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Das „völlig falsche Bild“… 7. März, 2011

Posted by Rika in islam.
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„Ein völlig falsches Bild“

meint Herr Mazyeck, haben wir hier in Deutschland von der Religion des großen Propheten, der gepredigt habe,

dass der Beste unter den Muslimen derjenige sei, bei dem die Menschen in Sicherheit seien. Dies versuche die Mehrheit der Muslime tagtäglich zu praktizieren.

Bei Gott, das können wir weltweit immer wieder erleben:

Kopten werden von Muslimen ermordet

Wegen des Blasphemie-Gesetzes sind Menschen nicht sicher

Im  Gazastreifen sind Christen unter Druck ebenso im Westjordanland

In Saudi-Arabien können Christen  ihres Glaubens wegen nicht sicher sein

In Nigeria werden Christen von Moslems getötet

In Afghanistan werden Christen mit dem Tode bedroht

Vom Islam zum Christentum konvertierte Christen leben höchst gefährlich

In der Türkei stiehlt man Christen ihr Eigentum

Im Irak werden Christen gemordet und systematisch vertrieben

In Indonesien werden Ungläubige gelyncht

Im Iran werden Frauen gesteinigt und Homosexuelle mit dem Tode bedroht

Aber vermutlich wird Herr Mazyek das alles „bedauerliche Einzelfälle“ nennen, die mit dem Islam natürlich gar nichts zu tun haben und erst recht nichts mit der von ihm zitierten Sure aus dem Koran, wobei die Christen noch am wenigsten unter der religiösen Verfolgung in islamischen Staaten zu leiden haben. Viel, viel schwerwiegender sind die islamisch begründeten Grausamkeiten und Gewalttaten gegen die „eigenen Leute“, die eben nicht „sicher“ wohnen können, wenn sie den religiösen Vorschriften nicht entsprechen.

Herr Mazyek ist allerdings der Meinung, dass die Grausamkeiten der Scharia in islamischen Ländern nicht mit dem Koran in völliger Übereinstimmung, sondern einem möglichen Interpretationsspielraum geschuldet sind:

Welt Online: In Scharia-Staaten werden Urteile gesprochen und vollstreckt, die mit den Prinzipien eines Rechtsstaates ganz und gar nicht vereinbar sind.

Mazyek: Und hierzulande wird dies dann alles eins zu eins dem Islam in die Schuhe geschoben, ohne eine einzige Sekunde zu verweilen, ob dies nun islamisch gerechtfertigt ist, oder ob dies wieder einmal nur zur Macherhaltung für irgendeiner Diktatur herhalten musste. Sie ist, ich wiederhole es noch einmal, vor allem ein Kanon unverrückbarer Glaubensfragen. Der Rest muss immer wieder neu interpretiert werden.

Genau, der Koran ist ein Kanon unverrückbarer Glaubensfragen und Steinigungen und Handabhacken ist lediglich eine Interpretationsfrage und hat mit dem Koran und dem Islam nichts zu tun.

Da bin ich aber beruhigt!

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Kommentare»

1. Juliette - 14. März, 2011

Na ja, das Problem der religiösen Intoleranz scheint heutzutage tatsächlich in islamischen Ländern akuter zu sein als in Christlichen.

Meiner Meinung liegt das aber nicht unbedingt daran, dass das Christentum strukturell toleranter ist als der Islam – das trifft meiner Meinung nach nicht zu – sondern eher daran, dass in den Ländern, wo das Christentum früher eine starke Vormachtstellung hatte, die Aufklärung einzug gehalten hat und so die Macht der Kirchen eingedämmt hat.

Früher haben Christen, wenn sie Macht hatten, jedwede Form von Andersgläubigen – auch andersgläubige Christen – nach allen Regeln der Kunst verfolgt. Grosso Modo nicht viel anders, als es hier beschrieben wird:

– Todesstrafe für Religionswechsel vom Christentum weg oder vom entsprechenden Bekenntnis weg

– Einschränkungen bei der Religionsausübung für Andersgläubige, u.a. Verbot oder Einschränkungen beim Bau von Kultstätten
– Verbot Gedanken zu äussern, die dem Kanon widersprechen
– Missionsverbot für andere Glaubensrichtungen
– Heilige Kriege gegen Andersgläubige
– Missionsbestrebungen nach aussen und innen
– Eigene Religion wird als einzig wahre und gültige betrachtet
-Versuch, von Territorien der Andersgläubigen zu erobern
-Todesstrafe für Häresie

2. Rika - 15. März, 2011

Ja, es stimmt natürlich, dass „Christen, wenn sie Macht hatten“ diese Macht auch zu unmenschlichen Attacken missbraucht und versucht haben, dies mit der Religion zu begründen.
Wenn man aber an die Basis geht, d.h. das Neue Testament und dort vor allem die Berichte über Jesus liest, wird man an keiner Stelle eine Aufforderung zu religiös begründeten Morden oder anderen Gewalttaten lesen. Insofern unterscheidet sich das Christentum von seiner Basis her deutlich und strukturell vom Islam und dessen Grundlage, dem Koran, der ausdrücklich barbarische Strafen gegen Abweichler und Entrechtung und Gewalt gegen Ungläubige vorsieht.

