jump to navigation

Erstaunlich gelassen… 2. Februar, 2012

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
Tags: , , , , , , , , ,
trackback

… bin ich seit dem vergangenen Freitag, obwohl ich zunächst mächtig mit Ärger, Wut und Tränen zu kämpfen hatte und auch Pauls nette Empfehlung im Umgang mit Erwartungen noch gar nicht gelesen hatte. (Danke, Paul!)

Zwischen halb acht und acht Uhr sollte der HARK-Kaminofen  am Freitag angeliefert und dann montiert werden. Wir waren am Abend zuvor im Häuschen angekommen, und obwohl wir uns darauf eingestellt und auch vorbereitet hatten, dass es im Häuschen kalt sein würde, waren wir über die 3°C  (in Worten: drei Grad Celsius!!!)  Innentemperatur nicht gerade begeistert. Das elektrische Heizöfchen wurde natürlich umgehend in Gang gesetzt und eine Wärmedecke auf dem Sofa unter uns und warme Decken auf den Knien ließen den Abend dann doch einigermaßen erträglich sein. Die Zwiebelmethode kann an dieser Stelle wärmstens empfohlen werden!!!

Das Öfchen heizte tapfer die ganze Nacht hindurch und am Morgen waren es dann schon stattliche 12° im Wohnbereich, auch nicht gerade eine Wohlfühltemperatur, aber immerhin nicht sibirisch kalt. Die Kälte aus Sibirien war ja angekündigt und so freuten wir uns auf die wohlige Wärme, die unser Kaminofen verbreiten sollte.

Wir hatten unseren Kaffee noch nicht ganz ausgetrunken, da hörten und sahen wir den Lastwagen mit dem großen Werbeaufdruck der Firma HARK  kommen.

Erwartungsfroh  öffneten wir den Monteuren  die Tür.

Und wurden fast schlagartig desillusioniert:

„Was ist das denn?“ war die entscheidende Frage des jüngeren der beiden sehr netten und kompetenten Männer.  Das „das denn“ bezog sich auf das Rohr, das aus der Wand ragte.

Zu weit aus der Wand ragte, wie die netten Leute meinten. Viel zu weit.

„Das kann man zusammenschieben!“ gaben wir die Auskunft weiter, die wir selbst von unserem Bauunternehmer erhalten hatten, verbunden mit dem Hinweis auf den „netten Verkäufer“ (Sie wissen schon, den von der Hark-Niederlassung in Altwarmbüchen) und dessen Bitte, man möge den Kamin passend machen und ihn, den Verkäufer,  anrufen, wenn es irgendwelche Probleme gäbe.

Nein, meinten die Monteure, der Verkäufer sei vor 10.00 Uhr erfahrungsgemäß gar nicht zu erreichen (es war gerade 8 Uhr geworden!) und überhaupt in Sachen Montage auch nicht ihr Ansprechpartner, das sei ausschließlich der Chef der Montageabteilung. Auf unsere Bitte hin versuchten sie aber doch den Stutzen „ineinander zu schieben“, scheiterten aber zu unserem Leidwesen. Der Anschlussstutzen rührte sich nicht um einen einzigen Millimeter von der Stelle.

Auch das Versprechen des Verkäufers, das nachträglich angelieferte Kaminstück aufzusetzten, konnten sie mit dem Hinweis auf  Gewährleistung und Sicherheit nicht einlösen. (Der Schornsteinfeger hatte wegen der neuen Schornsteinverordnung gefordert, der Schornstein müsse um einen Meter erhöht werden, damit ein Fenster  des Nachbarhauses – Mindestabstand sind 15 m, wir kamen aber nur auf 14, 30 m – nicht in unserem Rauchbereich liege!)  Der nette Verkäufer aus Altwarmbüchen hatte mit unserem Bauunternehmer abgesprochen, dass die Ofenmonteure auch noch schnell das fehlende Kaminstück aufsetzen würden. Davon wussten die beiden Männer aber gar nichts, das stand auch nicht in ihrem Montageauftrag!

Ein Anruf bei ihrem Montagechef ergab, dass sie weder Kamin, noch Ofen montieren konnten und deshalb auch nicht sollten.  Die Sache mit der Zuständigkeit und dem fehlenden Auftrag leuchtete uns natürlich ein, deshalb machten wir auch auch nicht die freundlichen Mitarbeiter aus der Montageabteilung für die neuerliche Enttäuschung verantwortlich.

Irgendwie schien eher die Kommunikation zwischen Ofenverkäufer und Schornsteinbauer ge“HARK“t zu haben. Und ob sich das so bald lösen wird, ist noch nicht ausgemacht….

Wie auch immer. Wir haben ein wunderschönes Häuschen, das bei normaler Kälte mit Hilfe eines elektrischen Heizöfchens behausbar, für das aber bei großer Kälte dringend ein leistungsfähiger Kaminofen erforderlich ist. Deshalb sind wir gestern, bevor die sibirische Kälte auch über die Nordseeküste hereinbrach, wieder nach Hause gefahren.

Bis dahin haben wir die Zeit im Häuschen trotz des fehlenden Feuers genossen, zumal es draussen traumhaft schön war…

Deich und Wiesen (noch)  grün, Siel und  Watt eisweissblau gefroren…

Noch ist Niedrigwasser, Eis bedeckt das Wasser im Siel

… noch ist Niedrigwasser, Eis bedeckt das Wasser im Siel….

