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Jesus, ein Prophet Mohammeds ….? 28. Februar, 2012

Posted by Rika in christsein und glaube, gesellschaft, islam.
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DAS würde das Christentum natürlich vollkommen delegitimieren als „eigenständige“, monotheistische Religion!

Jesus als Wegbereiter Mohammeds, als Prophet, der auf den größten aller gewesenen und  kommenden Propheten hinweist.

Der Koran „degradiert“ Jesus ja immer schon, macht ihn zu einem zwar großen,  aber immerhin „nur“ zu einem Propheten, der auf den noch größeren, nach ihm kommenden hinweisen soll. Aber nun soll eine uralte christliche Schrift aufgetaucht sein, die das ebenfalls behauptet, bzw. bezeugen soll. Endlich könnte man damit den Christen „beweisen“, in welch großem Irrtum sie sich schon seit 2000 Jahren befinden.

Das hat doch was!

Und ich kann verstehen, dass DAS  den Türken prima in den Kram passt. Schließlich haben sie wenig zu bieten an „altislamischen“ Heiligtümern, wie man sie etwa auf der arabischen Halbinsel findet,  dafür aber umso mehr historische Zeugnisse der frühen Christen auf dem Gebiet der heutigen Türkei.

Was muss das für ein Ärgernis sein!

Ausgerechnet im Land des neu aufblühenden Islam finden sich  so viele der  frühchristlichen Zeugnisse außerhalb Israels.

Und diese Zeugnisse der frühen Christen stehen allesamt in einem plausiblen Zusammenhang zu den Berichten der Bibel über die Ausbreitung des Christentums in „Kleinasien“, wie es früher hieß. Nachlesen kann man diese Berichte in der „Apostelgeschichte“  (z.B. Kapitel 13, 14, 16, 18,19,20)

Dass selbst die heutigen Türken sich der christlichen Vergangenheit ihres schönen Landes nicht ganz entledigen wollen,  weil sich damit ja auch unter Christen prima Reklame für eine Türkeireise machen lässt, lässt sich an so simplen Tatsachen ablesen, wie denen der Reiseveranstalter, die „Touren auf den Spuren des Apostels Paulus“ anbieten.

Von Mohammed dagegen keine Spur! NICHTS! Nicht mal ein Pferdehufabdruck oder ein heiliger Baum, unter dem er vielleicht mal geschlafen haben könnte….  Stattdessen alte Höhlenkirchen mit deutlichen christlichen Darstellungen in den phantastischen Fresken und  alte Spuren jüdischer Gemeinden, die sogar lange vor den Christen schon in Kleinasien anzutreffen waren…  Ein Jammer!

Und nun das „Barnabas-Evangelium„.

Barnabas, auch das wissen wir durch die Apostelgeschichte, war ein frühes Mitglied der jungen Gemeinde in Jerusalem, wurde  Bundesgenosse des Paulus, sein Weggefährte und Mitstreiter für die Sache des Evangeliums von Jesus Christus. Allerdings waren die beiden unterschiedlicher Meinung, wie sie ihre „Missionsfahrten“ fortsetzen sollten. Auch darüber berichtet die Bibel ganz offen.  (Apostelgeschichte 15, 35 – 41) Die beiden Apostel sind weise genug, den Streit nicht eskalieren zu lassen. Sie gehen fortan getrennte Wege. Barnabas, so wird  berichtet, ging zurück in sein Geburtsland „Zypern“.

Um ihn, wie um die meisten der bekannten frühen Christen,  bilden sich im Laufe der Jahre viele Legenden.  (Diese Legenden sind mir als evangelisch-freikirchlicher Christin zumeist vollkommen fremd und da, wo sie mir mal begegnen, um es deutlich zu sagen, auch ziemlich suspekt!)

Zu der Legendenbildung gehört auch, dass Barnabas der Schreiber eines Briefes gewesen sei. Dieses Schreiben war von Beginn an umstritten, so dass es nicht in den Kanon der Bücher und Briefe des Neuen Testaments aufgenommen wurde.  Auch das ihm zugeschriebene „Barnabas-Evangelium“ aus dem 16. Jahrhundert findet vor den Augen der Bibelwissenschaftler keine Gnade. Es wurde und wird als Fälschung betrachtet.

JETZT EIN NEUER VERSUCH!

Und nun die Enthüllung in Ankara – die Regierung bestätigt die Existenz des Manuskripts, das man schon vor zwölf Jahren einer Schmugglerbande abgenommen habe, die Polizei (!) schätzt das Alter auf „2000 bis 1500 Jahre“, also vor der Entstehung des Islam. Und nun spekulieren die türkischen Medien, der Beweis sei erbracht – eine Ankündigung des Kommens Mohammeds, hundert Jahre vor seiner Geburt. Schon 1986 geisterte das Evangelium nach Barnabus durch türkische Medien. Damals war von seinem Fund auf dem Berg Mem in Uludere (Süd-Anatolien) die Rede.

