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Nicht so wichtig… 27. Februar, 2011

Posted by Rika in israel.
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Wir hier in Deutschland haben richtig Trouble!

Seit Tagen beherrscht nur ein Thema die öffentliche Debatte: Soll der Minister nur wegen ein paar fehlender Füße den Hut nehmen? Er soll nicht, er MUSS!

Natürlich betrachten wir auch die Schwierigkeiten, in denen andere Länder stecken, mit Sorge. Könnte doch der Benzinpreis noch weiter steigen und unsere Wirtschaft ernsthaft gefährden. Der operettenhaft auftretende Diktator mit seinem Hang zu grotesken Verkleidungen und überdimensionierten Zeltlagern bei Staatsbesuchen im Ausland interessiert uns nur im Hinblick auf das eigene finanzielle Wohlergehen und sein leidendes Volk auch nur hinsichtlich der Frage, wie wir es davon abhalten können, hier in Europa (Deutschland) Asyl suchen und Arbeit finden zu wollen.

Da haben dann andere Nachrichten kaum Chancen mehr, in den erweiterten Raum der Betrachtung zu rücken, es sei denn, sie ließen sich als Aufhänger für der Deutschen liebstes „Erziehungsobjekt“    („Gerade die Israelis, die unter den Nazis so gelitten haben, sollten…“)  instrumentalisieren,  um es wohlwollend auszudrücken.

Die israelische Stadt Beer Sheva wird mit Gad-Raketen beschossen, woraufhin die israelische Luftwaffe einen Gegenangriff fliegt und Israel damit natürlich wieder den Part des Bösen hat!

Wie es sich  anfühlt, wenn man wieder einmal und doch aus heiterem Himmel in die Front aus aktueller und sehr realer Terrorgewalt  gerät, beschreibt Ruth so:

Vor Ort fuehlt sich das so an. Eigentlich ist heute einer meiner Schwimmabende, aber ich war zu muede, also begann ich mich auszuziehen, anstatt die Badetasche zu packen. Mittendrin toente der Raketenalarm. Oben ohne stuermte ich in unseren Schutzraum, der eigentlich das Maedchenzimmer der Grossen ist. Sie war schon im Bett, aber natuerlich wach. Die Kleine brauchte ich nicht zu rufen, sie erinnert sich noch allzugut an die Sirenen von vor zwei Jahren. Ich riss das Fenster auf, um den schweren Stahlladen zu schliessen. Das gelang mir nur mit der einen Haelfte. Die andere Seite klemmt. Mein Mann kam angestuermt und riss an dem festsitzenden Stahlteil, ohne Erfolg. Schliesslich meinte er: „Das war wohl Fehlalarm, sonst muessten wir doch den Einschlag hoern.“ In diesem Moment rumste es ziemlich laut. Mein Mann stuerzte sich mit neuer Energie auf den Stahlladen. Ich fand das Maschinenoelspray und reichte es ihm. Aber alles half nicht. Inzwischen hoerten wir im Hintergrund die Sirenen von Krankenwagen und Polizei. Die Kleine schaltete ihr Radio an, in wenigen Minuten war es 10 Uhr. Die erste Meldung in den Nachrichten: „Eine Gradrakete hat in einem Wohnviertel in Beer Sheva eingeschlagen, keine Verletzten, nur Sachschaden.“ Spaeter kamen noch Kommentare, dass keine Personen zu Schaden kamen, weil sie sich in die Schutzraeume gefleuchtet hatten. Dieses Wohnviertel sei eines, wo alle Haeuser Schutzraeume haetten, ein neuers Villenviertel. Spaetere Fernsehbilder bestaetigten, was mein Mann und ich von Anfang an vermuteten. Die Rakete ging in unserm Viertel nieder.

Die Kinder, vor allem die Kleine, waren sehr erschrocken. Schliesslich verrammelte ich die Fenserseite, wo der Stahlladen nicht zuging, mit meinen Backblechen, damit die Kinder sich geborgen fiuehlen. Fuer die Kleine zog ich das Gaestebett heraus, so dass beide Maechen heute nacht im Schutzraum schlafen koennen.

Dann die Ueberlegungen mit meinem Mann: Warum gerade jetzt der Angriff auf Beer Sheva? Moeglicherweise wollen Hamas und die aegyptische Muslimbruderschaft eine harte israelische Reaktion provozieren. Das wuerde den aegyptischen Islamisten in die Haende spielen. Diese Straetgie war schon vor einer Woche deutlich, als Yusuf Qaradawi den Tahrir-Platz in Kairo besser fuehlen konnte, als die vorangehenden Proteste gegen Mubarak es vermocht hatten, und zur Eroberung Jerusalems aufrief.

Waehrend ich schreibe, sagt mein Mann, im Fernsehen wurde berichtet, dass weitere Raketen zum Abschluss bereit standen und von der IDF beschossen wurden.

Mein Kommentar zu Ruths Bericht erübrigt sich, spricht der Text doch für sich!

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