jump to navigation

Herr Steinbach sticht in See… 31. Mai, 2011

Posted by Rika in israel.
Tags: , , , ,
23 comments

Normalerweise bemühe ich mich darum, auch  meine kritischen  Beiträge freundlich und höflich, zumindest aber sachlich und korrekt zu schreiben, in diesem Fall will mir das einfach nicht gelingen!

Herr Professor Steinbach – offenbar von allen guten Geistern verlassen und bar jeglichen Verstandes  –  hat die Schirmherrschaft für die diesjährige Gaza-Blockade-Terror-Flotte übernommen:

Die Deutsche Initiative zum Bruch der Gazablockade unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. Udo Steinbach,  gibt hiermit in Zusammenarbeit mit allen Multiplikatoren der Freedom Flottille II bekannt, dass der Zeitraum für den Start der Freedom Flottille II beschlossen wurde. Diese wird somit aller Voraussicht nach in der dritten Juniwoche 2011 in See stechen, um die Blockade des Gazastreifens zu brechen.

Das Vorhaben ist, mit Verlaub gesagt, eine Kriegserklärung an alle demokratisch gesinnten und mit Intelligenz gesegneten Menschen unseres Planeten.

Die Begründungen dieses Unternehmens sind eine Beleidigung sowohl  meines gesunden Menschenverstandes, als auch aller Gefühle des Mitleids und der Sympathie, deren ich überhaupt fähig bin:

Zur Situation im Gaza-Streifen berichtet die UNRWA in einem Interview mit dem Fernsehsender Al Jazeera: “Die Lage in Gaza ist inhuman nach jedem Standard. Und das Ergebnis ist grauenhaftes Leid.“

Soll ich hier für dumm verkauft werden?

Wenn die Lage in Gaza „grauenhaftes Leid“ ist, wie belieben dann die Gazaflotteninitiatoren die Lage in den Elendsstaaten dieser Welt zu beschreiben? Was sagen sie zu den unhaltbaren Zuständen in Somalia, wie würden sie die Situation  in den Krisengebieten Afrikas beschreiben, wie die Lage von Menschen, die akut vom Hunger bedroht sind, deren Kinder zu „Soldaten“ ausgebildet werden, Tötungsmaschinen gleich, die Menschen abschlachten aus nichtigsten Gründen, aus  purer Lust an Mord, Gewalt und Totschlag!   Was sagen sie den Frauen und Mädchen, die Tag für Tag von gewalttätigen Banden vergewaltigt werden angesichts des „grauenhaften Leids“ in Gaza?  „Ist doch nicht so schlimm, Ihr lebt doch noch! Habt noch ein wenig Geduld, wenn wir Gaza befreit haben, schicken wir  auch  Euch Hilfe!“?

Wie nennt man die mörderische Auseinandersetzung in der Elfenbeinküste, im Sudan, in Nigeria?

Wenn schon „grauenhaftes Leid“  bekämpft werden muss, dann doch da anfangen, wo die Verhältnisse wirklich GRAUENHAFT sind  – und auch dort wo das „Grauen“ von den flotten Seefahrern vermutlich gar nicht als solches gesehen wird,  sondern wohl eher unter der Rubrik „Kulturelle Eigenheiten“ abgehandelt wird…!

Doch Gaza gehört ganz gewiss nicht zu den Landstrichen dieser Erde, in denen „grauenhaftes Leid“ an der Tagesordnung ist. Und sollte doch ein Mensch der Ansicht sein, dass es in Gaza grauenhaft zugeht, wird er vermutlich mit mir die Ansicht teilen, dass das dem Terrorrregime der Hamas zuzuschreiben ist, die ja nicht gerade zimperlich mit den Gegnern ihrer „Friedenscharta“ umzugehen pflegt!

Warum geben diese Freiheitskämpfer nicht einfach zu, dass sie gegen Israel zu Felde ziehen, das wäre eine ehrliche und glaubwürdige Begründung der Israel-Hass-Lobby, die sich zu einer „internationalen Friedenskoalition“ zusammen geschlossen hat:

Und um dieses Leid zu mindern Um Israel zu bekämpfen und die deutsche Öffentlichkeit darauf aufmerksam zu machen, beteiligen wir uns als Vertreter aus Deutschland an der internationalen Friedenskoalition mit einem deutschen Schiff als Deutsche Initiative zum Bruch der Gazablockade an der Freedom Flottille II. Im Zuge der internationalen Koalition hat sich uns ferner die Schweizer Initiative angeschlossen.

(Im Interesse der Wahrheit ist der Text von mir entsprechend geändert worden!)

Füher zog es  Deutsche „gegen Engeland“, heute haben sie ein neues Ziel gefunden, das sie –  im Hass vereint – gemeinsam ansteuern.

Mir graut vor diesen Friedensfreunden!

Mir graut vor einer Entwicklung in Europa, die sich gegen Israel wendet um des „Friedens willen“.

Was sind das für Menschen und was ist das für ein Friede?

Advertisements

Marx will die Auflösung Israels… 28. Mai, 2011

Posted by Rika in islam, israel.
Tags: , , ,
14 comments

Bettina Marx fordert im Deutschlandfunk die Auflösung Israels!

Ich höre meistens den Deutschlandfunk wenn ich mit irgendwelchen Arbeiten in Sachen Haushalt beschäftigt bin. So auch heute.

Doch ich wollte meinen Ohren nicht trauen als ich hörte was da mal eben so quasi nebenbei im öffentlich-rechtlichen Rundfunk verbreitet wurde. Eine selten gehörte Breitseite gegen Israel wurde geboten, abgefeuert von der Journalistin Bettina Marx von der Deutschen Welle.

Zum Glück muss man sich ja nicht nur auf seine Ohren und ein gut funktionierendes Gedächtnis verlassen, um diesen unsäglichen Beitrag inhaltlich nochmals zu überdenken, bevor man dazu Stellung nimmt. Heutzutage kann man das alles auch wunderbar nachlesen. Aber das Lesen macht das Gehörte keineswegs besser. Im Gegenteil, auch wenn  die „Stimme“ zur Stimmungsmache gegen Israel fehlt.

„Der Unbelehrbare“  ist der Beitrag überschrieben.

Die Zweistaatenlösung ist mausetot. Es wird keinen lebensfähigen, zusammenhängenden palästinensischen Staat an der Seite Israels geben. Das hat Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mit seiner Rede vor dem US-Kongress eindeutig klar gestellt.

Über den Unsinn, von einem „zusammenhängenden palästinensischen Staat“ zu reden, hat vor einigen Tagen ein Bloggerkollege geschrieben, der wunderbar klar legte, dass ein zusammenhängender Palästinenserstaat (Westbank und Gaza) eine Trennung Israels in zwei Teile bedeuten würde. Das kümmert Frau Marx aber herzlich wenig.

