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SPD – völlig bescheuert – schafft sich ab… 27. April, 2011

Posted by Rika in Allgemein.
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Ja anders kann man dieses Affentheater doch nicht bezeichnen!

Als kurz nach dem Erscheinen des Spiegel-Vorabdrucks des  berühmten Abschaffbuches der große Vorsitzende öffentlich verkünden ließ, der Autor des brisanten Werkes sei als SPD-Mitglied nicht länger tragbar, konnte man doch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass er das Buch selbst gar noch nicht gelesen hatte. Die hohen Damen und Herren der Republik waren sich darin einig, dass das Buch „nicht hilfreich“ sei, Herrn Sarrazin unterstellte man Rassismus der schlimmsten Art, man rückte ihn gar in die Nähe der Nazi-Rassenlehre, allenthalben fanden in den Talk- und Polit-Shows der Öffentlich-Rechtlichen Tribunale statt, die sich geradezu aufgeilten an der Lust, den unbequemen Herrn Sarrazin zur Strecke zu bringen . (Es ist mir wichtig anzumerken, dass ich den Begriff „geil“ in allen seinen Erscheinungsarten zutiefst verachte und so gut wie nie gebrauche, an dieser Stelle scheint er mir aber absolut angebracht!!!)

All die Marktschreier und Kritiker haben aber ganz offensichtlich das Buch allenfalls „überflogen“ und sich kaum die Mühe gemacht, es in Gänze zu lesen. Anders kann man sich das Augenmerk der Kritiker auf die „sarrazin’sche Türkenkritik“ und die „Gene“ doch einfach nicht erklären.

Und weil weder „Gene“ noch „Türkenkritik“ mit dem hehren Programm der SPD kompatibel sind, man darüberhinaus auch mancherlei  menschenverachtendes Gedankengut ausmachte, wurde flugs der Anttrag auf Parteiausschluss gestellt. So schnell schießen die Preussen aber bekanntlich nicht und so zog sich das Prozedere in die Länge. Inzwischen war Herr Sarrazin seines Banker-Postens freiwillig enthoben, das Buch mehr als eine Million mal verkauft und der einfache Mann auf der Straße, der vermutlich auch nicht das Buch gelesen, wohl aber die populistischen Sprüche der Kritiker mitbekommen und sich einen eigenen Reim darauf gemacht hatte, stimmte zur Überraschung nicht nur der Genossen den öffentlich kritisierten Thilo’schen Ansichten weitgehend zu.

Und plötzlich ließ der große Vorsitzende der linken Volkspartei ganz andere Töne verlauten. Man hörte und staunte, dass er Sätze von sich gab, die er fast wörtlich aus dem geschmähten Buch abgekupfert haben könnte,  aus dem Teil des Buches nämlich, der Anregungen zur Lösung drängender gesellschaftlicher Fragen bietet.

Und auch die andere große Volkspartei sah sich genötigt, über Randgruppen, Migranten und Migrationsverweigerer neu nachzudenken.

Man sah Herrn Sarrazin zwar weiterhin überaus kritisch, fand seine Denkanstöße aber immerhin doch so bemerkenswert, dass eine neuerlich geführte politische Debatte just über die von Sarrazin aufgeworfenen Fragen geradezu geboten erschien. (Randgruppen, Migration, Frauenquote, Bildungsinitiative für Kinder aus sozial schwachen Elternhäusern, um nur einige Stichworte zu nennen!)

Etliche Monate und einige Landtagswahlen weiter nun das Verfahren vor der SPD-Schiedskommision mit dem überraschenden Ergebnis, dass das Verfahren  eingestellt wurde.

Wer aber glaubte, damit habe die Causa Sarrazin nun ein, wenn schon nicht glückliches, so aber doch endgültiges Ende gefunden, sieht sich getäuscht. Jezt geht das Theater erst richtig los.

Genossen sind „persönlich beleidigt“, erklären ihren Austritt, Landesverbandsvorsitzende fordern weitere Maßnahmen, werden laut und machen einen Affentanz, dass es den einfachen Bürger nur noch grausen kann.

Die SPD, so scheint es, ist mit sich selbst alles andere als im Reinen. Hängt sich an der Sarrazin-Frage derartig auf, dass sie sich schier selbst entmachtet und lähmt,  sie kann – so muss es dem Betrachter vorkommen – weder mit noch ohne Sarrazin glaubhaft „SPD“ sein.

Wozu dann überhaupt noch SPD? Mögen die linken Genossen doch gleich die Linke wählen, die linksliberalen die Grünen, die wertkonservativen die CDU, der Wirtschaftsflügel die FDP und alle Treuherzigen  die Bibeltreuen Christen.

Die SPD schafft sich gerade ab.

Das aber liegt ganz bestimmt nicht am „Abschaffbuch“ des Thilo Sarrazin!

Wenn überhaupt das Buch eine Rolle in diesem Schmierentheater spielt, dann doch die, dass man vor knapp einen Jahr mit allzu großer Bereitwilligkeit in  die begeisterte Thilo-Sarrazin-Kritik der Nicht-SPD-Wähler und Parteien eingestimmt hat und das positive Potential des Buches  zur dringend nötigen gesellschaftlichen Debatte dem Moloch „Meinungshoheit“ geopfert hat.

Etwas mehr Achtsamkeit auf das, was ein alter – wenn auch bisweilen aufmüpfiger – Genosse sagt, hätte der SPD im vorigen Jahr gut angestanden und ihr damit das jetzige Hickhack erspart.

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