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Oktober, so golden… 31. Oktober, 2011

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
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Ich liebe den Oktober.

Er ist „mein“ Monat – nicht nur, weil ich im Oktober geboren bin…

Ich liebe es, wenn

die Luft langsam kühler wird…

die Blätter an Büschen und Bäumen  einem atemberaubenden Farbrausch verfallen…

Tautropfen in den zarten Spinnfäden glitzern wie Diamanten…

das Licht mild und klar zugleich ist…

die Nebelschwaden am Morgen über den Wiesen stehen…  und sich dann auflösen zu einem goldenen Tag.

Ich mag auch die Sturm- und Regentage – sie lassen die Wohnung  heimeliger werden.

Oktober, so golden!

Auch am Meer ist es Herbst geworden.

„Ebbe und Flut“ ist abgebaut…

der Campingplatz  verwaist…

Salzwiesen, Siel, Watt und Meer gehören wieder ganz den Schafen, wilden Kaninchen, den  Fischen und  Möwen ….

und natürlich den Krabbenkuttern.

Ernestine und ihre Lämmer sind nicht mehr auf der Wiese hinter dem Haus am Deich…

Dort grasen jetzt Pferde…

… im morgendlichen Dunst.

Der Liebste hat die Bilder am vergangenen Wochenende gemacht und auch nachgeschaut…

… wie es mit dem Traumland    bestellt ist…

… in der kleinen Siedlung hinterm Deich …

… am Meer.

Ich konnte ihn (leider) nicht begleiten.  Seit März nehme ich an einem Kurs für Sterbebegleitung teil. Am letzten Wochenende war unser Abschlussseminar für den ersten Abschnitt der Ausbildung . . . auch in einem Herbst-Traumland… am Nordrand des Harzes …  mit sanften Hügeln, Bergen, Wäldern und Wiesen….

Goldener Oktober, so schön!

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Hab ich ja gleich gesagt… 25. Oktober, 2011

Posted by Rika in meine persönliche presseschau.
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Wenn es nicht so deprimierend wäre, könnte man sich ja darüber „freuen“, Recht behalten zu haben oder zumindest sich darin  bestätigt fühlen, was man damals  mit Bauchgrummeln und unter Protest von sich gegeben hat, als alle Welt von einem „arabischen Frühling“ schwadronierte und frohlockte, dass nun auch in den arabischen Mittelmeerländern endlich die Demokratie Einzug halten würde.

Nein, das sind wahrlich keine Anlässe zum Frohlocken oder rechthaberischer Häme, was über Tunesien und Libyen an Nachrichten verbreitet wird. In dem einen Land will man nach dem Sturz und Tod des Diktators nun die Religionsdiktatur einführen und sich an der Shariah orientieren, in dem anderen Land hat sich die islamistische „Ennahdhah -Bewegung“  als die Partei erwiesen, die anteilmäßig die meisten Stimmen im Verhältnis zu den anderen Parteien  eingeheimst hat, wenngleich es zum Gück nicht zur absoluten Mehrheit aller Stimmen reichte.

Westliche Diplomaten seien „alarmiert“, schreibt spiegel-online und führt u.a. aus:

Nun ist die Furcht vor einer islamistischen Regierung groß, vor allem unter liberalen Tunesiern. Sie fürchten einen dramatischen Wandel im Land – bis hin zu Kopftuchzwang und Alkoholverbot.

Die Ausrichtung der Islamisten bleibt aber in vielen Bereichen vage. Im Wahlkampf verkaufte sich die Ennahdha-Bewegung als moderne Partei nach dem Vorbild der türkischen AKP von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan – sprich: gemäßigt islamisch. Ihr Führer Raschid al-Ghannuschi betonte, seine Partei respektiere die Rechte der Frauen und wolle den Tunesiern keine moralischen Vorschriften machen.

