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Viel zu kurz …. 9. Januar, 2012

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
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war unser diesjähriger Winter-Ski-Urlaub,

den wir, wie seit Jahren schon, wieder an, bei  und auf „der Glatze“ verlebten, mit Mann und Maus***, Kindern, Schwiegerkindern, Enkel und Freunden und natürlich in unserem geliebten und vertrauten „Pichlerhof“ in Stefansdorf.

Herrlicher Schnee – nicht nur auf den Pisten – ließ das richtige Wintergefühl aufkommen.

Familie Mayer verwöhnt die Gäste mit wunderbarem Frühstück, schmackhaften Abendmahlzeiten…

Sensationell leckere Kasnocken mit gefüllten Teigtäschchen und geschmelzter Butter als Vorspeise!

(das Salatbuffet ist einsame Spitze!!!) und freundlicher und sehr persönlicher Zuwendung und Atmosphäre. Dass nicht alle Zimmer den neuesten Standard bieten, veranlasst die verwöhnten Beurteiler im Internet zu kritischen Äußerungen, uns aber, die wir schon so lange die Mayers und ihren Pichlerhof kennen, kann das nicht über die wahren Qualitäten unserer Unterkunft täuschen. So viel familiäre Wohlfühlatmosphäre findet man selten.

Spiele im Haus und Schneetreiben draußen…

Das sehen auch andere Stammgäste so, die, wie wir,  immer wieder kommen.

Und sicher genießen auch sie die Wintertraumaussicht …

am frühen Morgen bei verheißungsvollem blauen Himmel ebenso wie …

… den Blick am Nachmittag auf Stefansdorf und die Schneewolken über den Bergen.

Soviel Schnee wie in diesem Jahr hatten wir, glaube ich, noch nie, jedenfalls nicht in den letzten 10 Jahren. Ich bin allmählich in dem Alter, in dem sich die Erinnerungen golden verklären und früher „alles viel besser war“!  Und so einen Schneewinter würde ich garantiert erinnern… auch in 20 Jahren noch, sollte ich das je erleben!

Apropos „früher und besser“:

Heute, fast 40 Jahre nach unserem ersten Skiurlaub am Kronplatz in den Weihnachtsferien 1973/74, ist es zwar deutlich voller als damals, aber die Pisten und Aufstiegsanlagen sind deutlich BESSER!!! Ich brauche keinen 600m langen Schlepper über hubbelige Liftspuren, in denen Eis und Steine sich mit Matschschnee und Wasserbächen abwechseln! Ich brauche auch keine „Naturpisten“, die man nur unter Einsatz seiner Gesundheit befahren kann, von Spaß gar nicht zu reden! Ich brauche keine Schlangen am Lifthäuschen, an dem die Punktekarte noch von Hand „entwertet“ wird und darum Wartezeiten von gut 35 Minuten das Normale sind. Nein, das alles brauche ich nicht (mehr)  – so schön es auch (damals) immer  war!

Meine Knochen freuen sich über gute Skischuhe und die drehfreudigen modernen Skier. Meiner Blase bekommt es bestens, dass ich nach einer tollen, aber kalten Abfahrt auf einer beheizbaren Bank sitzen kann und in einer komfortablen Gondel zurück auf den Gipfel befördert werde. Meinem Alter ist es dienlich, dass die Pisten übersichtlich und gut planiert sind! Mag Buckelpisten fahren, wer will, ich will es nicht – ich wollte es eigentlich noch nie, aber was sollte ich machen…. früher!

Früher war es vermutlich romantischer (meine Verklärung sagt das jedenfalls) als heute, aber der Schnee glitzert noch genauso hell und gleißend  in der Sonne wie damals, die Wolken jagen ebenso über die umliegenden Bergspitzen wie vor 30 Jahren, der Wind ist immer noch kalt und die Sonne macht auch den anstrengendsten Skitag zu einem wunderbaren Wintertraum.

