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Die „tragischen Ereignisse“ in der Türkei… 22. Dezember, 2011

Posted by Rika in aktuell, meine persönliche presseschau.
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sollen nach dem Willen der französischen Nationalversammlung zukünftig als das benannt werden MÜSSEN, was sie wirklich waren:

Der Genozid an den Armeniern!

In  unserm Nachbarland steht  die Leugnung des Völkermord zukünftig unter Strafe.

Den deutschen Qualitätsmedien zufolge  – und auch der Spiegel lässt diese Vermutung anklingen –  handelte es sich allerdings  um ein  Wahlkampfmanöver, das schon bei der Wahl Sarkozys funktioniert haben, und auch diesmal den entscheidenden Vorsprung sichern  soll. In einem Bericht des Deutschlandfunks wurde ebenfalls auf den wahltaktischen Vorteil hingewiesen, da viele der überlebenden Armenier in Frankreich ein neues Zuhause gefunden hatten und angeblich heute ihren auschlaggebenden Einfluss geltend machen würden. (Der türkische Einfluss scheint dagegen eher nicht so entscheidend.)

So kann man eine höchst wichtige Frage natürlich auch behandeln:

Wahlkampfgetöse.

Interessant in dem Zusammenhang ist jedoch die Tatsache, dass sich die  deutsche Bundesregierung niemals so klar und eindeutig zum Völkermord an den Armeniern geäußert und diesen auch entsprechend deutlich verurteilt hätte. Das mag zum einen daran liegen, dass Deutschland eine höchst unrühmliche Rolle in der Tragödie gespielt hat, zum anderen daran, dass das faschistische Deutschland während des Zweiten Weltkriegs wichtige Güter über die Türkei bezog und  die Türkei erst, als das Ende und der Ausgang des Krieges schon abzusehen war, Deutschland doch noch den Krieg erklärte, und zum Dritten, dass der Einfluss des Türkentums in Deutschland heutzutage so weit fortgeschritten ist, dass man schon den Gedanken an eine Maßnahme, wie sie die französische Regierung getroffen hat, nicht mal ansatzweise bewegen, geschweige denn auch tatkräftig aufgreifen würde.  Vielleicht – aber das halte ich eher für unwahrscheinlich – ist aber auch die Scham der  Deutschen und ihrer Regierung über den eigenen, an den Juden begangenen Völkermord so groß, dass sie sich bei anderen Ländern so zurückhaltend verhält. (Dagegen spricht allerdings, dass die Deutschen gerne von einem „Völkermord in Gaza“, angeblich  verübt von Juden an sogenannten Palästinensern, reden und sich an Hilfsflotten für Gaza und dem „Seekrieg“ gegen Israel beteiligen!)

Dass sich die Türkei massiv gegen die französische Initiative zur Wehr setzt und „Konsequenzen“ androht:

Ankara hatte im Vorfeld der Abstimmung vor „dauerhaften und unwiderruflichen Konsequenzen“ gewarnt, sollte der Entwurf angenommen werden. „Es steht außer Frage für uns, diesen Gesetzesentwurf hinzunehmen, der das Recht aberkennt, unbegründete und ungerechte Vorwürfe gegen unser Volk und unsere Nation zurückzuweisen“, sagte Staatschef Abdullah Gül.

verwundert allerdings nicht, schon gar nicht, wenn man die politische Entwicklung der Türkei seit dem Amtsantritt des großen Führers Erdogan betrachtet.

Angesichts des brutalen Vorgehens der Türkei gegen die kurdische Minderheit und angesichts der Tatsache, dass Christen (die Armenier waren / sind Christen!!) massiv in ihren Rechten beschnitten und an der Ausübung ihres Glaubens, ihren  religiösen Traditionen und Gebräuchen gehindert werden und der Staat das Eigentum christlicher Kirchen weder schützt noch respektiert, mutet die harmlose Berichterstattung in den deutschen Medien über den Genozid einerseits und die ehrenrührige („Wahlkampf“)  und abwiegelnde Kommentierung des französischen Vorgehens andererseits mehr als seltsam an.

Gerade vermeldet der Deutschlandfunk, dass Ankara seinen Botschafter aus Paris abgezogen habe. Eine Nachricht. Mehr nicht. Kein Kommentar und keine Stellungnahme, die sich an die Seite der Armenier und gegen die Verharmlosung des Genozids an den Armeniern durch die Türkei stellen würde.

Die Integration der türkischen Standpunkte in Deutschland ist wahrlich weit fortgeschritten…

NACHTRAG:

und hier ein kleiner Einblick in den (sprachlichen) Umgang mit der Gesetzesvorlage:

Frankreich verärgert die Türkei mit Genozid-Gesetz

heißt es in der „Meldungsübersicht“  des WDR,  eijeijei, das geht natürlich gar nicht, dass man die Türkei verärgert, dann doch lieber den Armenier das Recht absprechen, das Verbrechen, das an ihnen begangen wurde, als „Völkermord“ zu bezeichnen!

Paris verärgert Ankara mit Völkermord-Gesetz

schreibt auch die „öffentlich-rechtliche“ ARD und lässt die  zutiefst „Beleidigten“ so zu Wort kommen:

„Hier soll eine ganze Bevölkerungsgruppe kriminalisiert werden – 500.000 bis 600.000 sind wir in Frankreich. Und das alles nur, um sich die Stimmen der armenischstämmigen Franzosen zu sichern“, sagt Onur Odağ, einer der Demonstranten.

Einsicht in Fehler der Vergangenheit: Fehlanzeige!

Und das leider nicht nur bei den türkischen Demonstranten in Frankreich – auch bei unseren Medienvertretern, die sich mit butterweichen Erklärungen um eine eindeutige Stellungnahme zu dem eigentlichen Thema „Völkermord“ drücken. Lieber werfen sie den Franzosen „Wahlkampf“ vor, was ja im Prinzip zwar auch ein Motiv sein könnte, aber den eigentlichen Tatbestand der Ermordung vieler Hunderttausend Armenier durch  damalige (türkische) Bürger und Soldaten doch nicht relativiert!!!

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