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STEHEN WIR ZU ISRAEL ! 30. August, 2011

Posted by Rika in israel.
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Anlässlich des Israelsonntags, der in diesem Jahr auf den 28. August fiel, schreibt Egmond Prill einen aufrüttelnden Appell, den ich ungekürzt hier übernehme.

„Über Jahrhunderte war dieser Sonntag ein Tag des Hohnlachens über den zertretenen Tempel und einer überheblichen Abrechnung der Kirche mit dem jüdischen Glauben und oft gewalttätiger Ausschreitungen gegen Juden. Heute steht dieser Sonntag in vielen Gemeinde im Zeichen einer Neubesinnung auf das Wort und die Warnung des Heidenapostels Paulus im Römerbrief: „Überhebt euch nicht!“



Völlig überhoben hat sich ein Pfarrer, der pünktlich zum Israelsonntag vieles niederschrieb, was unter Israelfeinden gedacht wird. Im Mittelalter war es der „böse jüdische Glaube“, später war es die „minderwertige jüdische Rasse“, heute ist es der angebliche „jüdische Landraub“ palästinensischer Erde. Nun lässt sich mit solchen Verfassern kaum diskutieren, denn deren Einschätzung ist Weltanschauung, ist antijüdische Ideologie. Der eigentliche Skandal ist nicht jener Text im Deutschen Pfarrerblatt (Ausgabe August 2011), sondern dass er dort überhaupt veröffentlicht worden ist. Gewiss, eine Zeitung muss nicht komplett mit Inhalten von Namensartikeln einverstanden sein, aber eine Redaktion trägt die Gesamtverantwortung. Sie muss den Leser, vielleicht sogar den Verfasser, vor Blödsinn schützen und vor böser Polemik und antisemitischer Hetze.



Im langen Sermon „Vom Nationalgott Jahwe zum Herrn der Welt und aller Völker“ spekuliert der Verfasser über das Thema „Der Israel-Palästina-Konflikt und die Befreiung der Theologie“. Dort heißt es am Schluss: „Wo Christen und Christinnen einseitig für Israel und den Staat Israel Partei ergreifen, machen sie Gott zum Parteigänger und Komplizen…Das Problem sind die nationalreligiösen Siedler, die das Land, nicht den Frieden wollen.“ Sollte man präziser sagen: „Das Problem sind die nationalreligiösen JUDEN“? Oder auf den Punkt gebracht und in deutscher und kirchlicher Tradition: „Die Juden sind unser Unglück“?



Pünktlich zum Israelsonntag veröffentlichte die Tageszeitung „Die Welt“ einen Leitartikel mit der Überschrift „Stehen wir zu Israel!“. Der Autor klärt auf: „Es ist ein fataler Irrtum zu glauben, der exterminatorische Hass gegen den jüdischen Staat könne durch Zugeständnisse Israels in Sachen Gründung eines Palästinenserstaates besänftigt werden.“ An anderer Stelle heißt es: „Israel ist der erste Pfeiler der demokratischen Zivilisation, den die Dschihadisten zum Einsturz bringen wollen.“ Darum soll Europa, das die demokratische Entwicklung im Orient fördern will, an der Seite Israels sein. Diesen Ton hatte bereits vor Monaten Gert Weisskirchen, ehemaliger SPD-Abgeordneter im Deutschen Bundestag, in einem Gastkommentar für „Die Welt“ angeschlagen: „Wir Europäer stehen für Israel ein, weil Israel für Europa einsteht. Und: Wir Europäer wissen, warum Israel angefeindet wird – weil der jüdische Staat von Antisemiten als der kollektive Jude gehasst wird.“



Demnach gehört Europa gerade jetzt an die Seite Israels. Christen stellen sich zu Israel, weil sie in den Glauben, in die Geschichte und die Verheißungen Israels eingepfropft sind. Das wird das Gespräch über die Politik des Staates Israel nicht ausschließen, wohl aber primitive Israelfeindschaft.



“Stehen wir zu Israel!“ – das hätte dem Deutschen Pfarrerblatt zum Israelsonntag 2011 gut gestanden. (pro)
Egmond Prill ist stellvertretender Geschäftsführer und Leiter der Israelarbeit des Christlichen Medienverbundes KEP

Quelle

Hinweis: Egmond Prill nimmt Bezug auf das antisemitische Pamphlet des Pfarrers  Vollmer, ohne diesen  namentlich zu nennen.

 

Hier der Link zum Artikel in „Die Welt“    „Stehen wir zu Israel„, den Egmond Prill in seinem Beitrag erwähnt.

Castollux hat ebenfalls anlässlich der Veröffentlichung des „Pamphlets“ in dem evangelischen Pfarrerblatt  zum Thema „evangelische Kirche und Antisemitismus“ Stellung genommen.  LESEEMPFEHLUNG

Eine gleichfalls sehr lesenswerte Stellungnahme zu Pfarrer Vollmers Machwerk findet sich hier: „Die christlich-theologische Anmaßung, das Judentum definieren zu wollen


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Verständnis…. 29. August, 2011

Posted by Rika in islam, meine persönliche presseschau.
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für die Attentäter von 9 / 11 scheint der Spiegel mit aller journalistischen Raffinesse wecken zu wollen.

Jedenfalls kommt es mir nach der Lektüre des Artikels „Die Stimme des Dschihad“ in  der Printausgabe dieser Woche so vor. Was bei spon nur eine kleine Bemerkung am Rande ist und relativ sachlich dargestellt wird, bauscht die Druckausgabe zu einer Verständnis heischenden Geschichte auf.

