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Betrüger werden immer dreister! 18. Februar, 2011

Posted by Rika in aus meinem kramladen, meine persönliche presseschau.
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In Hannover tun sich ungeahnte Möglichkeiten und völlig neue Einnahmequellen    für Räuber und Betrüger auf:

Ein Mann hat die Stadtbahn als Erwerbsmöglichkeit  entdeckt, aber anders als es normalerweise bei den Verkehrsbetrieben üblich ist:

Als Fahrkartenkontrolleur der Üstra hat sich ein Unbekannter ausgegeben. Wie die Polizei Hannover am Freitag mitteilte, fuhr der Mann bereits am Mittwoch, 2. Februar, in der Linie 7 Richtung Wettbergen und erpresste Geld von einer Frau.

Die 47-Jährige war am Mittag gegen 13.30 Uhr im Silberpfeil der Stadtbahnlinie 7 unterwegs. An der Haltestelle „Markthalle“ stieg ein Unbekannter in die Bahn und begann sofort damit, die Fahrausweise zu kontrollieren. Als die 47-Jährige ihr Ticket vorzeigte, bemerkte der angebliche Kontrolleur, dass dieses ungültig sei und drängte die Frau in eine Ecke der Bahn.

Der Mann forderte 40 Euro, die die Frau ihm auch aushändigte. Anschließend verwies er sie an der Haltestelle „Waterloo“ der Bahn. Der falsche Kontrolleur selbst fuhr weiter in Richtung Wettbergen.

Wenn das Schule macht, dann „gute Nacht“!

Aber vielleicht wäre das ein Anlass und  auch endlich an der Zeit, das Fahrkartensystem und die Kontrollmaßnahmen der Beförderungsbetriebe zu überdenken.

Im Zeitalter modernster, Computer gestützter Zahlungsmodalitäter ist doch der Schnipselfahrschein längst überholt und mit ihm auch die Aufforderung der Kontrolleure: „Bitte den Fahrausweis vorzeigen!“

In anderen Städten gibt es das doch auch schon!

Wir haben die moderne Form des Straßenbahn- und Busfahrtzahlungswesen in Lissabon kennengelernt, ich habe damals so darüber geschrieben:

… wobei ich hier einen weiteren Einschub machen und einen kleinen Lobgesang anstimmen möchte auf das günstige Preissystem der Verkehrsbetriebe und die moderne Form der Fahrkarten, kann man doch an vielen Stellen in der Stadt Karten mit einer bestimmten Geldmenge „aufladen“ und dann in Bus und Bahnen bequem elektronisch bezahlen, indem man die Karte an ein entsprechendes Lese-Abrufsystem hält. Schwarzfahrer scheint es nicht zu geben,  Kontrolleure, wie sie in Hannovers Bahnen ständig anzutreffen sind,  haben wir nicht erlebt…  und in der 28 schon gar nicht!

Uns schien das ein sehr sinnvolles und gut funktionierendes System zu sein.  Die Ladestationen sind im Stadtgebiet verteilt und erübrigen die Automaten an den einzelnen Haltestellen, wie sie in Hannover in Gebrauch sind, besser gesagt,  in Gebrauch sein sollen, denn die Dinger sind störanfällig und immer wieder mal kaputt oder „außer Betrieb“, was den Fahrgast aber nicht unbedingt entpflichtet, einen Fahrschein zu kaufen…. muss er halt bis zur nächsten Station laufen!

Dabei muss mit den Magnetstreifenkarten gar kein großer Aufwand verbunden sein oder auf umweltfeindliches Kunststoff-Material zurückgegriffen werden, denn  dass auch einfache Karten aus Karton mit Magnetstreifen bestens funktionieren und das bei Wind und Wetter, Kälte, Regen oder Schnee, zeigt sich immer wieder an unseren Skipässen, die wir nicht mal aus der Tasche der Skijacke holen müssen, damit sie zuverlässig den Weg in Sessel oder Gondel freigeben. Und wer je miterlebt hat, wie rasant und zügig zigtausende Skifahrer in kürzester Zeit von der Talstation auf den Berg gebracht werden, kann sich mühelos vorstellen, dass ähnliche System auch im städtischen Nahverkehr funktionieren müssten, zumal der individuellen Programmierung der Streifen doch kaum Grenzen gesetzt sind! Und teurer als die Schnipsel ausspeienden (oder verweigernden!) Automaten ist so ein System vermutlich auch nicht.

Dann wäre es vorbei mit Schnipselfahrschein und Kontrollorganen…

und auch die Gauner hätten keine Chance!

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Kommentare»

1. julia - 19. Februar, 2011

Aber kontrolliert denn bei euch immer einer allein? Hier sind die immer im Rudel unterwegs, oder stehen in den Stationen, schon in Begleitung der Polizei-sofort zahlen muß man sowieso niht, alles geht über die Bank.da kann eigentlich kein Betrüger was drehen….

2. yael1 - 20. Februar, 2011

„Der Mann forderte 40 Euro, die die Frau ihm auch aushändigte.“

Das zeigt doch schon, dass es sich hier nur um einen Betrüger handeln konnte, denn in keiner Stadt wird das Geld in bar verlangt, sondern man bekommt zunächst einmal ein Brief per Post und man kann Widerspruch einlegen, bevor man zahlen muss.
Kontrolleure sind nie allein unterwegs, auch in Hannover nicht, wie Julia schrieb.
Und jeder Kontrolleur bittet den Fahrgast aus dem Bus etc. und nimmt dann erst die Personalien auf.
Das sollte man wissen, dann kann einem das nicht passieren.

3. Rika - 21. Februar, 2011

Julia und Yael,
ihr habat mit euren Einwenden natürlich recht!
Aber diese Episode in der Bahn zeigt doch auch ganz deutlich, wie sehr Menschen durch ein entschiedenes Auftreten einer angeblichen „Amtsperson“ so eingeschüchtert werden, dass sie ihre Rechte einfach gar nicht mehr wahrnehmen, im wahrsten Sinne des Wortes.
Vielleicht war das arme Opfer aber auch eine im Bahnfahren vollkommen unkundige Person …. wer weiß das schon so genau – und aus dem Bericht geht das ja auch nicht hervor!


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