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„Wegen Bayernspiel Haus abgefackelt!“ … 10. April, 2011

Posted by Rika in aus küche und keller, aus meinem kramladen.
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… so oder ähnlich hätte wohl die bekannte  Zeitung mit großen Lettern  geschrieben, wäre das Verhängnis nicht im allerletzten Augenblick verhindert worden.

Aber der Reihe nach:

Bestens gelaunt und guter  Stimmung kam der Liebste gestern aus dem Niedersachsenstadion nach Hause, 96 hatte gegen die Mainzer einen Sieg erspielt und war wieder an den Bayern vorbeigezogen. (Ich weiß, das Niedersachsenstadion heißt jetzt anders und ist auch kein Stadion mehr, in dem auch Leichtathletikwettbewerbe stattfinden konnten. Es ist jetzt eine Arena und dient einzig und allein dem Fußballkult und seinen Anhängern als Weihe- und Begegnungsstätte. Aber ich weigere mich beharrlich, auch noch Reklame für den Namensgeber zu machen, zumal der in gar keinem guten Licht steht und beschuldigt wird, arme Leute um ihr Vermögen betrogen zu haben! )

Aber ich schweife ab…

Der Gatte kam also und verkündete noch in der Haustür: „Ich mache uns jetzt Bratkartoffeln und dazu gibt es Sülze!“  Gesagt, getan, bzw. in Angriff genommen, denn im Fernsehen lief bereits die für Fußballinteressierte spannendste Sendung der Woche: Sportschau mit Bundesligaberichterstattung.

Schnelligkeit und gutes Timing waren  gefragt was das Kartoffelschälen und -schneiden anging.

Wer hier regelmäßig liest, weiß, dass ich auch an Fußball interessiert bin, mir zwar keine Liveübertragung anschaue, wohl aber die ausgesuchten Feinheiten der jeweiligen Begegnungen in der Nachschau, dann bin ich nämlich  bereits über alle Ergebnisse dank des allwissenden Netzes bestens informiert und laufe nicht mehr Gefahr, vor Aufregung am Herzkasper zugrunde zu gehen.

Die Berichterstattung nahm Fahrt auf…

Spiel folgte auf Spiel…

der Ehemann pendelte zwischen Küche und  Fußballbericht hin und her (der Wohnraum mit Essplatz und die Küche sind nur durch eine Wand mit Schiebetür voneinander getrennt),   ich saß bräsig wg Fuß im Sessel! Die Kartoffeln waren geschält und geschnitten, der Bratvorgang eingeleitet. Ich hörte den Gatten am Herd hantieren und roch  erhitztendes Fett.

In diesem Augenblick kam Bayern!

Bayern gegen Nürnberg.

Der Liebste  linste um die Ecke … kam ganz ins Zimmer … setzte sich kurz hin…

Das Spiel nahm seinen Lauf…  die Bayern gingen in Führung … (ja musste das denn sein?) … Nürnberg schoss doch noch den Ausgleich … das Spiel war aus und Robben sah ROT…

Der Liebste machte sich zurück auf den Weg zur Küche …

Ein Aufschrei!

Und dann roch ich es auch: Scharf beißender Qualm!!!

So schnell ich konnte humpelte ich in die Küche.

Geistesgegenwärtig hatte mein Held die in Flammen hell lodernde Pfanne ins Spülbecken gestellt und umgedreht…   die Küche war schwarz von Qualm …  immer noch schlugen große Flammen aus der umgedrehten Pfanne… mit einem Geschirrtuch schlug ich die Flammen aus…

Der Liebste riss das Fenster auf, öffnete Haus- und Terrassentür.

Ich musste husten und würgen.

Und dann der Blick ins Chaos…

Meine Küche, meine schöne Küche!

Rußgeschwärzt die Dunstabzugshaube und der Hängeschrank direkt darüber, schwarz auch die Fliesen, rußig die Unterseite der Hängeschränke und Rußfahnen auf den Türen.

Dann sickerte es so langsam in unser Bewusstsein: Um ein Haar wäre unsere Küche abgebrannt… und wer weiß, was noch passiert wäre…

Und alles nur wegen des Bayernspiels!

GOTT sei Dank, dass wir den Brand gerade noch rechtzeitig bemerkt  und wir es geschafft haben, ihn zu löschen!

Heute konnten wir dann im Tageslicht die Schäden bestaunen:

Die Pfanne hat als einzige irreversiblen Schaden genommen! Schränke und Dunstabzugshaube werden mit Putzmitteln wieder sauber (das haben wir schon ausprobiert und zum Teil auch schon in Arbeit genommen, der Rest dann morgen), auf allen Schränken im gesamten Wohnbereich ist ein ganz feiner Rußfilm – das macht richtig Arbeit!!!

Die Tapeten scheinen auch deutlich grauer zu sein als vorher, aber wir wollten das Wohnzimmer ja ohnehin demnächst renovieren. Fenster müssen geputzt und Gardinen gewaschen werden. Osterputz muss eh sein!

Bleibt noch hinzuzufügen, dass wir eine Brandschutzdecke kaufen werden und nie, nie, nie mehr irgendetwas alleine in der Küche kochen oder braten lassen – mit Ausnahme der Kuchen im Backkofen… und Fett in der Pfanne schon gar nicht.

Und die Bundesligaschau sehen wir nur noch ohne gefährliche „Nebenbeiaktivitäten“! (Wenn ich bedenke, dass ich doch keinen Herzkasper riskieren will, aber beinahe einer Rauchgasvergiftung erlegen wäre, beinahe,  vielleicht…)

Nachtrag:

Das Ergebnis der Münchener geht in meinen Augen trotz des Desasters in meiner Küche  in Ordnung  (eine Niederlage hätte ich auch nicht schlecht gefunden!), und dass van Gaal gehen muss, nein, das habe ich eigentlich nicht gefordert!

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Kommentare»

1. Markus - 10. April, 2011

Gott sei Dank!!

2. julia - 10. April, 2011

Du siehst das komplett falsch-wenn die Bayern gewonnen hätten, wäre dein Mann nicht so scharf auf die Berichterstattung gewesen…..also drück uns das nächste Mal die Daumen, dann bleibt deine Küche sicher 😉

3. Rika - 10. April, 2011

@ Markus: Ja und amen!

@ Julia,
ich bin jetzt echt in einem Konflikt:
Wenn ich an meine Küche denke, müsste ich Deinen Wunsch erfüllen und Bayern die Daumen drücken, andererseits würde mein Mann sicher allzu gerne in der nächsten Saison zu Ch.-L. ins 96-Stadion gehen, dazu darf Bayern aber nicht an uns vorbeiziehen und eben nicht gewinnen… Wie nun, Küche oder Mann?
Du siehst, die Lage ist ernst!
Lg Rika

4. Mein armes Herz…. | himmel und erde - 23. April, 2013

[…] im Stadion…   (Ich habe einmal meinen Mann zu einem Fußballspiel der 96er gegen den HSV im Niedersachsenstadion begleitet und wäre fast vor Aufregung am Herzkasper  gestorben, wie würde es mir erst in […]


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