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„Mir kocht der Blut!“ 13. Januar, 2012

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
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pflegt eine Freundin zu sagen, wenn sie sich heftig über etwas ärgert.

Nun, heftig ärgern ist gerade gar kein Ausdruck!

Mir kocht der Blut sozusagen über!

Schon in der Planungsphase für unser neues Ferienprojekt hatten wir uns geeinigt, das Häuschen mit einem Kaminofen zu beheizen. Seit 30 Jahren haben wir einen Ofen von DanSkan, mit dem wir sehr zufrieden sind. Er ist allerdings mehr dem Notfall und vor allem der Nostalgie vorbehalten, unser Haus wird per Gas über eine Fussbodenheizung schön warm gehalten. Der Ofen lediglich in der Übergangszeit als Ofen genutzt und ansonsten aus nostalgischen Gründen wie ein offener Kamin betrieben. Wir haben nämlich noch ein scheibenloses Modell, bei dem sich die halbrunden Stahlblechtüren seitlich verschieben lassen und so den Feuerraum freigeben.

Im Häuschen sollte es aber ein geschlossener Kaminofen werden, was angesichts der Tatsache, dass wir ein Blockhaus gebaut haben, ja auch sinnvoll ist.

Dank einer Werbekampagne in unsererm heimatlichen Qualitätsblättchen suchten wir LEIDER  nicht  das Geschäft der Firma DanSkan auf, sondern landeten in der Niederlassung der Firma HARK – Kaminöfen in Isernhagen – Altwarmbüchen, gleich neben der A2.   Das hätte uns vielleicht ein Menetekel sein sollen, auf der A2 ist IMMER Stau oder sonst welches Ungemach zu erwarten!

Ein sehr, sehr freundlicher Herr pries uns die Vorzüge der HARK-Öfen an. Ich hatte schon im Internet recherchiert und dort schneiden die Öfen wirklich gut ab, so dass der nette und überaus freundlich-geschäftstüchtige Verkäufer gar  nicht mehr viel Überzeugungsarbeit zu leisten hatte.

Wir entschieden uns für ein passendes Modell und unterschrieben den Kaufvertrag.

Der ursprüngliche  Lieferzeitraum war mit „Oktober“ terminiert. Der überaus freundliche Kundenberater der Hark Niederlassung in Altwarmbüchen gleich neben der A2  hatte uns zudem eine gute Zusammenarbeit mit dem Bauunternehmen zugesagt, das auf seinen Rat hin auch den Kamin setzen sollte.

Der Bau des Häuschens verschob sich auf den November, der Verkäufer der HARK-Kaminöfen wurde entsprechend informiert.

Im November war das Häuschen fertig (so ein Blockhaus ist ratzfatz schnell aufgebaut, gerade mal eine Woche von der ersten Balkenlage bis zur letzten Dachpfanne und allen Wänden, Türen, Fenstern und Fensterläden dazwischen!), auch der Außenkamin stand, der Schornsteinfeger hatte zu allem seinen Segen gegeben, im Wohnraum waren die Fliesen verlegt (12 Tage nach Baubeginn!!!). Was fehlte, war der Ofen.

Der freundliche Berater der HARK Niederlassung versicherte uns bei unseren Nachforschungen, dass der Ofen noch vor Weihnachten geliefert werde. Nun denn!

Er kam sogar extra vorbei, um vor Ort sich zu vergewissern, dass die vorgenommenen Durchbrüche der Außenwand für das Rauchrohr und die Frischluftzufuhr korrekt seien – sind sie!

Dann aber, der November ging ins Land und der Dezember zügig auf Weihnachten zu, geschah nichts mehr in Sachen Kamin.

„Nein“, meinte der freundliche Berater bei meinem schüchternen Anruf, „vor Weihnachten geht gar nichts mehr. Die Firma HARK kommt mit den vielen Bestellungen einfach nicht nach!“

Aber gleich nach Weihnachten im Januar sei eine Lieferung möglich, flötete er mit treuherzigem Verkäuferton ins Telefon.

„Gut“, sagte ich, „am 8. Januar sind wir aus dem Skiurlaub zurück, vereinbaren wir also den 10. Januar (Dienstag!) als Liefertermin.“

„Das geht in Ordnung!“ behauptete der smarte Verkaufsleiter. Wir würden darüber eine Woche zuvor noch schriftlich benachrichtigt.

Aus dem Skiurlaub zurück sortierte ich natürlich zuerst die Post, um zu sehen, wann genau am Dienstag der Ofen geliefert werden würde. Es gab aber keine Post von der Firma HARK. Nichts. Gar nichts.

Nun bin ich meistens ein freundlicher Mensch und   was geschäftliche Dinge angeht,  so nett-naiv wie ein ausgewachsenes Schaf! „Sicher kommt die Post am Montag, wenngleich das auch etwas spät ist!“ dachte ich.

Von wegen.

Das Schaf denkt und der Verkäufer grinst sich eins.

Den Dienstag ließ ich noch verstreichen in der Hoffnung, dass ich vielleicht doch noch….

Das Schaf hofft und der Verkäufer macht andere Geschäfte!

Am Mittwoch rief ich den netten Verkäufer an und fragte vorsichtig nach, was denn aus dem Liefertermin für unseren Ofen geworden sei.

Der scheinheilige Mensch am Telefon meinte – ganz gewiefter Taktiker: „Wie, Sie haben noch keine Nachricht bekommen?“

„Nein!“ war meine Antwort. Und auf meine Frage, was mit der zugesagten Metallverblendung hinter dem Ofen sei, die der Herr Verkaufsgenie für uns in Auftrag gegeben hatte (hatte er nicht, wie sich herausstellte!!!), tat er ganz unschuldig und meinte, nein, den Auftrag habe er noch nicht erteilt! Er wolle sich aber umgehend darum kümmern und mich noch am gleichen Tag zurückrufen.

Seit Mittwoch ist nun Mittwoch!

Ich habe lange gewartet.

Heute habe ich ihm eine Nachricht geschrieben. Nicht mehr ganz so freundlich, wie ich sonst zu  schreiben pflege.

Und, ja, ICH BIN SAUER!

MIR KOCHT DER BLUT!

PS.

Nun hoffe ich inständig, dass wenigstens der Ofen besser ist als die Verkaufsstrategie der Firma HARK….. man weiß ja nie, am Ende ist das so hoch angepriesene (und  sehr teure) Stück auch nur ein elender Versager wie der …… na, Sie wissen schon!

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Kommentare»

1. Rika - 13. Januar, 2012

Kaum hatte ich diesen Beitrag geschrieben und hier eingestellt, klingelte das Telfon. Der Ofen wird geliefert!
Ende Januar…..

Na denn!!!!???

2. Paul - 13. Januar, 2012

Rika, trotz des ernsten Themas, habe ich ein Lächeln nicht unterdrücken können.

Von meinem Vater habe ich den Spruch:
KARAMBA, MIR KOCHT DER BLUT
(ja, so schreie ich ihn dann heraus)
übernommen und angebracht oder nicht angebracht, auch schon manchen Kommentar im Internet damit abgeschlossen.
Mein Vater hat behauptet, dass dies ein Spruch der „Schlesinger“ (er meinte Schlesier) sei, die ihn als Zeichen äußerster Unmut gebrauchen würden.

In Deinem geschilderten Fall ist er durchaus angebracht.

Aber auf einen Irrtum möchte ich Dich aufmerksam machen.

Die Verkaufsstrategie des Verkäufers ist exellent und eine Freude für die Fa. HARK.

Warum?

Er hat Dir etwas verkauft, was er noch nicht hatte. Hätte er Dir im Verkaufsgespräch gesagt, er könne erst Ende Januar 2012 liefern, wärest Du höchstwahrscheinlich zu einer anderen Firma gegangen.

