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Verständnis…. 29. August, 2011

Posted by Rika in islam, meine persönliche presseschau.
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für die Attentäter von 9 / 11 scheint der Spiegel mit aller journalistischen Raffinesse wecken zu wollen.

Jedenfalls kommt es mir nach der Lektüre des Artikels „Die Stimme des Dschihad“ in  der Printausgabe dieser Woche so vor. Was bei spon nur eine kleine Bemerkung am Rande ist und relativ sachlich dargestellt wird, bauscht die Druckausgabe zu einer Verständnis heischenden Geschichte auf.

Der kleine Said auf dem Weg zum Attentäter …

Kindheit in Haselünne (das ist wahrlich ein schweres Schicksal), deutsche Mama Anneliese, die den Kleinen „Saidchen“ rief, marrokanischer Papa, Muslim zwar, aber alles andere als fromm, vielmehr  (westlich dekadenter, würde der große Said wohl heute sagen)  Diskobetreiber in der Nähe von Cloppenburg, der, man höre, sogar das Bier selbst ausgeschenkt hat, aber wegen seiner wenig erfolgreichen Karriere mit der Familie nach Marokko zog als das kleine Saidchen noch ein 9 jähriger Schulbub war. Immerhin, der deutsche Schäferhund, schreibt der Spiegel, darf mit nach Meknès in  Marokko.

Said macht das Abitur und kehrt 1995 nach Norddeutschland zurück, um in Hamburg Elektrotechnik zu studieren. Dort lernt er die späteren „Drahtzieher“ der WTC-Attentäter kennen.

Ausführlich beschreibt der Spiegel die entscheidenden Szenen aus der Hamburger Zeit, die dem „Heiligen Dienstag“ vorangehen. Ich finde es schon bemerkenswert, dass der Spiegel die Sprachregelung al Qaidas übernimmt, wenn er über die Anschläge auf das WTC berichtet. „Heiliger Dienstag“ hört sich doch viel besser an als   9 / 11 .

9 / 11 ist negativ besetzt, es bedeutet Terror, islamischer Terror, eiskalt geplanter und ausgeführter Mord.

„Heiliger Dienstag“ hat etwas von dem schwäbisch gemütlichen „Heiligs Blättle“, was ja eher ehrfürchtiges Staunen signalisiert und weniger  Entsetzen und Abscheu ausdrückt.

Mit geradezu liebevollem Verständnis schildert der Spiegel dann auch die weitere Karriere des kleinen Saidchen, der  immer mehr vom Jungen aus Haselünne zum islamischen Gotteskrieger wurde und schließlich unter einem neuen Kampfnamen in Afghanistan gegen die Amerikaner in den Krieg zog. Beiläufig  erwähnt  der Spiegel zwar, dass „Abu Zuhair“, wie Said heute heißt,  immer noch mit internationalem Haftbefehl gesucht wird, stellt aber im gleichen Atemzug nahezu erleichtert fest, dass es dem Islamisten (so nennt ihn der allerdings nicht) immer wieder gelungen sei, sich den Suchtrupps der Terrorfahnder zu entziehen.

Zitat: „Bahaji (so der ‚alte‘ Name, Einschub von mir) aber ist ein Phänomen und ein Faszinosum, er lebt und überlebt in den Bergen Waziristans, seit 10 Jahren nun, in einer der gefährlichsten Regionen der Welt.“

Said, der Held!

Wir erfahren auch, dass die Ehe des Gesuchten unter der Fernbeziehung gelitten habe (seine Frau lebt nach wie vor in Hamburg) und schließlich geschieden worden sei. Mit einer neuen Frau und vielen kleinen Kinderlein lebt er glücklich und zufrieden im afghanischen Grenzland. Wenn nur die dumme Beinverletzung nicht wäre, die ist ihm im Kampf gegen die Feinde Allahs zugefügt worden…

Ach ja, kämpfen kann Abu Zuhair immer noch, aber nicht mehr mit der Waffe in der Hand, wie der Spiegel ausdrücklich hervorhebt.

Zitat: „Nur kämpft der Junge aus Haselünne heute offenbar nicht mehr mit Waffen, sondern mit Worten.

So endet das Märchen, das uns Holger Stark erzählt.

Und mit Worten zu kämpfen, so mag die unterschwellige  Botschaft lauten, ist ja nichts Unrechtes.   Jedenfalls nicht, solange man nicht Broder oder Sarrazin heißt und für die Taten des norwegischen Mörders verantwortlich gemacht wird – der Worte wegen!!!

Der Spiegel wird uns noch viel schöne einfühlsame Geschichten auftischen und am Ende sollen wir vermutlich  glauben, dass der „Heilige Dienstag“ ein Freudentag für die gesamte Welt war oder ist!

Passend dazu gibt es in der Druckausgabe einen zweiten Artikel, der beschäftigt sich mit den Opfern von 9 / 11 .  Unter dem Titel „Die Geister von New York“ wird eine Gruppe von Menschen vorgestellt, die in einem Keller nahe des einstürzenden WTC den Horror überlebt haben … ihre Geschichte  birgt nicht annähernd so viel Verständnis wie die Geschichte des Täters….

Ich habe mir vor 10 Jahren nicht vorstellen können, „wie“ sehr  die einstürzenden Türme in New York das Leben in unserer „freien Welt“ verändern würden und wie sehr der Terror seine furchtbare Wirkung selbst dann entfaltet, wenn – wie in Deutschland – „erst zwei“  Menschenopfer durch Attentate und Bomben islamistischer Verbrecher zu beklagen sind …   die beiden amerikanischen Soldaten, die auf dem Flughafen von Frankfurt durch einen netten Jungen, der zu viel Videos sah, getötet wurde…

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