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Chance vertan! 30. März, 2011

Posted by Rika in islam.
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Welch ein absurdes Theater!

Ein Politiker nimmt für sich in Anspruch, beim Thema „Islam“ eine in Maßen andere Position als der Bundespräsident zu vertreten und wird sofort von denjenigen ins Abseits gestellt, die die Ansichten des Ministers nicht teilen. Da sind einmal die diversen Islamexperten und -vertreter, die den ministeriellen Verweis, der Islam gehöre historisch nicht zu Deutschland, Muslime hingegen schon, als Beleidigung und Ausgrenzung verstehen, zum anderen gibt es nicht unerheblich viele Leute, die des Ministers Worte einfach nur politisch ausschlachten wollen, weil Herr Friedrich der CSU angehört und schon allein deshalb in den Augen von Linken und Grünen verdächtig ist.

Kein Mensch kommt aber auf die Idee zu fragen, ob nicht auch die Muslime an dieser Stelle einmal großmütige Konzessionen hätten machen können, dergestalt nämlich dass sie sagen:

„Ja, in der Rückschau auf die 1400 Jahre Islam können wir feststellen, dass weder die Idee des Islam noch seine Protagonisten in dem Gebiet, das heute die Bundesrepublik Deutschland ist, eine nennenswerte Rolle gespielt hätte. Insofern haben alle diejenigen durchaus recht die meinen, der Islam gehöre – historisch betrachtet – nicht zu Deutschland.“

Das würde den Islamkritikern doch ganz schön den Wind aus den Segeln nehmen. Sie hätten es deutlich schwerer, mit der Angst vor dem Islam Stimmung zu machen.

„Seht her“, könnten die Muslimverbände sagen, „wir respektieren eure religiöse Ausrichtung – auch wenn man davon nicht so ganz viel im öffentlichen Leben mitbekommt,  sieht man mal von euren Kirchtürmen und Glockengeläuten, von Kruzifixen in Klassenzimmern und Gerichtssälen und von Nonnen in Nonnengewändern  in den kirchlich-sozialen Einrichtungen ab – wir respektieren eure religiöse und politische Entwicklung, wir wissen, dass das Christentum einen prägenden und nachhaltigen Einfluss auf euer Wertesystem und eure Gesellschaft hatte und immer noch ein bisschen hat – auch wenn es in Deutschland die Trennung von Kirche und Staat gibt.“

Und weiter könnten die Muslimverbände und -experten  sagen, dass es ihnen bewusst ist, dass es Ängste vor dem Islam gibt, die auf sehr alten und lange zurückliegenden Ereignisse (die Muselmanen in der den Christen überaus heiligen Stadt Jerusalem vor gut tausend Jahren, der Einfall der Mauren in Spanien, die Bekämpfung der christlichen Seefahrer und Kaufleute im Mittelmeerraum, die Türken vor Wien, um nur einiges von dem zu nennen, das wir alten noch im Geschichtsunterricht der 50er und 60er Jahre gelernt haben ) einerseits basieren und die andererseits neue Nahrung bekamen durch die brutalen Angriffe islamischer Terroristen auf die westliche Wohlstandsgesellschaft und Wertegemeinschaft.

Das alles könnten Islamexperten, Islamversteher und Muslimverbände zugestehen, ohne dass ihnen dabei ein Zacken aus der Krone fiele. Man könnte diese geschichtlichen Tatsachen auch durchaus zum Anlass nehmen, in der Reflexion der Ereignisse, Ängste abzubauen.

Das alles passiert aber nicht.

Stattdessen reagieren die oben genannten Bündnisse mit Beleidigtsein, Abwehr und teilweise wütendem Protest.

Allerorten werden von den Muslimen massiv Zugeständnisse  für Muslime gefordert, meistens mächtig unterstützt von politischen und auch religiösen Teilen der Gesellschaft, die meinen, nach den Erfahrungen im und mit dem Nationalsozialismus nie wieder zulassen zu dürfen, dass andere Menschen oder Gruppen ausgegrenzt und stigmatisiert werden (durchaus zu Recht, wie ich meine).  Dabei übersehen diejenigen, die geradezu fanatisch tolerant sind oder sein wollen, dass die Lage der Muslime in Deutschland heute in keinster Weise vergleichbar ist mit der Lage der Juden im Dritten Reich, sie ignorieren den unbestrittenen Tatbestand, dass die Regierung niemals und zu keiner Zeit eine Pogromstimmung GEGEN MUSLIME angezettelt oder auch nur hingenommen hätte, sie nehmen vielmehr einen großen Teil der Menschen in Deutschland nicht wirklich wahr, übergehen vielmehr die Leute im Land, die so schnell mit der rasanten Entwicklung der gesellschaftlichen Veränderung  nicht mithalten können und grenzen sie im besten Falle daher einfach aus und nehme ihre Besorgnisse nicht ernst oder, im weitaus hläufigeren Fall, stigmatisieren sie sie als islamophob oder rassistisch und verorten sie in der Nähe rechtsradikaler Neonazis.

Sicher gibt es auch einige bewußt sich dem konservativen Lager zugehörig fühlende Deutsche, die die Veränderung der Gesellschaft ganz und gar nicht wollen. Die festhalten wollen an ihrem Bild von Deutschland mit allem was dazu gehört:

Kinder, Küche, Kirche (dem alten Frauenbild, das immer noch in vielen Köpfen als Ideal herumgeistert), den christlichen Festen und dem christlichen Glauben (der oft genug auch den heftigen Streit zwischen Protestantismus und Katholizismus beinhaltete und „freie Religionsgemeinschaften“ als Sekten ausschloss), einem Werte- und Wirtschaftssystem, das eng mit den christlichen Grundwerten verknüpft und verbunden ist.