Vor allem Frauen fürchten eine Machtübernahme der Islamisten

Die Ennahdha war unter dem gestürzten Machthaber Ben Ali verboten und ist in der Bevölkerung stark umstritten. Vor allem liberale Frauen fürchten eine Machtübernahme der Islamisten. Trotz der Einschränkungen vieler Bürgerrechte galt Tunesien unter Ben Ali als eines der fortschrittlichsten Länder in Nordafrika. In keinem anderen muslimischen Staat der Region hat der weibliche Teil der Bevölkerung so viele Rechte.

Eines der fortschrittlichsten Länder Nordafrikas wird nun, so ist zu befürchten, nach der erfolgreichen Revolution für mehr Demokratie und zur Stärkung der Rechte der Bürgerinnen und Bürger in ein Land „zurückgewählt“, das nach mittelalterlich anmutenden religiösen  Strukturen „modernisiert“ werden wird, ähnlich wie der Iran vermutlich, der ja nach dem Sturz des desaströsen System des Schah-Regimes zu einem der modernsten  islamistischen Ländern der Erde wurde, in dem Wächter über die Tugend der Bevölkerung wachen, Frauen und Mädchen nur mit Kopftuch in der Öffentlichkeit auftreten dürfen (selbst beim Sport!), außerehelich liebende Frauen gesteinigt, Schwule an Baukränen aufgehängt und Religionswechsler mit dem Tode bedroht werden. Gut möglich, dass man sich auch Saudi-Arabien zum Vorbild nimmt, das ja ein Vorbild für Demokratie und religiöse Toleranz ist und in dem Frauen gelegentlich öffentlich ausgepeitscht werden, weil sie es gewagt haben, ganz alleine Auto zu fahren – zumindest besteht die Androhung für weibliche Autofahrerinnen.

Nein, so haben sich die westlichen Utopisten das Ergebnis des arabischen Aufstandes gegen diktatorische Systeme gewiss nicht vorgestellt, obwohl man doch mit diesem Fortgang der Ereignisse rechnen konnte.

Allein der Blick auf Algerien hätte doch genügen müssen, um zu ahnen, dass die Islamisten im Hintergrund die Fäden ziehen, in Ägypten genauso wie in Tunesien oder Libyen. Schließlich besteht der „Freiheitskampf“ der erklärten Islamisten in Algerien doch schon seit Jahren und wird mit aller Härte geführt.

Was nun  die Rechte der Frauen im Islam angeht, die man „respektieren wolle“, so drängt sich doch der aufgeklärten Frau des Westens unwillkürlich die Befürchtung auf, dieser „Respekt“ werde aus dem Koran abgeleitet, in dem von Äckern die Rede ist, die man nach Belieben und Gutdünken bestellen könne, von Schlägen, die unter gewissen Umständen durchaus zu verabreichen sind, von ehelichen Pflichten, die in erster Linie die Frauen zu erfüllen haben, von Ehre und Zwang, kurz von einer Fülle von Geboten und Verboten, die überhaupt nicht in Einklang zu bringen sind mit dem, was wir hierzulande unter „Rechten für die Frauen“ verstehen, wobei ich gerne eingestehen will, dass diese Rechte zum Teil ja auch erst im vergangenen Jahrhundert mühsam erkämpft und den Männern abgetrotzt wurden.

Aber warum sollten bisher relativ liberal lebende Tunesierinnen zurück unter den Tugendschleier einer anachronistischen Weltsicht und einer totalitären Religonsgesetzgebung?

Auffällig ist, wie der Spiegel doch eher verhalten berichtet. Gäbe es vergleichbare Zustände etwa in Israel – man erinnere sich nur an die Hetze und antiisraelische Propaganda  nach der Wahl Netanjahus – würden wir doch ganz andere Titel zu lesen kriegen: „Rechte Tunesier    Israelis bedrohen den Frieden und gefährden die Demokratie“ oder so ähnlich. So aber wird fast verschämt von den Befürchtungen der Diplomaten geredet – das ist weniger anklagend und bietet auch genug Raum für nachträgliche Erweiterungen oder Zurücknahmen der angestellten Überlegungen. Geschickt!

Nicht weniger geschickt laviert die SZ,

die sich ebenfalls des Themas „Islamisierung Tunesiens“ annimmt.