Genau das hat er vermieden. Er hat verkauft, obwohl er wusste, dass er den versprochenen Termin nicht halten kann.
Aber, er hat verkauft.
Eben, ein excellenter Verkäufer. Er hat es sogar geschafft Dich ruhig zu stellen und Du bist auch nicht abgesprungen.
Jetzt hatte er das Gefühl es ist ausgereizt und beliefert Dich deshalb. Ein Anderer muss dann eben noch etwas länger warten.

Übrigens, wäres Du Anfang Dezember „energetischer“ geworden und hättest wilde Drohungen ausgestoßen, dann wärst Du schon früher mit der Lieferung dran gewesen.
WETTEN DAS?

Übrigens, wegen der Qualität des Ofens würde ich mir keine Sorgen machen. Was so begehrt ist, muss einfach gut sein. :grins:

3. Rika - 13. Januar, 2012

Paul,
ja, mit den Vermutungen über die Verkaufsstrategie hast Du sicher ins Schwarze getroffen. Da sieht man, wie man als Mensch, der nicht „aus der Wirtschaft“ kommt, bzw. nicht „in der Wirtschaft“ gearbeitet hat, überhaupt nicht mit solchen Machenschaften, sprich ganz normalen Praktiken rechnet….

Danke für die Erklärung über das kochende Blut! Finde ich prima!

4. Michael Kozlowski - 27. Januar, 2012

Hallo Rika,

ich habe gerade deinen Blogbeitrag entdeckt und würde dir gerne weiterhelfen. Für den Ablauf möchte ich mich entschuldigen. Da scheint mir einiges schief gelaufen zu sein.

Um mir den Vorgang ansehen zu können, brauche ich allerdings die Auftragsnummer. Gerne per Email

Viele Grüße aus Duisburg

Michael Kozlowski
(Hark GmbH & Co. KG)

5. Rika - 2. Februar, 2012

Die Geschichte ist leider noch nicht ausgestanden!
Der Kaminofen konnte nicht montiert werden, da offensichtlich die Höhe des Anschlussstutzens falsch bemessen war und auch sonst der Schornstein wenig Gnade in den Augen der Monteure fand!

Danke Michael Kozlowski, ich komme auf das Angebot zurück, per E-Mail!

6. Paul - 2. Februar, 2012

Rika,
Du scheinst mir aber wirklich vom Schicksal verfolgt zu sein.
Meine Oma sagte immer: „Lieber von Picasso gemalt, als vom Schicksal gezeichnet.“

Das Ganze ist für mich aber sehr rätselhaft. Der Schornsteinbauer musste doch die Maaße gehabt haben?
Was heißt hier der Schornstein fand „wenig Gnade in den Augen der Monteure“.
Wir in Berlin sagen: „Lass Dich nicht auf die Nudel schieben.“

Die Schornsteingeschichte muss der Schornsteinbauer mit den Kaminfritzen klären.
Aus der Entfernung sieht das Ganze für mich ein bischen weit hergeholt aus.
Rika, behalte die Ruhe und besorge Dir jemanden Deines Vertrauens, der Dir beistehen kann.
Habe den Eindruck, die Handwerker spielen mit Dir „wilde Sau“.

MfG Paul, schon ein wenig aufgebracht.

7. Paul - 2. Februar, 2012

Noch ein Nachtrag für Herrn Kozlowski.

Früher gab es eine Krimmiserie: „Cobra übernehmen Sie.“

In diesem Sinne: „Herr Kozlowski übernehmen Sie.“
Helfen Sie der armen Frau. Das zahlt sich auch für Ihre Firma aus.

Das Internet schaut zu! :grins:

8. Erstaunlich gelassen… « himmel und erde - 2. Februar, 2012

[…] Bauunternehmer erhalten hatten, verbunden mit dem Hinweis auf den „netten Verkäufer“ (Sie wissen schon, den von der Hark-Niederlassung in Altwarmbüchen) und dessen Bitte, man möge den Kamin passend […]


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