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Was Grass hätte sagen können, aber nicht sagen wollte… 1. Mai, 2012

Posted by Rika in antisemitismus, gesellschaft, israel, meine persönliche presseschau.
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beschreibt Esther Schapira in einem Artikel der Frankfurter Rundschau.

Die Kernaussagen lesen sich so:

„Dass 200 Millionen Araber nicht verhindern konnten, dass 5 Millionen Juden heute in ihrem eigenen Staat leben, ist für die muslimische Welt eine anhaltende tiefe Kränkung.“

„Israel lebt im permanenten Ausnahmezustand. Noch in der Gründungsnacht erklärten sechs arabische Staaten Israel den Krieg, und die Vereinten Nationen, die mehrheitlich die Teilung Palästinas beschlossen hatten, überließen den jüdischen Staat seinem ersten Überlebenskampf. 64 Jahre ist das her.“

„Die Sorge der Deutschen gilt dem Benzinpreis, die der Israelis der Bombe. Ob bei Welt Online, Financial Times Deutschland oder Emnid: Alle Umfragen zeigen das gleiche Ergebnis. Gut zwei Drittel der Deutschen gehen von einer ernsthaften Gefahr für Israel durch das iranische Atomprogramm aus – aber es ist ihnen herzlich gleichgültig. 83 Prozent fordern laut Emnid, dass Deutschland sich im Ernstfall raushalten solle.“

„Dass er [der Iran]  sie [die Atombombe]  bekommen wird, ist schon ausgemachte Sache und wäre aus deutscher Sicht nicht weiter beunruhigend, wäre da nicht die Bedrohung für den Weltfrieden, also für uns, durch die Entschlossenheit der Israelis, nicht abermals das hilflose Opfer zu sein. Kein anderes Volk hat so oft erlebt, wie gefährlich es ist, sich nicht rechtzeitig zu wehren. Wer der Vernichtung nur knapp entronnen ist, hat begreiflicherweise wenig Bereitschaft, gelassen abzuwarten, wie es diesmal ausgeht.“

„Nun gibt es gute Gründe, gegen einen Militärschlag gegen den Iran zu sein, die vor allem in Israel heftig diskutiert werden. Es gibt aber keine Rechtfertigung dafür, Israel lediglich aufzufordern abzuwarten, ob Teheran seine Drohung wahr macht.“

„Wer sich glaubwürdig in diese Debatte einschalten will, muss bereit sein, im Ernstfall selbst militärisch für die Sicherheit Israels einzustehen. Alles andere ist eine Aufforderung zum potenziellen Selbstmord.“

Das alles hätte der Dichter Grass in seinem Gedicht sagen können.

Hat er aber nicht.

Darum ist Esther Schapira zuzustimmen, wenn sie schreibt:

„Antizionismus ist angesagtes Partygeschwätz. Die feinsinnige Unterscheidung, wo der Antizionismus aufhört und der Antisemitismus beginnt, ist dabei irrelevant. Bekennende Antisemiten sind ohnehin kaum zu finden. Nach Auschwitz ist der Antisemitismus diskreditiert. Er riecht nach Gas. Das Ressentiment des Antizionisten dagegen kommt moralisch rein daher und geriert sich als Parteinahme für die vermeintlich Schwächeren. „Man muss beide Seiten sehen“, ist fast immer die Einleitung dafür, die israelische Seite gefühlsmäßig auszublenden. Weder der permanente Raketenbeschuss aus Gaza noch die Terroranschläge und nicht einmal die iranische Vernichtungsdrohung können auch nur annähernd so viel Empörung auslösen wie die Ankündigung eines Siedlungsausbaus.“

Und am Ende des Artikels Esther Schapiras steht die Aussage des ehemaligen Chef des  Mossad, Zwi Samir, der beim Angriff palästinensischer Terroristen auf die Israelische Olympiamannschaft in München das Gemetzel an seinen Landsleuten nicht verhindern konnte  als bittere Erkenntnis:

„Der Schutz der Juden ist Sache der Juden, keiner wird das übernehmen. Die Erfahrung zeigt, dass es keinen Schutz gibt, es gibt Hilfe und Sympathie, aber um zu schützen, muss man bereit sein, auch mit Blut zu zahlen, und das tut keiner.“

Selbst das hätte Herr Grass sagen können.

Hat er aber nicht.

Seine Schlussfolgerung nimmt die Vernichtung Israels „altersweise“  und mit letzter Tinte geschrieben  in Kauf.

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