jump to navigation

„Papst befürwortet den Abriss aller Moscheen … 24. März, 2012

Posted by Rika in christsein und glaube, gesellschaft, islam, meine persönliche presseschau.
trackback

…  in überwiegend christlichen Ländern!“***

Heißa, wäre das ein Tanz!

Der Bundestag stünde Kopf, die Islamverbände liefen Sturm, die Medien würden sich überschlagen mit Solidaritätsadressen für die Moscheebesucher, alle Christenkritiker und Papstverächter würden vor Wut aufheulen, Fahnen würden brennen, Kreuze und Bibeln vermutlich auch, es gäbe ein Getöse, das die Welt in ihren Fundamenten erzittern ließ.

Wetten das???

Aber wie seltsam still ist es in den Medien seit dieser Nachricht:

LIMASSOL/RIAD. Der oberste Mufti Saudi-Arabiens, Scheich Abdulasis bin Abdullah, hat in einer Fatwa die Zerstörung aller Kirchen auf der Arabischen Halbinsel gefordert.

Ich habe schon vor ein paar Tagen darauf hingewiesen und seitdem immer wieder mal im Internet Nachforschungen darüber angestellt, welche außer der Badischen Zeitung von den deutschen nachrichtlichen Informationsschriften wohl das Christenvolk mit dieser Nachricht „beglücken“ würde, aber bis heute habe ich außer  christlichen OnlineInformationsdiensten und einigen Blog-Beiträgen  nichts gefunden, was auf diesen doch überaus bemerkenswerten Vorgang verwiesen hätte.

SCHWEIGEN

STILLE

Heute nun die Überraschung: achgut teilt mit:

Verbieten und Abreißen

El Scheich hatte sich gegenüber Parlamentariern aus Kuwait kürzlich für ein Verbot für den Bau von neuen Kirchen auf der Arabischen Halbinsel ausgesprochen, wie die österreichische katholische Nachrichtenagentur Kathpress berichtete. In dem Zusammenhang forderte er, die schon existierenden Kirchen in der Region abzureißen, da es „zu viele“ von ihnen gebe. http://www.focus.de/panorama/welt/katholiken-entsetzt-saudi-arabischer-grossmufti-will-kirchen-abreissen_aid_727220.html

Offensichtlich hat der Focus Wind davon bekommen, dass Herr Zollitsch „Besorgnis und großes Befremden“ angesichts der Ungeheuerlichkeit geäußert habe. Wer aber glaubt, der Focus spräche seinerseits „Besorgnis und Befremden“ aus, der irrt gewaltig. Damit ist nicht zu rechnen! Unsere Qualitätsmedien vermeiden alles, was die Freunde der grünen Fraktion    verärgern könnte. „Nur nicht die Pferde scheu machen“, scheint die Devise zu sein oder auch „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß!“ „Wir tun so“, scheint die vereinigte deutsche Journalistenschar zu sagen, „als wüssten wir von NICHTS, dann müssen wir auch nicht darüber schreiben und erst recht nicht dazu Stellung  nehmen.“

„Keine Nachricht ist auch eine Nachricht“, sagt der Volksmund.

Und diese Nachricht lautet:

Wir bekennen uns nicht zu unserem Christsein und zu unseren christlichen Wurzeln.

Wir verleugnen unsere durch das Christentum geprägte Identität!

Wir verraten unsere aus dem Christentum abgeleiteten Ideale!

Wir verschweigen unseren christlichen Glauben!

Wir ignorieren unsere vom Christentum bestimmte Geschichte.

Wir tun alles, um unsere muslimischen Mitbürger nicht  zu verunsichern,  zu verärgern oder  oder gar zu beleidigen!

Wir geben uns zugunsten eines multikulturellen friedvollen Miteinanders einfach auf!

Es jammert mich angesichts dieses Schweigens und der Stille. Warum wird geschwiegen?