Auch sie formuliert vorsichtig und lässt wenig Aussicht auf eine  Demokratie nach westlichem Verständnis, wenn sie über den Erfolg der Ennahdha-Bewegung spricht und ihren islamistischen Führer Ghanouchi, der ja beteuert, Demokratie und  Islam unter einen Hut bringen zu wollen.

Gefeiert von seinen Anhängern, gefürchtet von seinen Gegnern, die einen tunesischen Chomeini erblickten und seitdem nicht müde werden, vor einer Iranisierung Tunesiens, einer maghrebinischen Theokratie, zu warnen.Seit Monaten bemüht sich Ghanouchi, diese Sorge zu zerstreuen. Er will Frauenrechte stärken, Alkohol erlauben, wenn die Tunesier das wünschen. Er propagiert in seinem Programm Gewaltenteilung, Reformen von Justiz und Polizei – in den Jahren Ben Alis waren dort die Folterknechte der Islamisten zu Hause. Den säkularen Parteien wirft er Hetze und Obstruktion vor. „Zerstörung ist etwas für Verlierer, wir wollen aufbauen“, sagte er beim Wahlkampf in Tunis.

Für die liberalen Tunesier sind das Verschleierungsversuche. Gewiss, er hat der Gewalt Anfang der Achtziger abgeschworen, aber hatten seine Anhänger nicht Anfang der Neunziger Bomben in Hotels gezündet und Säureanschläge auf Politiker verübt? Und hat er nicht die Selbstmordattentäter der Hamas gelobt? Die Scharia über die Demokratie gestellt? Und wie steht er zu den ultrakonservativen und manchmal gewalttätigen Salafisten?

Rachid Ghanouchi ist jetzt 70 Jahre alt, seine Ideen einer Verschränkung eines Islam mit der Demokratie stehen vor dem Durchbruch, ein politisches Amt hat er dennoch für sich ausgeschlossen. Bald, so heißt es in Tunis, könnte er sich aus der Spitze seiner Partei zurückziehen. Die möglichen Nachfolger gelten als beinharte Islamisten. Zumindest lächeln sie deutlich weniger.

Nein, es sind keine sonnigen Aussichten für die Zeit nach dem Frühling, und vielleicht werden die Stimmen bei spon und sz-online langsam leiser, die die Bedenkenträger immer so gerne in die rassistisch-islamophobe Ecke stellen wollen und einfach ganz fest die Augen verschließen vor einer Entwicklung, die Europa auch von innen erfassen und bedrohen könnte.

NACHTRAG:

Diese Überlegung  ist ein absolutes MUSS:

„Wenn bereits in diesem Land die Islamisten die absolute Mehrheit erreichen oder sie nur knapp verfehlen, dann kann man sich vorstellen, wie freie Wahlen in Ägypten ausgehen werden; von Ländern wie Libyen und Syrien ganz zu schweigen.“

angestellt hat sie  Zettel !

Gedanken der Briefeschreiberin aus Rungholt… 18. Oktober, 2011

Posted by Rika in Allgemein.
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über die Freilassung Gilad Shalits.

Ich kopiere einen Gastbeitrag der Bloggerin „Lila“, den sie bei „spirit of entebbe“ geschrieben hat und ihre Antwort auf einen der Kommentare. Ihre Gedanken zu Geiselnahme und Freipressung von Terroristen und Mördern, solchen, die schon Blut an den Händen haben und solchen, die ihr blutiges Handwerk nicht aufgeben werden, belegen eindrucksvoller als alle Beiträge einer Bettina Marx oder Ulrike Putz die tatsächliche Situation der israelischen Gesellschaft, ihre moralischen Standards ebenso wie die Zwangslage, in der Israel seit seiner Gründung steckt – mit Nachbarn, die keinen Frieden, sondern die Vernichtung oder Auflösung des jüdischen Staates wollen. Daran, so fürchte ich, an dieser unnachgibigen Haltung der Araber und  ihrer vielen  Freunde und Verbündeten wird vermutlich wohl  jedes Friedenskonzept scheitern werden – aller Hoffnung auf und Bemühungen um Frieden seitens der israelischen Regierung und Gesellschaft zum Trotz, egal, ob das Konzept  „Land für Frieden“ heißt oder „Zweistaatenlösung“ oder wie auch immer. Das begreifen leider nur wenige, die so gerne Israel kritisieren und der arabischen Propaganda auf den Leim gegangen sind. Und leider wird der Chor der israelkritischen Friedensspezialisten immer größer und lauter.