Sie gibt  nicht mal ansatzweise zu verstehen, dass sie auch die israelische Situation begreift, für sie ist Israel der Übeltäter und der Ministerpräsident der große Böse schlechthin:

Aggressiv und überheblich, mit arroganter Stimme und anmaßender Körpersprache, bekräftigte der Ministerpräsident seine Überzeugung: Israel, sagte er, ist keine Besatzungsmacht; das Westjordanland ist Teil der jüdischen Heimat, es ist das biblische Judäa und Samaria. Er sei bereit, auf Teile dieser jüdischen Heimat zu verzichten, um Frieden mit den Palästinensern zu erreichen. Israelische Zugeständnisse sind das, Almosen, nichts weiter. Die Palästinenser, heißt das, haben keine Rechte in ihrem Land.

„Arrogante Stimme und anmaßende Körpersprache“, ja, so sind sie, die Israelis! Anmaßend und fordernd.  Frau Marx arbeitet mit einem üblen Klischee, bedient damit die (vermutlich schon  reichlich vorhandenen) Vorurteile ihrer Hörerschaft über die  bösen Israelis,  regt das Mitleid mit den „armen Allmosenempfängern“ an  (die Hilfgütertransporteure der Marvi Marmara grüßen von ferne) und  fährt dann unbekümmert fort:

Mehr als das, bevor sie ihr Almosen in Empfang nehmen dürfen, bevor sie in den fragmentierten, zerrissenen und ausgebeuteten Resten des Westjordanlands ihren Staat bauen dürfen, auf weniger als 21 Prozent ihrer historischen Heimat, müssen sie Israel als jüdischen Staat anerkennen und damit den Raub ihres Landes, ihre Entwurzelung und ihre Herabwürdigung.
Die Botschaft ist klar: Israel nimmt sich, was es will und die Palästinenser können sich mit dem Rest zufriedengeben, mit einem zerrissenen Ministaat, ohne Außengrenze, ohne Zugang zu Wasserquellen und Ressourcen, ohne Armee und ohne Jerusalem. Denn die Heilige Stadt ist Israels Hauptstadt, die Palästinenser haben keine Rechte und keine Ansprüche in der Stadt, in der täglich palästinensische Häuser abgerissen und neue Siedlungen gebaut werden.

(Hervorhebung von mir)

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: weniger als 21 Prozent ihrer historischen Heimat, Raub ihres Landes, Entwurzelung, Herabwürdigung

Ungeachtet aller historischen Grundlagen werden hier Behauptungen verbreitet, die nur ein Ziel haben: Israel zu delegitimieren! „Israel nimmt sich was es will“ sagt Frau Marx und findet es als anmaßende Zumutung, dass die Palästinenser Israel als jüdischen Staat anerkennen sollen.

Viel lieber wäre es nämlich der Frau Marx, wenn Israel zustimmen würde, mit den Palästinensern in EINEM STAAT zu leben und es interessiert sie überhaupt nicht, dass damit das Schicksal Israels als jüdischer Staat ein für allemal besiegelt wäre.

Die einzige Möglichkeit, die den Palästinensern nun bleibt, ist die Einstaatenlösung. Und das bedeutet: gleiche Rechte für Israelis und Palästinenser in einem binationalen Staat zwischen Mittelmeer und Jordan.

meint Frau Marx und es hört sich eher danach an, als fordere sie diese Lösung geradezu, denn sie schreibt, dass die Palästinenser einen eigenen Staat neben Israel ausrufen wollen und fordert daher dazu auf, sie in ihrem Vorhaben zu unterstützen:

Wenn die Europäer und die Amerikaner es ernst meinen würden mit ihren Lippenbekenntnissen zur Zweistaatenlösung, müssten sie diesen Schritt unterstützen, auch zum Wohle der Israelis, die nicht bereit sind, mit den Palästinensern in einem Staat zusammenzuleben.

Nein, die Israelis sind nicht bereit, mit den Palästinensern in einem Staat zusammen zu leben.

Kann man es ihnen verdenken?

WER möchte schon gerne mit den eigenen (potentiellen) Mördern unter einem Dach leben, mit Menschen, die durch terroristische Mordattacken ihre nicht  vorhandene Bereitschaft zu einer „guten Nachbarschaft“ nachhaltig unter Beweis gestellt haben und in ihren Schriften, Filmen, Liedern, in den Schulen, ja, sogar in den Kinderprogrammen des Fernsehens zum Kampf gegen die verhassten Juden aufrufen!!!

DAS, als verfolgte Minderheit zu leben, haben Juden nun wahrlich in den zurückliegenden Jahrhunderten bis zur beinah vollständigen Vernichtung exerziert. Dafür haben sie keinen eigenen Staat gegründet, um bei sich wandelnden Mehrheitsverhälltnissen (durch Rückkehrer und demografischen Wandel) wieder in der Minderheit zu sein, entrechtet, bevormundet und schließlich vertrieben zu werden.

Frau Marx hat kein Problem damit.

Ihre größte Sorge gilt der Politik Deutschlands und der USA:

Deutschland und die USA werden diesen palästinensischen Staat, den sie doch dauernd beschwören, nicht anerkennen. Sie werden stattdessen Israel wie die Lemminge folgen: in den Abgrund.

Mag sein, dass Frau Marx ausgerechnet in diesem letzten Satz eine tiefe Wahrheit ausspricht, ohne sich ihrer wirklich bewusst zu sein:

Wenn Deutschland und die USA Israel weiterhin unterstützen und einen Palästinenserstaat (ganz Palästina)  nicht anerkennen, wird das das islamische Aufbegehren gegen die „Ungläubigen“ zur Folge haben.

Denn nach allem, was wir über den Islam und die Haltung der Muslime zu „Palästina“ (in der Version des Muslim-Market „GANZ Palästina und kein RESTEpalästina) wissen, müssen wir mit dem Kampf der muslimischen Welt gegen Israel und gegen den vermeintlich „christlichen Westen“ rechnen.

Es piept … 25. Mai, 2011

Posted by Rika in neues vom gärtchen.
add a comment

… in der Eberesche!

Ich sitze am Tisch auf der Terrasse und genieße den Morgen!

Nach der Zeitungslektüre ist nun der Blick ins Netzt an der Reihe… die üblichen Meldungen, die gewohnten Meinungen, manches was mich ärgert und manches das mich freut….

Emsiger Betrieb herrscht im Gärtchen.

Hummeln, Schmetterlinge und vor allem die Vögel schwirren durch die Gegend.