Der kleine Said auf dem Weg zum Attentäter …

Kindheit in Haselünne (das ist wahrlich ein schweres Schicksal), deutsche Mama Anneliese, die den Kleinen „Saidchen“ rief, marrokanischer Papa, Muslim zwar, aber alles andere als fromm, vielmehr  (westlich dekadenter, würde der große Said wohl heute sagen)  Diskobetreiber in der Nähe von Cloppenburg, der, man höre, sogar das Bier selbst ausgeschenkt hat, aber wegen seiner wenig erfolgreichen Karriere mit der Familie nach Marokko zog als das kleine Saidchen noch ein 9 jähriger Schulbub war. Immerhin, der deutsche Schäferhund, schreibt der Spiegel, darf mit nach Meknès in  Marokko.

Said macht das Abitur und kehrt 1995 nach Norddeutschland zurück, um in Hamburg Elektrotechnik zu studieren. Dort lernt er die späteren „Drahtzieher“ der WTC-Attentäter kennen.

Ausführlich beschreibt der Spiegel die entscheidenden Szenen aus der Hamburger Zeit, die dem „Heiligen Dienstag“ vorangehen. Ich finde es schon bemerkenswert, dass der Spiegel die Sprachregelung al Qaidas übernimmt, wenn er über die Anschläge auf das WTC berichtet. „Heiliger Dienstag“ hört sich doch viel besser an als   9 / 11 .

9 / 11 ist negativ besetzt, es bedeutet Terror, islamischer Terror, eiskalt geplanter und ausgeführter Mord.

„Heiliger Dienstag“ hat etwas von dem schwäbisch gemütlichen „Heiligs Blättle“, was ja eher ehrfürchtiges Staunen signalisiert und weniger  Entsetzen und Abscheu ausdrückt.

Mit geradezu liebevollem Verständnis schildert der Spiegel dann auch die weitere Karriere des kleinen Saidchen, der  immer mehr vom Jungen aus Haselünne zum islamischen Gotteskrieger wurde und schließlich unter einem neuen Kampfnamen in Afghanistan gegen die Amerikaner in den Krieg zog. Beiläufig  erwähnt  der Spiegel zwar, dass „Abu Zuhair“, wie Said heute heißt,  immer noch mit internationalem Haftbefehl gesucht wird, stellt aber im gleichen Atemzug nahezu erleichtert fest, dass es dem Islamisten (so nennt ihn der allerdings nicht) immer wieder gelungen sei, sich den Suchtrupps der Terrorfahnder zu entziehen.

Zitat: „Bahaji (so der ‚alte‘ Name, Einschub von mir) aber ist ein Phänomen und ein Faszinosum, er lebt und überlebt in den Bergen Waziristans, seit 10 Jahren nun, in einer der gefährlichsten Regionen der Welt.“

Said, der Held!

Wir erfahren auch, dass die Ehe des Gesuchten unter der Fernbeziehung gelitten habe (seine Frau lebt nach wie vor in Hamburg) und schließlich geschieden worden sei. Mit einer neuen Frau und vielen kleinen Kinderlein lebt er glücklich und zufrieden im afghanischen Grenzland. Wenn nur die dumme Beinverletzung nicht wäre, die ist ihm im Kampf gegen die Feinde Allahs zugefügt worden…

Ach ja, kämpfen kann Abu Zuhair immer noch, aber nicht mehr mit der Waffe in der Hand, wie der Spiegel ausdrücklich hervorhebt.

Zitat: „Nur kämpft der Junge aus Haselünne heute offenbar nicht mehr mit Waffen, sondern mit Worten.

So endet das Märchen, das uns Holger Stark erzählt.

Und mit Worten zu kämpfen, so mag die unterschwellige  Botschaft lauten, ist ja nichts Unrechtes.   Jedenfalls nicht, solange man nicht Broder oder Sarrazin heißt und für die Taten des norwegischen Mörders verantwortlich gemacht wird – der Worte wegen!!!

Der Spiegel wird uns noch viel schöne einfühlsame Geschichten auftischen und am Ende sollen wir vermutlich  glauben, dass der „Heilige Dienstag“ ein Freudentag für die gesamte Welt war oder ist!

Passend dazu gibt es in der Druckausgabe einen zweiten Artikel, der beschäftigt sich mit den Opfern von 9 / 11 .  Unter dem Titel „Die Geister von New York“ wird eine Gruppe von Menschen vorgestellt, die in einem Keller nahe des einstürzenden WTC den Horror überlebt haben … ihre Geschichte  birgt nicht annähernd so viel Verständnis wie die Geschichte des Täters….

Ich habe mir vor 10 Jahren nicht vorstellen können, „wie“ sehr  die einstürzenden Türme in New York das Leben in unserer „freien Welt“ verändern würden und wie sehr der Terror seine furchtbare Wirkung selbst dann entfaltet, wenn – wie in Deutschland – „erst zwei“  Menschenopfer durch Attentate und Bomben islamistischer Verbrecher zu beklagen sind …   die beiden amerikanischen Soldaten, die auf dem Flughafen von Frankfurt durch einen netten Jungen, der zu viel Videos sah, getötet wurde…

Geburtstag… 28. August, 2011

Posted by Rika in israel.
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Heute hat GILAD SHALIT Geburtstag.

 

Gutes wünsche ich ihm, ihm und seiner Familie, Kraft und Zuversicht, Hoffnung und Stärke und dass der Terror der Araber ihn nicht besiegen, seinen Geist nicht unterjochen und sein Leben nicht zerstören möge!