Ja selbst das, was wir (in bei aller Widersprüchlichkeit) als „Aufarbeitung unserer Vergangenheit“ bezeichnen und in deren Folge das Augenmerk auch auf das „jüdische Erbe unserer Kultur“ gerichtet wird, das Deutsche doch noch vor wenig mehr als 70 Jahren mit aller Macht von der Erde tilgen wollten.

Aber ist dieses Festhalten-Wollen  an dem, was „Deutschland bisher ausmachte“ (ich pauschalisiere ein wenig, ich weiß), derart negativ zu bewerten, wie wir es in unseren MSM immer wieder erleben?

Die Begegnung mit den Menschen und mit den Forderungen der so ganz anders erscheinenden und auftretenden, nicht nur religiösen, islamischen  Kultur setzte  einen  Denk- und Lernprozess in Gang, der doch noch lange nicht beendet ist, der Ängste auslöst und mit  Sorgen verbunden ist und der eben nicht in erster Linie dem türkischen Gemüsehändler um die Ecke gilt, sondern dem, was in den Köpfen der anderen vorgeht, was in ihren Moscheen gepredigt und in ihren Koranschulen gelehrt  wird.  Die modernen Medien liefern doch die Bilder aus den Staaten ins Haus, in denen der Koran die oberste Instanz ist und der Islam das Staatwesen beherrscht, Bilder von Steinigungen und drakonischen Strafen, von jubelnden Mörderbanden und fanatisierten Massen die den Tod Israels brüllend beschwören und den Ungläubigen des Westens Allahs Unheil androhen. Diese Bilder sprechen doch eine beredte Sprache, verstörend und über alle Maßen befremdlich.

Bilder,   die   (das muss man auch sehen) allerdings von einigen Gruppierungen hierzulande auch politisch  ausgenutzt werden.

Es hätte darum meiner Meinung nach den Vertretern muslimischer Migranten gut angestanden, diese vielen Facetten des „Neuen und Fremden“  in Deutschland und des Islam weltweit zu reflektieren und die (darauf reagierende)   Befindlichkeit  der „deutschen Seele“  wenigsten einmal öffentlich zu bemerken und zu würdigen und ihre eigenen Belange einmal nicht in den Focus der Aufmerksamkeit und Forderung zu stellen.

Aber es ist genau das passiert, was in den letzten Jahren immer zu beobachten war:

Muslime fühlen sich beleidigt und insistieren in einer Form, die man christlichen Verbänden oder jüdischen Organisationen überaus verübeln würde. Keiner in der SPD käme auf die Idee, eine Arbeitsgruppe oder ein Forum zu boykottieren,  weil man zu ungeklärten Fragen mit Christen reden will und dabei auch Teile  des Christentums auf den Prüfstand stellt und erst recht würde niemand jüdische Verbände auffordern, einem gemeinsamen Gremium fern zu bleiben, weil sich jüdische Verbände über den real zunehmenden Antisemitismus gewisser Kreise in Deutschland und den dabei nur geringen Widerhall in der Öffentlichkeit und mangelnde Aufmerksamkeit  durch die Politik beschweren.

Fühlen sich aber Islamverbände „nicht genug gewürdigt“, erheben sie ein grooßes Geschrei und springen ihnen prompt Politiker aus grün-links-rotem Lager bei und setzen sich für ihre vermeintlich bedrohten Rechte ein.

Damit setzen sie aber genau den Prozess weiter fort, dass die auf diese Weise „ausgegrenzten“ und verunsicherten  „Deutschen“ mit noch mehr Ängsten reagieren.

Keine andere Migrantengruppe verlangt, erfordert und erhält so viel Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme auf ihre Befindlichkeiten, wie die muslimische.

Monika Maron hat darum Recht mit ihrem Einwand, der Islam dürfe uns nicht ständig behelligen.

Genug ist genug!

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Kommentare»

1. Rika - 31. März, 2011

Herr Friedrich setzt sich zur Wehr
http://www.evangelisch.de/themen/politik/islamkonferenz-minister-friedrich-weist-kritik-zurueck37927

und Frau Kelek liefert ein interessantes Argument:

„Die Unterscheidung des Ministers zwischen dem Islam und den Muslimen bezeichnete Kelek als „legitim“.“

Sag ich doch!
Ich bin als Christin doch auch nicht pauschal „das Christentum“ und lasse mich weder von der „heiligen Inquisition“ noch von Kreuzrittern früherer Zeiten vereinnahmen. Ich kann selber denken und glauben und dabei weder auf Papst noch Pastoren hören und mich durchaus kritisch zu Kirche und kirchlichen Hirarchien äußern, ja, selbst zu biblischen Texten!

„“Die Muslime sind selbst herausgefordert, eine Antwort auf die Frage zu finden, ob und in welcher Weise der Islam mit europäischen Werten vereinbar ist. Das müssen sie klären, nicht der Innenminister“, unterstrich die Soziologin.“

Das ist notwendig, um in unserer Gesellschaft dazu gehören zu können und ist darüberhinaus eine Arbeit, die ihnen auch die alte Tante SPD nicht abnehmen kann. Deshalb ist der Boykott-Aufruf auch so völlig absurd!


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