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Frau Schavans seltsame Schwärmerei… 13. April, 2011

Posted by Rika in islam.
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Annette Schavan

„Am 10. Juni 1955 in Jüchen, Kreis Neuss geboren, wuchs Annette Schavan in Neuss auf und machte dort 1974 Abitur. Von 1974 bis 1980 studierte sie in Bonn und Düsseldorf Erziehungswissenschaft, Philosophie und Katholische Theologie. Sie promovierte 1980 mit einer Arbeit über Gewissensbildung zum Dr. phil. 2009 wurde sie zur Honorarprofessorin für Katholische Theologie an der Freien Universität Berlin ernannt, erhielt die Ehrendoktorwürde der Philosophischen Fakultät der Universität in Kairo und wurde zum ordentlichen Mitglied der Klasse I – Philosophie und Kulturhistorische Wissenschaften der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste gewählt.“

(Hervorhebung im Text von mir)

Die  Bildungsministerin hat heute wieder einmal gezeigt, dass sie eine außergewöhnliche Frau ist:

„Schavan schwärmt von muslimischer Frömmigkeit“

Ja, so steht es da, nachzulesen bei Welt-online.

Schavan sagte in dem Interview, sie fasziniere am Islam „die selbstbewusste Weise, die eigene Frömmigkeit zu leben“. Manche Christen würden bereits „ein Anzeichen von Fundamentalismus“ darin sehen, in der Öffentlichkeit zu beten. „Dass Muslime ihre Religion nicht meinen verstecken zu müssen“, gefalle ihr. Kritik äußerte Schavan an der Tendenz des Islam, die Religion zu politisieren.

Ob sie unter „eigene Frömmigkeit zu leben“ auch die Zwangsverheiratung von Mädchen, die Unterdrückung der Frau, die Orientierung des Rechtssystem am Koran und der Scharia versteht?

Ob sie bei „eigener Frömmigkeit zu leben“ so illustre Gestalten wie den seltsamen „Vogel“ meint oder  islamische Hassprediger und hoffnungsvolle Jungterroristen wie die „Sauerlandgruppe“ oder die „Kofferbomber von Köln“ ?

Interessant ist ihre Bemerkung,  es  gefalle ihr, dass Muslime meinen, ihre Religion nicht verstecken zu müssen. Bei ihrer eigenen „Herkunftsreligion“ sieht sie das „Verstecken“  nämlich eher als eine dringende Notwendigkeit an, jedenfalls was ihre katholisch engagierten Parteifreunde in der CDU betrifft. Im vergangenen Jahr gab sie diese Meinung zum Besten:

„Schavan kritisert Arbeitskreis Engagierter Katholiken“

Im Blick  hatte sie die Freunde in der Partei, denen das christlich-konservative Profil nicht mehr hinreichend deutlich war. Dafür wurde Frau Schavan umso deutlicher:

Christlich ist nicht gleich konservativ, und Katholiken sind keine Minderheit in der CDU: Der Partei-Vizevorsitzenden Annette Schavan behagt der neue katholische Arbeitskreis in der CDU gar nicht.

Frau Schavan hegt wohl die Befürchtung, dass ein Arbeitskreis „Engagierte Katholiken in der CDU“  das Bild der CDU in der Öffentlichkeit beeinträchtigen und damit Wählerstimmen kosten  könnte, denn:

Derzeit bestehe in der Partei die Gefahr, mit dem Begriff „christlich“ inflationär umzugehen. Das „C“ bleibe aber der Kompass der CDU. „Wer eine christliche Seele vor allem als konservative Seele versteht, fügt ihr Schaden zu“, betonte die Bundesbildungsministerin.