Wir könnten doch  trotz der veröffentlichten und beklemmenden Nachricht zeigen:

Wir ziehen nicht in einen Kampf  mit Gewaltaktionen und brennenden Fahnen gegen die, die uns mit dem Angriff auf unsere Kirchen und der Vernichtung unserer Symbole und Einrichtungen  bedrohen. Wir antworten auf die wirklich unfassbare Forderung nicht mit dem Aufruf zum „Heiligen Krieg“ gegen Muslime oder dem Aufruf  zur Zerstörung muslimischer Moscheen in Deutschland.

Aber man stelle sich vor, die von mir fabulierte päpstliche Empfehlung sei tatsächlich ausgesprochen worden. Wir stünden weltweit und  augenblicklich in einem heftigen Kampf der Muslime gegen die Christen…

Nicht das Verschweigen einer Nachricht oder das Wegducken vor einer schlimmen Botschaft ist gefragt, sondern das Bekenntnis zum Christentum in Europa und für uns Christen  das Bekennen zu Jesus Christus TROTZ der schlechten Nachricht und der Bedrohung. Das werden die „neutralen“ MSM natürlich nicht so mittragen, sagen oder schreiben.  Aber sie könnten sich deutlich für die Religionsfreiheit überall auf dieser Welt einsetzen und dazu gehören auch Kirchen auf der arabischen Halbinsel, Gottesdienste, Bibelverkauf und öffentliche Hinweise darauf!

Und vielleicht gibt es ja sogar die Möglichkeit, dass hier lebende Muslime, die die Religionsfreiheit dieses Landes so selbstverständlich erleben, sich gegen die Fatwa wenden und zum Fürsprecher der Christen in muslimischen Ländern werden…

….

Über allem steht für mich das Wort Jesu selbst:

„Ich rede mit euch, damit ihr Frieden habt. In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“  Johannes 16,33

.

*** fabuliert von Frau Rika von Himmel und Erde

 

 


Advertisements

Kommentare»

1. Paul - 25. März, 2012

Rika, Du hast völlig recht.
Als ich diese Notiz gelesen habe, habe ich mich auch nicht sonderlich aufgeregt.
Jetzt beim lesen Deines Kommentars ist mir eine Stelle aus Goethes Faust eingefallen:

„Andrer Bürger:
Nichts Bessers weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen,
Als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei,
Wenn hinten, weit, in der Türkei,
Die Völker aufeinander schlagen.
Man steht am Fenster, trinkt sein Gläschen aus
Und sieht den Fluss hinab die bunten Schiffe gleiten;
Dann kehrt man abends froh nach Haus,
Und segnet Fried’ und Friedenszeiten.“

Auch mich hat diese Nachricht aus „hinten, weit, in Saudi Arabien“ nicht weiter aufgeregt, zumal sie auch noch überdeckt wurde durch eine Dokumentation über Christenverfolgung in der Gegenwart.

Schau dazu z.B. hier:
http://www.opendoors-de.org/verfolgung/

Mein fehlendes Aufbegehren hat seine Ursache auch in einem Gefühl der Ohnmacht.
Was soll ich tun? Ändern kann ich sowieso nichts.

Vor einiger Zeit wurde an anderer Stelle im Internet darüber diskutiert. Die Diskussion landete schon nach ganz kurzer Zeit bei Vorwürfen gegen den Papst, der ähnlich wie im Dritten Reich, dazu schweige. Meinem Hinweis auf die faktische Ohnmacht des Papstes wirklich etwas dagegen unternehmen zu können, wurde in der Diskussion entschieden widersprochen. Das noch von Leuten, die unmissverständlich zum Ausdruck brachten, „mit der Kirche nichts am Hut zu haben“.
Solchen, letztlich unfruchtbaren, Diskussionen, wollte ich mich nicht wieder aussetzen.
Leider, Rika, müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass die Entchristlichung des Abendlandes in vollem Gang ist. Ich meine auch, dass dieser Prozess, zumindest bei uns in Mitteleuropa, gegenwärtig nicht aufzuhalten ist.

Deshalb ziehe ich es vor, für meine Kirche, die eine Kirche in der Bedrängnis ist, zu beten.

