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Religiöser Wahn… 2. April, 2011

Posted by Rika in islam.
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Anders kann man es doch nicht nennen, wenn ein irrlichternder Pastor den Koranvor Gericht stellt“, ihn verurteilt und anschließend mit Kerosin getränkt verbrennt.

Kann man überhaupt ein Buch vor Gericht bringen?

Wohl gemerkt eine Buch und nicht etwa dessen Verfasser!

Und welches Gericht ist zuständig für verdächtige Bücher, deren Autoren nicht mehr zu belangen sind, weil sie entweder schon lange verstorben und /oder  –  wie im Fall des Koran – von zweifelhafter Urheberschaft sind. Bekanntlich konnte Mohammed, auf dessen Träume und visionäre (Wahn?)Vorstellungen der Koran zurückgeht, weder lesen noch schreiben und war darauf angewiesen, dass schreibkundige Gefolgsleute seine Worte für die Nachwelt aufzeichneten. Dabei mag es zu Fehlern gekommen sein, zumal Mohammed aus den genannten Gründen das Geschriebene nicht auf seine Richtigkeit hin überprüfen konnte…  Das Suchmaschinchen liefert verschiedene Erklärungen zur Entstehung des den Moslems heiligen Buches und ich kann und will mir kein Urteil darüber erlauben, welcher der diversen Mutmaßungen ich trauen kann und welcher nicht.

Es ist ja auch völlig unerheblich für den vorliegenden Sachverhalt wie authentisch und unverfälscht die koranischen Verse seit ihrer nächtlichen Einflüsterung den heute Lebenden überliefert wurden oder nicht.

Man mag als Nichtmuslim seine Zweifel am Koran haben, sich bisweilen auch über einige seiner Suren erregen, etwa über die, die die Überlegenheit der Muslime gegenüber den „Ungläubigen“ bezeugen und erst recht über die, die  Gewalt gegen die Ungläubigen rechtfertigen, man mag den Koran genauso wenig für eine Offenbarung Gottes halten, wie man auch der Bibel immer wieder die göttliche Offenbarung abspricht, man mag kritisch mit seinem Inhalt umgehen und die überlieferte Geschichte seiner Entstehung für eine fromme Legende halten, all das ist eine durchaus legitme Vorgehensweise im Umgang mit einem Buch.

Den Koran jedoch vor Gericht zu stellen mit dem Vorwurf, er sei eine Anleitung zu Mord und Totschlag, ist  eine hirnverbrannte Provokation, die weder die kritische Auseinandersetzung mit dem Koran als Offenbarungsbuch noch mit dem Islam oder den Muslimen befördert, sondern vielmehr das Gegenteil erreicht.

Man wird wieder von den fanatischen christlichen „Fundamentalisten“ sprechen, die nicht anders als die fanatischen  Islamisten seien. Und jeder vernünftige Mensch wird dieser Argumentation mühelos folgen könnnen – wobei es wenig Sinn macht darauf hinzuweisen, wo der Ursprung „christlichen Fundamentalismus“ liegt und das damit alles andere als  gewaltbereiter Irrsinn gemeint ist.

Und jeder normale Christ muss sich angesichts dieses Wahnsinns die bange Frage stellen, was sonst noch im Namen des Christentums von Irrsinnigen wie Terry Jones   zur vermeintlichen „Verteidigung“ des Christentums angestellt werden wird. Werden wir bald nicht nur brennende Bücher erleben, sondern auch Gewaltaktionen gegen Menschen?

Denn das ist die Antwort der „anderen“,  der  Fanatiker der angeblichen  „Religion des Friedens“.

Im Wahn,  den Koran verteidigen oder rächen zu müssen, zieht ein durch Prediger fanatisierter Mob zur Vertretung der ohnehin verhassten „christlichen“ Westler, setzt Gebäude in Brand und tötet Menschen.

Ist es das, was „Pastor“ Jones erreichen wollte? Gewalt gegen Gewalt? Mann gegen Mann? Ausgelöst durch die Verbrennung eines Buches, das er für Teufelspack hält, das aber den Muslimen heilig und unverletzbar ehrenvoll ist und dessen Verletzung größere Rache nach sich zieht, als die Beleidigung des Propheten?

Doch bei allem Entsetzen über die christlichen Provokateure einerseits  und die Reaktionen einer archaisch anmutenden Stammesgesellschaft andererseits,  muss auch die Frage nach der Verhältnismäßigkeit erlaubt sein und gestellt werden.

Wie schon bei den weltweiten Unruhen nach den Veröffentlichungen der Mohammed-Karikaturen, so zeigt sich auch jetzt, dass Ursache und Reaktion in gar keinem hinzunehmenden Verhältnis stehen. Die vermeindliche oder tatsächliche Verunglimpfunge eines „heiligen Mannes“ und das Verbrennen eine „heiligen Buches“ löst Mord und Totschlag aus.

Ist jemals nach einer Verunglimpfung der Bibel, nach karikierenden Jesus-Darstellungen, nach üblen Beleidigungen christlicher Würdenträger eine derartige Reaktion von Christen erfolgt? Ich kann mich nicht entsinnen, dergleichen in den letzten Jahren erlebt zu haben – auch nicht in den weniger weit entwickelten Gesellschaften außerhalb Europas und der USA.

Die abscheuliche Gewalt hat, so könnte man befürchten, doch mehr mit der inhaltlichen und geistlich-theologischen  Ausrichtung der  „Religion des Friedens “ und ihrer Gewalt ausübenden Vertreter zu tun …

Und vielleicht war es das Ziel des irrsinnigen Predigers, genau das zu demonstrieren.

Wie auch immer, ich verabscheue die bewusste Provokation, wie auch  die fürchterliche Reaktion, die die „Richter und Scharfrichter“ wohl  billigend in Kauf nahmen.

Und trauere um die Opfer…

Siehe dazu auch die Stellungnahme der  WEA   „Weltweite Evangelische Allianz“

 

NACHTRAG:

Die Rechtfertigung des provokanten Predigers.

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