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STEHEN WIR ZU ISRAEL ! 30. August, 2011

Posted by Rika in israel.
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Anlässlich des Israelsonntags, der in diesem Jahr auf den 28. August fiel, schreibt Egmond Prill einen aufrüttelnden Appell, den ich ungekürzt hier übernehme.

„Über Jahrhunderte war dieser Sonntag ein Tag des Hohnlachens über den zertretenen Tempel und einer überheblichen Abrechnung der Kirche mit dem jüdischen Glauben und oft gewalttätiger Ausschreitungen gegen Juden. Heute steht dieser Sonntag in vielen Gemeinde im Zeichen einer Neubesinnung auf das Wort und die Warnung des Heidenapostels Paulus im Römerbrief: „Überhebt euch nicht!“



Völlig überhoben hat sich ein Pfarrer, der pünktlich zum Israelsonntag vieles niederschrieb, was unter Israelfeinden gedacht wird. Im Mittelalter war es der „böse jüdische Glaube“, später war es die „minderwertige jüdische Rasse“, heute ist es der angebliche „jüdische Landraub“ palästinensischer Erde. Nun lässt sich mit solchen Verfassern kaum diskutieren, denn deren Einschätzung ist Weltanschauung, ist antijüdische Ideologie. Der eigentliche Skandal ist nicht jener Text im Deutschen Pfarrerblatt (Ausgabe August 2011), sondern dass er dort überhaupt veröffentlicht worden ist. Gewiss, eine Zeitung muss nicht komplett mit Inhalten von Namensartikeln einverstanden sein, aber eine Redaktion trägt die Gesamtverantwortung. Sie muss den Leser, vielleicht sogar den Verfasser, vor Blödsinn schützen und vor böser Polemik und antisemitischer Hetze.



Im langen Sermon „Vom Nationalgott Jahwe zum Herrn der Welt und aller Völker“ spekuliert der Verfasser über das Thema „Der Israel-Palästina-Konflikt und die Befreiung der Theologie“. Dort heißt es am Schluss: „Wo Christen und Christinnen einseitig für Israel und den Staat Israel Partei ergreifen, machen sie Gott zum Parteigänger und Komplizen…Das Problem sind die nationalreligiösen Siedler, die das Land, nicht den Frieden wollen.“ Sollte man präziser sagen: „Das Problem sind die nationalreligiösen JUDEN“? Oder auf den Punkt gebracht und in deutscher und kirchlicher Tradition: „Die Juden sind unser Unglück“?



Pünktlich zum Israelsonntag veröffentlichte die Tageszeitung „Die Welt“ einen Leitartikel mit der Überschrift „Stehen wir zu Israel!“. Der Autor klärt auf: „Es ist ein fataler Irrtum zu glauben, der exterminatorische Hass gegen den jüdischen Staat könne durch Zugeständnisse Israels in Sachen Gründung eines Palästinenserstaates besänftigt werden.“ An anderer Stelle heißt es: „Israel ist der erste Pfeiler der demokratischen Zivilisation, den die Dschihadisten zum Einsturz bringen wollen.“ Darum soll Europa, das die demokratische Entwicklung im Orient fördern will, an der Seite Israels sein. Diesen Ton hatte bereits vor Monaten Gert Weisskirchen, ehemaliger SPD-Abgeordneter im Deutschen Bundestag, in einem Gastkommentar für „Die Welt“ angeschlagen: „Wir Europäer stehen für Israel ein, weil Israel für Europa einsteht. Und: Wir Europäer wissen, warum Israel angefeindet wird – weil der jüdische Staat von Antisemiten als der kollektive Jude gehasst wird.“



Demnach gehört Europa gerade jetzt an die Seite Israels. Christen stellen sich zu Israel, weil sie in den Glauben, in die Geschichte und die Verheißungen Israels eingepfropft sind. Das wird das Gespräch über die Politik des Staates Israel nicht ausschließen, wohl aber primitive Israelfeindschaft.



“Stehen wir zu Israel!“ – das hätte dem Deutschen Pfarrerblatt zum Israelsonntag 2011 gut gestanden. (pro)
Egmond Prill ist stellvertretender Geschäftsführer und Leiter der Israelarbeit des Christlichen Medienverbundes KEP

Quelle

Hinweis: Egmond Prill nimmt Bezug auf das antisemitische Pamphlet des Pfarrers  Vollmer, ohne diesen  namentlich zu nennen.

 

Hier der Link zum Artikel in „Die Welt“    „Stehen wir zu Israel„, den Egmond Prill in seinem Beitrag erwähnt.

Castollux hat ebenfalls anlässlich der Veröffentlichung des „Pamphlets“ in dem evangelischen Pfarrerblatt  zum Thema „evangelische Kirche und Antisemitismus“ Stellung genommen.  LESEEMPFEHLUNG

Eine gleichfalls sehr lesenswerte Stellungnahme zu Pfarrer Vollmers Machwerk findet sich hier: „Die christlich-theologische Anmaßung, das Judentum definieren zu wollen


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Kommentare»

1. Bundesbedenkenträger - 1. September, 2011

Ich hätte da einen Lesetipp, nämlich den Blog von Uri Avnery. Er schreibt regelmäßig über Israel und die Situation im Land:

http://www.uri-avnery.de/

Blöderweise befinden sich die Links zu den Artikeln am linken Rand, kommt man nicht gleich drauf. Sind aber gut zu lesen.

2. Rika - 1. September, 2011

Du weisst sicher, dass Uri Avnery vielen „Israelkritikern“ die „besten“ Argumente für ihre „Kritik“ – eigentlich muss es heißen – ihren Hass liefert???

Mich erinnern die israelischen Linken an die Zeit der RAF, in der von Selbsthass zerfressene Leute mit allen Mitteln versuchten, die eigene Gesellschaft ins Abseits zu stellen und auch vor Gewalttaten nicht zurückschreckten, wie man ja leider erleben musste!

Linker Hass auf das eigene Land ist nicht nur ein israelisches Phänomen, aber für Israels Ansehen ist er besonders tragisch, weil die ohnehin feindlich gesonnenen „kritischen Freunde“ mit Lust und Wonne in die Hassgesänge einstimmen und das „normale Israel“ gar nicht mehr in der Welt als lebens- und liebenswerte Gesellschaft wahrgenommen wird.

Ich habe aber Deinen Link zugelassen, weil er offenbart, wie Israelgegner – im eigenen Land, wie im Ausland – ticken!


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