Unablässig zirpt, zwitschert und piept es in er Eberesche vor mir, kleine Federbällchen flattern im Geäst, hüpfen in den Zweigen herum und sperren weit die Schnäbelchen auf.

Unermüdlich sorgende Eltern fliegen hin und her und versorgen die Jungen mit Futter.

Ich erfreue ich an dem munteren Hin und Her …

bleibe ruhig sitzen  … beobachte und genieße…  und versuche schließlich, das Treiben fotografisch zu dokumentieren …

Über meine fotografischen Fähigkeiten gibt es leider nichts Neues, sprich Positives zu berichten, aber immerhin gebe ich mir die größte Mühe, mit meiner kleinen Kamera das eine oder andere Bild des munteren Treibens zu erhaschen:

was die Vögel nicht besonders interessiert ….

… die junge Meise zeigt mir die zunächst kalte Schulter…

… hüpft dann aber ein paar Ästchen weiter und zeigt sich doch noch von ihrer schönen Seite.

Eine Amsel gibt mir durch lautes Flöten zu verstehen, dass sie sich durch mich gestört fühlt… vielleicht  wartet sie ja darauf, dass sie endlich ihr Bad nehmen kann, ohne dass ich ihr dabei zusehe …

… wie ich es vor ein paar Tagen getan habe…

Außer  Meisen zieht es auch die Buchfinken in die Eberesche…

Leider ist es mir noch nicht gelungen, genau den Moment abzupassen, in dem der Altvogel dem Jungen  das Futter in den Schnabel stopft. Ja, stopft. So sieht es nämlich aus.

Allmählich ist Ruhe eingekehrt im Baum vor meiner Nase. Aber bald wird das Schauspiel weiter gehen…

Habe ich schon mal gesagt, wie sehr ich mich an meinem kleinen Gärtchen freue …

und dankbar bin für die Wunder der Natur vor meinen Augen?!!

Damit wir es auch ja nicht vergessen! 24. Mai, 2011

Posted by Rika in islam.
Tags: , , ,
2 comments

Die Wirkung der Kreuzzüge ist bis heute verheerend.

schreibt der Herr Müller bei der Kultur von Welt und trägt fröhlich pfeifend dazu bei, dass das auch so bleibt. Wobei ich das mit dem Pfeifen ja nicht wirklich wissen und eigentlich auch nicht so schreiben kann. Auch das „fröhlich“ ist nicht erwiesen.  Mea culpa! Es tut mir aber nicht leid. Ausdrücklich nicht!  Ich versuche gerade nur tatkräftig  nachzuvollziehen, wie der Herr Müller die ohne Frage grausam klingenden Berichte einer ebenso fraglos schrecklichen historischen Begebenheit durch seine Schreiberei versucht, „dramatisch“ aufzuhübschen, damit der Schrecken auch weitere  720 Jahre anhält. Das ist nämlich die Zeitspanne, die seit dem endgültigen Aus des letzten christlichen Herrschers über die Stätten der Christenheit im Vorderen Orient im Jahre 1291 bis heute verging. (Wenn ich mich nicht verrechnet habe, was sein kann, denn einerseits war ich  in Mathe  rattenschlecht, andererseits gibt es verschiedene Bezugsdaten…  Wie das so ist mit den Geschichten der Geschichte.)

Der Herr Müller betont in seinem dramaturgisch geschickten Bericht – der Hinweis auf einen ständig Wein trinkenden seltsamen Heiligen schmückt ganz ungemein, ebenso die erschreckende Szene, in der Papst Urban seine Schäfchen in einen wahren Blutrausch redet – die überaus große Grausamkeit der christlichen Kreuzfahrer. Das ist sicher so gewesen, aber es klingt geradezu nüchtern zurückhaltend, was er über die „Gegner“ der Christen berichtet:

Mit dem Osmanischen Reich expandierte der Islam in einer Heftigkeit, der nichts entgegenzusetzen war,

Kein Blutrausch und kein Leichengeruch in diesen edlen Worten. (Blut und Leichen hinterließen nur die Christen, könnte man meinen…)  Gewiss haben die Streiter des Islam die Christen mit freundlichen Worten überredet, ihnen das Feld zu überlassen. So genau wollte der Herr Müller es nicht beschreiben – oder es war ihm etwas sehr mühsam, aus den diversen Quellen die geeigneten Stellen zu zitieren.

Mir wäre das auch zu mühsam, darum habe ich keine Probleme damit, mich an Wiki zu orientieren, dem  kompakten Wissen des kleinen Mannes, dort heißt es in einem Absatz  über die den Kreuzzügen vorausgegangenen Ereignisse:

Ein wesentliches außenpolitisches Problem für die christliche Welt stellte der Islam dar, der in seinem Streben westwärts zunächst in der Mitte des 7. Jahrhundert das christliche Byzantinische Reich angriff. Ostrom/Byzanz verlor die seit dem monophysitischen Schisma in religiösem Gegensatz zu den griechischen und lateinischen Reichsgebieten stehenden Provinzen Syrien und Ägypten binnen weniger Jahre an die Araber, die dort vielleicht von Teilen der Bevölkerung als Befreier begrüßt wurden (was in der Forschung umstritten ist); es behauptete jedoch weiterhin das griechisch geprägte Kleinasien. Das westliche Nordafrika leistete bis zum Ende des 7. Jahrhunderts gegen die Araber Widerstand, während das spanische Westgotenreich um 700 binnen weniger Monate unter dem Arabersturm zusammenbrach, so dass die Araber im Westen erst durch das Fränkische Reich aufgehalten und zurückgedrängt wurden.

DAS, die Eroberung großer Gebiete, um nicht zu sagen, nahezu des gesamten christlichen Mittelmeerraumes durch die Muslime, die den Kreuzzügen vorausging, das hat sich bis heute seltsamerweise NICHT im kollektiven Bewusstsein der Europäer – und besonders der Deutschen – gehalten. Wir fühlen uns immer noch schuldig, die Kreuzzüge überhaupt geführt zu haben.

Und so klingt  in Herrn Müllers Resümee  natürlich auch das abendländische Schuldgefühl  an, wenn er schreibt:

Und in ihrer Wirkung waren sie verheerend, bis heute: Zum Identitätskern von al-Qaida gehört der Kampf gegen vermeintliche Kreuzzüge des Westens, die jeden Dschihad rechtfertigen. Dabei waren sie vor allem ein vormodernes, tief in seiner Zeit wurzelndes Phänomen. „Gefordert waren die individuelle Umkehr des Einzelnen, sein Bekenntnis zu und sein bewaffnetes Eintreten für Gott“, schreibt der Mediävist Ernst-Dieter Hehl. Ein Eintreten, das in seiner fanatischen Härte eigentümlich fremd erscheint.