(Wobei aus der Satzkonstruktion nicht ganz ersichtlich wird, wer da Schaden nimmt, die CDU oder die „Seele“ 😦  )

Die Ministerin  meint wohl doch die Partei:

Was die Kritiker an der CDU bemängelten, betreffe vielmehr Veränderungen in der Gesellschaft. „Hinter der Kritik steckt die Trauer über diesen gesellschaftlichen Wandel„, sagte Schavan. Anstatt die Parteivorsitzende Angela Merkel (CDU) als Retterin zu rufen, müsse sich die Partei damit auseinandersetzen, wie sie mit den Veränderungen umgehen wolle.

(Hervorhebung von mir)

Als „gesellschaftlichen Wandel“, den die parteiinternen Kritiker  „betrauern“, wie Frau Schavan sagt, wird auch die langsam fortschreitende Islamisierung wahrgenommen, wie aus dem weiteren Text hervorgeht. Und unausgesprochen klingt damit an, dass in einer mehr und mehr säkularen Gesellschaft einerseits und bei der wachsenden Zahl muslimischer Wahlbürger andererseits, die CDU nicht mehr auf die „christliche (Wahl)Mehrheit“, hoffen kann, sondern allenfalls eine „respektable christliche Minderheit“  anspricht. Es wird also Zeit, sich um neue Wähler zu kümmern und da könnten allzu engagierte Christen – noch dazu Katholiken, die im vergangenen Jahr mit erheblichem Vertrauensverlust durch die Missbrauchsfälle zu kämpfen hatten, doch eher hinderlich sein.

Neue Wähler lassen sich aber vielleicht in einem „nicht-christlich-frommen Milleu“ finden und darum wird das „C“ zurückgefahren, zugunsten der „selbstbewusst die eigene Frömmigkeit lebenden“ Muslime.

Die Kehrtwende ist erfolgreich eingeleitet!

Wir wissen ja inzwischen aus berufenem Munde, dass der Islam zu Deutschland gehört. Und damit das auch mit deutscher Gründlichkeit und gemäß deutscher bürokratischer Gepflogenheiten systematisch ausgebaut und  „die selbstbewusste Weise, die eigene Frömmigkeit zu leben“ aufs Trefflichste weiter entwickelt werden kann, soll nach dem Willen der Frau Schavan der Islamunterricht (natürlich auf streng akademisch-wissenschaftlicher Basis) in Zukunft zur schulischen Selbstverständlichkeit werden.

Damit könnte ich ja sogar  einverstanden sein, zumal in Deutschland ausgebildete islamische Religionslehrer, die wie alle Lehrer dem deutschen Staat verpflichtet sein müssten,   an die Stelle der aus der Türkei abgesandten Imame treten könnten. Damit würde die ideologisch-politische Dimension des Islam vermutlich weniger stark betont und ins Gewicht fallen. Das mag auch eine der Überlegungen im Strategiewechsel sein.

Glaubhaft wäre Frau Schavans Vorstoß aber nur dann, würde sie nicht weiterhin von einer „inflationären“ Nutzung des“C“ wie „christlich“ reden und den „selbstbewusst die eigene Frömmigkeit lebenden“ Christen kritisch  entgegentreten.

Denn damit meint sie – so befürchte ich es zumindest – nicht nur das „C“ im Parteinamen, sondern das „C“ als „noch“ gängiges  und geltendes Attribut für die  Beschreibung unseres religiösen und kulturellen Selbstverständnisses:  Wir sind Teil des  „christlichen Abendlandes“.

PS  Was, so frage ich mich ganz nebenbei, ist mit Frau Schavan seit ihrer aktiven „katholischen Zeit“ (siehe Biographie) passiert?

Hat sie die Ehrendoktorwürde der Kairoer Universität möglicherweise in irgendeiner Form als Verpflichtung erlebt?

Hat Wulff möglicherweise als Stimme seiner Kanzlerin den „neuen“ noch unveröffentlichten Kurs derselben erstmalig in der Öffentlichkeit getestet?