 

Das neue Vorbild der Nation: Die drei Affen! 26. August, 2011

Posted by Rika in meine persönliche presseschau.
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Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen!

Vor allen Dingen nichts sagen!

Sagen ist das allerschlimmste Vergehen in dieser unserer Republik, wobei ich allerdings einschränkend sagen muss, dass sich das besser  “ Nichtsagen“ nur auf eine ganz bestimmt Situation bezieht, wie Gideon Böss eindrucksvoll in seinem Kommentar zu einer Nachricht darlegt.

Die neue Integrationsministerin im Ländle hat  sarraziert, jedenfalls nach der Meinung vieler Politiker und Journalisten. Sie, die doch eigentlich zum Schutz der Migranten in die Regierung geholt wurde, hat etwas „gesagt“, nämlich etwas über den Fernsehkonsum der Mitbürger aus dem Land am südöstlichen Rand von Europa. Das Land zu nennen, ver“sage“ ich mir, man könnte das für sarrazieren halten und dann würde man mich aus der XXX werfen, was doch wirklich schade  und zum Nachteil der XXX wäre, finde ich ganz uneitel und will das darum der XXX ersparen. Lieber sage ich gar nichts mehr.

Philipp Lahm hat neulich auch etwas gesagt, bzw. er hat etwas geschrieben, was man demnächst als Buch kaufen kann. Das soll nicht nett gewesen sein, aber zum Glück hat er nicht auch noch sarraziert. Deshalb kam er mit einer Entschuldigung davon und darf auch Kapitän der Nationalelf bleiben.

Wenn man sarraziert, also etwas zu oder über die Mitbürger aus dem Land, na, Sie wissen schon, sagt, muss man mit schweren Nebenwirkungen bis hin zur öffentlichen Verurteilung rechnen, man kann seines Postens enthoben werden, wird an den Pranger gestellt und mit einem Bann belegt.

Hingegen darf man wettern, also beispielsweise etwas gegen den Kapitalismus, den Papst, die Christen, die Juden und vor allem gegen Israel sagen, das ist kein Sarrazieren, das ist berechtigte Kritik an Missständen, Institutionen und „Freunden“, die man auf diese Weise auf den rechten Weg zurück bringen möchte.

Man darf natürlich auch etwas gegen Holländer, Schweden, Finnen,  Polen und Amerikaner sagen. Macht nichts. Dafür wird man nicht belangt. Man sollte sich aber davor hüten zu „brodern“, dafür kommt man in die rechte Ecke und wird vermutlich für alle Anschläge hirnverbrannter Europäer belangt, die vielleicht irgendwann einmal was gelesen haben, was man „Broder gemäß“ geschrieben oder gesagt hat, ganz schlimm natürlich, wenn man gar Broder zitiert oder offen seine Sympathie für seine „Schreibe“ erklärt. Das sollte man darum tunlichst vermeiden.

Am besten fragt man vorher vorsichtshalber bei den Grünen nach, was gesellschaftlich erwünscht ist und welche Art von Kritik die Republik weiter bringt. Dann ist man auf der sicheren Seite. Zur Not könnte man auch Herrn Gabriel um eine Begutachtung der eigenen Gedanken bitten, bevor man sie unters Volk schreibt oder sagt, dann entgeht man ganz gewiss dem Brodern und Sarrazieren…

Man könnte auch gleich ganz das Maul halten und Gott einen guten Mann sein lassen und sich nur noch um sein Gärtchen kümmern.

Schöne heile Welt!

Wer doch noch „sagen“ möchte:

Gegen Israel geht  immer. Wenn Sie also etwas Kritisches sagen möchten, richten Sie Ihr Augenmerk doch bitte von uns weg und lenken Sie es auf den winzigen Staat im Nahen Osten, der der Welt nichts als Probleme macht.

Wundern Sie sich aber nicht, wenn eines – vermutlich nicht mehr  allzu fernen – Tages nicht nur das Sagen, sondern auch das Denken in diesem Land geächtet und verboten wird….

Ach, ja, das Denken!

Wenn die neue Integrationsministerin über die seltsame Statistik des berühmt-berüchtigten kriminologischen Professors auch nur ein wenig nachgedacht hätte, wäre ihr sicher auch aufgefallen, dass diese   (bei Weitem nicht an die hervorragenden Statistiken Herrn Sarrazins heranreichend)   voller grober Fehler und Merkwürdigkeiten sind.

Aber das ist wieder ein anderes Thema, der Herr Professor und seine kriminellen Statistiken!

I proudly present… 25. August, 2011

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
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…  rosa Kirschen und blaue Setztassen!

So heißt ein neuer Blog, der sich mit der Vielfalt des Lebens auf vielfältige Weise beschäftigt!

Ihr findet ihn natürlich unter seinem   Blog-Namen

Der erste Beitrag ist gerade in Arbeit  – wie ich als beratende Beobachterin wohlwollend zur Kenntnis nehme – und wird demnächst online gehen.

Also, viel Vergnügen allen Leserinnen und Lesern  mit dem neuen Blog und viel Spaß und Freude der neuen Bloggerin!

Theatine, allzeit eine griffbereite Tastatur!!!   – oder so…

„Eine Handbreit Wasser unterm Kiel“ passt ja irgendwie nicht (obwohl mir das als alte Seglerin natürlich gut gefallen würde) und auch die „gute Fahrt“  ist hier wohl eher fehl am Platze!

Angst fressen Seele auf… 18. August, 2011

Posted by Rika in vermischtes.
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Während die wichtigsten westlichen Staaten, darunter auch Deutschland, den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad wegen der Gewalt gegen sein eigenes Volk zum Rücktritt auffordern, steht die evangelische Kirche weiter hinter dem umstrittenen Machthaber. Dieser biete der christlichen Minderheit im Land Schutz, sagte der zuständige Pfarrer Jonas Weiß-Lange am Donnerstag in einem Gespräch mit Deutschlandradio Kultur.

 

Das kann doch nicht wahr sein! So meine erste Reaktion nach flüchtigem Lesen dieses Absatzes.

Nicht schon wieder!

Christen auf der „falschen Seite“!

Kann tatsächlich jemand, der sich Christ nennt, „hinter Assad stehen“, hinter einem Präsidenten, der mit brutaler Gewalt gegen sein eigenes Volk vorgeht?

Nein, denke ich, das geht nicht. Das kann nicht wahr sein.

Aber es gibt auch die andere Sicht auf die Lage in Syrien – wie der weitere Bericht zeigt. Christen in muslimischen Ländern, so erläutert Pfarrer Weiß-Lange, seien darauf angewiesen, dass sie  einen „Schutzherren“ haben:

„Offiziell ist das ein säkulares Land“, sagte Weiß-Lange in dem Radiogespräch. „Aber von der Geschichte her, die orientalische Christen in muslimischen Ländern haben, muss es immer jemand sein, der sie beschützt in diesem Land – das Staatsoberhaupt, und das ist in dem Sinne eben in Syrien heute der Präsident.“ …

Während seiner Gespräche hätten syrische Christen deutlich gemacht, dass sie aus Gründen der eigenen Sicherheit hinter dem Regime von Präsident al-Assad stünden, so der Pfarrer weiter. „Der Wunsch ist schlicht zu überleben“, sagte er. Bei aller Kritik am Regime gebe es den Wunsch, dass sich nicht so viel ändern möge. Viele Gläubigen sorgten sich, dass in Syrien Zustände wie im Irak nach dem Sturz von Ex-Staatschef Saddam Hussein oder wie im Libanon während des Bürgerkriegs herrschen könnten.

(Hervorhebung von mir)

Die Angst, dass Christen nach dem möglichen Sturz Assads unter gewaltigen Druck geraten könnten, ist nicht unbegründet. Schließlich liefert der benachbarte Irak bis heute den unwiderlegbaren Beweis, dass es Christen in der Minderheit, unter einer instabilen Regierung / Verwaltung und in unmittelbarer Nachbarschaft muslimischer Aufrührer nicht gerade gut ergeht. Tausende Christen sind seither aus dem Irak geflohen.

Und auch die Entwickelung in Ägypten bietet wenig Anlass zu Hoffnung, dass demokratische Strukturen einkehren und sich damit auch ein größeres Maß an Religionsfreiheit für die Minderheiten ergeben wird. Vielmehr muss man doch befürchten, dass radikale Kräfte die Oberhand gewinnen werden und damit die Rechte der Christen noch weiter eingeschränkt werden.

[Einschub: Das heutige Attentat in Israel wird von einigen Beobachtern auch so gedeutet, dass die Regierung in Kairo die Sicherheit auf dem Sinai und die Abkommen mit Israel nicht mehr gewährleisten kann.]

Ist es daher nicht verständlich, dass die Christen in Syrien lieber an einem Despoten festhalten, als die Revolution zu unterstützen und damit unwägbare neue Machtverhältnisse in Kauf nehmen zu müssen, die für sie, nach allem, was sie in den Nachbarstaaten beobachten, mit hoher Wahrscheinlichkeit  nicht gut sein werden?

Um hier gar kein Missverständnis aufkommen zu lassen:  Ich teile diese Haltung ausdrücklich nicht, aber ich kann sie verstehen.  Ich verurteile die grausamen Übergriffe gegen die eigene Bevölkerung und den erbarmungslosen Kampf um die Macht, den Assad führt.

Ich bin unbedingt dafür, dass die Staatengemeinschaft Assad und sein Regime ächtet und Maßnahmen berät, dem blutigen Treiben Einhalt zu gebieten und Reformen in Syrien zu ermöglichen.

Doch angesichts der berechtigten Angst der Christen in Syrien vor einer ungewissen Zukunft denke ich genauso entschieden, dass die Christen in den demokratischen Gesellschaften dieser Welt sich hinter die Christen in Syrien (und natürlich auch in Irak, Ägypten und all den anderen Ländern) stellen müssen und  den Weltkirchenrat und die UN auffordern sollten  dafür zu sorgen, dass Christen in Ländern mit überwiegend muslimischer Bevölkerung und mit Regierungen, die sich am Islam orientieren, stärker geschützt werden, dass ihr Recht auf freie Religionsausübung gewährt wird und sie nicht länger dem Druck staatlicher Repression und religiöser Willkür durch die Mehrheitsreligion ausgesetzt sind.

 

 

 

 

 

 

Das antisemitische Pamphlet eines evangelischen Pfarrers… 16. August, 2011

Posted by Rika in israel.
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macht fassungslos!

Mit scheinbar wissenschaftlich fundierter  Akribie erläutert der fromme Gottesmann seine antiisraelischen und antijüdischen Ansichten und bringt sie unter das evangelische Pfarrersvolk.

Den Link zu diesem Machwerk verdankte ich achgut.

