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Linsensuppensubstitution…. 1. März, 2012

Posted by Rika in aus küche und keller, gesellschaft.
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Linsensuppensubstitution?

Yeappp!

Linsensuppe – kennt jeder, wenn auch nicht jeder ein Freund der Linsensuppe ist.

Was „Substitution“ ist, kann das kleine Wörterbuch im Internet besser  erklären als ich, jedenfalls den ursprünglichen Sinn, die eigentliche Bedeutung.

Ich beziehe mich hier auf eine einfache Beschreibung (Link s.o.): „Als Substitution bezeichnet man in der Logik allgemein die Ersetzung eines Ausdrucks durch einen anderen.“

Substitution bedeutet hier in diesem Beitrag  aber nicht die „Ersetzung eines Ausdrucks“ sondern „die Ersetzung einer Handlung“.

Und das geht so:

Einerseits würde ich gern über dies, dies, dies und das schreiben  (und über viele andere gleichartige Themen), aber das verträgt meine Seelenlage gerade nicht… ich gerate dabei immer so leicht in eine eher negative Gemütsverfassung und kann mich dann selbst nicht leiden. Andererseits will ich aber schreiben, WEIL  es meiner Seelenlage gut tut und ich durch das Schreiben aktiv einem Herzkaper oder Schlimmeren vorbeugen kann.  Tja, das ist etwas paradox…

Und deshalb eben die Sache mit der Substitution: Über das, was ich eigentlich schreiben wollte, schreibe ich nicht. Ich schreibe über Linsensuppe.

Das auch die „Linsensuppe“ selbst z.T. ein Substitut ist, werdet Ihr gleich merken.

Neulich, ein paar Tage vor meiner Fußopertion, als ich noch fit und es draußen noch schön kalt war, hantierte mein kleiner Enkelsohn mit meinen „Blindbacklinsen„. Ich beschäftige ihn immer mit irgendwelchen Küchenuntensilien, wenn er mir in der Küche oder beim Kochen „hilft“. Blindbacklinsen kann man wunderbar von einem Schüsselchen in das andere abfüllen, man kann sie rühren und rieseln lassen… der kindlichen Arbeitslust sind dabei kaum Grenzen gesetzt. Und weil man die Blindbacklinsen auch mehrmals abbacken kann, ist  das Spiel mit ihnen auch keine Vergeudung von Nahrungsmitteln… der Kleine kann mit meinem guten  Gewissen rechnen!

Nun sah der liebste Gatte dem Treiben zu und kam auf den Geschmack! Nicht, dass er es dem kleinen Mann gleich tun wollte, nein, er hatte Lust auf Linsensuppe.

„Kein Problem“, sagte ich, „dann besorg doch schnell etwas Suppengrün und Mettendchen – ach, und natürlich auch Linsen, denn das sind meine Blindbacklinsen und die kann ich nicht mehr kochen!“

Der Liebste zog los und kam auch recht bald wieder – mit dem Suppengrün und den Mettendchen, aber ohne die Linsen! Vermutlich hat er das mit dem Blindbacken nicht verstanden oder mir auch gar nicht richtig zugehört. Er hatte gesehen, es sind Linsen im Haus, also muss ich die nicht kaufen.

Was tun?

Inzwischen hatte ich nämlich auch mächtig Appetit auf eine herzhafte Linsensuppe.

Aber Linsensuppe ohne Linsen?

Warum nicht?

Kichererbsen fanden sich noch in meinen Vorräten, ebenso kleine tiefgekühlte grüne Erbsen, auch ein paar Graupen warteten noch auf ihren bestimmungsmäßigen Verbrauch und genauso  ein halbe Tasse Rote Linsen. Außerdem hatte ich (natürlich !) Zwiebeln im Haus, eine kleine Sellerieknolle (die ich eigentlich zu einem Rohkostsalat verarbeiten wollte) und eine Lage geräucherten Speck.

Auf geht’s!

Die Sellerieknolle halbieren, eine der Hälften putzen, waschen und in feine Würfel schneiden. 2 große Zwiebeln schälen und in grobe Würfel schneiden. Das Suppengrün waschen und klein schneiden,

In einem großen Topf ca 40 g Margarine schmelzen und ca 60 g mittelfeine Graupen kurz und kräftig anbräunen, Temperatur zurückschalten und in der oben genannten Reihenfolge das Gemüse nacheinander zu den Graupen  geben und unter gelegentlichem Rühren garen.

Eine kleine Dose Kichererbsen öffnen, die Kicherebsen in ein Sieb gießen und abspülen, zu dem Gemüse geben. Die gleiche Menge Tiefkühlerbsen zugeben und die Roten Linsen.

Ca 1 – 11/2 l Wasser zugeben ( je nachdem wie sämig oder flüssig die Suppe werden soll auch mehr!)  Einen Teelöffel Salz zugeben. Die Lage Speck in Würfel schneiden und zugeben.

Alles zum Kochen bringen und  leicht köchelnd garen, bis auch die Graupen bissfest-weich sind! Dann erst die in Scheiben geschnittenen Mettendchen zugeben und vor dem letzten Abschmecken etwa 5 Minuten mitköcheln lassen.

Mit Pfeffer und Salz und etwas Majoran und ein bisschen Kümmel abschmecken.

Es war die beste „Linsensuppe“, die wir je gegessen hatten.

….   und wenn sie nicht gestorben sind mein Seelenfrieden es zulässt, werde ich ganz substitutionsfrei über schwierige Themen schreiben….

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Kommentare»

1. Paul - 2. März, 2012

Es ist schon kurz vor Mitternacht, trotzdem habe ich jetzt noch einmal mächtigen Appetit bekommen. Habe nämlich die Fähigkeit schon auf Grund der Beschreibung feststellen zu können, ob es mir schmecken würde oder nicht.
Du hättest deshalb Deinen Bericht mit dem Zusatz versehen müssen:
ACHTUNG APPETITANREGEND!

2. Paul - 2. März, 2012

Rika, mit Deiner Datumsanzeige stimmt was nicht.
Es ist jetzt 1.3. 23:05 und bei Dir ist schon den 2.3.
Oder hast Du die Zeit von Israel?

3. Rika - 2. März, 2012

Ja, Paul,
meine Datumsanzeige spinnt!
Ich habe auch schon den Versuch unternommen, sie „einzunorden“, will sie aber nicht!
Deshalb lass ich sie halt weiter spinnen, bin ich eben immer ein bisschen „der Zeit voraus“! 😉

Oh, Du hast auch so eine feine Nase wie ich, ich kann nämlich auch allein schon bei der Beschreibung „riechen und schmecken“, ob mir ein Gericht schmeckt oder nicht!

Werde mir den Zusatz merken… 🙂

4. julia - 3. März, 2012

Ich finds ja immer wieder faszinierend, wie sehr sich dei Bezeichnungen grade beim Essen unterscheiden-da mußte ich schon enorm umlernen allein beim Umzug von Südsüdbayern (10 km von der österreichischen Grenze weg) und Wien-alles ganz anders. Und jetzt wieder, was um Himmels willen sind Mettendchen? Die Enden einer Mettwurst? Kann ja wohl nicht sein. Und was sind Graupen? Und eine Lage Speck? Speck kenn ich natürlich, aber eine Lage? Und gar nicht zu reden von den Blindbacklinsen….noch nie gehört, sowas gibts hier nicht! HIIIlfe!

5. Paul - 3. März, 2012

Hallo Julia,
das ist jetzt aber nicht Dein Ernst.
Ich wusste es auch nicht, habe mir aber geholfen.
Mettenden:
http://www.marions-kochbuch.de/index/1200.htm
Graupen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Graupen
Lage Speck:
http://www.benefind.de/web.php?q=lage%20speck 😀
oder hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Speck
Vielleicht auch, wenn jemand statt einer Lage Bier eine Lage Speck gibt? 😉
Blindbacklinsen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Blindbacken
(Julia, ich gebe zu, das habe ich vorher auch nicht gewusst.)

So, Julia, nun darfst Du über mich lachen, weil ich auf Deine Fragen reingefallen bin. 😆

6. Rika - 3. März, 2012

Hallo Julia 🙂 !!!

Mettendchen – ich nenne sie immer noch so, wie sie in meiner sauerländisch-westfälischen Urheimat genannt werden – sind in der Tat eigentlich, bzw. ursprünglich die Enden einer geräucherten Mettwurst. Ich vermute, dass es aber gar nicht so viele Enden gab, wie von den Käufern verlangt wurden, so hat man kurzerhand nur noch „Enden“ produziert, also ca 15 cm lange Würstchen (die dann aber natürlich 2 Enden haben 😉 ) „Mettendchen“ sind unerlässlich für alle deftigen Eintopfgerichte, von Grünkohl, über Erbsen-, bis zur Linsensuppe!

Gerste waren jahrhunderte lang in Mitteleuropa Grundnahrungsmittel (bevor die Kartoffeln in die alte Welt kamen) – und nicht nur in Form von „Bier“ 😉 !!! Aus Gerste werden Graupen gemacht. Es gibt sie von mittelfein bis groß. Wenn sie ungeschrotet, also nicht zerkleinert und poliert sind, werden sie als ganze Gerstenkörner verkauft. In Tirol und Südtirol gibt es die berühmt Gerstelsuppe, also Gersten- oder Graupensuppe. Im Gegensatz zu Gries, der ja aus Weizen gemacht wird, werden Graupen überwiegend zu „salzigen“, also herzhaften Suppen und Eintöpfen verarbeitet. Ich mache manchmal aus den gekochten Graupen auch einen Salat mit herzhaften Zutaten. Graupen waren jahrelanag vollkommen aus der Mode, ich habe aber den Eindruck, dass sich das langsam wieder ändert.

Über Blindbacklinsen erfährst Du mehr, wenn Du sie in meinem Text anklickst. Manche Leute nehmen auch Erbsen zum „Blindbacken“.

Eine Lage Speck, manche sagen auch eine „Seite“ ist meistens ein Scheibe aus einem größeren Stück, etwa 20 -25 cm lang, ca 3 – 6 cm hoch (einschließlich Schwarte) und je nach Geschäft oder dem eigenen Wunsch ungefähr 2 cm dick.

——
Ich kann mir gut vorstellen, dass viele Begriffe aus Küche und Laden, die hier im Norden Deutschlands gebräuchlich sind, im Süden ganz anders heißen und in Österreich nochmal völlig verschieden… Und vermutlich hat Wien auch seine ganz eigenen Bezeichnungen…. Du hast mal über die diversen Kaffeesorten irgendwo geschrieben… da wird mir ganz schwindelig 😉
Bei uns hier ist Kaffee Kaffee. Punkt. Und wichtiger als die Unterscheidung in „Brauner“ oder „Latte“, ist bei uns auf dem Land immer noch die Frage nach „Tasse oder Kännchen?“ .-) !

So ist die Welt.
Liebe Grüße nach Wien!

7. Rika - 3. März, 2012

Hach, habe erst jetzt gesehen, dass Paul schon geantwortet hatte (der Kommentar war wegen der Links noch in der Warteschleife, habe ihn gerade frei geschaltet.)

Danke, Paul!

Übrigens sind die „Weizen-Graupen“ noch seltener anzutreffen als die „Gerste-Graupen“.

Ich kenne aus meiner Praxis eigentlich nur die aus Gerste.

Hier noch ein schöner Link: http://lebensmittel-warenkunde.de/lebensmittel/getreideprodukte/getreide-mehl/gerste-graupen.html

8. Paul - 4. März, 2012

Als ich noch jung war, Ende der 40-er, mochte ich Graupen und Grütze überhaupt nicht. Inzwischen sind sie wieder in Mode gekommen und schmecken mir gut.
Ach so, fällt mir gerade ein.
Mein Vater sagte zu Graupen immer Kälberzähne. Weiss aber nicht wo das her kommt.


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