Das in seiner „Zeit wurzelnde Phänomen“ des „bewaffneten Eintretens für Gott“ wird in „unserer Sicht“ auf die Kreuzzüge wenig oder gar nicht beachtet, schon gar nicht in hinsichtlich der Be- und Verurteilung des damaligen Geschehens durch die heutigen Generationen.

Doch genau dieses kämpferische „Eintreten für Gott“,  der Dschihad  als Kennzeichen des radikalen Islam der GEGENWART  wird (von den gleichen Leuten ?) gern heruntergespielt und als „innerer Kampf“ bezeichnet.

„Ein Eintreten, das in seiner fanatischen Härte eigentümlich fremd erscheint.“ Der Satz, auf christliche Eiferer des Mittelalters bezogen,  hat heute eine neue Gültigkeit gewonnen in Bezug auf den Islam der Gegenwart  mit „seiner fanatischen Härte“, die uns Menschen des 21. Jahrhunderts „eigentümlich fremd“ erscheint und bei vielen zum Widersprechen des präsidialen Wortes  vom Islam, der zu Deutschland gehöre, geführt hat.

Die Kreuzzüge der Christen gehören der Vergangenheit des Mittelalters an. Dort sollten sie auch bleiben, auch in der Debatte um die Motive islamistischer Gruppierungen wie al Qaida.

Wir sollten uns an der Gegenwart orientieren.

Hört ihnen doch einfach mal zu! 23. Mai, 2011

Posted by Rika in aus meinem kramladen, israel.
Tags: ,
1 comment so far

Immer diese Interpretationen, die klugen Kommentare der klugen Experten.

Besonders interessant finde ich ja die „Abwiegler“.

Das sind die größten Experten überhaupt, sie reden alles gut und schön … alles, außer Israel.

Herr Ahmadinedschad wird ständig missverstanden. Er will Israel gar nicht vernichten, nur die Geschichtsbücher umschreiben oder auf  Landkarten rumradieren.

Die Hamas  ist eigentlich eine Sozialbewegung und baut Krankenhäuser und zahlt die Rente für die Bombentransporteure, die die israelische Zivilbevölkerung auf der Stelle in die Hölle und die Helden zu den Jungfrauen transportieren.

Die Palästinenser wollen ja nur, dass die Siedlungen geräumt werden, damit das Westjordanland vollkommen rein im Sinne der Reinheitsbestimmungen des Dritten Reiches wird.

Offenbar kommt aber kaum einer dieser Abwiegler auf die Idee, einfach nur mal den Leuten zuzuhören.

Hier in Deutschland sagen sie das sogar auf Deutsch, man muss nicht erst Arabisch lernen, um sie verstehen zu können:

Wenn Muslime heute „Palästina“ sagen, meinen sie das ungeteilte Palästina von 1922. Ohne ein „Israel“. Angrenzend nur an Ägypten, Jordanien, Syrien und Libanon.

Wenn die Medien Europas und der USA den Namen Palästina verwenden, meinen sie Ghaza und das West-Jordanland.

Aus der Sicht von Muslimen handelt es sich bei diesen Schnipseln um Reste-Palästina.

Das ist doch deutlich, oder?

„Wenn Muslime sagen“ –  Hamas, Herr A-madi, Fatahleute, Hisbollahterrorristen, Selbstmordbomber  und und und  – alle sind sie Muslime:

Sie haben vor der Gründung eines „Staates Israel“ gewarnt, die UN, England und die ganze welt gewarnt, und sie haben dagegen agiert. Bis heute haben sich diese ihre Positionen, die älter sind als der Staat Israel, nicht im geringsten verändert.

„Ihre Positionen nicht imgeringsten verändert“.

Kann man eigentlich doch ganz leicht verstehen. Ist gar nicht schwer!

Die Position der Palästinenser und der Masse der Muslime, sich nur mit Palästina, und nicht mit irgendeinem bis heute undefinierten Reste-Palästina zufrieden zu geben,
ist historisch, juristisch und gerechtigkeits-technisch höchst plausibel
– auch wenn sie in Deutschland nicht vertreten werden darf.

sagen Muslime. Man kann es nachlesen, hier.

Etwas weniger kurz und knapp, aber dafür sehr deutlich und mit religiöser Unterstützung sagt es die Hamas in ihrer Charta. Die Übersetzung ist hoffentlich keine Fälschung!

Hört einfach einmal zu ihr neunmalklugen Nahostexperten…  oder lest mal wieder…

Obamas Rede und Merkels Meinung … 22. Mai, 2011

Posted by Rika in israel.
Tags: ,
1 comment so far

Reden kann er.

Das muss man ihm lassen. Er spielt mit den Worten, streut hier ein Kompliment ein, dort eine kleine Kritik, die einer versteckten Drohung nicht unähnlich ist und schmiert – wie man im Volksmund sagt – den einen Honig ums Maul und streut den anderen Sand in die Augen.

Ich gehöre nicht zu denen, die aus berufenem Mund die Rede des amerikanischen Präsidenten einer nüchternen Analyse unterziehen könnten, dazu fehlen mir einfach zu viele Informationen,  Detailkenntnisse und auch Zeit und Geduld, mich in die Texte einzulesen. Dass aber die Rede Obamas für Israel wenig Gutes zu bedeuten scheint, das habe sogar ich mitbekommen aus den Berichten und Kommentaren, die man dazu lesen kann und die nicht unbedingt aus der israelfreundlichen Perspektive geschrieben sind.  So schreibt die taz mit erkennbarer Häme unter der Überschrift  „Die vermasselte Tour„:

Tacheles statt Teppich für Benjamin Netanjahu: US-Präsident Barack Obama hat Israels Ministerpräsident mit seiner Nahostrede einen überraschenden Empfang bereitet. Seine klaren Worte zu einer Zweistaatenlösung in den Grenzen von 1967 mussten seinen am Freitag eintreffenden Staatsgast wie eine Ohrfeige treffen. Der viertägige Besuch Netanjahus in Washington sollte den Weg für neue Verhandlungen ebnen. Doch das Verhältnis der Staatschefs wirkt nun abgekühlter denn je.

Warum diese klaren Worte wie eine Ohrfeige sind, wird aus der sehr ausführlichen Analyse deutlich, die  von Caroline Glick stammt und von  „heplev“ übersetzt wurde und dort auch zu lesen ist.  Sie untersucht die Rede zunächst im Hinblick auf deren Bedeutung für die USA selbst und nimmt dann zur  Frage Stellung, was das für Israel und die arabischen Staaten heißt. Sie sagt unter anderem:

Erstens erwähnte Obama eine Reihe Kerninteressen der USA in der Region. Aus seiner Sicht sind dies: „Dem Terrorismus entgegen wirken und die Verbreitung von Atomwaffen aufhalten; den freien Handelsfluss sicherzustellen und die Sicherheit der Region gewährleisten; für Israels Sicherheit eintreten und den arabisch-israelischen Frieden weiterverfolgen.“

Dann sagte er: „Doch wir müssen zugeben, dass eine Strategie, die ausschließlich auf die enge Verfolgung dieser Interessen gründet, keine leeren Mägen füllt oder jemandem erlaubt, frei seine Meinung zu äußern.“

Das  ist die oben angesprochene Taktik: „Honig ums Maul schmieren und Sand in die Augen streuen“.

Die atlantischen Freunde sollen beruhigt werden (Atomwaffen, Handelsfluss, Sicherheit, arabisch-israelischer Frieden). Wer könnte etwas haben gegen diese Zielsetzungen?  Seine Worte sind der Sand, den er in die Augen der Skeptiker streut oder derjenigen, die nicht so genau hinsehen wollen, was eigentlich angestrebt wird. (Frau Merkel fällt in diese Gruppe, will mir scheinen.)

Und den „arabischen Freunden“  schmiert er den Honig ums Maul, wenn er sagt, „die Verfolgung dieser Interessen füllt keine leeren Mägen und befördert nicht die Meinungsfreiheit.“ Im Text erläutert Caroline Glick, warum sie zu dieser Auffassung kommt und welche konkreten Folgen sich daraus für  Israel einerseits und die Araber-Palästinenser andererseits ergeben. (Bitte nachlesen)

Die dramatischen Konsequenzen  aus Obamas Rede für Israel fasst Frau Glick so zusammen:

Er sagte nicht, dass er gegen die palästinensische Forderung nach offener Einwanderung von Millionen Auslandsarabern nach Israel sei.

Er ignorierte erneut den Brief, den Bush 2004 an Sharon schrieb und der eine Rückkehr zu den Waffenstillstandslinien von 1949 ablehnte.

Er sagte, er lasse Jerusalem außen vor, brachte es aber in Wirklichkeit herein, indem er einen israelischen Rückzug auf die Linien von 1949 forderte.

Er forderte, dass Israel in zwei Teile zerschnitten wird, als er forderte, der Palästinenserstaat solle zusammenhängend sein.

Er forderte Israel auf sich aus dem Jordantal – ohne das es gegen eine Invasion machtlos ist – zurückzuziehen, indem er sagte, dass der Palästinenserstaat eine internationale Grenze zu Jordanien haben wird.

Konzeptuell und substanziell gab Obama die Allianz der USA mit Israel auf.

Die Aufgabe dieser Allianz mit Israel  beschreibt auch Daniel Pipes (ebenfalls bei heplev übersetzt gepostet) und fasst nüchtern zusammen:

Diese Abkehr trägt nichts Gutes zur Sache bei. Ein Satz fasst Obamas Fehler zusammen; in diesem erklärt er: „Der Status quo ist untragbar und Israel … muss mutig handeln, um einen dauerhaften Frieden voranzubringen.“ Beachten Sie, dass er verlangt, dass alleine Israel „mutig handeln muss“ – Codewörter dafür, dass Zugeständnisse an Feinde gemacht werden müssen, die geschworen haben den jüdischen Staat zu vernichten.

Das ist nicht Politik, das ist Torheit.

Ich gehe nicht davon aus, dass Frau Merkel sich in ihren politischen Leitlinien an den scharfsinnige Analysen von Caroline Glick und Daniel Pipes orientiert. Ich gehe aber davon aus, dass Frau Merkel bestens informierte Berater und Experten hat, die nicht unwesentlichen Einfluss auf die Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland haben.

Wenn ich also heute lese, dass Frau Merkel Herrn Obama zu seiner Rede beglückwünscht und dieses Statement über ihren Regierungssprecher verbreiten lässt,

Die Regierungschefin unterstütze den von Obama am Donnerstag geäußerten Vorschlag, bei Verhandlungen zur Lösung des Nahostkonfliktes zunächst die Themen Grenzen und Sicherheit in den Blick zu nehmen, heißt es auf der Internetseite der Bundeskanzlerin. „Ich glaube, dass der Vorschlag, die 67er-Grenzen zu nehmen und Gebietsaustausche ins Auge zu fassen, ein guter und gangbarer Weg wäre, den beide Seiten erwägen sollten“, sagte Merkel. Sie betonte, dass weder der Siedlungsbau noch die von den Palästinensern angestrebte einseitige Ausrufung eines eigenen Staates den Friedensprozess voran brächten.

bedeutet das doch nichts anderes, als dass Frau Merkel die bisherige Linie ihrer / deutscher Israel-Politik aufgegeben hat – oder, dass sie erstmals überhaupt über „ihre“ Linie redet, die ja nichts anderes zu besagen scheint, als dass der Sicherheit Israels nicht mehr die oberste Priorität  gegeben wird und man darauf  verzichtet, von den Palästinensern die Anerkennung Israels als jüdischen Staat zu verlangen. Denn es kann doch auch den Beratern Frau Merkels nicht entgangen sein, was überall in der Presse berichtet wurde, dass die Hamas erneut davon geredet hat, den Staat Israel -„das zionistische Projekt“ bald als Geschichte betrachten zu können. Eine Beteiligung der Hamas an der Regierung eines Palästinenserstaates bedeutet also vor allem eines: unbeirrbar an der Vernichtung Israels festzuhalten. Das  aber ist absolut  unvereinbar mit Israels Sicherheit, wie jeder Mensch doch ganz nüchtern feststellen kann.

Ich kann mir schwer vorstellen, dass Frau Merkel mit dieser Haltung in der EU allein da steht. Es ist zu befürchten, dass die EU in Verbund mit den USA die Nahost-Politik auf eine völlig neue Ebene heben wollen, in der vor allem die ausgezeichneten Beziehungen zu arabisch-muslimischen Ländern eine tonangebende Rolle spielen werden.

LINKE antisemitisch? Wer hätte das je gedacht… 19. Mai, 2011

Posted by Rika in israel.
Tags: , ,
1 comment so far

Da wär ich ja nun nie drauf gekommen!

Linke sind latent oder offen antisemitisch mit zunehmender Tendenz!!!