Deshalb

hier Lilas ergreifender Beitrag:

„Blick nach oben

Oktober 16, 2011 von Lila

In unserer abgelegenen Ecke Nordisraels sehen wir selten mal ein Flugzeug – das letzte Mal flog die Luftwaffe am Unabhängigkeitstag über ganz Israel und also auch über unsere Gegend. Heute jedoch knatterte eine ganze Weile ein Hubschrauber direkt über unserem Garten. Seltsam, dachte ich, hat das was zu bedeuten?

In der Tat. Es war der Probeflug des Black Hawk, der am Dienstag Gilad Shalit in seinen Heimatort bringen wird, auf dem Hügel gegenüber von unserem Örtchen. Ich werde Dienstag also die Tür zum Garten offenhalten und den Blick nach oben richten.

(Die Gefühle zu diesem Deal sind so stark und so gemischt aus Freude und Schmerz, daß ich vermutlich nur mit zeitlichem Abstand mehr dazu sagen kann. Außerdem ist schon mehr als genug gesagt und geschrieben worden…)“

Und ihr Kommentar:

„Er lebt – das haben zumindest die Ägypter Israel versichert. Er wird sich verändert haben, so eine Erfahrung hinterläßt tiefe Spuren. Aber er ist nicht der erste Mensch, der sich nach langer Haft unter schweren Bedingungen wieder im freien Leben zurechtfinden muß. Ich hoffe, daß auch er die inneren Kräfte findet und es schafft.

Er wirkt auf den Bildern und nach Berichten seiner Freunde und Nachbarn genauso still und introvertiert wie seine Eltern. Ich vertraue auf die Kraft der Stillen und hoffe das Beste für ihn. Er ist noch jung. Das bedeutet einerseits, daß fünf Jahre für ihn eine riesige Spanne sind – andererseits bedeutet es auch, daß er in der besten Phase seines Lebens ist, um die Erfahrung zu verkraften.

Ich denke auch an Ron Arad, an Guy Chever, an Majdi Chalabi, an die, deren Familien vielleicht niemals wissen werden, was mit ihnen geschah.

ich denke an die Opfer der Verbrecher, die jetzt freikommen – ich weiß nicht, inwieweit die deutschen Medien thematisieren, was für Verbrechen diese Leute auf der Kappe haben. Wenn ich mir überlege, wie lange Haftstrafen die im Vergleich dazu harmlosen Spinner der RAF in Deutschland verbüßt haben, frage ich mich , ob Deutschland einen solchen Deal gemacht hätte. Und weiß, daß die Antwort höchstwahrscheinlich nein lautet. So viel zur mangelnden Kompromißbereitschaft Israels.

Ich denke auch an die Folgen, an die Möglichkeit eines Terrorangriffs durch einen der Männer und Frauen, die morgen unter dem gerührten Lächeln der Weltöffentlichkeit aus ihren Gefängnissen mit Fern-Uni, medizinischer Betreuung und regelmäßigen Besuchen in die Freiheit zurückkehren. Wie werden wir dann die Toten begraben, deren Mörder wir in die Freiheit gelassen haben? Denn resozialisierbar im klassischen Sinne sind diese Häftlinge nicht. Sie sind überzeugte Terroristen, die zu ihren Taten stolz stehen. Und ich habe ihre Freilassung gefordert, ich wie über 80% der israelischen Frauen.

Weil wir in den Soldaten nicht in erster Linie die Beschützer des Landes sehen, die ihr Leben dafür in die Schanze schlagen, daß wir Zivilisten sicher leben können und der Staat funktionieren kann. Wir sehen sie in erster Linie als unsere Kinder, die wir schützen müssen. Weil sie ja unsere Kinder SIND.

