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Der Wulff und die grauen Wölfe… 17. September, 2011

Posted by Rika in islam, meine persönliche presseschau.
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Es war einmal ein blonder Jüngling in einem wunderschönen Land, der war ein guter Sohn seiner alleinerziehenden Mutter, liebevoller Bruder und braver Schüler, der in die Kirche ging und sich  für das Wohl der Gemeinschaft, in der er lebte, interessierte und engagierte.

Aus dem Jüngling wurde ein Mann. Er studierte und kümmerte sich um die Angelegenheiten  der Studenten und jungen Leute  seines Landes in der Jungen Union der Guten und Gerechten – nicht ohne dabei die eigenen Interessen zu vernachlässigen und mit Macht gegen etliche Mitstreiter zu behaupten. Und doch blieb er trotz aller Machtkämpfe für die Öffentlichkeit  der nette, freundliche Junge von nebenan, den (ganz viele) Muttis als potentiellen Schwiegersohn  liebten, wenn auch zunächst nur eine Mutti das Rennen um den nettesten Schwiegersohn der Welt machte, denn der junge Mann heiratete und gründete eine Familie.

Nun kümmerte er sich nicht mehr  im bei der Jungen Union  der Guten und Gerechten um die Belange seiner Mitmenschen, er wirkte fortan in der großen Union der Guten und Gerechten zum eigenen und zum Wohl seines Volkes der Niedersachsen, dessen Ministerpräsident er wurde.

Die Schwiegermutter wechselte und in Berlin hatte der amtierende Präsident aller Deutschen keine Lust mehr auf die bösen und üblen  Nachreden besserwisserischer Journalisten, nahm seinen Hut und seine Frau und ging davon. Das brachte die „Mutti“ genannte Chefin  aller Deutschen in große Bedrängnis, musste  doch ein neuer Präsident aller Deutschen gefunden werden. Da entsann sie sich des besten aller möglichen Schwiegersöhne und schlug ihn als Kandidaten für das höchste Amt im Staate vor. Drei Prüfungen musste der freundlich-brave Mann durchstehen, um dann vom Leineschloss in Hannover nach Berlin ins Schloss Bellevue zu ziehen.

Im Oktober des gleichen Jahres hielt der „Schwiegersohn“, nunmehr  im Rang des Bundespräsidenten eine große Rede zum Tag der Deutschen Einheit  und gab darin  dem Gedanken der Einheit  eine völlig neue Bedeutung und Gewichtung. Feierten die Deutschen bislang diesen Tag aus Freude über ihre Wiedervereinigung nach langen Jahren der Teilung in BRD und  DDR  ( sogenannte „DDR“ wie es in den Jünglingstagen des Präsidenten noch politisch korrekt im Ring der Guten und Gerechten geheißen hatte), so beschwor der präsidiale Wulff nun die Einheit von Staat und Islam. „Der Islam“, so verkündigte er, „gehört zu Deutschland“! Es gab nicht wenige, die sich ob dieser Verlautbarung verwundert Ohren und Augen rieben, aber auch viele, die in den Worten des Präsidenten einen Erfolg ihrer jahrelangen Arbeit im politisch schwierigen Untergrund sahen:   die Grauen Wölfe hatten ihren Leitwulff gefunden!

Es wird langsam Herbst in Deutschland, der 3. Oktober rückt näher, der Tag der  Deutschen Einheit und der Offenen Moschee.  (So wächst zusammen, was zusammen gehört!)

Und damit auch wir, die wir nicht zu grauen Wölfen oder Moscheen gehören, endlich unser Bewusstsein für die großartige Leistung der „Migranten“ in Deutschland schärfen, hat der Präsident diese Aufbauleistung ausdrücklich  gewürdigt:

Bundespräsident Christian Wulff hat den Türken in Deutschland für ihren Beitrag zum deutschen Wohlstand gedankt. „Einwanderer aus der Türkei haben Deutschland vielfältiger, offener und der Welt zugewandter gemacht“, sagte Wulff in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Wulff sagte, er sehe in einem weiteren Ausbau der deutsch-türkischen Beziehungen „ein großes Potential“ für beide Länder.