Und setzt Frau Schavan lediglich die Kanzlerinnenlinie fort, ohne das diese sich zu genau exponieren muss und hält sie so der Chefin selbst den Rücken für eine mögliche (nochmalige) Kehrtwende frei, falls das mit der Wählergunst doch ins Auge gehen sollte?

Hier darf fröhlich weiter spekuliert werden. Nur eines ist sicher, eine kluge Frau wie Annette Schavan, setzt solche Töne nicht absichtslos und rein aus Versehen in die Welt!

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Kommentare»

1. Markus - 14. April, 2011

Das „C“ in der CDU kann man doch glatt vergessen. Ich hatte an die CDU/FDP-Regierung 2009 wirklich hohe Erwartungen, die nach und nach alle den Bach runtergehen.

Die CDU kommt mir vor, als würde sie von den Grünen vor sich hergetrieben. Die eigenen Werte und Vorstellungen werden um der „Wählergunst“ willen geopfert und damit läuft man den Grünen hinterher. Doch damit verliert man noch mehr Profil.

Es ist ein Trauerspiel. Und ob die CDU in der Lage ist, diesen Kurs wieder rückgängig zu machen, möchte ich – trotz einiger Aktion wie „Aktion Linkstrend stoppen“ – bezweifeln. Die CDU ist beliebig geworden.

2. BillBrook - 14. April, 2011

„(Wobei aus der Satzkonstruktion nicht ganz ersichtlich wird, wer da Schaden nimmt, die CDU oder die „Seele“ ;-( )“

Das ist normal. Sind die Gedanken wirr, schlägt das zumeist auch auf die Sprache durch.

3. Tiberius - 14. April, 2011

Ach Gott, die liebe Frau Schavan. Wer weiß schon wofür das C im Namen morgen stehen wird? Für christlich wird es jedenfalls nicht stehen.

4. Rika - 15. April, 2011

Einen ganz wunderbaren Text zu Frau Schavans Schwärmerei für das muslimische Selbstverständnis hat H.M. Broder verfasst:
http://www.welt.de/debatte/henryk-m-broder/article13183825/Schavans-toerichtes-Lob-fuer-den-selbstbewussten-Islam.html

Ein langer Auszug daraus:

Wer erleben möchte, wie selbstbewusst Menschen ihre Frömmigkeit leben, der muss nicht nach Mekka und Medina schauen, es reicht ein Blick nach Kevelaer am Niederrhein und Maria Vesperbild in Bayrisch-Schwaben. Was die moslemische von der katholischen Frömmigkeit freilich unterscheidet, das ist die Art wie sie gegenüber Dritten praktiziert wird.

Auch die Katholiken missionieren, aber sie bestrafen niemand mit dem Tode, der sich vom Katholizismus abwendet. Es gibt keine katholischen Fatwas gegen Künstler, die sich über den Papst oder Jesus lustig machen. Und wann hat sich zuletzt ein Katholik in einem vollbesetzten Bus oder Cafe in die Luft gesprengt, weil irgendein Ungläubiger Witze über die unbefleckte Empfängnis gemacht hat?

Die selbstbewusste Weise, wie Moslems die eigene Frömmigkeit leben, ist genau das Problem, das ihre Teilnahme an der Gesellschaft erschwert, oft auch verhindert. Es gibt säkulare Moslems, aber keinen säkularen Islam. So wenig wie es in islamischen Ländern eine Gewaltenteilung oder eine Trennung von Staat und Religion gibt, abgesehen von der Türkei, aber auch dort werden die Uhren der Säkularisierung zurück gedreht. Man kann als Christ die Unfehlbarkeit des Papstes anzweifeln und als Jude Jesus für den Erlöser halten. Man riskiert dabei den Zorn der Schwiegereltern, aber nicht das eigene Leben. Aber ein Moslem, der auch nur die Frage stellt, ob der Koran von Gott geschrieben oder nur inspiriert wurde, hört auf ein echter Moslem zu sein.
…“


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