3. Juliette - 15. März, 2011

Ich habe das Gefühl, das ist ein strukturelles Problem dem letztlich alle Ideologien & Formen der Gesellschaftlichen Organisation in irgend einer Form ausgesetzt sind.

Sobald etwas als „absolut gut“ gilt, besteht eine Gefahr des Missbrauches in verschiedener Hinsicht:

– Leute mit unredlichen Absichten schreiben sich das „absolut Gute“ auf ihre Fahnen, um damit ganz andere Absichten zu verfolgen

– Mitglieder einer „absolut Guten“ Gemeinde bespitzeln sich gegenseitig und machen einander so das leben schwer. (da spielt bis zu einem gewissen Grad auch Gerechtigkeitsempfinden mit: warum darf er das und ich nicht?)

– Mitglieder einer „absolut Guten“ Gemeinde sind so überzeugt, dass ihre Gemeinde „absolut Gut“ ist, dass sie nicht verstehen können, warum andere anders leben wollen: sie versuchen, sie zu ihrem Glück zu zwingen

– Innerhalb der „absolut Guten“ Gemeinde gibt es verschiedene Menschen. Die, die zu Gemeindeführern werden sind nicht unbedingt die, die die „absolut Guten“ Werte am besten vertreten.

– „Absolut Gute“ Werte müssen angepasst werden, wenn die Gemeinde sich vergrössert…

– Auch wenn Werte einmal „absolut gut“ waren, und vielleicht sogar die Gesellschaft positiv beeinflussen, dann überholen sie sich von selber…

Ich denke daher, dass nur die Verhinderung des Absoluten verhindern kann, dass eine Gesellschaft Absolutistisch, d.h. intolerant wird.

Da eine Institutions/religiöse Gemeinschaft/Gesellschaft ihren Grundkodex sowieso ständig weiterentwicklet und anpasst, bzw. sich sowieso nicht so genau an den eigenen Grundkodex hält, ist es wahrscheinlich gar nicht so wahnsinnig relevant, was in dem Grundkodex steht…

Das Christentum kommt mir nicht übertrieben tolerant vor. Ich kenne mich bei dieser Religion nicht so genau aus, aber ich habe einmal diese „Bergpredigt“ gelesen und empfinde sie als ziemlich Gewalt-haltig.

Das Problem vom Christentum enstand, soviel ich verstanden habe, dadurch, dass die Christen glaubten, dass man nur durch Christentum zum Paradies & ewigen Leben gelangen kann und dass dieses Glück jedem Menschen auf dieser Erde zuteil werden soll, sogar gegen seinen willen. (Im Jenseits wird er dafür dann schon dankbar sein).

Ob Im Koran wirklich steht, dass man alle Ungläubigen umbringen soll, wage ich zu bezweifeln. Ich nehme an, da gibt es alle möglichen Abschnitte, die man so und so auslegen kann.

Der Islamismus ist eine relativ neue Erscheinung. Jahrhundertelang war Islam wesentlich friedlicher als das zeitgenössische Christentum…

Und dann mischen sich ja auch die „lokalen“ Bräuche mit den religiösen Bräuchen und werden oft verwechselt…

Barbarische Strafen gegen Ungläubige und Abweichler wurden im Christentum sehr intensiv praktiziert. Woher sie das hatten, weiss ich nicht so genau. Anscheinend muss es nicht in den Grundtexten stehen, um angewandt zu werden. Und umgekehrt steht es bei anderen Religionen in den Grundtexten und wird nicht angewandt…

4. Rika - 15. März, 2011

Die Bergpredigt Gewalt haltig?
Matthäus 5, 3 – 11

Glücklich zu preisen sind die, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.
Glücklich zu preisen sind die, die trauern, denn sie werden getröstet werden.
Glücklich zu preisen sind die Sanftmütigen, denn sie werde die Erde als Besitz erhhalten.
Glücklich zu preisen sind die, die nach Gerechtigkeit hungern und dürsten, denn sie werden satt werden.
Glücklich zu preisen sind die Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen finden.
Glücklich zu preisen sind die, die ein reines Herz haben, denn sie werden Gott sehen.
Glück zu preisen sind die, die Frieden stiften, denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.
Glücklich zu preisen sind die, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden, denn ihnen gehört das Himmelreich.
Glücklich zu preisen seid ihr, wenn man euch um meinetwillen beschimlpft und verfolgt und euch zu Unrecht die schlimmsten Dinge nachsagt. Freut euch und jubelt! Denn im Himmel wartet eine große Belohnung auf euch.

Gewalt als passives Erdulden, aber nicht als aktives Tun!
Nicht der, der Gewalt verübt – der Dschihadist im Koran – erhält die Belohnung, sondern der, der sie erduldet.

Das macht den Unterschied!

5. OL - 15. März, 2011

Soviel ich mich erinnere geht es dann noch weiter mit ziemlich wüsten Beschimpfungen an die, die diese hohen moralischen STandarts nicht erreichen können…

Aber wie gesagt: ich kenne mich mit diesen Texten nicht aus und habe jetzt auch kein Exemplar davon hier.

