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Anteilnahme und Verständnis? 11. April, 2011

Posted by Rika in Allgemein.
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Vor zwei Jahren wurden im Jemen Mitarbeiter einer sozialen Einrichtung   entführt. Die Leichen der drei brutal ermordeten jungen Frauen wurden wenig später gefunden, zwei Töchter der ebenfalls entführten Familie wurden im vergangenen Jahr befreit, von den Eltern und ihrem kleinen Sohn  und einem weiteren männlichen Mitarbeiter (aus Endland) fehlt bis heute jede Spur.

Der Tod – zumindet der beiden deutschen Frauen – löste in Deutschland sehr unterschiedliche  Reaktionen aus. Von Anteilnahme und Mitleid, bis zur Schuldzuweisung, offener Häme und Herabwürdigung der jungen Christinnen war in den Beiträgen der Medien zu der Tragödie zu lesen, und in manchen Kommentaren zu den Berichten fehlte oftmals  jedes  Anzeichen für  schlichte Menschlichkeit, ein Tatbestand, der mich schon damals sehr bewegte.

Dabei war es gerade ihre im christlichen Glauben begründete Menschlichkeit, die die beiden Bibelschülerinnen bewegt hatte, ein Sozialpraktikum an einem Krankenhaus im Jemen zu machen und sich um die Ärmsten der Gesellschaft  zu kümmern.

Knapp zwei Jahre nach dem Tod der Bibelschülerinnen greift ein Film die tragischen Ereignisse noch einmal auf, schildert in den Aussagen der Familie und Freunde die jungen Frauen, ihren Glauben und ihre Motive zu dem Einsatz im Jemen.

Er zeigt aber auch die Trauer der Angehörigen, ihre Fragen und ihre Hoffnung auf Sinn und Trost.

Und wie die Ereignisse selbst, so löst auch der Film unterschiedliche Reaktionen aus, wie man unschwer an den Kommentaren in verschiedenen Foren ablesen kann, auf die ich bei der Suche nach mehr Informationen gestoßen bin. Doch während der Film  Mitgefühl und Verständnis zeigt, lassen das viele der Kommentatoren in den Foren vermissen.  Es zeigt sich immer wieder die gleiche Argumentationskette:

Christen  –  Mission –  verwerflich – selber Schuld – kein Mitleid – kein Verständnis.

Das ist die eigentliche  –  für mich sehr beklemmende –  Erkenntnis meiner Recherche…

Den Film gibt es hier:      Anita und Rita- vom Leben und Sterben …

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Kommentare»

1. Schoschana - 14. April, 2011

ja, ich glaube, das fehlt oft in diskussionen hierzulande: zunächst einmal schlicht und einfach trauer und mitleid mit einem menschen zu empfinden, der gewaltsam ums leben gekommen ist – allzuschnell werden die umstände des todes bewertet, jemandem die schuld am eigenen tod in die schuhe geschoben. woran liegts? vielleicht am unvermögen, mit der schrecklichen tatsache umzugehen, dass es tatsächlich menschen gibt, die anderen menschen an den kragen gehen?
auf jeden fall steht eigentlich fest: jeder gewaltsame tod ist einfach schrecklich, ob oder ob nicht argumente für eigenes verschulden gefunden werden. die spielen dann keine rolle: ein leben ist brutal beendet worden.

2. Rika - 16. April, 2011

@ Schoschana,
so schön, mal wieder einen Laut von Dir zu „hören“!

Ja, ich stimme Deiner Einschätzung zu!

Heute (16.4.) findet sich auf welt-online ein recht einfühlsamer Bericht, der auf die sonst übliche Polemik gegen „urchristliche“ Christen (sonst gern als Evangelikale und / oder Fundamentalisten bezeichnet) und auf Zynismus und Sarkasmus verzichtet:

http://www.welt.de/politik/deutschland/article13122793/Anita-und-Rita-lebten-und-starben-aus-Liebe-zu-Jesus.html


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