Es ist kalt und ein unglaubliches Licht liegt über der „Eismeerlandschaft“…

Kälte und Wind haben das Wasser zu bizarren Eisformen erstarren lassen, spiegelglatte Flächen wechseln sich mit „Brucheis“ ab, als sei der Spiegel in tausend Scherben zerbrochen…

Ich brauche dringend eine bessere Kamera, um diesen Zauber bannen zu können! (Mit einer besseren Kamera mache ich bestimmt viel, viel bessere Fotos!!!)

Heißer Tee im Häuschen und ein kleines Nickerchen… und dann schnell wieder hinaus in die Kälte und über den Deich, wo ein grandioser Sonnenuntergang über dem Eismeer zu bestaunen war…

Mit einer besseren Kamera würde man auch hier einen riesigen, leuchtend roten Sonnenball sehen können, statt des kleinen Lichtpunktes, den die Sonne hier bildet…

Leider hatte unser Nickerchen ein bisschen zu lange gedauert, so dass wir es gerade noch auf den Deich, nicht aber mehr bis ans Siel geschafft hatten, um die Sonne untergehen zu sehen. Man glaubt ja gar nicht, wie schnell sie hinter dem Horizont verschwindet….

Abendstimmung am Siel…

„Blaue Stunde“ im Watt…

Inzwischen lief die Flut auf, das Siel füllte sich wieder…

das Wasser hebt das Eis…

In wenigen Minuten würde es dunkel sein.

Wir gingen zurück zum Häuschen. Dort war es gemütlich und beinahe warm.

Seit gestern Abend sind wir wieder zu Hause im Hannöverschen. Der Maschsee hat eine dünne Eisschicht und wenn die Kälte noch länger anhält, wird es wohl auch wieder eine  „Blaue Stunde“ auf dem Maschsee geben. Wobei ich darauf im Interesse aller frierenden Menschen, die keine behagliche Wohnung, ja nicht einmal eine einigermaßen frostfreie Behausung haben, auch gerne verzichten würde…

Übrigens war der „nette Verkäufer“ bei unserem Anruf vollkommen erstaunt darüber, dass der Ofen immer noch nicht aufgestellt ist und seinen eigentlichen Dienst verrichtet.

Wir bleiben im Gespräch….

Advertisements

Kommentare»

1. Paul - 2. Februar, 2012

Rika,
habe das gelesen, nachdem ich an der anderen Stelle schon geschrieben habe.
Habe aber nichts zurückzunehmen, sondern nur noch eine Ergänzung:
KARAMBA….MIR AUCH!
Schön, dass Ihr noch das Beste daraus gemacht habt.
Aber die Schweinerei wird immer größer. Bin schon darüber verwundert, dass Firmen so mit Ihren Kunden umgehen.
Ich bin leicht aufbrausend: Bei mir würden da die „Fetzen fliegen“.
Der Kozlowski kann jetzt wirklich mal beweisen, dass der Kunde wenn schon nicht König, verlangt auch niemand, aber auch nicht Bettelmann, sondern irgend was dazwischen, ist.

Zu den Bildern:
Rika, eine bessere Kamera macht nicht bessere Bilder. Das liegt alleine in der Hand des Fotografen.
Die Sonne wird größer, wenn Du das Objektiv veränderst. Versuche es mal mit ein bischen Teleobjektiv.
Noch etwas: Mir gefallen die Bilder. Sie sind sehr schön und geben eine eindrucksvolle Stimmung wieder.
Natürlich ist die Wirklichkeit immer schöner als das Bild, weil auch noch andere Eindrücke dazu kommen. Verlange also vom Bild nichts unmögliches.
Lass Dich auch durch professionelle Bilder nicht ins Boxhorn jagen. Du glaubst garnicht, was früher in der Dunkelkammer veranstaltet wurde. Heute geht es natürlich mit dem Computer einfacher. Aber auch der Umgang mit diesen Programmen erfordert eine gewisse professionalität. Nach einem zaghaften Versuch habe ich das dann wieder aufgegeben. Wenn Du Dich damit beschäftigst, glaubst Du garnicht wie kurz der Tag wird oder wie schnell die Zeit vergeht.

2. Paul - 2. Februar, 2012

Zum Schluss noch ein Kalauer.

Zeig der Firma HARKE wo die „Harke hängt“.

So, das konnte ich mir doch nicht entgehen lassen. *lächeln*

3. Rika - 3. Februar, 2012

Danke, lieber Paul, für deine hilfreichen Hinweise.

Was die Kamera anbetrifft, muss ich allerdings eingestehen, dass ich wirklich nur ein gan, ganz einfaches Modell habe bei dem ich weder Filter noch Teleobjektiv zuschalten kann…. lediglich den sogenannten „Digitalzoom“, den ich ja auch ab und zu benutze…

Die Bildbearbeitung könnte ich allerdings optimieren, bisher stelle ich die Fotos so ein, wie sie die Speicherkarte ausspuckt…
Der Meinige hat da schon mehr Ahnung, aber den will ich nicht unbedingt in mein Schreib- und Fotoprogramm hier im Blog einspannen.

Der Kalauer gefällt mir….


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: