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Warten …. 29. Februar, 2012

Posted by Rika in aus meinem kramladen.
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Kennen Sie das auch?

Ein notwendiger Arztbesuch steht an. Von der freundlichen Mitarbeiterin lässt man sich telefonisch einen Termin geben.

9.30h

Natürlich ist man pünktlich in altem preussischen Sinne. Mein Großvater selig pflegte immer zu sagen: „Fünf Minuten vor der Zeit ist des Soldaten Pünktlichkeit!“  Ja, ja, mein Großvater ist noch im 19. Jahrhundet geboren und hat den Kaiser noch gekannt, bzw. ihm „gedient“ – als Ulan im 1. Weltkrieg. Und wir kleinen Nachkriegskinder, gemeint ist die Zeit nach dem 2. Weltkrieg, wurden durchaus noch mit diesen, aus Kaisers Zeiten stammenden,  Tugenden vertraut gemacht.

Spätestens um 9.25 h bin ich darum bei der Anmeldung: „Guten Tag, ich bin Frau Rika und habe einen Termin um 9.30h zum Fädenziehen.“ (Die Fäden der Fußoperation sollen gezogen werden.)

„Oh, Frau Rika, ja, richtig! Leider müssen Sie sich ein wenig gedulden, so ca. 30 bis 45 Minuten. Ach, mit Ihrem Fuß, ja, da kann ich Ihnen ja schlecht das Kaffeetrinken in dem kleinen Cafe in der Nähe empfehlen.“

„Kein Problem, ich habe Zeit!“

Und Geduld!

Und vor allem bin ich mit dieser Ansage sehr vertraut und bin entsprechend vorbereitet.

Seit ich vor nun fast 13 Jahren zum ersten Mal in der HNO-Ambulanz der MHH „einen Termin“ hatte und damals geschlagene 3 1/2 Stunden warten musste – ohne Wasser und Brot und ohne eigenen Lesestoff (was besonders schlimm ist, denn in den meisten Wartesälen und Wartezimmer gibt es entweder uralte Magazine, die man selbst schon, vollständig erlesen,  vor 6 – 8 Wochen zum Papierentsorger gebracht hat oder vermutlich ebenso uralte Trashschriften, die man zwar noch nicht kennt, aber auch nicht kennenlernen möchte:::!!!)  –  also, seitdem   bin ich vorbereitet!

Bei Ärzten und Kliniken, die neben ihren „normalen Terminpatienten“ nämlich noch sogenannte „Notfälle“ verarzten müssen – wobei man durchaus davon ausgehen kann, dass „NOTFALL“ ein ebenso dehnbarer wie strapazierbarer Begriff ist -,  kann man absolut sicher sein, dass nie und niemals ein „Termin“ termingerecht eingehalten wird. Unter „termingerecht“ ist in jedem Fall das akademische Viertel zu verstehen, dem man aber getrost nochmals ein Viertelstündchen zugeben kann.

„Termingerecht“ ist auch noch ein Stündchen später, jedenfalls, wenn man der Logik des Klinikpersonals folgt oder dem freundlichen Aushang im Warteraum des sehr nachgefragten Arztes!

Wie tun mir die Menschen leid, die in völliger Unkenntnis dieser „Terminangabe“, sich auf ein zügiges Bearbeiten ihres Problems verlassen und weder mit Lesestoff noch mit trink- oder essbaren Vorräten ausgestattet sind.

Zum Jammern!

Und das tun die meisten Menschen auch, jammern! Zuerst leise und verhalten in den eigenen Bart hinein ….    dann etwas lauter mit dem Sitznachbarn tuschelnd  …   um dann mit kaum verhohlenem Zorn und bebender Stimme schließlich die armen freundlichen Damen in der Anmeldung mit Nachfragen und Vorwürfen von der Arbeit abzuhalten….

Ich aber bin, wie gesagt, vorbereitet.

Habe immer eine Wasserflasche dabei, eine Banane oder zumindest etwas Schokolade (wenn nicht gerade wie jetzt Schokoladenfasten angesagt ist) und vor allen Dingen etwas ZUM ZEITVERTREIB!

Anfangs,  in der Phase, als ich monatlich zu Kontrolluntersuchungen in der MHH erscheinen durfte, habe ich mir Zeitschriften mitgenommen, später dann Taschenbücher, inzwischen bin ich dazu übergegangen, mein Strickzeug mitzunehmen.

Das hat vor allem den Vorteil, dass man nicht durch die unvermeidlichen Nebengräusche und Gespräche in seiner Konzentration auf einen Text ständig gestört wird. Beim Stricken kann  ich meinen Gedanken nachhängen  –  – –  oder es lassen 😉 , das Kommen und Gehen verfolgen, auch die seltsamsten Gespräche, und auf diese Weise gleichzeitig produktiv-kreativ sein und wichtige Erfahrungen für das Leben machen. . .

Mir wird nicht langweilig und 1 Viertelstündchen oder 6 – 8 Viertelstündchen Wartezeit, was soll’s.

Irgendwann bin auch ich an der Reihe und bin heiter und entspannt, wenn der nette Arzt endlich Zeit für mich und meinen Fuß hat. (Diesmal war die Wartezeit extrem kurz, nur 3 Viertelstündchen und 10 Minuten!!!)

Er ist wirklich nett, mein Fußarzt. Und auch – davon bin ich überzeugt – richtig gut! Und das ist bei Fußoperationen doch wichtiger als einfach nur nett und pünktlich zu sein, oder?!

Und „in Warten“ bin ich inzwischen eine absolute Expertin.

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