Eine sehr ausführliche und fundierte  Erwiderung  auf die Schmierschrift findet man bei heplev: Teil 1   Teil 2  Teil 3   Danke ihm dafür!!!

Ich selbst werde hier nur einige der denkwürdigsten Passagen zitieren und kurz kommentieren.

So schreibt  Herr Vollmer zur jüdischen Einwanderung:

Die alteingesessene arabische Bevölkerung reagierte mit immer größerem Unmut bis hin zu gewaltsamen Formen des Widerstands auf die jüdischen Einwanderer. Zionisten haben palästinensisches Land in Besitz genommen und geraubt mit dem Ziel, einen jüdischen Staat zu errichten. Palästinensischer Widerstand, auch schlimme Gewaltakte zogen schlimme jüdische Gewaltakte nach sich. Israel stilisierte und stilisiert seine Abwehr gegen den Widerstand der Palästinenser als Kampf gegen den Terrorismus mit dem Recht auf Selbstverteidigung. Hat der Eindringling und Räuber, der der eingesessenen Bevölkerung das Land nimmt und auf deren gewaltsamen Widerstand stößt, ein Recht auf Selbstverteidigung? Die Vergeltungsschläge Israels gegen palästinensische Gewaltakte waren und sind zumeist unverhältnismäßig, besonders der Gazakrieg Dezember 2008/Januar 20

Ganz abgesehen von der völlig verfälschten Darstellung, auf die ich nicht näher eingehen will, macht die Wortwahl des  Pfarrers seine diskriminierenden  Absichten und antisemitischen Ansichten deutlich.  „Eindringlinge und Räuber“ nennt er die jüdischen Einwanderer, und stellt sehr subtil und suggestiv  jegliches Recht der Juden auf Verteidigung des Lebens in Frage. Perfider geht es kaum!

Weder wurde das Land geraubt, noch waren die jüdischen Einwanderer unbotmäßige „Eindringlinge“. Juden kauften Land von  türkischen und arabischen Großgrundbesitzern. Nur so viel zum Geschichtsverständnis des Theologen.

Perfide ist auch der folgende Abschnitt:

Solange der Holocaust die Mehrheit in Israel wesentlich bestimmt, dominiert die Opfermentalität im Selbstverständnis Israels, die das Gebot der Tora »Die Fremdlinge sollst du nicht bedrängen und bedrücken; denn ihr seid auch Fremdlinge in Ägypten gewesen.« (Ex. 22,20; auch Lev. 19,33f) missachtet.

Denn in völliger Verdrehung der Tatsachen zitiert der evangelische Theologe  ausgerechnet jene Stelle aus der Bibel, die wie kaum eine andere in Bezug auf Juden durch Christen vollkommen ignoriert wurde! Ganz zu schweigen von der erklärten Absicht der Hamas und der Fatah, Juden aus „Palästina“ zu vertreiben, was eben nicht nur „Westbank“ und „Gazastreifen“ meint, sondern auch ganz Israel.  „Israel missachtet die Tora“ ist Vollmers unmissverständlicher Vorwurf, wobei er sich selbst widerspricht, wenn er (indirekt) sagt, Araber seien Fremdlinge im Sinne der Tora, gleichzeitig aber  die Juden als „Eindringlinge“ bezeichnet.

Und in diesem Stil geht es munter weiter:

„Krieg und Vertreibung von 1947 bis 1949 waren für die Palästinenser die bisher größte Katastrophe ihrer Geschichte. Sie nennen sie nakba. Nach dem Krieg kontrollierte Israel nicht die ihm zugesprochenen 56, sondern 78% des Mandatsgebiets. Von den 900.000 Palästinensern in diesem Gebiet blieben nur 150.000 zurück. 750.000 Palästinenser ergriffen aus Angst die Flucht oder wurden aus ihren Siedlungen und Häusern gewaltsam vertrieben, …

Kein Wort, dass der Krieg nicht vom Himmel gefallen, sondern von den Arabern unmittelbar nach der Staatsgründung dem neuen Staat Israel erklärt wurde mit der Zielsetzung, die Juden „ins Meer zu treiben“, was von den Arabern nicht als Metapher gedacht war und nur dank ihrer (nicht nur militärischen)  Unzulänglichkeiten trotz zahlenmäßiger Überlegenheit  bis heute ein Traum geblieben ist, denn leider ließen und lassen sich die Juden nicht ins Meer treiben.  Aber natürlich war es die schiere Angst, die die Araber ihre Häuser und Dörfer verlassen ließ, meint  Herr Vollmer.

Ich erspare mir das Zitieren und Kommentieren der weiteren Absätze, die sich mit der Beziehung zwischen Juden und Arabern beschäftigen.

Schlimmer noch als die verfälschte Geschichte und die einseitige und vollkommen kritiklose Parteinahme für die Araber, empfinde ich die „theologischen“ Betrachtungen, die der Theologe anstellt und mit denen er den religiös begründeten Antisemitismus „auf das Trefflichste“ untermauert!

Wir, Christen in Deutschland, können unsere unsägliche Schuld gegenüber der Judenheit nicht dadurch theologisch kompensieren, dass wir nun in der staatlichen Verfasstheit des Volkes Israel ein Zeichen der Treue Gottes sehen, das seinerseits Hunderttausende unschuldige Menschen zu Opfern gemacht hat und noch immer macht. Die Rheinische Synode missachtete die innerbiblische Kritik am Staat (Ri. 9; 1. Sam. 8; Mk. 10,42-44; 12,13-17; 1. Petr. 2,13-17). Indem Israel auch einen König haben und wie die anderen Völker sein will, gibt es seine besondere Berufung, eben nicht wie die anderen Völker zu sein, an Gott zurück. Wie könnte Israel, das seine Existenz der Befreiung aus staatlicher Gewaltherrschaft in Ägypten durch Gott verdankt, seine Identität als ein Staat verwirklichen und sichern wollen?“

Israel, meint der Gotteserklärer, habe seine Berufung an Gott zurück gegeben!