Dieses Dilemma ist fast unauflösbar. Wenn ich Aviva Shalit zuhöre, die „der Junge“ sagt, wenn sie von Gilad spricht, habe ich gleichzeitig zwei Reaktionen. Einerseits denke ich an meine Jungen und wie schrecklich es wäre, wenn wir in der Lage der Shalits wären – was wir ohne weiteres sein könnten. Andererseits denke ich, der Junge trägt Uniform und ist kein Junge mehr, sondern Angehöriger einer Armee und mehr als nur eine Privatperson in tragischen Umständen. Avivas Junge ist auch Soldat. Ja, und auch meine Jungen sind Soldaten. Die logische Konsequenz ist brutal.

Ja, und ich denke auch an das Versprechen der Hamas, weitere Soldaten zu kidnappen, gern auch mal eine junge Frau. Mit diesem Austausch ist das Problem ja keineswegs gelöst, im Gegenteil – jeder neue Deal, in dem wir mehr geben als je zuvor, ermutigt schon die nächste lohnende Aktion.

Und ich verstehe die Israelis, die die Einführung bzw Anwendung der Todesstrafe für überführte, verurteilte mehrfache Terror-Mörder fordern. Einfach um diese Pfänder aus dem Spiel zu nehmen. Wir werden es trotzdem nicht tun. Nur Eichmann ist in Israel zum Tode verurteilt worden, in anderen Fällen werden mehrere lebenslängliche Strafen verhängt.

Aber unser Rechtssystem wird zur Farce, wenn diese verurteilten Mörder, die mit ihren Taten noch strunzen und im Gefängnis Anhänger um sich versammeln und versuchen, Kontakt zu ihren Organisationen aufzunehmen, nach lächerlich wenigen Jahren freikommen.

Trotzdem sehe ich nicht, daß zu dieser Lösung gegriffen wird. Es wäre ja auch keine echte Lösung. Statt der Häftlinge würden dann andere Pfänder ins Spiel gebracht. Die Todesstrafe wird nicht kommen. Und grundsätzlich bin ich ja froh, in einer Gesellschaft zu leben, die ohne Todesstrafe auskommt. Trotzdem bleibt das Dilemma. Was weiter?

Tamir Pardo und Yoram Cohen (Mosad- und Shabak-Chef) meinen, sie können uns wirksamer vor Terror schützen als vor zehn Jahren. Die Armee meint, daß die Maßnahmen zur Verhinderung von neuen Geiselnahmen greifen. Wenn ich für oder gegen den Deal stimmen könnte, würde auch ich dafür stimmen. Ein Blick auf den schlaksigen Jungen in Hamas-Uniform, der seinen Brief verliest und seiner Familie versichert, daß er sie liebt und vermißt, reicht. Ich kann nicht dagegen sein. Die meisten Israelis können es letzten Endes nicht. Auch die, die jetzt um einen Aufschub bitten, würden Gilad nicht im Gazastreifen verkimmeln lassen.

Die Bauchschmerzen, die der Austausch uns bereitet, sind schmerzhaft.

Nach diesem Austausch müssen wir in eine Grundsatzdiskussion einsteigen.

Und damit habe ich doch einen Großteil der Dinge, die mir durch den Kopf gehen, aufgeschrieben. Nicht, als ob sie nicht ohnehin jedem denkenden Menschen klar wären.“

Heute schreibt Lila:

Warum dieses Bild wichtig ist

Und weil ihr Beitrag so wichtig ist, bitte unbedingt lesen!

Leute wie Bettina Marx… 16. Oktober, 2011

Posted by Rika in israel.
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… sind es wohl, denen wir in Deutschland die in zunehmendem Maße „israelkritische“ Einstellung zu „verdanken“ haben.

Ihre giftig-geifernden Kommentare im Deutschlandfunk tragen zweifellos mit dazu bei, dass Israel nicht gerade große Chancen hat, zu den Sympathieträgern der Weltgemeinschaft zu gehören und dass das bisschen Solidarität mit dem –  durch  arabische Selbstmordattentate und einem gezwungenermaßen hohen Verteidigungsaufwand gebeutelten  – kleinen Land inmitten feindlich gesonnener Nachbarn immer mehr schwindet.