Schöner als heute – und das ist wirklich nicht der goldenen Erinnerung geschuldet – war unser Treffpunkt beim „Toni“, dieser urigen Hütte am Rand der Furkelpiste („Furcia 12“), die nicht gut zu Fuß zu erreichen war und auch nicht einfach  per Ski, weil die Piste stellenweise steil und verdreht, eng, bucklig und nachmittags schnell sulzig war ( jedenfalls  ganz eindeutig nicht meine Lieblingspiste!!) und darum nur von Eingeweihten und Liebhabern zur Rast aufgesucht wurde. Toni hat die Hütte verkauft, seither steht sie leer, bzw. den hungrigen und Ruhe suchenden Skifahrern nicht mehr offen.

Welch ein furchtbarer Verlust!

Inzwischen hat man die „Furkel 12“ entschärft und  verbreitert und so auch weniger begabten Skifahrern bequem  nutzbar gemacht … eigentlich könnte doch die Hütte wieder öffnen!

Das Treiben im Kron habe ich mit meinem vorhergehenden Bericht über „Reste“ und Vögel schon angedeutet. Eine laute und vor allem funktionale Beköstigungsstation, in der mehrere hundert Gäste (oder gar mehrere Tausend?) gleichzeitig abgefertigt werden können. Abfertigen ist schon das richtige Wort, und dennoch konnten wir in diesem Jahr dem Riesenbetrieb doch etwas Positives abgewinnen.

Niemand kümmerte sich darum, wie lange wir dort saßen, ganz im Gegensatz zu einem unfreundlichen Hüttenwirt auf dem Klausberg, der uns mit finsteren Blicken musterte und kurz davor war, uns an die frische Winterluft zu setzen.

Dabei ist die alte Hütte auf dem Klausberg ….

auch ein Geheimtip für Spätromantiker wie mich…

Ich weiß, es gibt schönere Fotos von mir, aber kein aktuelleres von mir und Glühwein auf dem Klausberg in, nein, vor der alten Hütte. Der Gockel auf dem Helm MUSS übrigens sein, genauso wie der Helm selbst. (Der leicht leidendene Gesichtsausdruck täuscht, mir geht es wunderbar!!!)

Seit letztem Jahr fahren der Liebste und ich mit Helm, das sieht blöd aus, zumal die Dinger eben keine hochmodernen Luxusanfertigungen sind, sondern die etwas preiswerteren, die wir nach einer Empfehlung des größten deutschen Automobilclub in dem Mehrzweckladen der berühmten A-Brüder günstig erstanden haben. Sie erfüllen ihren Zweck und ich will eh keinen Modelwettbewerb gewinnen, der Meinige erst recht nicht.

Aber ich schweife ab. Der Hüttenwirt auf dem Klausberg war ein bisschen irritiert, weil wir vier Frauen, ein Kleinkind und ein Baby einen ganzen Tisch in Anspruch genommen hatten, dabei aber nur Milchkaffee tranken und die Mittagszeit doch bedenklich nahe gerückt war, in der er normalerweise sein Geschäft machen musste. Auch der Hinweis auf die noch erwarteten Männer und die dann gemeinsame Mittagsmahlzeit stimmte ihn nicht gnädiger. Er sei schon immer etwas mürrisch gewesen, meinte mein Psychologieprofessor. Mir war das „früher“ nicht aufgefallen.

Wie auch immer, im Kron mit seinem Massenbetrieb waren wir mit Baby und Kleinkind besser aufgehoben, trotz des Lärms, trotz der nüchternen Umgebung und trotz der Massenabfertigung.

Sollten wir wieder mit Babies und Kleinkindern eine Pausenunterkunft am Kronplatz brauchen, werden wir wohl wieder den Kron aufsuchen. Der mürrische Wirt in der schönen alten Hütte wird uns wohl nur noch für einen nostalgischen Glühwein zu Gesicht bekommen.