Und weiter:

Die Erklärung der Rheinischen Synode, im Staat Israel ein Zeichen der Treue Gottes zu sehen, war ein theologisch fragwürdiger Versuch, Schuld zu kompensieren. Ein jüdischer Staat ist eben ein Staat, der seine jüdische Identität – die nichtjüdische Bevölkerung ausgrenzend und damit den einen und universalen Gott, der für Juden und Nichtjuden in gleicher Weise da sein will, verleugnend – mit staatlicher Gewalt nach innen und nach außen sichern will.“

Das ist starker Tobak! Der Vorwurf lautet, dass Israel „Gott“ allen anderen Menschen dieser Welt vorenthält zur Sicherung der eigenen jüdischen Identität. Schlimmer kann man theologisch  das Judentum nicht verzerren, den jüdischen Staat nicht diskriminieren. Das ist Antisemitismus der schlimmsten Art.

In ähnlicher Weise argumentiert der Herr Vollmer auch über „das Land“ der Verheißung. Seiner Meinung nach ist die Verbindung von „Land und Volk und Gott“ längst aufgehoben durch die Universalität Gottes.

So wundert man sich am Ende auch nicht mehr, dass er sich voll und ganz hinter einen arabischen Theologen stellt, der die Forderung aufgestellt hat, „die Theologie zu befreien“:

Naim S. Ateek hat eine sehr beachtenswerte palästinensische Theologie der Befreiung vorgelegt, die auf die Befreiung der Theologie zielt. Die Theologie muss befreit werden aus ihrer nationalreligiösen Gefangenschaft, aus einem partikularen und exklusiven Missverständnis Gottes zugunsten von Israel auf Kosten der Völker, aus der missbräuchlichen Vereinnahmung der Bibel für nationalreligiöse Interessen.30″

Israel, so suggeriert der Pastor,  nimmt für sich ein exklusives Recht auf Gott in Anspruch auf Kosten der Völker. Auch das ist  furchtbarer, „theologisch“ begründeter Antisemitismus. Mich verwundert es nicht, dass der  deutsche Christ Vollmer ohne jegliche kritische Distanz die Ansichten der „palästinensischen Theologie der Befreiung“ nachbetet.

Und er entblödet sich nicht, Ben Gurion durch ein völlig aus dem Zusammenhang gerissenes Zitat in Misskredit zu bringen.

Schließlich holt er zum großen Rundschlag aus:

Die jüdische nationalreligiöse Rechte und mit ihr viele vermeintlichen christlichen Freunde Israels sind der Auffassung, dass um der Heiligkeit des Landes willen Verletzungen der Menschenrechte und des Völkerrechts geboten sein können. Sie verleugnen die Universalität Gottes und die Heiligkeit eines jeden Menschen. Gott ist kein Nationalgott und kein Staatsgott. Gott ist der universale Gott, der einen jeden Menschen nach seinem Bild geschaffen hat, dem ein jeder Mensch heilig ist und der den Frieden aller Menschen und Völker will.

Wo in der vermeintlichen Berufung auf die Bibel auch nur ein einziger Palästinenser verletzt oder gar getötet wird, wird die Bibel missbraucht, das Land zum Götzen und Gott gelästert. …

Die Menschenrechte sind unteilbar. Wo Christen und Christinnen einseitig für Israel und den Staat Israel Partei ergreifen, machen sie Gott zum Parteigänger und Komplizen. „

Herr Vollmer unterstellt nicht nur dem Staat Israel, sich ausdrücklich gegen Gottes eigentliche Absichten (die der Herr Vollmer bestens zu kennen scheint) zu verhalten, sondern wirft auch die Christen mit in den Pfuhl der Verdammnis, die sich an die Seite Israels stellen und dafür gute biblische Gründe ins Feld führen.

Dass arabische Terroristen mit dem bekannten Schlachtruf „Allah ist groß“ ihr mörderisches Tun untermalen, scheint der Protestant Vollmer hingegen nicht zu wissen  oder aber geflissentlich zu „übersehen“, wobei ich an dieser Stelle die Frage anbringen möchte, ob mit der „Universalität Gottes“   Allah ebenso gemeint, bzw. sogar  identisch  ist, was dann doch im Hinblick auf islamische Umtriebe im „Freiheitskampf der Palästinenser“ beachtenswert wäre, von Herrn Vollmer aber eben unbeachtet bleibt.

Ich kenne niemanden (in meiner „christlichen Welt“), der zur Unterdrückung oder gar zum Töten der Palästinenser aufruft, aber ich habe in den letzten Jahren viele, viel zu viele Berichte gelesen und Reportagen gesehen, in denen Juden Opfer fanatischer Palästinenser wurden (die Ermordung fast der ganzen Familie Vogel in Itamar vor wenigen Wochen  war ein besonders grausiges Beispiel) und habe viele, zu viele Videos gesehen, in denen aufgebrachte nichtjüdische Menschen „Tod den Juden“ brüllten – und das nicht nur in arabisch-islamischen Ländern, sondern auch in deutschen Großstädten. In Hannover konnte ich das sogar am hellichten Tage auf dem großen Platz vor der Oper ganz persönlich beobachten!!!