Während man der ägyptisch-arabischen  Revolution zujubelt und goldene Zeiten einer blütenreinen Demokratie heraufbeschwört, wird dem einzigen demokratischen Staat im Nahen Osten von Leuten wie Frau Marx ebendiese Demokratie abgesprochen, wird Rechtsstaatlichkeit in Zweifel gezogen und werden Menschenrechtsverletzungen als Staatsdoktrin behauptet.

Während gute Geschäfte mit dem Iran, der in den letzten Jahren wiederholt zur Vernichtung des Jüdischen Staates aufgerufen hat, keinerlei Anlass zur Kritik bieten und deutsche Journalisten auch  den islamistischen Tendenzen der arabischen Revolution und der allgemeinen Entwicklung in der Region wenig kritische Aufmerksamkeit schenken, schließt man sich gerne mal  Boykottaufrufen gegen Israel an und stellt den Staat immer wieder auf eine Stufe mit Terrorbanden.

So auch  Frau Marx in ihrem Kommentar zur Freilassung Gilad Shalits.

Zwar beteuert auch sie die Freude über die in Aussicht gestellte Freilassung des von Terrorbanden entführten Soldaten und seine baldige Rückkehr nach Israel, sie nimmt aber dieses Ereignis sogleich zum Anlass, wieder einmal gegen Israel in verleumderischer Weise zu hetzen und dabei Tatsachen so zu verdrehen, dass sie in ihr antiisraelisches Propagandakonzept passen.

Ich will hier nur einige ihrer bemerkenswerten Sätze zitieren:

Gilad Shalit also kehrt nach Hause zurück. Aber nicht nur er. Im Austausch gegen ihn werden mehr als 1000 namenlose palästinensische Gefangene aus der Haft entlassen, die außer ihren Familien niemand kennt. Unter ihnen sind 450 sogenannte Sicherheitsgefangene, Männer und Frauen, die wegen terroristischer Aktivitäten zu teilweise hohen Haftstrafen verurteilt wurden. 279 Lebenslängliche, die unter normalen Umständen keine Aussichten auf frühzeitige Entlassung oder Begnadigung gehabt hätten und die zum Teil schon Jahrzehnte inhaftiert waren. Nicht alle dieser jetzt zur Entlassung vorgesehenen Häftlinge haben sich schwerer Verbrechen schuldig gemacht und nicht alle wurden in rechtsstaatlichen fairen Verfahren verurteilt. Unter ihnen gibt es Zivilisten, die unter Bruch des Völkerrechts aus ihrer Heimat im Westjordanland oder dem Gazastreifen nach Israel verschleppt und vor Militärgerichte gestellt wurden. Es gibt solche, die als Minderjährige eingesperrt und wegen Nichtigkeiten verurteilt wurden und andere, die bei den Verhören misshandelt und gefoltert wurden.

 

 

Frau Marx bedient sich einer geradezu genialen Rhetorik: „namenlose palästinensische Gefangene“ heißt es Mitleid erheischend oder  „Sicherheitsgefangene“ verharmlosend, die „wegen terroristischer Aktivitäten“ verurteilt wurden. Dass diese terroristischen Aktivitäten in aller Regel das Leben unschuldiger israelischer Zivilisten forderten, das verschweigt Frau Marx. Und unter „Nichtigkeiten“ versteht sie vermutlich die „harmlosen“ Steinewerfer, deren Anschläge auf Menschen eben nicht „erfolgreich“, sprich, tötlich waren, oder die misslungenen Sprenggürteltransporte, die nur deshalb kein Fiasko anrichteten, weil sie rechtzeitig von Spezialisten erkannt wurden.