Wenn man das Christentum auffasst als „die Anhänger von Jesus, den die Römer gekreuzigt haben“, dann ist es ja noch recht OK.

Das Christentum selber hat das dann aber verklärt in „es war von Anfang an Absicht, dass dieser Mensch eines gewaltsamen Todes stirbt, und daraus ergeben sich positive Konsequenzen für den Rest der Menschheit“. Und das finde ich sehr problematisch, weil man der sehr schnell in eine Todes-Anbetung gerät, was ja bei manchen chrislichen Bekenntnissen, die das mit Kreuz etc sehr graphisch ausschmücken, auch entsprechend zelebriert wird.

Was macht letztlich ein „Shaheed“ = er opfert sein Leben einer Sache. Das ist doch genau das Gleiche: die Sache ist ihm mehr wert als sein Leben… Das ist eine ganz ähnliche Form der Todessehnsucht wie die Anbetung eines Gekreuzigten.

Moslems sagen dass mit „dschihad“ eigentlich der innere Kampf des Menschen mit dem Bösen in ihm selber gemeint ist.

Es gibt immer riesige Unterschiede zwischen Theorie und Praxis. zum Beispiel dürfen laut Islam Moslems gegen Moslems keinen Krieg führen. Schau dir die Geschichte der arabischen Länder an: da haben ständig Moslems gegen Moslems Krieg geführt…

Meiner Meinung nach legst du bei deiner eigenen Religion, die du von innen kennst, ganz andere Beurteilungskriterien an als beim Islam, den du nicht von innen kennst.

Das ist auch natürlich. Aber es ist nicht ganz gerecht, und man sollte Gleiches mit Gleichem vergleichen. Ich habe den Eindruck, dass in deiner Wahrnehmung, sowohl des Christentums als auch des Islams, Einiges verzerrt ist…

6. Rika - 16. März, 2011

@ „Soviel ich mich erinnere geht es dann noch weiter mit ziemlich wüsten Beschimpfungen an die, die diese hohen moralischen STandarts nicht erreichen können…“

Nein, da musst du wohl ein anderes Buch gelesen haben… 😉 Wüste Beschimpfungen gibt es im NT nicht, Ermahnungen und Zurechtweisungen aber schon. Und selbst die spiegeln die Liebe Gottes zu den Menschen wieder, da ist nichts von Niedermachen oder dergleichen.

@ „Aber wie gesagt: ich kenne mich mit diesen Texten nicht aus und habe jetzt auch kein Exemplar davon hier.“

Da kann ich Abhilfe anbieten in Form von Links zu verschiedenen Bibelübersetzungen:

nach Luther:
http://www.die-bibel.de/nc/online-bibeln/luther-bibel-1984/lesen-im-bibeltext/bibelstelle/mt

Möchtest Du nicht nur die Seligpreisungen aus dem Matthäusevangelium lesen, sondern auch andere Evangelien, Briefe oder Texte der Hebräischen Bibel (Altes Testament), bietet sich dieser Link an:

http://www.ekd.de/bibel/bibel.php

Hier kannst Du unter drei Übersetzungen wählen. Die Luther Ü. ist die vertraute Version – sofern Du mit der Bibel schon in Kontakt gekommen bist -, die Elberfelder gilt als die „worttreueste“ Übersetzung, die sich am dichtesten am griechischen und hebräischen Urtext orientiert, die „Gute Nachricht“ liest sich von allen angebotenen am besten!

Hier noch einmal Übersetzungen der Bergpredigt:
http://www.bibel-online.net/text/neue_evangelistische/matthaeus/5/#1

oder
http://www.bibleserver.com/#/text/HFA/Matth%C3%A4us5

Ich wünsche Dir viel Freude und gute Erfahrungen mit Gottes Wort!

7. Juliette - 16. März, 2011

Uiuiui… Da habe ich wohl die Missionsmaschine losgetreten. Entschuldigung. Das war nicht meine Absicht…

8. Rika - 17. März, 2011

Missionsmaschine?
Nur weil ich empfohlen habe, mal selber in der Bibel nachzulesen?

Wie heißt es doch so schön im Psalm 119,5
„Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege!“

Uraltes Wissen, immer noch aktuell!
Hat gar nichts mit Mission zu tun, allenfalls mit Werbung.
Oder würdest du eine Empfehlung für ein x-beliebiges Buch zwecks Wissenserweiterung auch als „Missionsmaschine lostreten“ begreifen?

9. Juliette - 17. März, 2011

Eben. Leider bin ich aus religiösen Gründen in meiner Literaturauswahl etwas eingeschränkt und hätte auch die Bergpredigt nicht lesen und auf keinen Fall darüber reden sollen.

Deshalb entschuldige ich mich bei dir.

10. Rika - 17. März, 2011

Du musst Dich nicht bei mir entschuldigen.
Ich verstehe jetzt Deine „eingeschränkte Literaturauswahl“ und respektiere das natürlich – und damit auch Deinen Ausdruck „Missionsmaschine“.


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