…   wobei er leider vergessen hat ebenso ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass auch Italiener, Spanier, Portugiesen, Jugoslaven, Polen, Vietnamesen und viele Menschen aus aller Herren Länder an dieser Arbeit beteiligt waren, aber vielleicht holt er das ja in seiner nächsten „Einheitsrede“ nach. (Übrigens haben sich auch die Deutschen am Aufbau ihres Landes beteiligt. Für ihre Ordnung, ihr Organisationstalent, ihren Fleiß, samt Pünktlichkeit und andere, für solche Arbeit notwendigen  Tugenden, sind  sie in der ganzen Welt bekannt !)

Aber auch außer Reden zu halten  gibt es  noch viel für den Herrn Bundespräsidenten Wulff  zu tun. Seine Erinnerungen an früher:

 „Ich habe einst mit der Europa-Union den Schlagbaum an der holländischen Grenze symbolisch zerlegt.“

….   verknüpft er ( so ist zu befürchten) mit seinen nächsten Vorhaben: Die Zerlegung weiterer Schlagbäume und die Eingliederung Deutschlands in das wieder erstarkte Osmanische Reich. Den Staatspräsidenten dieser neuen Ordnungsmacht empfängt er noch in diesem Monat mit allen staatsmännischen Ehren.

Herr Gül und seine Kopftuchfrau repräsentieren ein modernes, aufgeschlossenes, freiheitliches Staatswesen, das seine Minderheiten schützt, freundschaftliche   Beziehungen zu den Ländern des Vorderen Orient pflegt  und auch den Anhängern des Nazareners alle religiösen Freiheiten gewährt, indem es z.B. ihre Klöster und Kirchen unter staatliche Obhut stellt und den theologischen Nachwuchs nach Kräften fördert daran hindert, einer   falschen    Lehre zu folgen.

Wir können uns glücklich schätzen über die Weisheit unseres Präsidenten, eine enge Partnerschaft mit dem Lande Güls, Erdogans und der grauen Wölfe eingehen zu wollen.

So kommen wir der Einheit Europas und der Welt endlich näher!

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Kommentare»

1. Der Wulff und die grauen Wölfe… | Fakten-Fiktionen - 17. September, 2011

[…] Himmel und Erde Print PDF Tweet […]

2. Rinah-B. Kinder - 17. September, 2011

„August, der Schäfer, hat Wölfe gesehn…. und er schreit…. ‚Schnell holt die Sensen sonst ist es zu spät, schlagt sie tot, noch ehe der Hahn 3x kräht!‘ – doch wer hört schon auf einen alten Hut – und ist auf der Hut?“ —— aus einem schönen, zeitlos gültigen Lied von Manfred Degenhardt aus den 70er Jahren…

3. Rinah-B. Kinder - 17. September, 2011

Sorry -Degenhard heißt nicht „Manfred“ sondern „Franz-Josef“ mit Vornamen…
der Link dazu: http://www.youtube.com/watch?v=flg1X1t8pYE

4. um - 18. September, 2011

Mit Verlaub, der schlechteste Bundespräsident den Deutschland je hatte.
Es ist unerträglich, was dieser Mann von sich gibt. Wie lange müssen wir solche Typen noch ertragen!

5. Rika - 18. September, 2011

Ja, August, der Schäfer….

„Der“ gehört zu meinen Lieblingsprotestliedern – und auch heute noch lässt es / er mich schaudern…

Einer unserer Freunde singt es ab und zu …. besser als Dengenhardt selbst, wie ich finde ….

Hier kann man das Lied hören…

„Seid auf der Hut“ – wenn man immer so sicher wüsste, vor wem man wirklich auf der Hut sein muss, wäre das mit dem Hut ja kein Problem, nicht wahr? So aber werden wir immr wieder herausgefordert, nicht einfach nur in eine, schon so vertraute Richtung zu blicken, sondern immer wieder neu auszuloten, was unsere Freiheit ausmacht, wie die Richtung heißt, in die wir gehen wollen und auch darauf zu achten, woher die Wölfe kommen und wie sie sich tarnen … mit Kreide und Mehl.

Vielleicht sollte man mehr auf „Mehl und Kreide“ sehen, und wozu sie gebraucht werden…

Herr Wulff war schon ein miserabler Ministerpräsident, wieso ausgerechnet er Bundespräsident wurde, bleibt mir bis heute ein Rätsel, zumal es ja eine gute Alternative gab, nicht wahr?!!!

6. Stoff für’s Hirn « abseits vom mainstream – heplev - 18. September, 2011

[…] Wulff versucht sich für die Knallchargen zu qualifizieren. Wenn er so weiter macht, wie Rika es beschreibt, dann qualifiziert er sich eher zum diskriminierenden Ignoranten zugunsten einer gewissen Ethnie […]

7. Rika - 26. September, 2011

Ralph Giordano schreibt einen Brief an den Präsidenten:

http://www.welt.de/print/die_welt/debatte/article13615072/Augen-auf-verdammt.html

Auszug:
“ „Die Türkei ist ein Beispiel dafür, dass Islam und Demokratie, Islam und Rechtsstaat, Islam und Pluralismus kein Widerspruch sein müssen.“

So der Kernsatz eines Interviews, das Sie aus Anlass des Besuches von Abdullah Gül, Präsident der Türkei, in Berlin der „Süddeutschen Zeitung“ gegeben haben. Dieser Satz verrät eine so verstörende Unkenntnis der Wirklichkeit, eine derart blauäugige Gleichsetzung des real existierenden Islam mit einem EU-konformen Islam, dass es einem die Sprache verschlagen will. Dazu schließt er sich lichtdicht an Ihre historische Fehlthese vom 3. Oktober 2010 anlässlich des 20. Gedenktages der deutschen Wiedervereinigung, „nicht nur Christentum und Judentum, auch der Islam gehört inzwischen zu Deutschland“.

Wie ist Ihnen zumute mit Ihrer Behauptung, die Türkei sei heute schon ein Beispiel für die Vereinbarkeit von Islam und Demokratie, wenn die iranische Theologin Hamideh Mohaghegni warnt, dass „die innerislamischen Klärungen auf dem Wege zu einem Euro-Islam noch 20 bis 30 Jahre in Anspruch nehmen werden und es auch dann immer noch fraglich ist, ob der sich hier durchsetzen oder dem traditionellen Islam unterliegen wird“? Gefolgt von Dr. Ezhar Cezairli, Mitglied der Deutschen Islamkonferenz: „Es ist eine Gefahr für die Zukunft Deutschlands, dass manche Politiker durch ihre Ignoranz gegenüber islamischen Organisationen dabei sind, die Grundlagen unserer aufgeklärten Gesellschaft aufzugeben.“ Deutlicher geht’s nimmer.

Aber Sie, Herr Bundespräsident, sind nicht zur Stelle. Anders der unerschrockene Abbas Baydoun, langjähriger Feuilletonchef der libanesischen Tageszeitung „as-Safir“: „Bei uns suchen viele nach Ausreden, nicht in den Spiegel zu schauen, um uns den Anblick eines fürchterlichen Gesichts zu ersparen, das Gesicht eines anderen Islam der Isolation und der willkürlichen Gewalt, der nach und nach die Oberhand gewinnt und bald, während wir dem Höhepunkt der Verblendung zusteuern, unser tatsächliches Gesicht sein wird.“ Das allen Pauschalumarmern, xenophilen Einäugigen, Sozialromantikern, Gutmenschen vom Dienst und Beschwichtigungsaposteln ins Stammbuch!

Mein Antrieb: Nach den Erfahrungen in Hitlerdeutschland gibt es nur eine Gesellschaftsform, in der ich mich sicher fühle – die demokratische Republik. Wer sie antastet, ob Muslim, Christ oder Atheist, der hat mich am Hals.“

Ob der verehrte Bundespräsident den Brief zur Kenntnis nehmen wird?


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