Schlimmer noch als diese rhetorischen Spitzfindigkeiten ist ihre subversiv wirkende Gleichstellung von Terroristen mit dem Staat Israel, wenn sie etwa davon berichtet, die Gefangenen seien von israelischen Sicherheitskräften  „verschleppt“ worden – und damit auf die „Verschleppung“ Gilad Shalits durch die Hamas anspielt, ohne sie so zu benennen. Oder ihre bösartige Gleichstellung israelischer Soldaten mit den terroristischen Kämpfern der Hamas, wenn sie etwa sagt:

 

Trotzdem darf, bei aller Freude über die bevorstehende Freilassung, nicht vergessen werden, dass Shalit als Soldat einer Besatzungsarmee in seinem Panzer die völkerrechtswidrige und unmenschliche Blockade des Gazastreifens durchsetzte. Durchsetzen musste, weil seine Regierung dies von ihm verlangte.

Sie unterstellt damit, dass Israels Armee völkerrechtswidrig sei und nicht nur als Besatzer die Araber im Westjordanland und dem Gazastreifen widerrechtlich behandle, sondern auch die eigenen Soldaten zu Menschenrechtsverletzungen missbrauche. Schlimmer kann man kaum noch das Verhältnis von Rechtstaat und Terror auf den Kopf stellen.

Ihre weiteren Aussagen will ich hier nicht ausdrücklich zitieren, wohl aber das Fehlen eines wie auch immer erkennbaren Hinweises auf das Unrecht der Hamas an der eigen Bevölkerung in Frau Marx Kommentar hervorheben.

Von keiner kritischen Anschauung getrübt, die auch nur ansatzweise das mangelnde Bewusstsein für Recht und Menschenrechte in den von „Palästinensern“  regierten Gebieten erkennen lässt, vermittelt Frau Marx einmal mehr die „Grundlagen“ für als „Israelkritik“ getarnten Hass auf Juden und die israelische – jüdische – Gesellschaft.

Ein Armutszeugnis auch für die Berichterstattung des Deutschlandfunks, dem man einmal mehr Objektivität und Sachlichkeit absprechen muss.

Wie man über die Freilassung Gilad Shalits berichten kann, nein muss, zeigt dieser Bericht   von Richard Herzinger:

Israel beweist im Fall Schalit moralische Stärke

Rettung von Leben ist nach jüdischer Ethik der höchste Wert. Durch den hohen Einsatz für den Soldaten Schalit bekennt sich Israel zu seiner Tradition.

Darin heißt es im Fazit:

„Pikuach Nefesh“, die Verpflichtung zur Rettung von Leben, ist eines der höchsten Prinzipien jüdischer Ethik, das über allen religiösen Gesetzen und Vorschriften steht. 

Ziviles Gemeinwesen

Welchen Kontrast bietet ein solches Wertesystem zu den Maximen einer (Un-) Kultur, die den „Märtyrertod“ als oberstes Ideal namentlich für junge Männer propagiert und sich nicht scheut, sie im Namen einer Religion als „Selbstmordattentäter“ zu missbrauchen! Nichts hat diesen Gegensatz so bösartig auf den Punkt gebracht wie die islamistische Parole: „Ihr liebt das Leben, wir lieben den Tod.“ Die israelische Gesellschaft verlangt im Gegensatz dazu von ihren jungen Soldaten nicht, zu Märtyrer für eine höhere, heilige Sache zu werden.

Israel, dem zahllose Kritiker in aller Welt unablässig Kriegslüsternheit unterstellen, ist ungeachtet jahrzehntelanger militärischer Bedrohung und kriegerischer Verwicklung ein im Kern seines Selbstverständnisses zutiefst ziviles Gemeinwesen geblieben, dem martialischer Blut- und Opferkult fremd ist.

Diese Auffassung der israelischen Gesellschaft  ist hierzulande leider weitgehend unbekannt – und würde sich doch am ehesten mit den uns vertrauten Formeln von der Würde des Menschen, die unantastbar sei, decken. Leider werden die geifernden Töne einer Frau Marx viel lieber gehört und aufgenommen als die Worte Richard Herzingers.

Damit das nicht so bleibt,  bitte seinen ganzen Artikel lesen und weitergeben!

„Wir stehen fest an der Seite Israels…“ 2. Oktober, 2011

Posted by Rika in israel.
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…tönt auch die Kanzlerin anlässlich gegenseitiger Besuche oder an den bekannten Gedenktagen und setzt ihre schönste Betroffenheitsmine auf.