2. Rika - 25. März, 2012

@ „… müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass die Entchristlichung des Abendlandes in vollem Gang ist. Ich meine auch, dass dieser Prozess, zumindest bei uns in Mitteleuropa, gegenwärtig nicht aufzuhalten ist.“
Ich fürchte, lieber Paul, da muss ich Dir einfach nur zustimmen.

Ich denke, dass der Papst ein sehr, sehr kluger Mann ist und genau weiß, dass die Christenheit in „schweren Wassern“ ist. Ich schätze an ihm sein klares Jesus-Bekenntnis, das ich so selten von anderen hohen Amtsträger der Kirchen höre!

Die berühmte „Regensburger Rede“ hat ja sehr deutlich gezeigt, wie wenig dialogbereit oder dialogfähig sowohl die Atheisten im Land, wie auch viele Muslime sind. Reflexartig wurde damals auf den Papst eingedroschen, weil er angeblich den Propheten verunglimpft hätte.
Ich habe damals die Rede im Fernsehen verfolgt und war tief beeindruckt von dem religionsphilosophischen Gehalt seiner „Vorlesung“, denn das war sie ja. Und dienen Vorlesungen nicht neben der Wissensvermittlung vor allem auch dem Diskurs? Ich meine ja!

Wir müssen diesen Diskurs führen, denn das macht doch jeden Erkenntnisgewinn aus!

Das Zitat aus dem Faust finde ich sehr passend…. Danke!

3. Paul - 25. März, 2012

Liebe Rika,
heute ist Passionssonntag. Unser Pfarrer hat in seiner Predigt heute Leid, Leiden, zum Thema gemacht.
Daraus hat sich für mich zu Deinem (unserem) Thema ergeben, dass wir als Christen eher zur Leidensfähigkeit angehalten werden als zum Widerstand.
„Herr, Dein Wille geschehe.“
Der Papst würde also nie Deiner Fiktion entsprechen können und zum Abriss von Moscheen auffordern, sondern eher die Christen in Saudiarabien bitten das ihnen zugefügte Leid zu ertragen.
Das war auch schon immer der Gegenstand der Kritik an der Kirche, beispielsweise bei den Kommunisten: „Opium für’s Volk“. Oder der schon immer erhobene Vorwurf gegenüber der Kirche, dass sie ihre Gläubigen auf das Wohlergehen im Jenseits verweist, „vertröstet“.
Da ist schon was dran. Es bedeutet nicht die Handlungsunfähigkeit in der Gegenwart, aber doch eine Einschränkung bei der Wahl der Mittel.
Im Zweifel sind wir eher bereit Leid zu ertragen als uns gegen Unrecht zur Wehr zu setzen.
Die sich daraus ergebenden Schlussfolgerungen sind kaum diskussionsfähig, weil uns Nichtchristen in dieser Beziehung überhaupt nicht verstehen können. Ist ja wohl auch wirklich sehr schwer.

Abgesehen davon sollten wir aber immer zum Zwiegespräch, Gedankenaustausch, mit jedem bereit sein. Auf jeden Fall auch mit den Muslimen. Aber dazu gehören immer zwei.
Wir erleben es im Gespräch mit den Protestanten. Dort gibt es ermutigende Schritte des aufeinander zu gehens. Natürlich für die Ungeduld, viel zu kleine Schritte. Aber immerhin. In Bezug auf die Muslime kann ich ein derartiges aufeinander zu gehen noch nicht einmal ansatzweise erkennen. Aber vielleicht liegt das auch an meiner Uninformiertheit.

Jedenfalls sind die Äußerungen des Scheichs nicht dazu angetan uns voran zu bringen.

Über das fehlende Interesse der Öffentlichkeit sollten wir uns nicht beklagen. Sieh es doch bitte positiv. Wer weiß zu welchen Ergebnissen das Interesse der Öffentlichkeit führen würde?

Die überaus heftige Reaktion auf die „Regensburger Rede“ hat mich auch völlig überrascht.
Deshalb bin ich über ein mangelndes Interesse der Öffentlichkeit nicht so traurig.

Meine Kirche ist nicht nur eine Kirche in der Bedrängnis, sondern auch eine leidende Kirche.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: