder gar einfordern können, ohne das ohnehin schon –  nicht nur bei Kindern –  ach so beliebte  „Was krieg ich dafür?“  zu hören?

Nein, einen Preis für Zivilcourage verdient Frau Kässmann nicht!

Und das Komitee hat allen Menschen, die sich tagtäglich redlich um  normale Selbstverständlichkeiten bemühen, einen Bärendienst erwiesen und denen, die wirklich  Zivilcourage gezeigt haben im letzten Jahr, die sich eingesetzt haben und dabei u.U.sogar ziemlich viel riskiert haben,  eine schallende Ohrfeige verpasst!

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Kommentare»

1. IWe - 13. Februar, 2011

So ein Preis an Frau Käsmann ist zynisch gegenüber Menschen, die wirklich Leib und Leben riskiert haben um anderen in Gefahr zu helfen. „Integrität“ wird auf einmal zu einem Akt der Zivilcourage umdefiniert. In welcher Gefahr war Frau Käsmann denn? Frau Käsmann ist von einer super-priviligierten Position auf eine immer noch sehr priviligierte Position heruntergerutscht – so what?

2. um - 13. Februar, 2011

Das ist wirklich erbärmlich, einfach zum Kotzen.
Man müsste ihr schreiben. Kannst du ihr nicht den Link auf diese Seite schicken?

3. Markus - 14. Februar, 2011

Das läuft doch genauso für der Friedensnobelpreis für Obama: Da wird etwas geehrt, für das derjenige gar nichts kann, weil man das, für das man denjenigen ehren möchte, nicht in Worte fassen kann.
Es ist so ein Gefühl: „Mensch, der ist toll!“ Er hat zwar eigentlich gar nichts Großes getan, aber sehr vielen Menschen „aus dem Herzen“ gesprochen.
Also, eigentlich nur heiße Luft.

4. um - 15. Februar, 2011
5. Markus - 15. Februar, 2011

Na, jetzt hat sie – im Gegensatz zu Obama – doch Rückgrat bewiesen:
http://www.idea.de/nachrichten/detailartikel/artikel/margot-kaessmann-lehnt-zivilcourage-preis-ab.html

und den Preis abgelehnt. Respekt.

6. Rika - 15. Februar, 2011

Ja, Markus,
Respekt für diesen Schritt!

Danke „um“ für den Link, hier ein Zitat aus dem Bericht:
„In der Erklärung der Stiftung heiße es, der Preis werde für Käßmanns Zivilcourage als Seelsorgerin, Bischöfin und Ratsvorsitzende verliehen – für die öffentliche Debatte, die sie mit dem Satz „Nichts ist gut in Afghanistan“ angestoßen habe.

„So hätte ich den Preis angenommen“, heißt es in der Presseerklärung vom Dienstag. „Um ihn in der Dankesrede den Menschen zu widmen, die sich in der Friedensfrage couragiert an vielen Orten engagieren, ohne dass ihnen je ein Preis dafür verliehen würde.“ Die Tatsache jedoch, dass die Preisverleihung in den Medien ausschließlich mit ihrem Rücktritt in Verbindung gebracht werde, lasse ihr keine andere Möglichkeit, als den Preis abzulehnen.“

Haben nun die Medien falsch berichtet oder hat sich das Vergabegremium nebulös ausgedrückt?

Wie auch immer. Margot Kässmann bleibt sich selbst treu. Dafür verdientsie in der Tat Respekt!

7. theomix - 17. Februar, 2011

Sie nimmt der Kritik den Wind aus den Segeln. – Ich frage mich ja auch, warum das Vergabegremium nicht versucht hat, die Motivation klarzustellen.

8. yael1 - 14. März, 2011

Bei evangelischen Vereinen scheinen Preise an merkwürdige Personlichkeiten gang und gäbe zu sein, wobei Frau Käßmann nicht ansatzweise so widerlich ist wie der Betrüger „Prof. Dr.“ Reuven Moskovitz.

„Vermuttlich haben die württemberger Evangelen lange gesucht und beraten, bis sie endlich auf “Prof. Dr.” Reuven Moskovitz gekommen sind, einen Hochstapler und Titelbetrüger, der sich selbst promoviert hat und engagiert die Mundharmonika spielt. “

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/ausserirdische/

Widerlich.

9. Rika - 14. März, 2011

@Yael
Der Preis, den Frau Kä?mann erhalten sollte, wurde nicht von „Evangelen“ vergeben 😉 und zum Glück hat sie ihn ja auch nicht angenommen!

Ansonsten stimme ich Deinem Kommentar aber zu.

Es ist schon ein seltsames Pärchen, das da geehrt werden soll. Zu Frau Farhat-Naser habe ich mich vor einiger Zeit geäußert. Ich frage mich, wie man dazu kommt, sie für eine Friedensaktivistin zu halten. In ihren Büchern finde ich nämlich eine sehr subtile Form des Kampfes GEGEN Israel, den sie aber geschickt zu tarnen weiß mit vorgeblichem Verständnis und scheinbarer Versöhnungsbereitschaft. Als „Christin“ tut sie sich nur insofern hervor, dass sie davon berichtet, in Krisenzeiten zu beten. Ein klares Christusbekenntnis fehtl in ihren Büchern ebenso, wie ein erkennbares Verhalten im Sinne Jesu oder irgendein Bezug darauf in Wort und Tat.

Blogeinträge zu Frau Farhat-Naser sind hier zu finden:
https://himmelunderde.wordpress.com/2010/09/24/kollaborateure/
https://himmelunderde.wordpress.com/2010/09/20/

Und zu dem „Professor“ fällt mir gar nichts mehr ein. Wie kann der Preisvergeber so mit Blindheit geschlagen sein… im Zeitalter des Internet dürfte das eigentlich nicht möglich sein!

10. yael1 - 14. März, 2011

„wurde nicht von „Evangelen“ vergeben“

Oh, du hast Recht.


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