Zu sagen ist auch noch, dass mein Ehrgeiz alle, na, fast alle Pisten an einem Tag abzufahren, damit sich der Skipass auch lohnt, nicht mehr ganz so heftig lodert wie „früher“; und auch, dass ich nicht mehr schwarze Abfahrten fahren MUSS, dafür aber dem Einkehrschwung durchaus viel abgewinnen kann…

Erwähnenswert ist die neue Piste, die von der „Spitzhorn“ abzweigt und hinunter nach Percha führt. „Ried“ ist sie genannt und als rote Piste ausgewiesen, doch  Dank der langen Gleitstrecken ist sie überaus familienfreundlich. Lediglich ein, zwei kurze Steilhänge erfordern etwas mehr Aufmerksamkeit und machen bei Neuschnee auch richtig Arbeit, zumal dann, wenn viele, sehr viele Leute unterwegs sind und sich an der jeweiligen „Einfahrt“ in den Hang ein riesiger Stau von Menschen bildet, die sich nicht sicher sind, wie sie den Berg hinunterkommen sollen. Abhilfe würde eine Verbreiterung der Piste an diesen Stellen bieten und eine etwas bessere Pistenpflege, damit sich nicht so schnell Buckel aufbauen, die jüngeren Kindern und Anfängern doch arge Probleme machen. Der Stau war an einem Tag so groß, die Skifahrer so dicht beieinander, dass kaum Platz blieb, nach einem (erzwungenen) Stopp einen Schwung ordentlich anzusetzen. Das habe ich lange nicht erlebt! Ansonsten hat sie das Zeug zur „Lieblingspiste“ für ältere Semester wie mich. Meine Kinder dagegen fanden sie langweilig zu wenig herausfordernd. Die vergnügen sich lieber auf der „Silvester“…

(Blick aus der Reischach-Gondel auf einen Streckenabschnitt der „Sylvester“)

oder dem „Piculin„.

Die Gondelfahrt von Percha über die Herzlalm-Zwischenstation wieder hinauf auf die Glatze beschert wunderschöne An- und Aussichten und bietet den Luxus gewärmter Bänke.  Der Clou der neuen Piste und Gondel ist aber die Anbindung an die Bahnstation in Percha – aus dem Zug in die Gondel, auf die Piste – und die Möglichkeit, bequem mit dem Zug das Skigebiet am „Helm“ zu erreichen, der Super-Dolomiti-Skipass macht’s möglich! Das probieren wir im nächsten Jahr aus, wenn wir wieder am Kronplatz sind, dann aber in der Nebensaison, wenn die Pisten nicht ganz so überlaufen sind wie heuer in den Weihnachtsferien.

Ja, ich genieße den Winter am Kronplatz, fahre immer noch gerne Ski, freue mich an der Gemeinschaft mit der Familie in den Pausen und an den Abenden und wünsche mir, dass das auch noch in einigen Jahren so sein wird. „Solange ich meine Schuhe noch zu kriege“, habe ich zu meinen Kindern gesagt, „werde ich noch Ski fahren.“  Und zur Not müssen mir eben die Kinder die Schuhe zumachen, denn das ist wirklich anstrengend und bücken kann ich mich auch nicht mehr so gut wie früher, ich werde so leicht schwindelig….

Viel zu kurz waren die Tage in Südtirol.

Dafür war dieRückfahrt umso länger, kamen wir doch zuerst in den üblichen langen Rückfahrerstau vor dem Brenner und dann, auf dem Weg nach Biberach, wo wir – auch wie immer – liebe Verwandte besuchten, in einen Megastau auf dem Fernpass mit heftigem Schneetreiben und langen, langen Pausen zwischen kurzen Fahrzeiten.

Im nächsten Jahr dann wieder…

PS  *** Die erwähnte Maus war die „Piepsimaus“, mit der unser Enkel gerne spielt, und die im Skiurlaub natürlich nicht fehlen darf.

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