Was (doch vermutlich nicht nur bei mir)  via Lektüre der allgemein zugänglichen Magazine und Zeitungen schon seit langer Zeit  Erkenntnis geworden ist oder geworden sein  könnte   (auch  immer wieder neu bestätigt wird)   und  durch  (doch sicher nicht nur meinen) gesunden Menschenverstand in aller Klarheit längst erkannt und benannt wird oder werden könnte, ist nun auch durch eine eigens angefertigte Studie belegt!

Und schon wird enthüllt, was das Zeug hält:

Studie enthüllt Antisemitismus in der Linkspartei

schreibt welt-online.

Die „taz“ sieht die Linkspartei „belastet“ und redet von „Verdacht“.

Den  „Verdacht“ hatte der aufmerksame Beobachter zwar schon lange, aber wer auf dem linken Auge so blind ist wie die „linken“ Medien konnte natürlich in der Vergangenheit gar nicht mitbekommen, dass sich da Unschönes zusammenbraut. Die Teilnahme der Linken-Politikerinnen, zum Beispiel,  an der Anti-Israel-Flotte und die belobigenden Worte der Linken-Chefin zu dieser Heldinnentat im vergangenen Jahr wurde  ja nicht als „antsemitisch“, sondern als „Kritik unter Freunden“ verstanden, freundliche Kritik am israelischen Freund, um das hier klar zu stellen! Wobei ein bisschen kritischer Antizionismus schon erlaubt sein muss, aber das hat ja nichts mit Juden und schon gar nichts mit Antisemitismus zu tun…  (Weil die Unternehmung nicht ganz so effektiv war, wie man sich das erhofft hatte, soll sie ja in diesem Jahr wiederholt werden. Die Planungen laufen bereits.)

Über die Bemühungen der Duisburger Linken gegen Juden und Israel will ich hier nicht weiter schreiben, wozu den linken Hassern auf meinem schönen Blog ein Forum bieten!

Vielleicht ist das (kein Forum bieten zu wollen) ja auch der Grund, warum die Meldung über die Studie bisher nicht flächendeckend von den MSM verbreitet wird. Vor allem nicht von  denen, die sonst keinen noch so  klitzekleinen Anlass auslassen, mal eben eine kräftige Breitseite gegen Israel zu schießen. Ob die sich nun alle fürchten als Antisemiten zu gelten??? Wohl kaum!

Einen relativ ausführlichen Bericht über den Antisemitismus der Linken  – und die umgehende Reaktion der so Beklagten –  liefert die Frankfurter Rundschau.

Die Studie selbst findet sich hier. Leider kann ich keine Auszüge hierher kopieren und bitte daher dringend darum, die Studie gründlich zu lesen.

Schön, dass  nun das  festgestellt ist was wir alle eigentlich schon immer wussten oder wissen konnten.

Aber wird es auch von denen verstanden und beachtet, die Antisemitismus immer noch für einen temporären Spuk des Dritten Reiches halten und die glauben, dass,  solange keine Juden ins KZ gesteckt und vergast werden, alles doch seine schöne Ordnung hat, wenn man doch „nur“:   vor Synagogen „friedlich demonstriert“,  Juden für die heimlichen Drahtzieher der USA-Politik hält,  am Kölner Dom eine Klagemauer mit schlimmsten antisemitischen Hetzparolen errichtet,  „in aller Freundschaft“ die Israelis kritisiert, an palästinensischen Befreiungskongressen teilnimmt,    zum Boykott israelischer Produkte  aufruft oder einen Seekrieg gegen Israel anzettelt?

Da habe ich doch eher meine Zweifel!

Dass die durchaus berechtigt sind, zeigen u.a.  Beiträge und Kommentare wie auf diesem netten Blog  „trueten“, dessen Link ich aber ein bisschen verhunze und der dieses aussagekräftige Pamphlet mit dem Titel: „Fröhliches Hetzen. Vorwärts zum Niedermachen der Linkspartei“   anlässlich der Studie zum besten gibt!

Na denn!

NACHTRAG

Inzwischen weist Herr Gysi bei spon die „Vorwürfe entschieden zurück“…  was sonst!

Ein unheimlich langer Abgang… 17. Mai, 2011

Posted by Rika in meine persönliche presseschau.
Tags:
2 comments

Was dem Weinfreund in aller Regel Genuß bedeutet, ein langer Abgang nämlich, verkehrt sich für die Freunde der CDU/CSU immer mehr zu einem unheimlichen Albtraum:

Der Abgang des Freiherrn zu Guttenberg.

Dass Herr zu Guttenberg  nun mit Recht des Plagiierens bezichtigt werden kann, hat unlängst die Uni Bayreuth festgestellt. Ich will jetzt nicht die ollen Kamellen aufwärmen, weder die seiner vielseitigen Versuche, die Schmach abzuwenden mit Teilgeständnissen und markigen Versprechungen, auch nicht die Wiederholung der unzähligen Freundschaftsbeweise durch die Parteifreunde betreiben. Alles Schnee von gestern – und so kurz ist das Gedächtnis der meisten Menschen ja nun doch nicht, dass sie das nicht mehr erinnerten. Der Plagiatsvorwurf ist bestätigt und ist damit, wie es scheint, nicht nur für mich, sondern auch für den Herrn Freiherrn und seine CSU erledigt. Da wird nichts mehr nachkommen.

Dass er aber auch als Politiker nicht sorgfältig gearbeitet hat, davon erfährt die Öffentlichkeit erst jetzt, nach und nach.

Wobei  diese Formulierung nur bedingt zutrifft. Die Öffentlichkeit hat sich schon in der Vergangenheit über manch schneidige Bemerkung des Verteidigungsministers gewundert – in der Kundus-Affäire beispielsweise oder im Umgang mit dem bedauerlichen Tod der jungen Seekadettin auf der Gorch-Fock. Wie schnell und für die betroffenen vermeintlich Schuldigen umgehend einschneidende  Maßnahmen getroffen und Schuldzuweisungen in den Raum gestellt wurden, das hat doch einige von uns schon mächtig irritiert. Da wurde bislang verdiente und unbescholtene Männer ihres Amtes enthoben oder auf unabsehbare Zeit vom Dienst suspendiert. Ihr Ruf zumindest beschädigt, wenn nicht gar ruiniert.

Doch der Minister selbst lieferte sehr überzeugend das Bild eines Mannes, der alles im Griff hat, ob es bewegend anrührende Worte bei der Trauerfeier für gefallene Soldaten in Afghanistan waren oder der publikumswirksame Besuch bei der Truppe dort selbst – gern auch mal in Begleitung der Gattin oder des ebenfalls auf Wirkung bedachten, selbstverliebten Herrn Kerner.

Guttenberg machte immer und überall eine gute Figur.  So liebten ihn seine Fans und Parteifreunde gleichermaßen, selbst die Bundeskanzlerin zählte ihn, so hörte man, zu ihren Lieblingen.

Der Minister wurde gar bereits als möglicher Nachfolger der Kanzlerin gehandelt.

Dazu trug sicher nicht nur sein blendendes  Aussehen und seine hervorragend gepflegten, makellos guten  Manieren bei, nein, man rechnete ihm auch  oder besser gesagt,  vor allem das Unternehmen „Bundewehrreform“ hoch an. Binnen kürzester Zeit brachte er das Kunststück fertig eine der heiligsten Kühe der Union auf dem Altar der Wirtschaftlichkeit zu opfern. Die Bundeswehr wird drastisch verkleinert, die Wehrpflicht ausgesetzt, was im Prinzip einer Abschaffung gleich kommt.

Und hier findet sich das Haar in der Suppe oder  liegt – je nach Belieben – der Hase im Pfeffer.

Der Nachfolger des fränkischen Freiherrn im Amt des Verteidigungsministers findet offenbar ein mittelprächtiges Chaos vor, anstelle des von zu Guttenberg gelobten „gut bestellten Hauses“. So könnte man den berühmten Satz der damaligen Bischöfin Kässmann: „Nichts ist gut in Afghanistn“ ergänzen: Und im Ministerium erst recht nicht!  Wie es scheint – ich bin ja kein Experte und habe auch keinen Einblick in die Abläufe – wurden die Reformen viel zu schnell und zu wenig vorbereitet durchgepaukt, ist die Finanzierung keineswegs klar und der dringend notwendige Nachwuchs an Soldaten nicht gesichert.

Das nenne ich Planungssicherheit und vorausschauendes Handeln!

Herr de Maizière  ist darum alles andere als erfreut und hat das auch ziemlich deutlich gemacht, was einigen Fans des ehemaligen Ministers der Verteidigung gar nicht behagt, so schreibt etwa Thomas Schmid in einem Kommentar bei welt-online gar:

Wehrhandwerker de Maizière vergreift sich im Ton

Der neue Verteidigungsminister lässt seinen Vorgänger zu Guttenberg ins Bodenlose fallen. Das gehört sich nicht unter Parteifreunden.

Der arme aus altem Adelsgeschlecht stammende  Herr zu Guttenberg wird ins Bodenlose entlassen —  noch dazu von einem „Handwerker“.

Pfui, wie ungezogen! Das macht man nicht. Man kupfert zwar auch nicht für seine Doktorarbeit bei anderen Wissenschaftlern ab,  aber das scheint für Herrn Schmid Pippifax zu sein im Verhältnis zu dem öffentlichen geäußerten Unmut des „Neuen“.

Wesentlich ist für den Herrn Schmid von WELT:

Politik ist auch eine Frage des Stils und des guten Tons. Es hat sich bewährt, dass ein Amtsnachfolger selbst dann, wenn er ganz neue Wege geht, seinen Vorgänger nicht kritisiert und nicht bloßstellt. Demokratie baut auch auf Kontinuität.

Natürlich, guter Stil und guter Ton! Mag die Arbeit auch unter aller S.. sein, entscheidend ist, dass das wunderbare Bild einer wunderbaren Regierung gewahrt wird und die Kontinuität,  auf die „die Demokratie baut“! Es macht ja nichts, dass Kontinuität bedeutet, unablässig weiter Müll und Schrott zu produzieren oder bunte Bilder für die BILD. Wenn ein Minister seinem Amt nicht gerecht wird und dem Land dadurch Verluste und Probleme drohen, MUSS man das auch sagen dürfen, nein, sagen MÜSSEN. Alles andere wäre Betrug am Souverän, dem Volk. Aber das scheint Herr Schmid nicht so eng zu sehen.

Und Probleme sind durch die Amtsführung des Ministers dem Land in ganz erheblichem Maße entstanden!

Denn dass  die Aussetzung der Wehrpflicht  auch im zivilen Bereich für große Probleme sorgt, können wir in diesen Tagen wunderbar beobachten: Unsere nette, junge und schwangere Familienministerin sucht händerringend Ersatz für die vielen Zivis, die mit dem Wegfall der Wehrpflicht natürlich auch wegfallen. 9o ooo Stellen sind in den nächsten Wochen und Monaten zu besetzen und kein Mensch weiß wie! In Altersheimen und Behinderteneinrichtungen, bei  DRK, Johannitern und Maltesern fehlen die jungen Männer, ebenso bei THW und Feuerwehren und  in öffentlichen zivilen Einrichtungen.

Kein Mann auf weiter Front.

Die Familienministerin (warum  ist die eigentlich dafür zuständig)  lobt ihren  neu geschaffenen  „Bundesfreiwilligendienst„, zu dem sich  – und das ist die Sensation an dem Plan – nicht nur wehrpflichtige junge Männer, sondern auch Hausfrauen, Arbeitslose und  Frührentner melden können. Ob damit aber die Lücke, die die Zivis hinterlassen, geschlossen werden kann, ist doch mehr als fraglich, vor allem in der Kürze der Zeit wird das wohl nicht  zu schaffen sein.  Der neue Dienst ist noch völlig unbekannt, die Organisation nicht gänzlich geklärt. Und dann steht ja noch die Frage im Raum, wie und ob diese neue Einrichtung in Konkurrenz zu bereits bestehenden freiwilligen Diensten stehen wird, als da u.a. sind:  freiwilliges „soziales Jahr“, „ökologisches Jahr“, freiwillige Dienste in Kirchen und Verbänden, um nur einiges zu nennen, die ja auch bisher nicht nur für Zivildienstleistende gedacht waren, sondern auch jungen Mädchen und Frauen offen standen.

Alle diese Frage sind bisher nicht beantwortet und werden bis zum 1. August, wenn der letzte Zivi seinen Posten geräumt haben wird, auch nicht mehr zufriedenstellend beantwortet werden.

Nein, die Amtsführung des Ministers zu Guttenberg war alles andere als sorgsam und vorausschauend. Darum schließe ich mich einem Statement an, das Stefan Raue im ZDF-Blog gibt und das mit dem Fazit schließt:

Wie es scheint, war es tatsächlich ein Professor aus Bremen, der die Bundesregierung und die Bundeswehr vor noch größerem Schaden bewahrt hat. Er war damals der einzige, der laut gerufen hat: „Der König ist nackt!“ Im Märchen begannen sich dann alle fürchterlich zu schämen, dass sie das viel zu lange nicht hatten sehen wollen.

Auch wenn das viele Fans und Freunde natürlich nicht wahrhaben wollen.

Zu Guttenbergs Abgang ist wahrlich lang und bitter…

Woran erinnert mich das bloss? 16. Mai, 2011

Posted by Rika in israel, meine persönliche presseschau.
Tags: ,
10 comments

 „Wie ein Krebsgeschwür, das sich im Körper ausbreitet, infiziert dieses Regime jede Region“, ….    „Es muss aus dem Körper entfernt werden“.

Nicht, dass ich es mit eigenen Augen gesehen und mit eigenen Ohren gehört hätte, aber gelesen habe ich darüber –  vor Jahren schon und jetzt wieder:

Im damaligen Sprachgebrauch galt es jedoch nicht, ein „Regime“ zu entfernen, da ging es um Menschen, jüdische Menschen  –  die aber auch heute wieder gemeint sind, wenn von „Regime“ die Rede ist!

Damals las man solche Sätze auch schon in deutschen Zeitungen. Die Zeitungen damals unterstanden mehr oder weniger direkt der deutschen Regierung.

Heute lesen wir solche Sätze wieder in deutschen Zeitungen. Heute unterstehen die Zeitungen weder der deutschen Regierung noch der Regierung dessen, der solche Sätze sagt. Aber dennoch nimmt  eine deutsche Zeitung so einen Satz nicht zum Anlass, den, der das sagt, öffentlich zu kritisieren.

Man zitiert, schreibt den Satz mal eben so dahin, einfach so im Kontext des aktuellen Anlasses.

Ohne jeden kritischen Kommentar.

Man könnte das für Meinungsfreiheit halten.

Man kann aber auch der Meinung sein, dass das Mitläufertum der bösesten Art ist, unterschwellig, subversiv, gemein …

und sehr, sehr  wirkungsvoll.

Völlig ungerührt… 15. Mai, 2011

Posted by Rika in israel.
Tags: , , ,
2 comments

gibt  spiegel-online  die politische Zielrichtung der radikalislamistischen Terrororganisation Hamas wieder:

Die politische Führung der radikalislamischen Hamas im Gazastreifen nutzt die Gelegenheit, um erneut Israels Existenzrecht in Zweifel zu ziehen. Hamas-Führer Ismail Hanija sprach am Sonntag vor etwa 10.000 Gläubigen nach einem Morgengebet vor der Omari-Moschee in Gaza-Stadt von der Hoffnung auf ein baldiges Ende des „zionistischen Projektes in Palästina“.

Ich nehme noch Wetten darüber an, was der Spiegel mit einem Statement gemacht hätte, das eine israelische Forderung auf das ganze – ehedem  als „Heiliges Land“ bekannte –  jüdische Gebiet beinhaltet (ein rein fiktives Gedankenspiel zur Verdeutlichung der Spiegle-Vorgehensweise!!!).  Uns würden die Ohren klingeln und antiisraelische Parolen und Tiraden um die Köpfe fliegen, dass wir nicht mehr wüssten wer wir sind –  sofern „wir“  zu dem Kreis der Israelfreunde zählen, die übrige vornehme Gesellschaft würde vermutlich in das Gebrüll einstimmen.

Aber die „Hoffnung auf ein baldiges Ende des ‚zionistischen Projektes in Palästine'“ kann man mal eben so weiter reichen wie ein Sahnetörtchen zur Feier des Tages!

Da muss nicht mal ein halbwegs schamvoller Kommentar nachgereicht werden, in dem sich der betreffende Redakteur zumindest formal korrekt beeilt, das Existenzrecht Israels als bindend zu bezeichnen.

Auf die Idee, gerade diese Position der Hamas als größtes Hindernis auf dem Weg zu einem dauerhaften Frieden Israels mit der arabischen  Bevölkerung des Gazastreifens und des Westjordanlandes anzusehen, kommt spiegel-online erst recht nicht. Vielmehr zeichnet man in dem Bericht wieder einmal das Bild der „militärischen Macht Israel“, die auf Leute schiessen lässt,

die versucht haben sollen, von Syrien aus die Grenze nach Israel zu überqueren.

Man bedient sich schon in den ersten Sätzen dieses Berichts des den  Zweifel säenden Konjunktivs, bestreitet damit indirekt das schuldhaftes Vorgehen der arabischen Grenzverletzer. Dass es in der Vergangenheit niemals etwas Gutes bedeutete, wenn arabische Leute ungefragt die Grenze nach Israel verletzten und auf israelisches Gebiet vordrangen, ist den tapferen Berichterstattern keine Silbe wert. Dass Israel seit Jahren von arabischem Terror überzogen wird, genauso wenig.

Stattdessen macht man sich die Nakba-Legende zueigen, indem man wie folgt berichtet:

Die Demonstration ist vermutlich Teil der Gedenkveranstaltungen, mit denen Palästinenser weltweit der Flucht und Vertreibung hunderttausender Araber im Vorfeld und in Folge der israelischen Staatsgründung am 14. Mai 1948 gedenken.

(Hervorhebung von mir)

Dabei bedienen sie sich wieder der höchst wirksamen Methode der Auslassung in der Berichterstattung:

Wie jederman weiß – aber zumindest wissen könnte – erklärten die arabischen Staaten dem gerade neu gegründeten Staat Israel umgehend den Krieg und setzten die Kriegserklärung genauso umgehend in die Tat um. Flucht und Vertreibung passierten nicht infolge der israelischen Staatsgründung, sondern infolge der Kriegserklärung durch die Araber und die damit von den Arabern eingeleiteten Kriegshandlungen.

Wenn heute in Deutschland jemand behaupten würde, das Dritte Reich habe sich gegen die Kriegserklärung der Polen lediglich zur Wehr gesetzt und damit den Zweiten Weltkrieg ausgelöst, würde das im Spiegel (und hoffentlich nicht nur dort!!!)  einen Sturm der Entrüstung auslösen  – völlig zu Recht, wie jeder weiß.

Der gleiche Spiegel jedoch verdreht in Bezug auf  den ersten arabisch-israelischen  Krieg die Tatsachen in unerträglicher  Weise, indem er verschweigt, wer den Krieg begonnen und wer sich verzweifelt gegen die drohende, Existenz vernichtende, Niederlage stemmen musste.

Die Araber (Subjekt) bekämpften (Prädikat) Israel (Objekt)! Damit das auch grammatikalisch vollkommen klar ist! Und noch einmal zum mitdenken:

Israel wurde (immer und immer wieder) von den Arabern bekämpft.

Daran hat sich bis heute nichts geändert und wird sich –  wie der Spiegel selbst so anschaulich wiedergibt – nach dem Willen der Hamas auch nichts ändern.

Der Spiegel ist zu einem antiisraelischen Hetzblatt verkommen!