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Warten …. 29. Februar, 2012

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
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Ein notwendiger Arztbesuch steht an. Von der freundlichen Mitarbeiterin lässt man sich telefonisch einen Termin geben.

9.30h

Natürlich ist man pünktlich in altem preussischen Sinne. Mein Großvater selig pflegte immer zu sagen: „Fünf Minuten vor der Zeit ist des Soldaten Pünktlichkeit!“  Ja, ja, mein Großvater ist noch im 19. Jahrhundet geboren und hat den Kaiser noch gekannt, bzw. ihm „gedient“ – als Ulan im 1. Weltkrieg. Und wir kleinen Nachkriegskinder, gemeint ist die Zeit nach dem 2. Weltkrieg, wurden durchaus noch mit diesen, aus Kaisers Zeiten stammenden,  Tugenden vertraut gemacht.

Spätestens um 9.25 h bin ich darum bei der Anmeldung: „Guten Tag, ich bin Frau Rika und habe einen Termin um 9.30h zum Fädenziehen.“ (Die Fäden der Fußoperation sollen gezogen werden.)

„Oh, Frau Rika, ja, richtig! Leider müssen Sie sich ein wenig gedulden, so ca. 30 bis 45 Minuten. Ach, mit Ihrem Fuß, ja, da kann ich Ihnen ja schlecht das Kaffeetrinken in dem kleinen Cafe in der Nähe empfehlen.“

„Kein Problem, ich habe Zeit!“

Und Geduld!

Und vor allem bin ich mit dieser Ansage sehr vertraut und bin entsprechend vorbereitet.

Seit ich vor nun fast 13 Jahren zum ersten Mal in der HNO-Ambulanz der MHH „einen Termin“ hatte und damals geschlagene 3 1/2 Stunden warten musste – ohne Wasser und Brot und ohne eigenen Lesestoff (was besonders schlimm ist, denn in den meisten Wartesälen und Wartezimmer gibt es entweder uralte Magazine, die man selbst schon, vollständig erlesen,  vor 6 – 8 Wochen zum Papierentsorger gebracht hat oder vermutlich ebenso uralte Trashschriften, die man zwar noch nicht kennt, aber auch nicht kennenlernen möchte:::!!!)  –  also, seitdem   bin ich vorbereitet!

Bei Ärzten und Kliniken, die neben ihren „normalen Terminpatienten“ nämlich noch sogenannte „Notfälle“ verarzten müssen – wobei man durchaus davon ausgehen kann, dass „NOTFALL“ ein ebenso dehnbarer wie strapazierbarer Begriff ist -,  kann man absolut sicher sein, dass nie und niemals ein „Termin“ termingerecht eingehalten wird. Unter „termingerecht“ ist in jedem Fall das akademische Viertel zu verstehen, dem man aber getrost nochmals ein Viertelstündchen zugeben kann.

„Termingerecht“ ist auch noch ein Stündchen später, jedenfalls, wenn man der Logik des Klinikpersonals folgt oder dem freundlichen Aushang im Warteraum des sehr nachgefragten Arztes!

Wie tun mir die Menschen leid, die in völliger Unkenntnis dieser „Terminangabe“, sich auf ein zügiges Bearbeiten ihres Problems verlassen und weder mit Lesestoff noch mit trink- oder essbaren Vorräten ausgestattet sind.

Zum Jammern!

Und das tun die meisten Menschen auch, jammern! Zuerst leise und verhalten in den eigenen Bart hinein ….    dann etwas lauter mit dem Sitznachbarn tuschelnd  …   um dann mit kaum verhohlenem Zorn und bebender Stimme schließlich die armen freundlichen Damen in der Anmeldung mit Nachfragen und Vorwürfen von der Arbeit abzuhalten….

Ich aber bin, wie gesagt, vorbereitet.

Habe immer eine Wasserflasche dabei, eine Banane oder zumindest etwas Schokolade (wenn nicht gerade wie jetzt Schokoladenfasten angesagt ist) und vor allen Dingen etwas ZUM ZEITVERTREIB!

Anfangs,  in der Phase, als ich monatlich zu Kontrolluntersuchungen in der MHH erscheinen durfte, habe ich mir Zeitschriften mitgenommen, später dann Taschenbücher, inzwischen bin ich dazu übergegangen, mein Strickzeug mitzunehmen.

Das hat vor allem den Vorteil, dass man nicht durch die unvermeidlichen Nebengräusche und Gespräche in seiner Konzentration auf einen Text ständig gestört wird. Beim Stricken kann  ich meinen Gedanken nachhängen  –  – –  oder es lassen 😉 , das Kommen und Gehen verfolgen, auch die seltsamsten Gespräche, und auf diese Weise gleichzeitig produktiv-kreativ sein und wichtige Erfahrungen für das Leben machen. . .

Mir wird nicht langweilig und 1 Viertelstündchen oder 6 – 8 Viertelstündchen Wartezeit, was soll’s.

Irgendwann bin auch ich an der Reihe und bin heiter und entspannt, wenn der nette Arzt endlich Zeit für mich und meinen Fuß hat. (Diesmal war die Wartezeit extrem kurz, nur 3 Viertelstündchen und 10 Minuten!!!)

Er ist wirklich nett, mein Fußarzt. Und auch – davon bin ich überzeugt – richtig gut! Und das ist bei Fußoperationen doch wichtiger als einfach nur nett und pünktlich zu sein, oder?!

Und „in Warten“ bin ich inzwischen eine absolute Expertin.

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Jesus, ein Prophet Mohammeds ….? 28. Februar, 2012

Posted by Rika in christsein und glaube, gesellschaft, islam.
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DAS würde das Christentum natürlich vollkommen delegitimieren als „eigenständige“, monotheistische Religion!

Jesus als Wegbereiter Mohammeds, als Prophet, der auf den größten aller gewesenen und  kommenden Propheten hinweist.

Der Koran „degradiert“ Jesus ja immer schon, macht ihn zu einem zwar großen,  aber immerhin „nur“ zu einem Propheten, der auf den noch größeren, nach ihm kommenden hinweisen soll. Aber nun soll eine uralte christliche Schrift aufgetaucht sein, die das ebenfalls behauptet, bzw. bezeugen soll. Endlich könnte man damit den Christen „beweisen“, in welch großem Irrtum sie sich schon seit 2000 Jahren befinden.

Das hat doch was!

Und ich kann verstehen, dass DAS  den Türken prima in den Kram passt. Schließlich haben sie wenig zu bieten an „altislamischen“ Heiligtümern, wie man sie etwa auf der arabischen Halbinsel findet,  dafür aber umso mehr historische Zeugnisse der frühen Christen auf dem Gebiet der heutigen Türkei.

Was muss das für ein Ärgernis sein!