Pfarrer Vollmer meint, dass, wenn Israel bereit sei, das Land mit den Palästinensern zu teilen, es Frieden geben werde.

Er richtet die Aufforderung aber nicht an seine palästinensischen Freunde,  mit einem jüdischen Staat in Frieden zu leben.

Dass dieser Artikel so unkommentiert in einem „christlichen Blatt“ erscheinen konnte und man bisher keine kritische Erwiderung eines Pfarrerkollegen auf dieses antisemitische Schmähwerk lesen konnte, ist ein fast noch größerer Skandal als das Machwerk selbst.

Ich habe an den Vorsitzenden des Pfarrerverbands geschrieben und um eine öffentliche Distanzierung von den „Vollmerschen Thesen“ gebeten.

Ich bitte alle Leserinnen und Leser sich energisch gegen dieses Schriftwerk zu wehren!

Hier kann man es tun:

Nehmen Sie Kontakt mit uns auf…

Geschäftsstelle des Verbandes

Mainbrücke 16
93264 Altenkunstadt
E-Mail: geschaeftsstelle@pfarrerverband.de


Vorsitzender

Pfarrer Klaus Weber
Mainbrücke 16
93264 Altenkunstadt

Tel.: (09572) 79 05 00
Fax: (09572) 79 05 01
E-Mail: vorsitz@pfarrerverband.de

Pressereferat

Pfarrer Christian Fischer
Friedrich-Naumann-Str. 44
34131 Kassel

Tel.: (0561) 340 70
Fax: (0561) 340 71
E-Mail: pressesprecher@pfarrerverband.de

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Das Wetter ist schön… schön….schön! 11. August, 2011

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
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Wir haben Sommer,

aber ich fühle mich wie im Herbst.

Eigentlich hatte ich schreiben wollen, ich fühle mich wie im April, aber das wäre ja nun wirklich grundfalsch, war doch der April in diesem Jahr ein Wonnemonat erster Güte!

Sommer im April, Herbst im August und was kommt im Oktober?

Ich hoffe nur, dass dieser Verschiebebahnhof des Wetters nicht so weiter geht, Skifahren werde ich nämlich erst im Januar und dann möchte ich  nicht  blühende Alpenblumen am Pistenrand sehen, sofern es dann überhaupt noch eine Piste gibt…

Sorry, übers Wetter zu bloggen ist irgendwie wenig inspirierend für die Leserschaft, aber die gegenwärtige Nachrichtenwetterlage ist so deprimierend, dass das Wetter der reinste Lichtblick ist.

In diesem Sinne, trotzen wir Wetter und Lagen und picken wir uns das Beste aus dem ganzen, trüben Geschehen!

Ägyptens glorreiche Demokratiebewegung… 6. August, 2011

Posted by Rika in meinungsbild.
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Ich weiß nicht, ich kann mir nicht helfen, aber die, die jetzt sorgenvoll auf die Entwicklung der „Demokratie“ in Ägypten blicken, hätten doch genauso gut wie ich diese Befürchtungen schon zu Beginn der Revolution hegen können.

Doch damals waren die meisten Berichterstatter trunken vor revolutionärer Glückseligkeit! Die Demokratiebewegung, so war fast in allen Kommentaren zu lesen, habe den Pharao (und wer von uns christlich sozialisierten Leuten denkt bei dieser Begrifflichkeit  nicht an den bösen Pharao, der das Volk der Hebräer nicht in die Freiheit entlassen  wollte ….  ‚let my people go!‘) endlich entmachtet, die Diktatur beendet, Ägypten gehe der Freiheit entgegen…

Nun, gut 6 Monate später, zeigt sich, dass „die Demokratie“ gleich einem scheuen Reh ist, das das Feld lieber denjenigen überlässt, die schon immer im Hintergrund lauerten.

Man hätte es doch wissen können, dass die gut strukturierte Muslimbruderschaft irgendwann die vornehme Zurückhaltung aufgeben und ihre eigenen Zielvorstellungen offen legen würde. Zwar schreibt der Autor, dass die Organisation nicht das Präsidentenamt anstrebe, macht aber gleichzeitig deutlich, dass das pures Kalkül für den Fall des Falles ist:

Ihre „Partei für Gerechtigkeit und Freiheit“ wird keinen Präsidentschaftskandidaten nominieren; überhaupt wird sie nur in höchstens der Hälfte der Wahlkreise Kandidaten aufstellen – das hat zwei Vorteile: Sie kommt nicht in die Verlegenheit, plötzlich vor einer absoluten Mehrheit zu stehen. Und falls ihr Potential doch niedriger sein sollte als angenommen, fällt es nicht so auf.Die Sprachrohre der Muslimbrüder betonen unterdessen, wie pragmatisch sie sind. „Wir brauchen keine Moscheen, wir brauchen Fabriken“, erklären sie etwa. Die am Boden liegende Wirtschaft und soziale Gerechtigkeit sind ihre großen Themen.

Im Hintergrund geht es freilich auch um die Identität Ägyptens. Die Brüder sehen sich als Korrektiv zu den Liberalen und Säkularisten , was deren Misstrauen schürt. Mit einer starken Fraktion im Parlament, so hoffen die Brüder, können sie massiven Einfluss auf die zu schreibende Verfassung nehmen. Viele Liberale waren dafür, erst eine Verfassung ausarbeiten zu lassen – aus demselben Grund.