Ein 2000 bis 1500 Jahre altes Buch aus der Feder Barnabas, jedenfalls älter als der Islam selbst (wobei Muslime ja der Meinung sind, dass der Islam seit Anbeginn der Zeit die eigentliche Gottesoffenbarung darstellt, es aber Mohammed vorbehalten war, dies wieder in das Bewusstsein der Menschen zu prügeln bringen, allein mit der Kraft des Wortes, versteht sich), welch eine wunderbare Fügung!  Endlich ein „greifbares“ Dokument, dass den Islam in der Türkei sozusagen als „schon immer beheimatet“ darstellt. Die vielen Erboberungskriege der „Muselmanen“, wie man es verharmlosend und beschönigend  erzählt, sprechen dagegen eine andere Sprache!

Dumm deshalb für die Türken, dass auch dieses Manuskript dem kritischen Auge des Betrachters nicht standhalten kann, wie weltonline schreibt:

Nur, ganz so leicht, wie es jetzt dargestellt wird, ist es nicht. Der Bibelforscher Timothy Law aus Oxford hält das Manuskript für eine Fälschung. Die goldenen Lettern, Leder statt Pergament und witzigerweise sogar, wie er zu entziffern meinte, die Inschrift „Im Jahr 1500 des Herrn“ machen es seiner Ansicht nach unmöglich, dass das Werk echt sein könnte. Law steht mit seiner Kritik nicht allein.

Es wäre ja zu schön für die eigene Bedeutung innerhalb der islamischen Welt, wenn man endlich auch etwas vorweisen könnte, was sich als „Heiligtum“ und Pilgerstätte eignet. (Vielleicht hegt die Türkei die heimliche Befürchtung, dass es mit den christlichen Pilgern zu den Stätten des „Apostel Paulus“ bald ein Ende haben könnte, wenn die Regierung den Prozess der vollständigen Islamisierung des Landes weiter so vorantreibt wie bisher???)

Die Türkei aber, mit ihren Führungsambitionen in der islamischen Welt, will es in einem Museum ausstellen.Es sieht fast so aus, als wolle hier jemand mit staatlicher Hilfe eine Legende bilden – auch politisch schadet es der Türkei nicht, eine „Reliquie“ zu besitzen, die die Wahrheit des Islam und den Irrtum der Christen mit der vermeintlich „wahren“ Bibel“ belegt.

Hervorhebung von mir.

Gut, dass wir mal darüber gesprochen haben, bzw. Boris Kálnouky, der Autor dieses Berichtes. Er lässt jedenfalls  keinen Zweifel daran,  wie man „die wahre Bibel“ einschätzen sollte.

Es ist ein taktisches Manöver, dass die Identität der Türkei „islamischer“ erscheinen lassen soll, als sie der Geschichte nach ist!

An dieser Stelle ist es angebracht, auf die

Vertreibung und Ermordung der christlichen armenischen Bevölkerung der Türkei

hinzuweisen!

Und ebenso auf die ethnische Bereinigung, die stattfand und in deren Folge tausende christliche Griechen das Land verlassen mussten – die Fairness gebührt zu sagen, dass ebenfalls tausend muslimische Türken aus Griechenland ausgesiedelt wurden!

Die Türkei, als neuer starker islamisch ausgerichteter Staat im Vorderen Orient, versucht offenbar mit allen Mitteln ihr Gewicht im Kanon muslimischer Staaten zu verstärken.

Ich bin gespannt, ob und wie christliche Publizisten, Parteien und die Vertreter der großen christlichen Kirchen in Deutschland auf diese Taktik reagieren.

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Kommentare»

1. Rika - 1. März, 2012

Passend dazu ist heute in evangelisch.de ein Artikel erschienen unter der überschrift: „Es gibt nur einen Gott“

http://www.evangelisch.de/themen/religion/es-gibt-nur-den-einen-gott-f%C3%BCr-christen-und-muslime58931

Dort wird ein schweizer Theologe zitiert:
„“Es gibt nur den einen Gott und dieser Gott ist der Gott des ganzen Kosmos, der die gesamte Geschichte mit seinem Geist durchdringt und sich damit auch den Angehörigen aller Religionen vergegenwärtigt.“

WARUM sollen wir dann noch von Jesus reden?
Warum können wir dann nicht auch Thor und Freia verehren?
Wieso nicht an Flußgötter glauben, oder an Hanuman, an Zeus und den großen Manitou ?

Wennn das allgemeine Praxis wird, schaffen wir das Christentum ab.


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