Ausgerechnet im Land des neu aufblühenden Islam finden sich  so viele der  frühchristlichen Zeugnisse außerhalb Israels.

Und diese Zeugnisse der frühen Christen stehen allesamt in einem plausiblen Zusammenhang zu den Berichten der Bibel über die Ausbreitung des Christentums in „Kleinasien“, wie es früher hieß. Nachlesen kann man diese Berichte in der „Apostelgeschichte“  (z.B. Kapitel 13, 14, 16, 18,19,20)

Dass selbst die heutigen Türken sich der christlichen Vergangenheit ihres schönen Landes nicht ganz entledigen wollen,  weil sich damit ja auch unter Christen prima Reklame für eine Türkeireise machen lässt, lässt sich an so simplen Tatsachen ablesen, wie denen der Reiseveranstalter, die „Touren auf den Spuren des Apostels Paulus“ anbieten.

Von Mohammed dagegen keine Spur! NICHTS! Nicht mal ein Pferdehufabdruck oder ein heiliger Baum, unter dem er vielleicht mal geschlafen haben könnte….  Stattdessen alte Höhlenkirchen mit deutlichen christlichen Darstellungen in den phantastischen Fresken und  alte Spuren jüdischer Gemeinden, die sogar lange vor den Christen schon in Kleinasien anzutreffen waren…  Ein Jammer!

Und nun das „Barnabas-Evangelium„.

Barnabas, auch das wissen wir durch die Apostelgeschichte, war ein frühes Mitglied der jungen Gemeinde in Jerusalem, wurde  Bundesgenosse des Paulus, sein Weggefährte und Mitstreiter für die Sache des Evangeliums von Jesus Christus. Allerdings waren die beiden unterschiedlicher Meinung, wie sie ihre „Missionsfahrten“ fortsetzen sollten. Auch darüber berichtet die Bibel ganz offen.  (Apostelgeschichte 15, 35 – 41) Die beiden Apostel sind weise genug, den Streit nicht eskalieren zu lassen. Sie gehen fortan getrennte Wege. Barnabas, so wird  berichtet, ging zurück in sein Geburtsland „Zypern“.

Um ihn, wie um die meisten der bekannten frühen Christen,  bilden sich im Laufe der Jahre viele Legenden.  (Diese Legenden sind mir als evangelisch-freikirchlicher Christin zumeist vollkommen fremd und da, wo sie mir mal begegnen, um es deutlich zu sagen, auch ziemlich suspekt!)

Zu der Legendenbildung gehört auch, dass Barnabas der Schreiber eines Briefes gewesen sei. Dieses Schreiben war von Beginn an umstritten, so dass es nicht in den Kanon der Bücher und Briefe des Neuen Testaments aufgenommen wurde.  Auch das ihm zugeschriebene „Barnabas-Evangelium“ aus dem 16. Jahrhundert findet vor den Augen der Bibelwissenschaftler keine Gnade. Es wurde und wird als Fälschung betrachtet.

JETZT EIN NEUER VERSUCH!

Und nun die Enthüllung in Ankara – die Regierung bestätigt die Existenz des Manuskripts, das man schon vor zwölf Jahren einer Schmugglerbande abgenommen habe, die Polizei (!) schätzt das Alter auf „2000 bis 1500 Jahre“, also vor der Entstehung des Islam. Und nun spekulieren die türkischen Medien, der Beweis sei erbracht – eine Ankündigung des Kommens Mohammeds, hundert Jahre vor seiner Geburt. Schon 1986 geisterte das Evangelium nach Barnabus durch türkische Medien. Damals war von seinem Fund auf dem Berg Mem in Uludere (Süd-Anatolien) die Rede.

Ein 2000 bis 1500 Jahre altes Buch aus der Feder Barnabas, jedenfalls älter als der Islam selbst (wobei Muslime ja der Meinung sind, dass der Islam seit Anbeginn der Zeit die eigentliche Gottesoffenbarung darstellt, es aber Mohammed vorbehalten war, dies wieder in das Bewusstsein der Menschen zu prügeln bringen, allein mit der Kraft des Wortes, versteht sich), welch eine wunderbare Fügung!  Endlich ein „greifbares“ Dokument, dass den Islam in der Türkei sozusagen als „schon immer beheimatet“ darstellt. Die vielen Erboberungskriege der „Muselmanen“, wie man es verharmlosend und beschönigend  erzählt, sprechen dagegen eine andere Sprache!

Dumm deshalb für die Türken, dass auch dieses Manuskript dem kritischen Auge des Betrachters nicht standhalten kann, wie weltonline schreibt:

Nur, ganz so leicht, wie es jetzt dargestellt wird, ist es nicht. Der Bibelforscher Timothy Law aus Oxford hält das Manuskript für eine Fälschung. Die goldenen Lettern, Leder statt Pergament und witzigerweise sogar, wie er zu entziffern meinte, die Inschrift „Im Jahr 1500 des Herrn“ machen es seiner Ansicht nach unmöglich, dass das Werk echt sein könnte. Law steht mit seiner Kritik nicht allein.

Es wäre ja zu schön für die eigene Bedeutung innerhalb der islamischen Welt, wenn man endlich auch etwas vorweisen könnte, was sich als „Heiligtum“ und Pilgerstätte eignet. (Vielleicht hegt die Türkei die heimliche Befürchtung, dass es mit den christlichen Pilgern zu den Stätten des „Apostel Paulus“ bald ein Ende haben könnte, wenn die Regierung den Prozess der vollständigen Islamisierung des Landes weiter so vorantreibt wie bisher???)

Die Türkei aber, mit ihren Führungsambitionen in der islamischen Welt, will es in einem Museum ausstellen.Es sieht fast so aus, als wolle hier jemand mit staatlicher Hilfe eine Legende bilden – auch politisch schadet es der Türkei nicht, eine „Reliquie“ zu besitzen, die die Wahrheit des Islam und den Irrtum der Christen mit der vermeintlich „wahren“ Bibel“ belegt.

Hervorhebung von mir.

Gut, dass wir mal darüber gesprochen haben, bzw. Boris Kálnouky, der Autor dieses Berichtes. Er lässt jedenfalls  keinen Zweifel daran,  wie man „die wahre Bibel“ einschätzen sollte.

Es ist ein taktisches Manöver, dass die Identität der Türkei „islamischer“ erscheinen lassen soll, als sie der Geschichte nach ist!

An dieser Stelle ist es angebracht, auf die

Vertreibung und Ermordung der christlichen armenischen Bevölkerung der Türkei

hinzuweisen!

Und ebenso auf die ethnische Bereinigung, die stattfand und in deren Folge tausende christliche Griechen das Land verlassen mussten – die Fairness gebührt zu sagen, dass ebenfalls tausend muslimische Türken aus Griechenland ausgesiedelt wurden!