Die Muslimbrüder sind jedoch nicht die einzigen, die eine engere Orientierung am Koran für die sinnvolle Basis ägyptischer Politik halten. In direkter Konkurrenz zu ihnen stehen die Salafisten, deren Radikalität jedoch bei vielen Ägyptern Bedenken hervorruft, wie man dem Artikel Yassin Musharbashs entnehmen kann. In diesem Vergleich können sich die Muslimbrüder als „liberal“ und „gemäßigt“ empfehlen, was auch immer das heißen mag; es könnte der „Vorteil“ sein, der ihnen zu mehr Einfluß und Macht verhelfen würde.

An den „Brüdern“ gehe wohl kein Weg vorbei, ist dem Bericht zu entnehmen. Und das haben auch die Militärs erkannt, die übrigens zu Zeiten des „Pharao“ ganz offiziell entschiedene Gegner der Muslimbrüder waren. Aber was tut man nicht alles für den Erhalt der Macht?

Und so möchte Herr Musharbash auch in dieser Kooperation einen Vorteil für Ägyptens „Demokratie“ sehen, wenn er ausführt:

Die Brüder bieten sich gezielt als moderate und politikfähige Alternative an. Beobachter vermuten, ihnen könnte ein türkisches Modell vor Augen stehen – freilich mit freundlicheren Beziehungen zum Militär. Auch der ägyptische Militärrat scheint keine Einwände gegen eine zentrale politische Rolle der Muslimbruderschaft zu haben. Beide Institutionen teilen wichtige Werte wie Stabilität und Ordnungsliebe. Wenn sie eine taktische Koalition eingehen, könnte es zu beider Nutzen sein – etwa, wenn die Brüder zulassen, dass das Militär eine Art Beschützerrolle für die Demokratie in die Verfassung geschrieben bekommt.

„Demokratie“, so lässt sich leicht schlußfolgern, ist eine Marke ohne eingetragenes Warenzeichen. Das, was wir für „Demokratie“ halten, hat nur wenig zu tun mit der Demokratie ägyptischen Zuschnitts, wenig mit „Demokratie“ in islamisch geprägten Ländern, wie man am Beispiel Iran allzu gut sehen kann.

Warum westliche Politiker und Journalisten immer noch von der „ägyptischen Demokratiebewegung“ schwärmen   reden und alle damit verbunden Unwägbarkeiten einfach ausblenden, war mir schon im Februar ein Rätsel und wird es wohl auch weiterhin bleiben.

In Bezug auf die Stabilität im arabischen Raum   mag Ägypten zu einem neuen Machtfaktor werden können, für Israel, das zeigen die vielen Hinterhältigkeiten der letzten Monate, bedeutet es nichts Gutes. Und für die christlichen Minderheiten in Ägypten, auch das beweisen die letzten Monate, sind die Zeiten weder besser noch demokratischer geworden – und eine Veränderung zum Positiven ist weit und breit nicht erkennbar!

 

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Zitate entommen aus:

Revolutionäre der zweiten Stunde

 

Ruhe am Gartenzaun! 5. August, 2011

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
3 comments

Endlich!

Nach einem fast drei Jahre währenden Rechtsstreit hat das Gericht  ein Urteil gesprochen, die Klage unseres lieben Nachbarn abgewiesen und eine Revision nicht mehr zugelassen.

Nachdem wir das Häuschen versetzt, das Dach an des Nachbarn Seite um den Überstand gekürzt und mit einer Regenrinne versehen  und damit den gerichtlich bestätigten Forderungen des klagenden Nachbarn entsprochen hatten, war ja der nette Herr erneut wegen des in erster Instanz zu unseren Gunsten beschieden Zaunes  vor Gericht gezogen.

In der neuerlichen Verhandlung hatte der Richter ihm vorgeschlagen, die Klage gegen uns zurück zu ziehen, aber der Herr Nachbar bestand auf einem Urteil.

Das ist nun ergangen.

Neben den Büschen und Bäumen darf auch unser Zaun so stehen bleiben wie er seit nunmehr 29 Jahren steht – auf der Grenze. Wir müssen ihn weder erneuern, noch zurücksetzen. Darauf zielte ja die Klage des Nachbarn ab, der behauptet hatte, der Zaun bewege sich mäandernd auf seinem Grundstück. Der Zaun ist altersbedingt ein wenig krumm geworden, doch das Gericht sah darin keinen Grund, ihn zu entfernen und durch einen neuen ersetzen zu lassen.

Ich bin froh!

Aber auch ein ganz bisschen gespannt.

Ich möchte wetten, dass der Nachbar schon das nächste Schelmenstück plant. Mein liebster Gatte sah den Vater des Nachbarn lange Zaunpfähle in den Hof schleppen… Es würde uns nicht wundern, wenn Herr Miese Mau (mein interner Spitzname für ihn) jetzt einen hohen Zaun direkt neben unserem errichten würde.

Beim ersten Ortstermin im Gärtchen hatte der Richter allerdings erklärt, dass so ein Vorgehen unzulässig sei. Ich bin aber ziemlich sicher, dass das den Nachbarn nicht scheren wird und er es darauf ankommen lassen will, wie wir darauf reagieren.

„Keep cool and calm“ lautet meine Devise.

Wir werden ihm den Gefallen nicht tun, unsererseits vor Gericht zu ziehen.

Soll er machen…

Und da unser Ausweichquartier ja schon in „Aussicht“ ist, bleibe ich sehr gelassen…