Wenn es aber gilt, „Butter bei die Fische“ zu tun, macht sie lieber die Affenpose – nichts hören, nichts sehen und schon gar nichts sagen -, jedenfalls gar nichts vor der UN sagen, was Herrn Abbas oder seine freundlichen Mitstreiter von der Fraktion     ‚arabische Widerstandsbewegung zur Vernichtung Israels‘ in irgendeiner Weise beunruhigen, verärgern oder gar beleidigen könnte. (Beleidigen ist das allerschlimmste Vergehen, dessen man sich im Umgang mit den oben genannten Freunden des Empfängers geflüsterter nächtlicher Botschaften schuldig machen kann!) Da hält man doch lieber den Mund.

Natürlich ist es aber gelegentlich nötig, den lieben Freunden im Heiligen Land (nein, gemeint sind jetzt NICHT die bereits oben  erwähnten Friedensengel) in aller Freundschaft  freundliche Kritik    um die Ohren zu schlagen  zukommen zu lassen und sich dabei im Rückgriff der  „bewährten“   deutschen Taktik zu bedienen,  mit der Forderung nämlich, einen von jüdischen Menschen befreiten Raum für alle übrigen Bewohner deutscher, fast-deutscher  oder heiliger Länder zu schaffen. Das hat ja in Europa schon recht gut funktioniert, weshalb die Kanzlerin ja auch immer ihre Betroffenheitsmine zur Betroffenheitsrede aufsetzen muss. Warum sollte es im von Arabern bevorzugten Siedlungsgebiet östlich des Mittelmeeres nicht auch funktionieren, sofern man die renitenten jüdischen Menschen dazu bringen könnte, endlich dem arabischen Frieden zuzustimmen und auf das weitere Wohnen im besagten Raum gänzlich zu verzichten? Probehalber beginnt man, die Forderungen für Jerusalem und Umgebung aufzustellen und gleichfalls den Rückzug aller nicht arabischen Menschen aus diesem Gebiet und dem westlich des Jordan gelegenen Landes zu propagieren!

Denn dann würde Frieden herrschen, meint unsere Kanzlerin und mit ihr die vielen Freunde der arabischen Menschen im Gebiet östlich des Mittelmeeres.

Umgekehrt wäre es natürlich rassistisch und menschenrechtsverletzend, wenn ich beispielsweise vorschlagen würde, alle Araber aus Israel zu entfernen. Araber dürfen überall siedeln wohnen, Juden hingegen nur in dem von der UN dafür vorgesehenen und gemäß Teilungsplan vorgegebenen  Ghetto    Staatsgebiet, dessen Grenze allerdings nach Meinung der arabischen Friedensbringer  und ihrer Sympatisanten noch einer genauen „besseren“  Festlegung bedarf, haben sich die ursprünglichen – und nach Meinung der Araber wieder herzustellenden – Gebietsgrenzen doch im Zuge arabischer Angriffe auf den jüdischen Staat Israel verschoben. (Üblicherweise gelten die durch kriegerische Auseinandersetzungen getroffenen Grenzverschiebungen, siehe z.B. Polen / UdSSR nach dem 2. Weltkrieg.  Über die sogenannten „deutschen Ostgebiete“ wird mit Sicherheit auch nie wieder verhandelt werden! Das würde ich auch nicht fordern oder wollen, nur um das klar zu stellen!)

Aber das alles mag nicht nur unsere Kanzlerin  gar nicht gerne hören, da halten sie und andere es lieber wieder mit den berühmten Affen, nicht genau hinsehen, nicht genau zuhören und nichts, aber auch gar nichts dazu sagen, außer eben „Juden raus“  .

Das kriegen sie alle ganz prima und ohne rot zu werden hin!

Die Anregung zu diesem Post verdanke ich Kevin Zdiara bei achgut.

Zur Klärung des Sachverhaltes um den Jerusalemer Stadtteil Gilo trägt Claudio Casula mit seinem Beitrag  „Schöner wohnen in Gilo“ bei.   Bitte lesen!