Die Türkei, als neuer starker islamisch ausgerichteter Staat im Vorderen Orient, versucht offenbar mit allen Mitteln ihr Gewicht im Kanon muslimischer Staaten zu verstärken.

Ich bin gespannt, ob und wie christliche Publizisten, Parteien und die Vertreter der großen christlichen Kirchen in Deutschland auf diese Taktik reagieren.

Manchmal kann ich mich selbst nicht leiden… 25. Februar, 2012

Posted by Rika in antisemitismus, gesellschaft, islam, terrorismus.
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Manchmal möchte ich am liebsten wie ein neugeborenes Kind, voller Vertrauen und gänzlich ohne jeden Zweifel nur an das Gute und Schöne glauben, daran, dass alle Menschen ausnahmslos gut sind und nichts anderes als Gutes wollen.

Damit fängt die Crux aber schon an und die ist größer als das Dilemma, das Paulus so eindrucksvoll im „Römerbrief“, Kapitel 7, 18 / 19  beschreibt:

18 Ich weiß ja, dass in mir, das heißt in meiner eigenen Natur, nichts Gutes wohnt. Obwohl es mir nicht am Wollen fehlt, bringe ich es nicht zustande, das Richtige zu tun.

19 Ich tue nicht das Gute, das ich tun will, sondern das Böse, das ich nicht tun will.

(nach der neuen Genfer Übersetzung)

Keine Angst, dies wird keine Predigt und auch nicht das Wort zum Sonntag!

Nach den paulinischen Gedankengängen ist das Böse -Gute – Dilemma eine innerpersonale Angelegenheit, die ich / man (allenfalls oder vor allem, je nach persönlichem Standpunkt)  mit Gott verhandeln muss.

Die Crux, mit der wir es  in unserer globalen Gesellschaft  zu tun haben, ist jedoch die, dass die Vorstellung von dem, was „gut“ ist, doch sehr, sehr unterschiedlich ausfällt, je nachdem welchem Kulturkreis, welcher Religion und welcher Partei man angehört – na gut, es gibt schon einige wenige Ausnahmen, auf die sich die Mehrheit der Weltbevölkerung vermutlich einigen kann, mir fällt nur gerade kein passendes Beispiel ein.

Egal, wohin man schaut, ob ins Zivilrecht oder Strafrecht, in die Kindererziehung oder das Bankenwesen, wir kommen global betrachtet einfach nicht unter einen Hut. Während man in Deutschland die Konfession wechseln kann, wie die Unterhosen – und das von den meisten Menschen hierzulande für „GUT“ befunden wird, sieht das in anderen Gefilden unserer schönen Erde ganz anders aus. Da wird man für solcherlei „Gutes“ gehängt oder gesteinigt, jedenfalls zum Tode befördert. Ähnliches gilt für die Liebe unter Schwestern und der unter Brüdern. Bei uns hier ist das zum Glück (siehe „GUT“) seit einigen Jahren kein Straftatbestand mehr, der mit Gefängnis geahndet wurde,  in anderen Ländern zappelt man für die Liebe zum gleichen Geschlecht  am Baukran. Während die meisten Menschen in den Ländern der westlichen Hemisphäre alles daran setzen, dass ihre Kinder groß und stark werden und ein möglichst langes Leben haben, werden andere Kinder frühzeitig mit dem Gedanken vertraut gemacht und mit erzieherischen Maßnahmen entsprechend darauf vorbereitet, ihr Leben einer gottgewollten Sache zu opfern und dafür vorzeitig ihr Erdenleben zu beenden. Wetten, dass die Menschen, die dem letztere Erziehungsideal huldigen, dass auch „GUT“ finden? Ich aber finde es nicht „GUT“, sondern menschenverachtend böse, wenn Kinder zu Hass    erzogen, als Selbstmordattentäter eingesetzt, zum Töten und Morden gedrillt, als „menschliche Schutzschilde“ missbraucht oder mit dem Segen des Propheten durch Minenfelder gescheucht werden!

Was ist also „GUT“  – ich meine global betrachtet, mehrheits- und konsenzfähig?

Die Frage ist deshalb relevant, weil seit einigen Jahren und im Zuge der Globalisierung einerseits und der geforderten Mobilität in der Arbeitswelt andererseits, sich Menschen aus den unterschiedlichen Denk-, Religons- und Kulturkreisen mischen, vorzugsweise in unseren Breitengraden und vorzugsweise aus Ländern mit arg unterschiedlichen Gepflogenheiten und Glaubenszuversichten. Für viele ist das kein Problem. Die leben lustig und multikulturell bereichert in den Tag hinein. Vermutlich sind sie sich  dessen, was sie als „GUT“ erachten und womit sie sich von anderer Leute „GUT“ unterscheiden, gar nicht so bewusst. Aber vielleicht wollen sie es einfach auch nicht so genau wissen, Hauptsache, ihnen persönlich geht es „GUT“, wie auch immer das aussehen mag.

Dem „Alten Fritz“ wird der schöne Satz zugeschrieben, ein jeder möge nach seiner Facon selig werden, wobei das „seiner“ durchaus auf den Einzelnen  bezogen war und nicht auf den Alten Fritz. (Die nähere Betrachtung der Geschichte zeigt allerdings, dass das ein nur bedingt tauglicher Satz war, um die gesellschaftlichen Zustände zu beschreiben und Ausgrenzung und Diskriminierung der Juden beispielsweise damit keineswegs der Vergangenheit angehörte!)

Nun ist aber auch in unserer Gegenwart die Sache mit dem Seligwerden nach eigener Facon nicht so ganz leicht zu bewerkstelligen, selbst dann  nicht, wenn man das „SELIG“ nicht als einen jenseitigen Zustand begreift, den es zu erreichen gilt – wie immer man sich dabei auch anstellen mag -, sondern das Glück im Hier und Jetzt sucht. Das fängt bei Kopftüchern an und hört beim Essen nicht auf.

Nein, das ist alles andere als einfach.

Es gibt viele  Missverständnisse und gegensätzliche Anschauungen und viele Menschen, die die anderen von ihrem „GUTEN“ zu überzeugen versuchen, manche tun das mit Worten, andere mit (als Bestechung angesehene) materiellen Hilfen, wieder andere verlassen sich auf Waffengewalt.

Aber darüber reden, ganz offen, alles auf den Tisch legen???

Fehlanzeige, meistens jedenfalls.

Und die, die darüber reden laufen Gefahr, ihrerseits missverstanden, verleumdet, bekämpft zu werden – nicht nur mit Worten, wie man immer wieder hören und lesen kann.

Manchmal hege  ich die Vermutung, dass ich auch zu den  Exemplaren der Menschheit gehöre, die sich darüber einen Kopf machen, bzw., die ihren „Kopf“ wenn schon nicht durchsetzen, so aber doch wenigsten mitteilen wollen zur Belehrung, Erbauung, Warnung und Mahnung anderer.

Sollte ich aber  wirklich nicht mehr über das reden, was mich bewegt, mich manchmal ängstigt und manchmal wütend macht, nur weil ich dabei Gefahr laufe, das, was ich als „GUT“ ansehe, um die Ohren geschlagen zu bekommen, weil andere darin Böses, finsterstes Böses erblicken (könnten)?

Bin ich jetzt etwas zu kryptisch in meinen Äußerungen?

Dann empfehle ich einfach den Text einer anderen Bloggerin, in dem ich meine Gedanken teilweise wieder  und vor allem, ganz vorzüglich „GUT“ zur Sprache gebracht finde:

Robert Wistrich. Der Antisemitismus und die Islamisten

von Gudrun Eussner.

Ehre, wem Ehre gebührt? 22. Februar, 2012

Posted by Rika in antisemitismus, araber-"palästinenser", christsein und glaube, gesellschaft, israel.
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Zweifellos ist es eine besondere Ehre einen Preis zu erhalten für etwas was man  „gut“ gemacht hat.

Was „gut gemacht“ ist, bestimmen bei Preisvergaben in der Regel die Preisvergeber, ist ja irgendwie auch ganz logisch.

Dass sich hinter dem „gut gemacht“ nicht immer ein „gut gemeint“ verbirgt im Sinne des Preisvergebenden, kann im Zweifelsfall schon mal vorkommen. Soll man aber deshalb den Preis für das „gut gemacht“ nicht vergeben???

Vor dieser Frage müssten eigentlich in dieser Woche auch die Preisvergeber und der Laudator stehen, die die vier Preisträger des diesjährigen Medienpreises ehren.

Denn zumindest einer der zu Ehrenden ist – so sehen es außer mir  auch viele andere  hierzulande – nicht ehrbar, sprich, verdient die Ehre nicht, die man ihm angedeihen lassen will.

Die Rede ist von einem Pastor aus Bethlehem.

Sein Tun, für das er geehrt werden soll?

An einem anderen Platz der Welt schafft auch Dr. Mitri Raheb Orte der Begegnung, des Austauschs und des Dialogs: in Bethlehem, der biblischen Stadt, die jedoch kein Platz des Friedens ist. Nahe der Mauer zwischen Israelis und Palästinensern setzt sich der evangelische Pfarrer trotz vieler Rückschläge und Bedrohungen für die Verständigung von Christen, Moslems und Juden ein. Raheb hat eine ganze Infrastruktur von Schulen, Gesundheitszentren und Begegnungsstätten geschaffen, die das alltägliche Leben für die Menschen in Bethlehem leichter machen. Dr. Rahebs Wirken ist die Alternative zu Gewalt und Radikalisierung.

So beschreibt es die Kurzfassung der “ MEDIA CONTROL     DEUTSCHER MEDIENPREIS

EINSCHUB:

Man könnte natürlich auch darüber reden, wieso MEDIA CONTROL überhaupt einen Preis vergibt, ob die Gruppe damit tatsächlich einen preiswürdigen Menschen und sein Werk ehren will oder sich nicht doch vielmehr selbst ins Bewusstsein der Öffentlichkeit heben möchte, was ich allerdings eher vermute, denn wer, außer den Insider-Firmen, hat schon jemals was von MEDIA CONTROL gehört? Meine eine jedenfalls nicht und viele andere Müllerlieschen vermutlich doch auch nicht! Dass sich ein ehemaliger Bundespräsident vor den Public-Relation-Karren spannen lässt um  (zumindest einen dubiosen)  Zeitgenossen zu ehren, mag nach der Wulff-Affäire auch den Beigeschmack „Zubrot verdienen“ erhalten, ich bin nämlich nicht mehr so naiv zu glauben, dass ein „hohes Tier“ aus reiner Menschenfreundlichkeit und ohne jedes Honorar seinen Ruhestand unterbricht, um andere, noch weniger „hohe Tiere“ mit seiner Anwesenheit zu beehren und Reden zu halten auf „noch weniger hohe Tiere“….   Einschubende!

Kommen wir zurück auf den oben zitierten Text:

Gleich zu Beginn erfahren wir, dass Bethlehem „kein Platz des Friedens“ sei. Das muss natürlich so hervorgehoben werden, damit das „Versöhnungswerk“ umso strahlender aufscheinen kann. Und selbstverständlich MUSS in diesem Kontext auch „DIE MAUER“ eine zentrale Rolle spielen, die (böse) Mauer zwischen „Israelis und Palästinensern“. Wobei die Ehrenden großzügig über die Frage hinweggehen, wieso, weshalb, warum überhaupt eine Mauer in oder durch oder durch Teile von Bethlehem gebaut worden ist. Dabei weiß doch jeder Mensch seit seinen Kindertagen und der Sesamstraße, dass WIESO – WESHALB – WARUM eine absolut notwendige Fragefolge ist, will man nicht dumm bleiben! Für Bethlehems Mauern werden diese Fragen aber außer Kraft gesetzt. Es reicht zu wissen, was „gut“ und was „böse“ ist. „Gut“ sind die arabischen Bewohner Bethlehems, „böse“ sind die israelischen Mauerbauer. So einfach ist die Welt.

Darum merke: Mauern, die (meinen) Besitz schonen und schützen, sind grundsätzlich gut, Mauern, die das Leben schützen, sind böse, jedenfalls, wenn  sie  in Jerusalem  oder eben in Bethlehem stehen und / oder von Israelis errichtet wurden. Dann sind sie nämlich für einige Leute hier im sicheren Deutschland  „rassistisch“, für andere „imperialistisch“ und für wieder andere „menschenfeindlich“, nur eines sind Mauern, die von Israelis errichtet werden in den Augen vieler Menschen außerhalb Israels ganz sicher nicht: Eine NOTWENDIGE SCHUTZMASSNAHME zur Sicherung des LEBENS!

