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Deutschland und der Islam … 23. April, 2012

Posted by Rika in christsein und glaube, gesellschaft, islam, meine persönliche presseschau.
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und warum er nicht dazu gehört, dies beschreibt Monika Maron in selten zu lesender Klarheit:

Das Fragwürdige des Satzes liegt in seiner gleichzeitigen Eindeutigkeit und Unschärfe. Er duldet keinen Widerspruch. Der Islam gehört zu Deutschland. Punkt, Schluss. Er erlaubt nicht einmal eine Nachfrage.

Frau Maron erlaubt sich dennoch die kleinen Anfragen, ob die Scharia dazu gehöre und die praktizierte  Ungleichheit und damit die Unfreiheit der Frauen. Auch möchte sie wissen, nach wessen Pfeife getanzt wird, nach der schiitischen, der sunnitischen, der wahhabitischen? Und wieso so viele türkische Beamte hierzulande sich zuständig erklären für ehemals türkische Staatsangehörige und deren Kinder und Kindeskinder und wieso die DITIB so viel Macht hat, überall mitzuregieren, oder wie sonst kann man das ständige Insistieren türkischer Religionsbeamter in Deutschland begreifen?

Leichtfertig sei es, meint Frau Maron, diesen Satz wie ein Gesetz anzusehen, ohne gleichzeitig klar zu stellen, wie der Islam zu reformieren sei, um sich in einen modernen Rechtsstaat, wie es die Bundesrepublik ist, einzupassen, und,  ich füge hinzu, ohne dass sich die Gläubigen in einem ständigen Gewissenskonflikt befinden und sich   zwischen Koran und Grundgesetz entscheiden zu müssen.

Herr Kauder, so Frau Maron, habe den Satz: „Der Islam gehört zu Deutschland“ vom Kopf auf die Füße gestellt, mit seiner Aussage, der Islam gehöre nicht zu Deutschland, wohl aber die Muslime – (übrigens nicht erst Herr Kauder hat diese Formulierung gewählt um klar zu machen, dass Muslime  zu Deutschland gehören).

Frau Maron schreibt weiter:

Der Protest der muslimischen Verbände war vorhersehbar. Aber warum protestieren auch die SPD, die Grünen, die FDP?

Warum beten sie alle Wulffs gedankenlose Parole nach, als ginge es jetzt schon darum, die Wahlen von 2030 zu gewinnen, wenn in den Ballungsgebieten wahrscheinlich mehr Muslime als Christen, Atheisten, Juden und Hindus zusammen leben werden?

Aber vermutlich geht es gar nicht nur darum die Wahlergebnisse für die eigenen Parteien zu sichern. Spätestens nach den Mohammed-Karikaturen ist doch jedem Menschen klar, was passiert, wenn er sich mehr oder weniger offen gegen die starken muslimischen Verbände wendet, sei es durch Kritik an Muslimen  oder durch die auch noch so kleinste Andeutung von Kritik am  Religionsgründer selbst. Mohammed steht -folgt man den öffentlichen Bekenntnissen der Muslime –  außerhalb jeder kritischen Debatte. Und damit steht,  meiner vielleicht etwas naiv anmutenden Logik nach,  ja wohl  auch der Islam selbst außerhalb jeder notwendigen kritischen Auseinandersetzung.

Darüber täuschen auch die nun vollmundig verkündigten Bezeugungen über Zwangsverheiratung und Ehrenmord nicht hinweg. Das ist Piddelpaddel am Wegesrand. Nicht der Rede wert, auch wenn nichtmuslimische Islamkonferenzteilnehmer das gerne schon als Durchbruch in die Moderne feiern würden. Geschenkt! Das ist nichts als ein  Täuschungsmanöver und wird den Frauen, die es betrifft, herzlich wenig helfen, weil die nichtmuslimische Öffentlichkeit ja wohl kaum in Form von Polizei oder Sozialamtsmitarbeitern die Einhaltung dieser hehren Forderung überprüfen wird….

Monika Maron merkt zu recht an:

Nun bedeutet die Formulierung „Der Islam gehört zu Deutschland“ ja mehr, als dass in Deutschland Menschen leben, deren Religion der Islam ist. In Deutschland werden viele Religionen und Ideen ausgelebt, gute und böse, ohne dass wir ihnen diese bekenntnishafte Formel zugestehen würden.

Niemand käme auf die Idee, zu behaupten: Der Hinduismus und der Konfuzianismus gehören zu Deutschland, obwohl hier Inder und Chinesen leben. Schon gar nicht würden wir sagen wollen: Der Rechtsradikalismus gehört zu Deutschland, obwohl wir leider zur Kenntnis nehmen müssen, dass auch der Rechtsradikalismus hier ausgelebt wird.

Manchmal machen es eben diese kleinen Zuspitzungen deutlich, wie absurd eine Behauptung sein kann. In Deutschland leben Rechtsradikale, mehr als uns lieb ist oder lieb sein könnte. Zu sagen, nur weil diese Leute in Deutschland zu Hause sind, gehört der Rechtsradikalismus zu Deutschland, wäre doch absolut  irrsinnig. Dagegen wehren wir uns doch mit aller Kraft – und leider oft genug vergeblich. Warum sollten wir darum einer anderen totalitären Ideologie – manche nennen es Religion – darum weniger energisch entgegentreten?

Die Anwesenheit von Glaubensrichtungen oder Überzeugungen, auch das Recht sie zu leben und zu propagieren, heißt doch nicht, dass sie zu unserer Vorstellung von der Gesellschaft gehören, in der wir leben wollen.

schreibt Frau Maron und führt weiter aus:

Als Frau kann ich das nicht.

Und der Islam in seiner gegenwärtigen Verfassung mit seinem politischen Anspruch kann schon aus rechtlichen Vorbehalten so uneingeschränkt nicht zu Deutschland gehören.

Dem Islam steht seine Aufklärung, die das Christentum schon vor mehr als 200 Jahren erdulden musste, noch bevor. Bis dahin aber wünsche ich innigst, dass er nicht zu Deutschland gehört. Mag sein, dass Männer die Probleme gelassener sehen; als Frau kann ich das nicht.

Mag sein, dass andere Frauen das ebenfalls gelassener sehen können als Frau Maron. Ich pflichte ihr in vielen Gedankengängen bei, so auch, wenn sie sagt:

Seit 20 Jahren gewöhnen wir uns nun daran, dass wir nicht mehr Bundesbürger und DDR-Bürger sind, sondern einfach Deutsche, wie die Bewohner anderer Länder einfach Polen, Engländer, Franzosen oder Türken sind.

Ich möchte nicht, dass man mich jetzt mit der rassistischen Bezeichnung Bio-Deutsche belegt, wie ich auch gerne auf die Klassifizierung „mit Migrationshintergrund“ verzichten würde, wenn die so Genannten sich auch als Deutsche verstehen wollten, weil sie hier geboren wurden, vielleicht sogar schon ihre Eltern, weil wir alle gemeinsam hier leben, und weil es mir gleichgültig ist, an welchen Gott jemand glaubt, solange es dem anderen auch gleichgültig ist.

Das heißt aber nicht, dass außer seinen Gläubigen auch gleich der zugewanderte Gott in das deutsche Selbstverständnis integriert werden muss, unabhängig davon, ob der Islam eine prägende Rolle für die deutsche Kultur gespielt hat oder nicht. Hätte er das, hätte er vermutlich wie das Christen- und das Judentum seine Aufklärung erlebt. Oder Deutschland wäre heute ein islamisches Land.

Vielleicht halten viele Leute diese feine Unterscheidung, wonach Muslime zu Deutschland gehören, der Islam aber nicht, für Haarspalterei. Solange muslimische Mädchen und Frauen sich danach sehnen, als „Deutsche“,  oder wenigstens „wie Deutsche“ zu leben und dafür ihr Leben riskieren, dies auch zu tun, solange kann der Islam, der die Basis ihres religiösen und kulturellen Lebens darstellt, nicht zu Deutschland gehören.

Diese jungen Frauen sind der Indikator dafür, dass etwas nicht zusammen passt, was Politiker so gerne über einen Kamm scheren wollen: Die Freiheit unserer Gesellschaft und die archaische Struktur des Islam.

Solange  muslimische Männer im Namen des Koran ihre Schwestern oder Cousinen, ihre Frauen oder ihre Mütter  unter die Gesetze des Islam zwingen und ihnen ein freies und selbstbestimmtes Leben vorenthalten, solange gehört der Islam nicht zu Deutschland.

Es gibt vermutlich noch viele „solange“ und vermutlich hat jeder, jede eine sehr eigene Vorstellung davon, was dieses „solange“ ausmacht.

Arbeiten wir daran!

Das Christentum, besser gesagt die Kirche,  hat jahrhundertelang die Knechtung und Versklavung des Menschen unter ein System propagiert, das sich vermeintlich auf die Bibel berief. Zu Recht sind Menschen dagegen vorgegangen und haben sich gegen diese Knechtschaft erhoben und haben sich eingesetzt für die Freiheit des Geistes und die Freiheit des Glaubens. Das hat zu einem neuen Verständnis der biblischen Schriften geführt, zu einer Veränderung des Christentums, zu  persönlichem Glauben an Jeus Christus, aber auch zur Abkehr vom Christentum oder zur kritischen Auseinandersetzung mit den biblischen Texten.

Das gehört zur Basis unser Freiheit und ist gleichzeitig  die Grundlage unserer Verantwortung für die Freiheit dieser Gesellschaft. Wir sollten sie nicht zugunsten einer unaufgeklärten Religion aufs Spiel setzen.

Der ganze Artikel Monika Marons findet sich hier. Durch facebook bin ich auf ihn aufmerksam geworden.

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