Nun also der Pastor, der im Angesicht oder im Schatten der unmenschlichen Mauer unmenschliche Anstrengungen unternimmt und Einrichtungen schafft, die „das alltägliche  Leben für die Menschen  in Bethlehem leichter  machen“. Wobei ich mir die Frage stelle, wieviele   arabische  Christen glücklich und zufrieden mit arabischen Muslimen Tür an Tür leben. Und ob sich in den Zeiten seit der Gründung der PLO an diesem Glückszustand möglicherweise etwas geändert haben könnte und auch, wieviele Israelis in Bethlehem leben, die das Glück der arabischen Brüder stören könnten. Schaut man sich nämlich den Link (unter Israelis) näher an, wird man feststellen, dass das Friedensprojekt weniger der Aussöhnung zwischen Arabern und Juden dient, als vielmehr der Tatsache, dass nicht alle christlichen Araber aus  berechtigter Angst und Furcht vor ihren muslimischen arabischen Nachbarn das Weite suchen.   Leider wird das aber in dem Text zur Heiligsprechung  zur Preisvergabe gar nicht thematisiert. Es wäre aber doch mehr als angebracht, genau diese Problematik in den Mittelpunkt der Betrachtung zu rücken und sehr klar zu stellen, dass Christen unter arabischer Verwaltung nichts zu lachen haben.  Stattdessen vermittelt der Text den Eindruck und soll ihn wohl auch suggerieren, dass Raheb zwischen Arabern und Juden Versöhnungsarbeit leistet. Aber genau das passiert eben nicht!   So bleiben Fragen über Fragen, die die Sesamstraßenleute getreu dem Motto WIESO, WESHALB, WARUM  mal unter die Lupe nehmen sollten.

In der Tat wäre die Arbeit des Pastors, die Lebensumstände der christlichen Bewohner Bethlehems deutlich zu verbessern, eine ehr-würdige Sache, hätte das Friedenswerk nicht einen ziemlich großen Haken; der liegt in der theologisch-ideologischen Haltung des Pastors verborgen, ist aber  den Juroren ganz offensichtlich nicht aufgefallen. Das mag daran liegen, dass die meisten Menschen heutzutage leider bei der Nennung des Begriffs „ISRAEL“ reflexhaft in antiisraelische Schockstarre geraten, die es ihnen nicht mehr ermöglicht, über den Horizont der begrenzten öffentlich vertretenen Meinung zu blicken – was man aber doch eigentlich bei einem Unternehmen names MEDIA CONTROL erwarten könnte. Das, wenn nicht wer sonst, müsste doch in der Lage sein, alle verfügbaren Informationen über den umtriebigen Pastor zu erhalten und, es müsste doch gleichfalls in der Lage sein, diese Informationen zu analysieren, sie auf ihren moralischen und ethischen Gehalt hin zu überprüfen, wenn es schon einen „Preis“ vergibt, der eben nicht die „saure Gurke“ heißt.

So könnte es doch der MEDIA CONTROL nicht entgangen sein, was einem Blogger sofort aufgefallen ist, dass nämlich der Pastor im tiefsten Grund seiner Argumente einen rassistischen Antisemitismus betreibt und auch laut und öffentlich benennt, wie er  seit Adolfs Zeiten in öffentlichen MEDIEN als öffentlich  geäußerte Meinung nicht mehr zu hören oder lesen war! Da faselt hetzt der Pastor über Juden und ihre Abstammung samt DNA, dass es einem jeden Neonazi zur Ehre gereichen würde und ihn vermutlich mit der Staatsanwaltschaft in Kontakt bringen könnte wegen Volksverhetzung. Aber so etwas wird hierzulande, wenn der Hetzer aus Bethlehem kommt, als „Friedensmission“ verstanden und bepreist!  Doch selbst wenn man die „Gene“ außen vor lässt (das haben die Medien bei Sarrazin tunlichst ganz anders gehandhabt!!) und sich auf das Kerngeschäft des Pastors, die Theologie beschränkt, können selbst Laien nicht umhin, in seinen abstrusen  Theoriegebäuden den ältesten und beständigsten Judenhass wieder zu finden, wie ihn die Christentheit seit Jahrhunderten produziert und immer und immer wieder reproduziert, entgegen aller biblischen Aussagen und entgegen allem theologischen Sachverstand dafür aber mit allen theologischen Spitzfindigkeiten:

Die Juden haben bei Gott verspielt und darum haben sie auch alle Rechte (die Pflichten  haben die Christen ohnehin immer negiert!) des „auserwählten Volkes“ an die Nachfolger, die Christen, verloren, sprich:  Man darf Juden  wie Aussätzige behandeln, sie misshandeln, malträtieren, denunzieren, umbringen, sie haben es schließlich nicht anders gewollt und verdient! 

Ich habe das mal in „Lieschen-Müller-Deutsch“ ausgedrückt, Theologen haben es immer etwas wissenschaftlich-vornehmer und abgehobener verkündet, die Folgen für die Juden waren jedoch, siehe oben, immer gleich!

Der Pastor, der von MEDIA CONTROL geehrt werden soll, verkündet aber genau das!

Hätten die Damen und Herren nicht erst einmal ihre Medienkompetenz einsetzen müssen, um zu sehen, wes Geistes Kind der Herr Pastor ist? (Dank an heplev für die Informationen und Links!)

Oder haben sie zwar erkannt, was da im Untergrund rummort, sich aber auf die zuverlässige Stellungnahme  evangelischer Christenvertreter verlassen, die keinerlei Probleme mit den Reden des Pastors aus Bethlehem haben — was mich aber auch nicht weiter verwundert, ist doch christlicher Antisemitismus bei Protestanten ein häufig anzutreffendes Merkmal ihrer Frömmigkeit und Israelkritik die liebste Spielwiese, auf der sie ihre jesuanische Feindesliebe austoben…

Ich erinnere an dieser Stelle exemplarisch an den fürchterlichen Beitrag im Pfarrerblättchen, der von  Kirchenoberen nur sehr, sehr verhalten kritisiert wurde. Da hätte ich doch von den Vertretern der Evangelischen Kirche Deutschland  doch einen eindrucksvollen und deutlichen Kommentar erwartet. Leider bleib er aus.

Die Kirchenoberen halten sich auch in Bezug auf Pfarrer Raheb vornehm zurück. Immerhin, es gibt Kritik in evangelisch-christlichen Reihen,  aber auch die Kritik an den Kritikern.

Noch hätte Roman Herzog Zeit, die Ehrung für einen bekennenden Judenverächter, der sich das Mäntelchen „Versöhnungsarbeit“ umgelegt hat, zurückzuweisen.

Übrigens erinnert mich das Vorgehen des „Versöhnungspastors“  an eine andere, bei deutschen Christen beliebte „Versöhnungsarbeiterin„. Auch ihr huldigt man ob ihrer „mutigen Arbeit“   im Schatten der Mauer, doch wer ihre Bücher mit wachem Verstand liest, wird nicht umhin kommen, das, was sie „Versöhnung“ nennt, als sehr subtile und stetige  Anklage gegen Israel zu begreifen.

Sie reden von Frieden und Versöhnung und meinen :

Der jüdische Staat Israel muss verschwinden!

DAS WOLLEN WIR NICHT EHREN!

Weiterführende Links:

Medienpreis für Mitri Raheb?

Medienpreis für Friedensstifter oder Judenfeind?

Herausragende Symbole der Menschlichkeit

Kritik an Vergabe des Medienpreises an Mitrib Raheb

DKR-Presseerklärung

Streit über Ehrung

Kritik an Ehrung

Kirche verteidigt umstrittenen Pfarrer

Proteste gegen Medienpreis für palästinensischen Pfarrer

DAS KAIROS-PALÄSTINA-DOKUMENT

Aufruf palästinensischer Christen

Pfarrer Volkmann nimmt Stellung zum K-P-D

Stellungnahme zum Kairos-Palästina-Dokument

Brief an Alt-Bundespräsident Herzog

Stellungnahme von SPME Germany

Anti-Israel Palestinian Lutheran…

Braune Brause… 19. Februar, 2012

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
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Ich ruhe im Sessel am Fenster, schaue ins Gärtchen, lese ein wenig, stricke ein wenig, esse ein wenig, gehe hin und wieder zu dem ruhigen Örtchen im Hause (humpelnd und mit Gehhilfen), unterhalte  mich (auch nur ein wenig, da der liebste Gatte auch  außerhäusig zu tun hat), spaziere ein wenig durch die sagenhaft weite Welt des Internets, schaue ein wenig hier vorbei und ein wenig dort und stoße auf diese Weise auf einen bemerkenswerten Artikel über Braune-Brause.

Ich persönlich mag das Zeug nicht, mochte es noch nie und habe mir darum auch noch nie, bzw. so gut wie nie Gedanken darüber gemacht, auf welch subversiv-fiese Weise  die Leute mit der Braunen-Brause Einfluss nehmen auf mein friedliches Lebens, wie sie mir schaden (nicht nur den Zähnen oder dem Blutzuckerhaushalt), mich missbrauchen für ihre gemeinen Absichten und was sie sich alles ausdenken, um die Weltherrschaft zu erlangen.

Das ist ihnen ja schon fast gelungen. Aber eben nur fast.

Denn dank der Aufmerksamkeit einiger besonders begnadeter Menschen, konnten die bösen Machenschaften aufgedeckt werden. Und, den Jüngern des  bärtigen Propheten sei Dank, gibt es nun endlich Aufklärung über die üblen Machenschaften der Braunen-Brause-Lobby, die, wie könnte es anders sein, auch mit dieser anderen gefährlichen Lobby der Weltverschörung zusammenarbeiten soll. So ganz sind sich die Prophetenjünger darüber noch nicht im Klaren, sie arbeiten noch daran, die Hintermänner und Zusammenhänge aufzudecken, aber fit wie sie sind, werden sie es gewiss schaffen.

Doch auch jetzt schon können wir alle dazu beitragen,  der Braunen-Brause-Lobby entgegen zu wirken:

 

Einfach nicht mehr trinken!

Ich meine nicht, generell auf das Trinken zu verzichten, nein!

Nie mehr Braune Brause trinken.

Übrigens auch nicht die Gelbe Brause der Braunen-Brause-Lobby. Deren Verkauf dient nämlich auch der Weltverschwörung, und die gilt es doch zu bekämpfen, gell, beim Barte des Propheten und allem was ihm wichtig ist.

Die wackeren Streiter gegen die Braune Brause zählen noch eine Riesenmenge weiterer Produkte auf, von denen wir lieber die Finger lassen sollten, wollen wir den Weltverschwörern nicht in die Hände fallen oder ihnen, was der Himmel verhüten möge, gar zuarbeiten.

Leider gibt es noch nicht so ganz viele überzeugende Alternativen, es sei denn, man würde sich dem Teetrinken ergeben… aber auch da sollte man vorsichtig schauen, ob auf der Packung nicht das Logo der Braunen-Brause-Bosse prangt.

Vorsicht ist geboten.

Damit niemand mehr Gefahr läuft, sich irrtümlich mit der Braunen Brause gemein zu machen:

Hier ist der Link, da werden Sie geholfen!

 

Keine große Sache… 15. Februar, 2012

Posted by Rika in christsein und glaube, meditatives.
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Nein, eine „große Sache“ ist die Operation, die mir morgen bevorsteht, wirklich nicht.

Schon gar nicht, wenn man an die vielen Leute denkt, die mit unheilbaren Krankheiten in den Kliniken liegen und wirklich schwere Operationen über sich ergehen lassen mit der Hoffnung, wieder gesund zu werden.

Es ist ja nur der Fuß.

Und dennoch.

Als ich mir sorgfältig die Informationen über die Op samt  Anästhesie durchlas und von den Ärzten im Sinne ihrer ärztlichen Sorgfaltspflicht  auch über die jeweiligen Risiken aufgeklärt wurde, wurde mir einmal mehr bewusst, dass Leben in letzter Konsequenz „endlich“ ist und es eben nicht selbstverständlich ist, gesund und munter das Krankenhaus auch wieder zu verlassen, selbst wenn das in vermutlich 99% aller Fälle, in denen Füße operiert werden, der Fall ist.

„Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden!“ (Psalm 90,12)

Dieses Nachsinnen über den Tod, meinen Tod, ist nicht nur jetzt an die Situation vor einem chirurgischen Eingriff gebunden, immer wieder wurde und werde ich durch das Leben um mich herum, durch Freunde, Texte, Erlebnisse, Erfahrungen anderer mit  „Sterben“  konfrontiert.

Für mich bedeutet Sterben nicht das Ende aller Dinge, es ist  der Übergang in ein neues, ein ewiges Leben und es ist auch nicht der Zufall, der das Ende bestimmt, ich bin zutiefst davon überzeugt, dass Gott den Beginn und das Ende des Lebens setzt.

Und das gilt für morgen und die Op und für all die Tage meines Lebens, die ich, „so Gott will und wir leben“, noch vor mir habe.

 

Auf dem Eis… 14. Februar, 2012

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
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Welch ein Glück!

Der starke Frost der vergangenen Tage hat dem Maschsee eine dicke Eisdecke beschert und tausenden von Menschen aus Hannover und Umgebung das Vergnügen bereitet, in jeder nur erdenklichen Weise auf dem Eis zu lustwandeln.

Der Meinige hatte schon am Mittwochmittag, kurz vor der offiziellen Freigabe, das Eis getestet und für gut und belastbar befunden – und viele andere hatten es ihm gleich getan. Am Mittwochnachmittag waren auch die kritischen Kontrolleure mit ihren Messergebnissen zufrieden und histen die Flagge, die allen Leuten signalisierte:

Der Maschsee ist zum Eisvergnügen freigegeben!

Freitagnachmittag - noch sind es "wenige" Leute, die sich auf dem Eis tummeln.

 

Und welch ein Vergnügen!

 

Alte und Junge, Sportliche und Furchtsame,

 

 

 

 

auf Schlittschuhen oder ohne, und nur  zu   Fuß, mit Schlitten oder Fahrrad,  Bollerwagen, Kinderkarren und dem liebsten Haushund.

 

 

 

 

 

Es war ein friedliches, fröhliches, schier endloses Kreisen und Wandern, Gleiten und Gehen von tausenden von Menschen ganz ohne Hektik und Stress im strahlenden Sonnenschein des Nachmittags…

 

 

 

 

 

oder in der blauen Dämmerung des frühen Abends.

Hinter den Baumwipfel die imposante Dachkonstruktion des Stadions…

 

Noch steht in dieser Jahreszeit  die Sonne so tief, dass die Bäume schon am Nachmittag  lange Schatten werfen…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

…und das  Licht der Sonne unverhofften Glanz zaubert.

 

 

 

Natürlich gehört zum Eisvergnügen auf dem Maschsee auch die entsprechende Verköstigung: Bratwürstchen vor allem, heiße Getränke – Kakao und Glühwein, mit oder ohne Schuß -, Bier, Säfte und Brause.

Am Stand des Frauenrudervereins gab es außerdem frisch zubereitetes, heißes Schmalzgebäck mit viiiiel Puderzucker, lecker!

 

 

Und wenn man Glück hatte wie wir, konnte man Gebäck und Glühwein bequem im Strandkorb sitzend genießen…

Wenn ich einen leicht verfrorenen Eindruck mache, täuscht der NICHT! Es war nämlich sehr kalt und ich fror tatsächlich, hatte ich doch lediglich meinen Skianzug angezogen, auf wärmende Skiunterwäsche aber verzichtet, schließlich ziehe ich die beim Skifahren ja auch erst an, wenn es -15° und abwärts kalt ist. Aber die Kälte auf dem Eis und die fehlende Bewegung (das bisschen Laufen zählt nicht!) lehrten mich am Freitag, dass Schnee und Eis nicht dasselbe sind  und ließen mich  klug werden und  dann an  den beiden  nächsten Tagen doch zu den wärmenden Utensilien greifen…

 

 

Der Maschsee, Hannovers „Haussee“, ist wirklich ein wunderbar lohnendes Ziel, zu jeder Jahreszeit!

 

 

Am Wochenende, schreibt die HAZ, waren rund 150000 Menschen auf dem See. Es war ein friedliches Fest auf dem Eis, betont auch die Zeitung. Leider ging das Fest nicht für alle Menschen auch schön und friedlich zu Ende. Es gab viele Stürze und die Rettungskräfte, die vorsorglich an strategischen Stellen positioniert waren, hatten auch tatsächlich viel zu tun.

Auch unsere Freundin zog sich bei einem Sturz einen Knochenbruch zu, der so kompliziert ist, dass sie heute operiert wird. Ich wünsche ihr Gutes und schnelle Genesung – und gehe fest davon aus, dass sie auch beim nächsten Maschsee-Eisvergnügen wieder mit von der Partie sein wird, dann aber vielleicht ohne Schlittschuh.   Wir haben unsere längst an den berühmten Nagel gehängt, weil wir, im Gegensatz zum Skifahren, das Schlittschuhlaufen niemals gut beherrscht haben und wir uns  auf Kufen nie so sicher wie auf Skiern fühlten,  jedenfalls nicht  sicher genug, um mal eben ein bisschen ganz locker und entspannt über den Maschsee zu gleiten.

Aber ganz sicher werden auch wir immer wieder über den Maschsee flanieren wenn er  zugefroren sein wird.

Leider scheinen die Maschseeeistage schon wieder zu Ende zu gehen.

Denn heute kann sich das Wetter nicht entschließen, ob es uns Regen oder Schnee bescheren will, es mischt beides und das ist für das Eis natürlich gar nicht gut, zumal die Temperaturen sich langsam aber sicher dem Nullpunkt nähern mit der Tendenz „steigend“!

 

 

Aber beim nächsten klirrenden Frost und  dicker Eisdecke   wieder…

„ganz Hannover“ und Rika mit dem Liebsten „auf Eis“…

Mach’s noch einmal, Doc… 9. Februar, 2012

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Gestern beim Fußdoktor.

Ja, der zweite Zeh des rechten Fußes  muss dringend operiert werden.

Muss er wirklich, ich habe ständig Schmerzen bei längeren Spaziergängen, wobei „länger“ in etwa den Zeitraum einer halben, bis zu einer Stunde meint, je nach Schuhwerk. Wobei auch gesagt werden muss, dass mit Schuhwerk meine alten Joggingschuhe gemeint sind, ein paar Winterstiefel (maximale Belastungszeit: 30 Minuten) und ein paar Walking-Schuhe, die ich mir zulegte, weil ich in allen anderen Schuhen definitiv nicht mehr laufen kann, allenfalls mit alten eingelaufenen Sonntagsausgehpumps  den Weg aus dem Haus zum Auto und wieder in das Haus der Freunde oder in die Kirche oder zu einer Veranstaltung zurücklegen kann,  dorthin also, wo ich den Rest des Ausflugs sitzend verbringen kann!

Der Doktor ist ein kompetenter Mann, erklärt alles sehr ausführlich, hört genauso ausführlich zu und so einigten wir uns auf den kommenden Donnerstag (16. Februar 2012)  als Op-Termin. Leider muss auch der große Zeh nochmals korrigiert werden. So wird es wieder ein etwas längeres Vergnügen mit  Verbandschuh werden – und all den An- und Unannehmlichkeiten, die so eine Prozedur mit sich bringt.

Angenehm ist die Vorstellung, ganz legitim faul im Sessel sitzen zu können, unangenehm ist alles  andere, angefangen beim Schlafen, über das Aufstehen, Duschen, Anziehen und so weiter und so weiter.

Aber ich kenne das ja schon.

Und nachher kann ich wieder hüpfen und springen, dass es eine Lust ist….

Wenn, wenn dann auch endlich der zweite Fuß ebenfalls wieder in einen geh-, hüpf- und springfreudigen Zustand versetzt worden ist….

Nächstes Jahr um diese Zeit!

PS: Die Hochzeit meiner Kinder Ende März werde ich auf keinen Fall verpassen, nur tanzen, tanzen kann ich dann nicht!

Erstaunlich gelassen… 2. Februar, 2012

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
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… bin ich seit dem vergangenen Freitag, obwohl ich zunächst mächtig mit Ärger, Wut und Tränen zu kämpfen hatte und auch Pauls nette Empfehlung im Umgang mit Erwartungen noch gar nicht gelesen hatte. (Danke, Paul!)

Zwischen halb acht und acht Uhr sollte der HARK-Kaminofen  am Freitag angeliefert und dann montiert werden. Wir waren am Abend zuvor im Häuschen angekommen, und obwohl wir uns darauf eingestellt und auch vorbereitet hatten, dass es im Häuschen kalt sein würde, waren wir über die 3°C  (in Worten: drei Grad Celsius!!!)  Innentemperatur nicht gerade begeistert. Das elektrische Heizöfchen wurde natürlich umgehend in Gang gesetzt und eine Wärmedecke auf dem Sofa unter uns und warme Decken auf den Knien ließen den Abend dann doch einigermaßen erträglich sein. Die Zwiebelmethode kann an dieser Stelle wärmstens empfohlen werden!!!

Das Öfchen heizte tapfer die ganze Nacht hindurch und am Morgen waren es dann schon stattliche 12° im Wohnbereich, auch nicht gerade eine Wohlfühltemperatur, aber immerhin nicht sibirisch kalt. Die Kälte aus Sibirien war ja angekündigt und so freuten wir uns auf die wohlige Wärme, die unser Kaminofen verbreiten sollte.

Wir hatten unseren Kaffee noch nicht ganz ausgetrunken, da hörten und sahen wir den Lastwagen mit dem großen Werbeaufdruck der Firma HARK  kommen.

Erwartungsfroh  öffneten wir den Monteuren  die Tür.

Und wurden fast schlagartig desillusioniert:

„Was ist das denn?“ war die entscheidende Frage des jüngeren der beiden sehr netten und kompetenten Männer.  Das „das denn“ bezog sich auf das Rohr, das aus der Wand ragte.

Zu weit aus der Wand ragte, wie die netten Leute meinten. Viel zu weit.

„Das kann man zusammenschieben!“ gaben wir die Auskunft weiter, die wir selbst von unserem Bauunternehmer erhalten hatten, verbunden mit dem Hinweis auf den „netten Verkäufer“ (Sie wissen schon, den von der Hark-Niederlassung in Altwarmbüchen) und dessen Bitte, man möge den Kamin passend machen und ihn, den Verkäufer,  anrufen, wenn es irgendwelche Probleme gäbe.

Nein, meinten die Monteure, der Verkäufer sei vor 10.00 Uhr erfahrungsgemäß gar nicht zu erreichen (es war gerade 8 Uhr geworden!) und überhaupt in Sachen Montage auch nicht ihr Ansprechpartner, das sei ausschließlich der Chef der Montageabteilung. Auf unsere Bitte hin versuchten sie aber doch den Stutzen „ineinander zu schieben“, scheiterten aber zu unserem Leidwesen. Der Anschlussstutzen rührte sich nicht um einen einzigen Millimeter von der Stelle.

Auch das Versprechen des Verkäufers, das nachträglich angelieferte Kaminstück aufzusetzten, konnten sie mit dem Hinweis auf  Gewährleistung und Sicherheit nicht einlösen. (Der Schornsteinfeger hatte wegen der neuen Schornsteinverordnung gefordert, der Schornstein müsse um einen Meter erhöht werden, damit ein Fenster  des Nachbarhauses – Mindestabstand sind 15 m, wir kamen aber nur auf 14, 30 m – nicht in unserem Rauchbereich liege!)  Der nette Verkäufer aus Altwarmbüchen hatte mit unserem Bauunternehmer abgesprochen, dass die Ofenmonteure auch noch schnell das fehlende Kaminstück aufsetzen würden. Davon wussten die beiden Männer aber gar nichts, das stand auch nicht in ihrem Montageauftrag!

Ein Anruf bei ihrem Montagechef ergab, dass sie weder Kamin, noch Ofen montieren konnten und deshalb auch nicht sollten.  Die Sache mit der Zuständigkeit und dem fehlenden Auftrag leuchtete uns natürlich ein, deshalb machten wir auch auch nicht die freundlichen Mitarbeiter aus der Montageabteilung für die neuerliche Enttäuschung verantwortlich.

Irgendwie schien eher die Kommunikation zwischen Ofenverkäufer und Schornsteinbauer ge“HARK“t zu haben. Und ob sich das so bald lösen wird, ist noch nicht ausgemacht….

Wie auch immer. Wir haben ein wunderschönes Häuschen, das bei normaler Kälte mit Hilfe eines elektrischen Heizöfchens behausbar, für das aber bei großer Kälte dringend ein leistungsfähiger Kaminofen erforderlich ist. Deshalb sind wir gestern, bevor die sibirische Kälte auch über die Nordseeküste hereinbrach, wieder nach Hause gefahren.

Bis dahin haben wir die Zeit im Häuschen trotz des fehlenden Feuers genossen, zumal es draussen traumhaft schön war…

Deich und Wiesen (noch)  grün, Siel und  Watt eisweissblau gefroren…

Noch ist Niedrigwasser, Eis bedeckt das Wasser im Siel

… noch ist Niedrigwasser, Eis bedeckt das Wasser im Siel….

Es ist kalt und ein unglaubliches Licht liegt über der „Eismeerlandschaft“…

Kälte und Wind haben das Wasser zu bizarren Eisformen erstarren lassen, spiegelglatte Flächen wechseln sich mit „Brucheis“ ab, als sei der Spiegel in tausend Scherben zerbrochen…

Ich brauche dringend eine bessere Kamera, um diesen Zauber bannen zu können! (Mit einer besseren Kamera mache ich bestimmt viel, viel bessere Fotos!!!)

Heißer Tee im Häuschen und ein kleines Nickerchen… und dann schnell wieder hinaus in die Kälte und über den Deich, wo ein grandioser Sonnenuntergang über dem Eismeer zu bestaunen war…

Mit einer besseren Kamera würde man auch hier einen riesigen, leuchtend roten Sonnenball sehen können, statt des kleinen Lichtpunktes, den die Sonne hier bildet…

Leider hatte unser Nickerchen ein bisschen zu lange gedauert, so dass wir es gerade noch auf den Deich, nicht aber mehr bis ans Siel geschafft hatten, um die Sonne untergehen zu sehen. Man glaubt ja gar nicht, wie schnell sie hinter dem Horizont verschwindet….

Abendstimmung am Siel…

„Blaue Stunde“ im Watt…

Inzwischen lief die Flut auf, das Siel füllte sich wieder…

das Wasser hebt das Eis…

In wenigen Minuten würde es dunkel sein.

Wir gingen zurück zum Häuschen. Dort war es gemütlich und beinahe warm.

Seit gestern Abend sind wir wieder zu Hause im Hannöverschen. Der Maschsee hat eine dünne Eisschicht und wenn die Kälte noch länger anhält, wird es wohl auch wieder eine  „Blaue Stunde“ auf dem Maschsee geben. Wobei ich darauf im Interesse aller frierenden Menschen, die keine behagliche Wohnung, ja nicht einmal eine einigermaßen frostfreie Behausung haben, auch gerne verzichten würde…

Übrigens war der „nette Verkäufer“ bei unserem Anruf vollkommen erstaunt darüber, dass der Ofen immer noch nicht aufgestellt ist und seinen eigentlichen Dienst verrichtet.

Wir bleiben im Gespräch….